Corona, Fitness, Gesundheit, Markt | Autor: Anke Sörensen |

Corona-Update: Aussage der Bundesregierung sorgt für Diskussionen, Merkel fordert härteren Kurs

DSSV macht sich mit großer E-Mail-Aktion für die Branche stark. Belgien muss die Corona-Einschränkungen nach Gerichtsurteil aufheben. Nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Hamburg seit Karfreitag. Antwort der Bundesregierung auf eine 'Kleine Anfrage' der FDP sorgt für Aufregung: Bundesregierung setzt Training im Fitnessstudio mit Gartenarbeit gleich. Saarland-Modellprojekt mit Öffnungen ab 6. April kann sich aufgrund der hohen Fallzahlen verzögern. Corona-Update Teil 21 gilt vom 29.03. bis einschließlich 5.04.2021.

Corona-Update, Teil 21

Aufgrund des weiterhin rasanten Wachstums der Sieben-Tage-Inzidenz bleiben Lockerungen fraglich und die Rückkehr in die Normaliät ist in weite Ferne gerückt. Die Kanzlerin warnt vor der dritten Welle.



Die Fitnessbranche, die im vergangenen Jahr 1,35 Millionen Mitglieder und fast ein Viertel ihres Umsatzes verloren hatte hofft vergeblich auf Lockerungen des Shutdowns für ihre Studios. (Lesen Sie weitere Hintergründe und Fakten hier: 'Eckdaten 2021')

In unserem großen fM Corona-Update (Teil 21, vom 29. März bis 5. April 2021) präsentieren wir Ihnen weiterhin für die Fitness- und Gesundheitsbranche wichtige Informationen zum Corona-Lockdown.


Corona-Update 2. bis 5. April 2021

MPK: Kein neuer Termin für Corona-Gipfel

Es gibt noch keinen neuen Termin für die Runde der Länder-Chefs mit Kanzlerin Merkel. NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet hatte eine vorgezogene MPK gefordert, um über mögliche weitere Verschärfungen der Corona-Beschränkungen zu beraten. Aus Regierungskreisen hieß es dazu, dass der Bund immer für Gespräche bereit sei, wenn es sich als erforderlich erweise.


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Wellenbrecher-Shutdown gefordert

Die Grünen fordern erneut einen Wellenbrecher-Shutdown. In einem Welt-Interview sprach sich Fraktionschefin Göring-Eckardt vehement dafür aus und verlangte von der Bundesregierung ein härteres Vorgehen gegen die Pandemie: „Die Bundesregierung darf nicht noch mehr wertvolle Zeit verlieren“, sagte sie.

Und weiter: Ihre Partei unterstützte einen „verbindlichen bundeseinheitlichen Stufenplan, eingebettet in das Infektionsschutzgesetz und vom Bundestag beschlossen“.

Corona-Update 1. April 2021

DSSV: Es reicht!

In seinem Schreiben an die DSSV-Mitglieder teilt der DSSV folgendes mit:

"Es ist nicht nur der Virus, der die Menschen zermürbt, sondern auch der nicht enden wollende, halbherzige Lockdown, den die Bundes- und Landesregierungen im vergangenen November reaktiv begonnen haben und den sie immer weiter ausdehnen - ohne Rücksicht auf die kleinen und mittelständischen Unternehmen. 

Dabei fehlt es der Politik an Scharfblick, dass jeder einzelne Betrieb oder Solo-Selbstständige ein Teil unseres Wirtschaftssystems ist. Den Betrieben unserer Branche wurde im vergangenen Jahr viel abverlangt: Betriebsschließungen, Hygienevorschriften, Abstands- bzw. Quadratmeter-Regelungen, Lüften, Maskenpflicht und vieles mehr. Dazu kommen noch endlose, teilweise kaum durchdachte Antragsverfahren zu den Hilfsprogrammen des BMWi, Kurzarbeit und immer häufiger musste sogar Grundsicherung beantragt werden. 

Es reicht! Reaktives, planloses Handeln hat viele Branchen und unsere besonders hart getroffen. 

Inakzeptable Ungleichbehandlung bei den Hilfsprogrammen oder Öffnungsstrategien führen nur noch zu Unverständnis. 

Aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken - wir werden unermüdlich weiter für Sie und die uns am Herzen liegende Branche kämpfen. 

Eine Osterruhe darf sich die Politik nicht leisten. Deshalb werden in diesem Augenblick erneut über 3.500 förmliche E-Mails an die 1.879 Landtagsabgeordneten, die 709 Mitglieder des Bundestags und viele weitere politisch engagierte Personen mit unseren Forderungen zum Wohle der Branche verschickt. Wir werden nicht aufhören, unserer Branche endlich das Gehör zu verschaffen, das sie verdient. Die deutschen Fitness- und Gesundheits-Anlagen sind Teil der Lösung und sollten als solche anerkannt werden.

