EMS-Training und die Bedeutung der Impulsgewöhnung

Neue Studienergebnisse aus der EMS-Forschung: Wie wichtig ist der Gewöhnungseffekt und die richtige Intensitätssteuerung beim EMS-Training?
Lesezeit: 3 Minuten
Neue Studienergebnisse zum Ganzkörper-EMS-Training veröffentlicht.
Neue Studienergebnisse zum Ganzkörper-EMS-Training veröffentlicht.
Ein interdisziplinäres Forscherteam der TU Kaiserslautern, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement Saarbrücken veröffentlichte unlängst aktuelle Forschungsergebnisse zum EMS-Training. Welche neuen praxisrelevanten Erkenntnisse die Forscher in puncto Intensitätssteuerung herausgefunden haben, lesen Sie hier.

Das Ganzkörper-Elektromyostimulations-Training (GK-EMS-Training bzw. engl. WB-EMS-Training) erfreut sich durch seine Zeiteffizienz, die Individualisierbarkeit und die Effektivität in der Praxis bei den Fitnesskunden immer größerer Beliebtheit. Das zeigt ein Blick auf den kontinuierlich wachsenden EMS-Markt und unsere Marktübersicht zu den größten EMS-Studioketten. (Lesen Sie hierzu auch den fMi-Artikel 'Die größten EMS-Studio-Ketten in Deutschland')

Infografik Wachstumsmarkt EMS

Die EMS-Branche wächst und professionalisiert sich zunehmend. Die fitness MANAGEMENT hat die wichtigsten Key-Fakts kompakt in Infografiken für Sie zusammengestellt.

Hinsichtlich der Trainingsmotive sowie den hohen Ansprüchen an die Qualität und Professionalität der Betreuung lieferten Prof. Dr. Christoph Eifler (DHfPG) und Prof. Dr. Michael Fröhlich (Technische Universität Kaiserslautern) bereits 2017 einen sehr guten Überblick zum Status-quo im EMS-Markt. Auch die positiven Effekte, die mit einem EMS-Training einhergehen, stehen aktuell im Fokus der EMS-Forschung und wurden u. a. von Prof. Dr. Wolfgang Kemmler und Dr. Simon von Stengel (beide Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) detailliert untersucht. (Die neuesten Erkenntnisse zu den Effekten des GK-EMS-Trainings können Sie ebenfalls bei uns in folgendem Fachartikel nachlesen: Ganzkörper-EMS-Training (WB-EMS) vs. HIT-Training.)


FOLGEN Sie uns bei FacebookInstagram und Twitter.

UND

verpassen Sie nie wieder eine fitness MANAGEMENT NEWS!


Neben diesen und vielen weiteren Forschungsergebnissen treten angesichts aktueller Diskussionen um klare Standards innerhalb der EMS-Branche im Rahmen der DIN-Norm 33961 (Teil 5) immer mehr auch Standards für ein effizientes und sicheres EMS-Training in den Fokus der sportwissenschaftlichen Untersuchungen. (Lesen Sie auch: Kein Grund für eine Überarbeitung der DIN)

Hier arbeiten die TU Kaiserslautern, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement Saarbrücken (DHfPG) eng miteinander zusammen und realisieren zahlreiche gemeinsame Forschungsprojekte, aus denen auch die neuen Forschungsergebnisse stammen.  

Neue Studie: Gewöhnungseffekte und objektive Intensitätssteuerung im Fokus 

Dass eine hinreichende Gewöhnungsphase beim Start ins GK-EMS-Training eine wichtige Rolle spielt, konnten die Forscher bereits in vorangegangenen Untersuchungen mit Sportstudenten beobachten. Aber wie sieht es neben dem Gewöhnungseffekt mit der richtigen individuellen Annäherung an eine adäquate Trainingsintensität in der Praxis aus? Dazu lieferte das interdisziplinäre Forscherteam im Journal „Frontiers in Physiology“ mit seiner Studie unlängst wichtige neue Erkenntnisse.

Plateau mit maximaler Intensitätstoleranz

Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob nach mehreren aufeinanderfolgenden EMS-Applikationssitzungen ein individuelles Plateau mit maximaler Intensitätstoleranz eintritt, um daraus mögliche Aussagen zur Entwicklung der maximalen Intensitätsverträglichkeit zu treffen.

Dazu untersuchten die Sportwissenschaftler insgesamt 52 Probanden (38 Männer, 14 Frauen) hinsichtlich potentieller Gewöhnungseffekte bzw. der individuellen maximalen Intensitätstoleranz im Rahmen eines vierwöchigen standardisierten GK-EMS-Trainings.

Jeder Teilnehmer absolvierte im Rahmen der Studie vier aufeinanderfolgende EMS-Anwendungen (T1-T4) im Abstand von einer Woche, bei denen nacheinander alle Muskelgruppen bis zum individuellen Maximum stimuliert wurden und daraus ein Ganzkörperstimulationsindex errechnet wurde.

Die Toleranz der maximalen Intensität stieg signifikant von T1 auf T2 und T2 auf T3 – zwischen T3 und T4 konnten die Forscher keinen signifikanten Effekt mehr nachweisen. Die Analysen zeigen, dass nach mehreren aufeinanderfolgenden EMS-Applikationssitzungen bei EMS-Anfängern nach drei Einheiten ein gewisses Plateau im Hinblick auf die maximale Intensitätstoleranz erreicht wurde. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass bis zu einer dritten EMS-Trainingseinheit mit individuellen Anpassungen der Impulsstärke/Intensität gerechnet werden muss.

