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Trainieren mit Reizen

Ob Boom, Mode oder Trend: EMS (Elektromuskelstimulation)-Training hat sich als Trainingsform in der Fitnessbranche etabliert.

Kundenzufriedenheit EMS-Training

Sei es in Form von spezialisierten Mikrostudios oder als Zusatzangebot in konventionellen Fitness- und Gesundheitsstudios. Annähernd jedes vierte Fitnessstudio setzt auf EMS, so die gemeinsam vom DSSV – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen, von Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG herausgegebene Eckdaten-Studie 2017. Bei den Mikrostudios sind es sogar 44,6 Prozent; und zwei Drittel aller Mikrostudios wollen in diesem Jahr in EMS investieren.

Grund für diese Entwicklung sind überwiegend zufriedene Kunden mit hoher Bereitschaft zur Weiterempfehlung. Zu diesem Ergebnis kommt die im April 2017 erschienene EMS-Studie 2017, durchgeführt von EMS-Training.de. 1.317 EMS-Trainierende hatten im Februar dieses Jahres an einer Online-Befragung teilgenommen, eine Rücklaufquote von knapp 23 Prozent. 88 Prozent der Befragten (1.161 Personen) stellten dem EMS-Training auf einer Skala von 1 (sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) mit einer Punktzahl von 8 und höher ein eindrucksvolles Zeugnis aus.

Mit EMS verbinden Trainierende eindeutige Ziele. Körperstraffung, Muskelaufbau und die Verbesserung allgemeiner Fitness sind vorrangige Motive. Und fast die Hälfte aller an der Umfrage Teilnehmenden (48,7 Prozent) möchten mit EMS ihre Rückenschmerzen lindern. 91 Prozent der befragten EMS-Trainierenden bemerkten im ersten halben Jahr positive Effekte, annähernd die Hälfte in den ersten drei Monaten und jeder Vierte schon im ersten Monat.

So zufrieden die Kunden, so klar umrissen die Trainingsziele, so eindeutig formulieren EMS-Trainierende auch ihre Erwartung an ein EMS-Studio: 87,9 Prozent wünschen sich „kompetente Trainer mit Fachwissen“, übrigens bei Frauen wie Männern, aber auch bei potenziellen Kunden auf Platz 1.

Übrigens: Noch eindeutiger als die Frage nach der Zufriedenheit fällt die Antwort nach der Bereitschaft zur Weiterempfehlung aus: 95 Prozent aller Befragten würden EMS-Training weiterempfehlen. Und nur drei Prozent aller Befragten würden den Vertrag nach Laufzeitende nicht verlängern.

Bei aller Zustimmung von EMS-Trainierenden, wissenschaftliche Erkenntnisse über diese relativ neuartige geräteunterstützte Trainingstechnologie sind noch recht überschaubar. „Im Kontext des EMS-Trainings ist die Trainingspraxis der Forschung voraus“, stimmt Professor Dr. Christoph Eifler zu, Prorektor Forschung und Fachbereichsleiter Trainings- und Bewegungswissenschaft an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG.

Diese Lücke wollen die TU Kaiserlautern und die DHfPG gemeinsam mit einem dreijährigen Forschungsprojekt schließen. „Wir wissen noch relativ wenig über die genauen Anpassungseffekte. Dass Ganzkörper-EMS-Training positive Effekte auf verschiedenen Kraftparameter, die Köperzusammensetzung, Parameter der Ausdauerleistung, den Stoffwechsel hat, konnte in zahlreichen Studien eindrucksvoll belegt werden“, so Michael Fröhlich, Professor für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Bewegungs- und Trainingswissenschaft an der TU Kaiserslautern. „Wie diese Anpassungen zustande kommen, ist noch in weiten Teilen ungeklärt.“ Auch wollen Sportwissenschaftler beider Hochschulen evaluieren, wie sich die EMS-Methode langfristig auf die Muskelstruktur, den Körper und die Leistungsfähigkeit auswirkt.

In einem sind sich die Wissenschaftler der TU Kaiserlautern und der DHfPG schon heute einig. Ein EMS-Training sollte nur durch gut ausgebildete und geschulte Instruktoren angeleitet und überwacht werden. Ein alleiniges Training zuhause und ohne korrekte Unterweisung ist zu vermeiden. Dafür sprechen zwei Gründe: Zum einen die Unterstützung bei der korrekten und sicheren Übungsausführung, zum anderen die Sicherstellung, dass beim EMS-Training die Regulation der einzelnen Muskeln gerade bei höherer Reizkonfigurationen nicht zu einem Muskeltetanus beim Trainierenden führt und der Trainierende die Kontrolle über das Gerät verliert.

Eine erste Einschätzung von EMS-Training trauen sich die Christoph Eifler und Michael Fröhlich aber schon heute zu: „Unter einer sachgerechten Anleitung und trainingsmethodisch fundierter Unterweisung ist das EMS-Training im Hinblick auf das Risiko-Nutzen-Verhältnis ein überaus lohnenswertes Unterfangen. Betrachtet man noch den Zeitaspekt, so dürfte das Ganzkörper-EMS-Training eine gute Bereicherung des Trainingsalltags darstellen.“

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