Birgit Schwarze (Präsidentin DSSV e.V). und Refit Kamberovic (Geschäftsführer DSSV e.V.)"


Lesen Sie auch: 'Schnelle Diagnosehilfe'


Belgien: Innerhalb von 30 Tagen Maßnahmen beenden

Wie ntv berichtet, muss Belgien nach einem Gerichtsurteil wegen unzureichender Rechtsgrundlage innerhalb von 30 Tagen alle Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aufheben. Dies habe ein Gericht der Hauptstadt Brüssel in erster Instanz nach einer Klage der Liga für Menschenrechte entschieden. Eine Sprecherin des Innenministeriums bestätigte das Urteil.

Falls das Urteil nicht umgesetzt wird, droht eine Geldstrafe von 5000 Euro täglich, maximal 200.0000 Euro.

In Belgien gelten zur Zeit strenge Corona-Regeln und schon lange eine nächtliche Ausgangssperre.


 

Corona-Update 31. März 2021

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Hamburg

Angesichts der hohen Zahl von Neuinfektionen in Hamburg beschließt der Senat eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Diese gilt ab Karfreitag.

Von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens darf niemand ohne triftigen Grund die Wohnung verlassen. Ausnahmen sind beispielsweise der Weg zur Arbeit, so Bürgermeister Peter Tschentscher.

Personen dürfen nur noch allein zur körperlichen Ertüchtigung das Haus verlassen, beispielsweise zum Joggen, Spazierengehen oder Ausführen von Hunden. Alle überflüssigen Wege sollen allerdings unterbleiben, so Tschentscher weiter.

Auch die Läden müssen früh schließen. Darüber hinaus gehen die Hamburger Kindertagesstätten nach Ostern wieder in den erweiterten Notbetrieb. An Schulen soll der teilweise Präsenzunterricht aufrechterhalten werden, für Schüler und Lehrer aber eine Testpflicht gelten.

Vorerst sind die Maßnahmen bis zum 18. April befristet. Wenn das Infektionsgeschehen deutlich sinkt, sollen die Ausgangsbeschränkungen zurückgenommen werden.

Damit ist der Modellversuch zur Öffnung des Sports in Hamburg, über den wir am 26. März 2021 berichtet hatten, nach aktuellen Erkenntnissen vorerst wieder vom Tisch. Ein weiterer harter Schlag für die Betreiber von Fitness- und Gesundheitsanlagen im Rahmen der Corona-Pandemie.

Die Regeln in einzelnen Bundesländern

Der Shutdown bleibt bis zum 18. April verlängert, um die dritte Welle zu stoppen. Bund und Länder haben sich auf gemeinsame Regeln zur Bekämpfung des Coronavirus geeinigt.

Was jetzt wo gilt und wie die einzelnen Bundesländer diese Regeln umsetzen, zeigt ZDFheute in dieser Übersicht.

Corona-Update 30. März 2021

Gartenarbeit statt Fitnessstudio?

Die Antwort der Bundesregierung auf eine 'Kleine Anfrage' der FDP-Fraktion zu 'Sport während der Corona-Pandemie' sorgt für Empörung in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Wie die Welt berichtet, bestehe laut Bundesregierung nach derzeitiger Datenlage „in Folge dieser Beschränkungen kein signifikanter Rückgang der körperlichen Aktivität.“

(Lesen Sie hier die Antworten der Bundesregierung im Detail.)

In der Antwort heißt es zwar: „Sportvereine und Fitnessstudios unterstützen mit ihren Angeboten die Bevölkerung dabei, regelmäßig und ausreichend körperlich aktiv zu sein und somit dem Risiko verschiedener physischer Erkrankungen und psychischer Beschwerden vorzubeugen.“

Die notwendige Bewegung ließe sich aber auch Alltagsaktivitäten wie Radfahren, langen Spaziergängen und Gartenarbeit erreichen.

Die Studiobetreiber sind entsetzt. „Die Antwort ist bodenlos“, so Birgit Schwarze, Präsidentin des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV).

Diese Aussage widerspricht den Ergebnissen einer aktuellen Studie der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) komplett. Diese ergab einen Einbruch an Motivation, die Verschlechterung des körperlichen Befindens und einen Rückgang der Trainingshäufigkeit.  Mit Blick auf die gesundheitsprotektiven Wirkungen eines regelmäßigen Krafttrainings sind die Ergebnisse bedenklich und haben sich im zweiten Lockdown verschlechtert.


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Öffnungen im Saarland wahrscheinlich später

Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, will Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) zwar am Saarland-Modell festhalten, der Start kann sich aber aufgrund der hohen Infektionszahlen verzögern.

Am Dienstag nach Ostern (6. April) sollten die Lockerungen starten und Kinos, Theater, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussetzung für den Besuch oder die Nutzung ist ein tagesaktueller negativer Schnelltest.


