Fitness, Gesundheit | Autor: Anke Sörensen |

Alarmierende Zahlen: Dreiviertel aller Kinder bewegen sich zu wenig

Die WHO empfiehlt sechzig Minuten Bewegung pro Tag, nationale Empfehlungen liegen mit 180 Minuten für Kindergartenkinder und 90 Minuten für Vorschul- und Schulkinder deutlich darüber. Doch viele Kinder bewegen sich viel zu wenig.

Alarmierende Zahlen: Dreiviertel der Vorschul- und Schulkinder bewegen sich zu wenig!

Kaum zu glauben. Drei von vier Vorschul- und Schulkindern bewegen sich laut Kerstin Holze nicht einmal eine Stunde pro Tag. Das erläutert die Vorsitzende der Deutschen Kinderturn-Stiftungim Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Woher der Bewegungsmangel kommt

Zur Bewegung wird nicht nur das Sporttreiben gezählt, Spielen und Toben mit Gleichaltrigen im Freien, Roller- oder Fahrradfahren gehören ebenso dazu. Laut Kerstin Holze würden viele Kinder aber heutzutage mit dem Auto in die Schule gefahren und verbrächten den Nachmittag zu Hause.


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Die Umgebung mit allen Sinnen erfahren

Die Expertin erläutert, dass Kinder durch Bewegung zum Beispiel beim Kinderturnen in einer großen Sporthalle lernen, ein Gefühl für Räume, Distanzen, Zeit und den eigenen Körper zu entwickeln. Mit weitreichenden Folgen für den Alltag und die Entwicklung.


„Im Straßenverkehr kann es Raum und Zeit viel besser einschätzen. Kinder, die nicht richtig rückwärts laufen können, Kinder, die keine Rolle machen können, die haben es schwerer beim Rechnen.
Der Kopf muss gerade im Kleinkindalter dazu gebracht werden, komplexe Bewegungen auszuführen, um später auch komplex denken zu können.“
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Kerstin Holze, Vorsitzende der Deutschen Kinderturn-Stiftung, in der FAZ, 12.11.2019


Übergewicht und seine Folgen

Die Stiftungsvorsitzende ist Kinderärztin und weiß aus ihrer Arbeit in der Praxis um die gefährlichen Folgen von Übergewicht bei Kindern. 15 Prozent der Kinder in Deutschland sind übergewichtig, 5,9 Prozent davon adipös.

Nur die Hälfte dieser Kinder schaffe es, abzunehmen, die andere Hälfte lebe mit Gesundheitsrisiken wie der Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ II, aber auch seelischen Folgen wie Mobbing und mangelndem Selbstwertgefühl.

Familiäre und gesellschaftliche Vorbilder

Kerstin Holze appeliert daher an Eltern und Politik, Kindern wieder mehr Raum zur Bewegung zu überlassen – sowohl in ihrer Freizeitgestaltung als auch im Zugang zu öffentlichen Räumen. Die Gesellschaft müsse verstärkten Investitionen in Turnhallen und Schwimmbäder.

Mit Basketball-Star Dirk Nowitzki hat sie einen bekannten Fürsprecher, der von sich selbst sagt, der Grundstein für seine Karriere sei beim Kinderturnen gelegt worden.

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