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Bayerischer Weltrekordler und Kraftsportler aus Leidenschaft

Beinpresse, Kicken, Boxen, Spinning, Laufen, Schwimmen, Kniebeugen: Popeye kann einpacken. Hier kommt Eisenkurt. Zum jungen Eisen gehört Extremsportler Kurt Köhler mit 68 Jahren zwar schon lange nicht mehr, aber selbst deutlich jüngere Sportler dürften sich an seinen Rekorde die Zähne ausbeißen. Eine fM ONLINE Serie über den Kraftprotz aus Bayern.

Kurt Köhler (68) Extremsportler aus Bayern.

Gestatten, Kurt Köhler! Alter: 68 Jahre (Stand: Juli 2019). Aus Bayern, Gemeinde Erdweg. Sein Händedruck gleicht einem Schraubstock. Damit könnte er wohl Wasser aus Steinen pressen.


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Doch er nutzt die Kraft lieber anders: Sein Hobby ist es, sportliche Rekorde aufzustellen. Aber nicht irgendwelche Rekorde, sondern Weltrekorde.

Sein Ziel: Der weltweit fitteste Sportler in der Kombination "Kraft, Ausdauer & Schnelligkeit" zu werden. Ein Marsch mit einem 80 Kilogramm schweren Rucksack dient Eisenkurt nur als Aufwärmprogramm.

Schräge Beinpresse mit 385kg

Weltrekorde hält er bereits eine ganze Menge. Darunter etwa der Beintraining-Rekord (2006) mit der schrägen Beinpresse, beladen mit 385 Kilogramm, alle 30 Sekunden ein Satz mit 30 Wiederholungen, sein härtester Rekord in der kürzesten Zeit. Insgesamt bewegte Last: 633 Tonnen.

Boxen im Akkord: 23.150 Speed-Schläge

Oder dieser: Für seinen Box-Rekord feuerte er 2013 in Berlin innerhalb von 60 Minuten 23.150 Speed-Schläge auf das Schlagpolster. 2018 ließ er im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg 500 Gewichtheberkniebeugen (in tiefer Ausführung) folgen.

Alle 90 Sekunden absolvierte Eisenkurt acht Wiederholungen mit 70 Kilogramm, insgesamt benötigte er für den Weltrekord 90 Minuten. Ein internationaler Kampfrichter protokollierte die korrekte Ausführung.


„Körperlich und mental bin ich durch die härtesten Dinge gegangen.“

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Kurt Köhler


Oder anders ausgedrückt: „Wenn ich zum Rekord komme, stehe ich neben meinem Körper.“

VIDEO: Eisenkurt im TV

Dank seiner Rekorde hatte Kurt Köhler auch schon Fernsehauftritte. Für die Sendung „Heimat der Rekorde“ etwa drehte ein Team des Bayerischen Rundfunks ein Portrait über Kurt Köhler.

Auch die Süddeutsche Zeitung widmete dem Rekordjäger aus Bayern ein ausführliches Portrait. Insgesamt bringt er es auf rund 80 Medienauftritte in TV, Zeitung und Radio.

Mit 42 Jahren Start als Leistungsschwimmer

Andere Männer in seinem Alter fahren Rollator. Eisenkurt fährt lieber Rennrad. Denn auch vor Ausdauersport macht er nicht halt. Mit 42 Jahren etwa beschließt er, noch Leistungsschwimmer zu werden. Kurz zuvor hatte er einen 78-jährigen Schwimmweltmeister kennengelernt und sich gesagt: "da geht noch was!"

2016 fuhr Kurt Köhler in Hannover in 14 Stunden auf der Rolle 576 Kilometer (mit Zeitfahrradübersetzung 61/11). Nun plant er, die Tour de France auf dem Rennrad zu fahren.

Kraf-Ausdauer-Sportler in Perfektion

An kreativen Ideen für neue Herausforderungen mangelt es dem Extremsportler nicht. Eine sportwissenschaftliche Erkenntnis hatte er sich bereits früh selbst bestätigt, sie treibt ihn seither an: Ausdauersportler haben zu wenig Kraft und bei Kraftsportler wiederum sei das Herz-Kreislaufsystem zu „schwach“.

Er aber will der perfekte Allrounder sein: „Mit derartig hohem Gewicht im Kraft-Ausdauer-Bereich, das kann sonst keiner“, ist sich Eisenkurt sicher.

Wenn er nicht gerade für den nächsten Weltrekord trainiert, hält Kurt Köhler übrigens Motivationsvorträge und gibt Seminare für die Generation 40+ und 50+. Aus seiner Sicht also körperlich fast noch Jugendliche.

Blutwerte wie ein 25-Jähriger

Aber das körperliche Alter spielt seiner Meinung nach absolut keine Rolle. Er selbst jedenfalls hat laut eigener Auskunft „Blutwerte wie ein 25-Jähriger“.

Eisenkurt aber wartet noch mit weiteren Superlativen auf: Sechseinhalb Stunden (!) Kniebeugen auf der FIBO, sein Puls steigt dabei nie höher als 140.


„Sogar die Sportwissenschaft hat ein Problem mit mir. Keiner kann sich erklären, wie diese Leistungen möglich sind.“

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Kurt Köhler


Seine Botschaft lautet: „Habt keine Angst vor dem chronologischen Alter“. Eine Frage hat er dabei stets im Kopf: WAS IST NOCH MÖGLICH? Da kommt es wenig überraschend, dass sein geplantes Buch „Körper ohne Grenzen“ heißen soll.

Auf diese Themen dürfen Sie sich in den kommenden Wochen in der fM ONLINE-Serie „Fit wie Eisenkurt“ freuen:

  1. Trainingsziel (29.07.19)
  2. Trainingsvorbereitung
  3. Trainingskontrolle
  4. Training in jedem Alter
  5. Abwechslung im Training
  6. Konzentration
  7. Das Kaugummigefühl und der Burnout
  8. Der innere Schweinehund
  9. Trainingszyklus Regeneration
  10. Mentale Stärke

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