Wissenschaftler sehen weiteren Forschungsbedarf

Hinsichtlich der maximalen Intensitätstoleranz sehen die Wissenschaftler weiteren Forschungsbedarf, um daraus (ähnlich dem 1-RM) entsprechende prozentuale Trainingsbereiche zu definieren, die langfristig eine objektive und wissenschaftlich validierte Trainingssteuerung im EMS-Training möglich machen. Hierzu müssen u. a. diese Effekte über einen längeren Zeitraum weiter analysiert und mögliche Anpassungseffekte aufgrund des Trainings berücksichtigt werden. Diese validierten Trainingsempfehlungen und Intensitätsbereiche könnten qualifizierten EMS-Trainern zukünftig dabei helfen, noch individueller auf die einzelnen Kunden einzugehen und das Training noch zielführender und sicherer zu gestalten. 

Weitere Forschungsergebnisse und News zum EMS-Markt exklusiv auf fM ONLINE:

EMS-Markt: Mehr Qualität durch neue Regelungen
EMS-Anbieter terra sports setzt auf neue Qualitätsstandards
Fokus auf Senioren
Eine gefährliche Entwicklung mit hohem Verbraucherrisiko
Elektromyostimulation: Sicheres Training durch DIN-zertifizierte Studios & qualifizierte EMS-Trainer
Mit EMS Bandscheibenvorfälle und Rückenbeschwerden behandeln

Ausführliche Informationen zum Lehrgang „EMS-Trainer“ finden Sie direkt auf der Webseite der BSA-Akademie.

Ihnen hat dieser Artikel gefallen? Dann abonnieren Sie unseren fM Newsletter 'INSIDE' und verpassen Sie künftig keine fitness MANAGEMENT News mehr.
Fitness trainer

-Anzeige-

Für fitness MANAGEMENT berichtet

Mehr von diesen Autoren

Das marea Fitness in Lingen hat das Zertifizierungsverfahren „ZertFit“ der BSA-Zert nach DIN-Norm 33961 erfolgreich absolviert und beantwortet damit zugleich...
An dieser Stelle haben wir Anfragen Ihrer Kollegen, unserer Mitglieder, zum Thema Rechte und Pflichten gegenüber Mitarbeitern gesammelt. Kurz und...
Schulung von UV-Fachpersonal: In der Wahrnehmung vieler Betreiber und auch der Öffentlichkeit ist die Schulung und Zertifizierung von UV-Fachpersonal der...

Das könnte dich auch interessieren

Im Vordergrund sitzen mehrere Personen an weißen Tischen in einem hellen Seminarraum; mittig hält eine Frau in weißem Oberteil einen Stift an einem Notizbuch, links sitzt ein Mann im schwarzen Hoodie, rechts liegt ein aufgeschlagenes Buch; im Hintergrund befinden sich drei unscharfe Personen und ein Laptop. Links auf rot bis gelbem Farbverlauf das Logo der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

Deutschlandstipendien 2026

Die DHfPG vergibt noch bis zum 30. Juni 2026 Deutschlandstipendien. Online über das Bewerberportal der StudienStiftungSaar bewerben!
Links eine Frau mit dunkelblauer Jacke und grünem Gymnastikball vor grauem Hintergrund. Rechts eine Grafik mit der Überschrift „Master-Talk“ und Informationen zum „Master of Arts Sport- und Bewegungstherapie“. Sichtbar sind Datum „20.05.2026“, Uhrzeit „17.00 Uhr“, URL „www.dhfpg.de/mastertalk“, QR-Code, Porträts der Referenten Arne Morsch, Fabian Pelzer, Tobias Mischo, Ida Morsch und Elena Feibel sowie das Logo der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement unten rechts.

Master-Talk MSBT

Die DHfPG präsentiert im Webinar den neuen Master-Studiengang Sport- und Bewegungstherapie, der ab Sommersemester 2026 berufsbegleitend für Therapie- und Rehabilitationsaufgaben qualifiziert.
Porträtaufnahme von Marie Sophie Romanowski in einem weißen Polaroidrahmen vor gelbem Hintergrund. Oben links befindet sich das Logo der BSA-Akademie mit dem Schriftzug „Prävention, Fitness, Gesundheit“. Marie Sophie Romanowski blickt frontal in die Kamera und trägt ein ärmelloses hellgrünes Oberteil.

Weiterbildung mit Tiefgang

Marie Sophie Romanowski gründete nach Weiterbildungen an der BSA-Akademie ihr eigenes Pilatesstudio und verbindet dort Pilates, Achtsamkeit und gesundheitsorientierte Kurskonzepte.
Im Vordergrund sitzt eine Person an einem Tisch vor einem Laptop und schreibt in ein Notizbuch. Links oben steht das Logo mit dem Text „Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement University of Applied Sciences“.

Therapiekompetenz stärken

Die DHfPG startet eine Hochschulweiterbildung zur Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen, psychosomatischen und suchtbezogenen Erkrankungen.
Zwei Personen sitzen an einem Tisch vor einem Fenster und betrachten gemeinsam Dokumente, rechts eine Tasse auf dem Tisch.

BGM-Refresher

Das Webinar „BGM-Refresher“ vermittelt aktuelles Wissen, Trends und Best Practices im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.
Große Gruppenaufnahme vor einer Messestand-Wand: etwa 40–50 Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts stehen dicht beieinander und lächeln in die Kamera

fMi & DSSV auf der FIBO

DSSV und fM freuen sich auf dich: Besuche uns am FIBO-Messestand B05 (Halle 6) oder folge der Berichterstattung auf unseren Social-Media-Kanälen.