Von der Therapie zum langfristigen Training

Mehr Bewegung, Selbstwirksamkeit und optimale Kundenbindung: der Motivational-Interviewing-Ansatz bietet Physiotherapieeinrichtungen neue Mehrwerte.
Lesezeit: 2 Minuten
Patientinnen und Patienten mit dem Motivational-Interviewing-Ansatz langfristig zu mehr Bewegung motivieren
Patientinnen und Patienten mit dem Motivational-Interviewing-Ansatz langfristig zu mehr Bewegung motivieren
Wie können Physiotherapieeinrichtungen Patientinnen und Patienten mithilfe des Motivational-Interviewing-Ansatzes zu mehr Bewegung, Selbstwirksamkeit und einem nahtlos an die Therapie anknüpfenden Training im Selbstzahlerbereich motivieren? Diesen Zusammenhang untersuchte Lena Emilia Gähl im Rahmen ihrer Bachelor-Thesis an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

Für den langfristigen Therapieerfolg sind neben einer krankheitsspezifischen Behandlung durch qualifizierte Fachkräfte vor allem auch eine positive Einstellung, intrinsische Motivation und entsprechende Gesundheits-/Trainingsgewohnheiten seitens der Betroffenen besonders wichtig.

Vielen Patientinnen und Patienten fällt es erfahrungsgemäß schwer, sich nach Abschluss der Therapie zu einem selbstständigen Weiterführen des Gelernten zu motivieren, das Training – bspw. im angeschlossenen Selbstzahlerbereich (Tetzlaff, 2020) – weiter aufrechtzuerhalten und das eigene Bewegungsverhalten nachhaltig zu verändern. (Lesen Sie weiter: 'Symbiose aus Therapie und Training')

Sensibilisierung und Motivation zu mehr Eigenverantwortung

Um die Patientinnen und Patienten frühzeitig zu sensibilisieren, ist es essenziell, dass die Physiotherapeutinnen und -therapeuten bereits während der Behandlung ein positives Verständnis dafür schaffen, warum die Weiterführung des Trainings im Anschluss an die Therapie so wichtig ist.


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Es gilt aufzuzeigen, welche positiven Effekte sich dadurch langfristig für die Mobilität, Lebensqualität und die Gesundheit der Betroffenen ergeben und welchen persönlichen Beitrag sie selbst dazu leisten können. Doch wie kann das in der Praxis effektiv gelingen? (Lesen Sie auch: 'Wie gelingt der Übergang von Therapie zu Training?')

Mit genau dieser Thematik beschäftigte sich Lena Emilia Gähl im Rahmen ihrer Bachelor-Thesis an der DHfPG.

Dual Studierende entwickelt Leitfaden zur Bewegungsförderung

Auf Basis wissenschaftlich fundierter persönlichkeits- und verkaufspsychologischer Erkenntnisse entwickelte sie mithilfe des Motivational-Interviewing-Ansatzes (Arkowitz, Miller & Rollnick, 2017; Demmel, 2021; Jähne & Schulz, 2018; Messner, 2018; Rollnick, Miller & Butler, 2020), unter Berücksichtigung verhaltensbezogener Mechanismen zur Gewohnheitsentwicklung (Duhigg, 2012), einen teilstandardisierten Gesprächsleitfaden.

Dieser kam in der PhysioVital GmbH (seit 2023 therapiePUNKT GmbH), einer Physiotherapiepraxis mit angrenzendem medizinischen Trainingsbereich, zum Einsatz.

Im Rahmen der Betreuung wurde der Leitfaden zielführend eingesetzt, um möglichst viele Patientinnen und Patienten nachhaltig zu mehr körperlicher Aktivität und dem Abschluss einer Trainingsmitgliedschaft zu motivieren. Das Projekt wurde im Rahmen der Thesis entsprechend begleitet und evaluiert.

Bachelor-Thesis liefert praxisnahe Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass durch den Einsatz des Leitfadens messbare Erfolge erzielt werden konnten und dieser ein hilfreiches Praxistool darstellt, um Menschen nachhaltig zu mehr Bewegung und einer gesundheitspositiven Verhaltensänderung zu motivieren. (Auch interessant: 'Emotionale und innovative Vermarktung')

Gleichzeitig unterstreicht die Arbeit auch, wie wichtig eine patientenorientierte Beratung und Betreuung im Hinblick auf den Therapieerfolg, die Compliance sowie die langfristige Kundenbindung (Kreis, 2021) ist.


Interviews zum Thema

Die mfhc sprach mit der DHfPG-Absolventin Lena Emilia Gähl und ihrem Abschlussarbeitsbetreuer Marlon Kreis über die spannenden und praxisnahen Ergebnisse der Bachelor-Thesis sowie deren Nutzen für die Physiobranche.

Indem Sie auf das Bild oberhalb dieses Textes klicken, gelangen Sie direkt zum Interview mit den beiden.


Auszug aus der Literaturliste

Jähne, A. & Schulz, C. (2018). Grundlagen der Motivierenden Gesprächsführung. Für Beratung, Therapie und Coaching. Paderborn: Junfermann Verlag GmbH.
Messner, T. (2018). Motivational Interviewing in der Sport- und Bewegungstherapie – ein Ansatz zur Förderung der intrinsischen Motivation. B&G Bewegungstherapie und Gesundheitssport, 34 (4), 186–193.
Rollnick, S., Miller, W. R. & Butler, C. C. (2020). Motivierende Gesprächsführung in den Heilberufen. Core Skills für Helfer. Aktivierung der Veränderungsmotivation (2. Aufl.). Lichtenau: G.P. Probst Verlag GmbH.
Tetzlaff, S. (2020). Zwischen Therapie und Training: Praxistipps für die Umsetzung: Selbstzahlerbereiche als Erfolgsmodell. medical fitness and healthcare, 02, 40–62.

Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

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