Selbst wenn wir wegen exponentiellem Wachstum einer 3. Welle nicht zum 6.4. starten könnten - das Saarland-Modell wird kommen. Mehr Tests, mehr Impfen, mehr App, mehr Freiheit, mehr Umsicht.“
_______________________________

Tobias Hans, Ministerpräsident Saarland, am 29. März auf Twitter


Corona-Update 29. März 2021

Misstrauenserklärung an die Wirtschaft

In deutschen Unternehmen werde zu wenig getestet und zu selten im Homeoffice gearbeitet, monieren Politiker und fordern gesetzliche Pflichten. An der Realität vieler Betriebe gehe das vorbei, sagt Prof. Dr. Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW). Er wehrt sich gegen eine Testpflicht, die er als pauschale Misstrauenserklärung an die Wirtschaft wertet.

Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages testen knapp 50 Prozent der Unternehmen bereits oder wollten bald beginnen. Bei großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten lag die Quote bei 80 Prozent. 23 Prozent der Unternehmen arbeiten komplett aus dem Homeoffice, neun Prozent haben wegen des Lockdowns geschlossen.

Probleme mache sowohl die Beschaffung der Tests als auch die Handhabung der Testung im Betrieb. Hier wünscht sich IW-Direktor Michael Hüther die gemeinsame Entwicklung einer Teststrategie statt Drohungen.

Auch eine Homeoffice-Pflicht gehe an der Realtät vieler Unternehmen vorbei.

Dritte Welle

In der ARD-Sendung 'Anne Will' warnte Kanzlerin Angela Merkel angesichts der Virusmutationen: "Wir haben im Grunde eine neue Pandemie."

Die Bundesländer sieht sie in der Pflicht, die gemeinsamen Beschlüsse effektiv und schnell umzusetzen, um die dritte Welle zu brechen. Derzeit ist sie unzufrieden mit der Umsetzung der vereinbarten 'Notbremse'. Notfalls könne der Bund tätig werden, wenn die Länder nicht die nötigen Maßnahmen ergreifen sollten.

Impftempo erhöhen

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie wirft der Politik angesichts der dritten Corona-Welle vor, zu viele Impfdosen für Zweitimpfungen zurückzulegen und fordert, das Impftempo deutlich zu steigern.

Fitnessstudios öffnen im Saarland nach Ostern

Im Saarland ist ab dem 6. April 2021 Sport mit einem negativen SARS-CoV-2-Test wieder möglich. Das geht aus der neuen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hervor

Das gilt für Fitnessstudios und vergleichbare Sporteinrichtungen im Außenbereich, sofern die notwendigen Hygienemaßnahmen nach § 5 eingehalten und Kontakte zwischen Kunden vermieden werden, aber auch für kontaktfreie Trainings im Innenbereich.

Der Freizeit- und Amateursportbetrieb ist in Form von kontaktfreiem Sport im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen, zulässig.

Es gilt die Einhaltung des Mindestabstands, Zuschauer sind nicht zugelassen. Dann ist auch kontaktfreier Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen, möglich.


Lesen Sie auch: 'Wann wieder zum Sport?'


Öffnungsschritte in Bayern

Wie aus einem Schreiben des Bayerischen Sportministers Joachim Herrmann an den DSSV hervorgeht, setzt sich dieser für die schrittweise Rückkehr zum normalen Sportbetrieb ein.

Abhängig von der jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenz sind nach § 10 Abs. 3 S. 1 der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BaylfSMV) der Betrieb und die Nutzung von Sportstätten unter freiem Himmel zum Zwecke der kontaktfreien Sportausübung wieder zulässig. Die zugelassene Gruppengröße im Rahmen der Sportausübung variiert je nach Inzidenz im jeweiligen Landkreis.

Wird eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten, ist kontaktfreier Sport unter Beachtung der Kontaktbeschränkung mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich einer weiteren Person erlaubt. Liegt sie zwischen 50 und 100, ist kontaktfreier Sport mit höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt, zusätzlich unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren. Wird ein Wert von 50 nicht überschritten, ist sogar kontaktfreier Sport in Gruppen von bis zu zehn Personen möglich.


Corona-Update – Übersichtsliste

Für alle wichtigen Entwicklungen seit Beginn des 'November-Lockdowns' klicken Sie hier bitte für Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5Teil 6Teil 7Teil 8Teil 9, Teil 10, Teil 11Teil 12Teil 13Teil 14Teil 15, Teil 16Teil 17Teil 18, Teil 19 und Teil 20 unseres Corona-Updates – oder auf das Bild, um direkt zu unserer Übersichtsliste aller Corona-Updates zu gelangen.


Außerdem stellen wir in einer Übersicht zur Corona-Hilfe kostenfreie Angebote der Branche zusammen, die Sie in dieser schweren Zeit unterstützen. Wir bedanken uns bei allen Partnern und hoffen wie bereits beim ersten Corona-Lockdown für Fitnessstudios auf größtmögliche Solidarität.


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