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Fettleibigkeit auf dem Land eher ein Problem als im urbanen Raum

Eine Metaanalyse aus der Fachzeitschrift „Nature“ untersucht Daten aus mehr als 2.000 Primärstudien und deckt Trugschluss in puncto Übergewicht auf. Die Ergebnisse werden aktuell heiß diskutiert und die Forscher fordern ein Umdenken im Rahmen der Prävention.

Fachzeitschrift 'Nature' veröffentlicht Studienergebnisse zu Fettleibigkeit: Auf dem Land eher ein Problem als im urbanen Raum

Dass mit der Globalisierung auch Bewegungsmangel, Übergewicht und Fehlernährung einhergehen, ist nichts Neues. Eine Metaanalyse aus dem Journal Nature liefert aber neue Erkenntnisse, die u. a. in der Süddeutschen Zeitung heiß diskutiert werden.


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In der Metaanalyse wurden Gesundheitsdaten von 112 Millionen Menschen aus mehr als 2.000 Studien vom Zeitraum zwischen 1985 und 2017 zusammengetragen und ausgewertet. Entgegen der weitläufigen Meinung zeigen die aktuellen Ergebnisse, dass gerade die Landbevölkerung hier im Verhältnis deutlich häufiger betroffen ist, als die Bewohner städtischer Regionen. Im Schnitt haben die Menschen zwischen 5 und 6 Kilo zugelegt und mehr als die Hälfte des globalen BMI-Anstiegs entfällt angesichts des Studienleiters Majid Ezzati vom Imperial College London auf die Landbevölkerung. In Schwellenländern und Entwicklungsstaaten ist das Stadt-Landgefälle besonders groß. In Deutschland ist dieses Gefälle zwar deutlich weniger groß, aber die aktuellen Entwicklungen geben dennoch Anlass zum Umdenken (Lesen Sie hierzu auch den fM Beitrag "Deutschland 2018 – Das Land der Sitzer und Denker").

Gewichtiges Problem – soziale Unterschiede im Stadt-Land-Vergleich

Gründe für diese Zunahme in den ländlichen Regionen sehen die Forscher international betrachtet gerade in den sozialen und gesellschaftlichen Unterschieden (Lesen Sie hierzu auch den fM Artikel "Reich & faul? Neue Studie warnt vor Bewegungsmangel"): Zwar sind in den Städten Burger, Pizza und Co. jederzeit verfügbar und die Verlockungen sind groß, doch besonders auf dem Land sind diese Entwicklungen noch deutlich spürbarer.

Mangelernährung ist Fehl- bzw. Überernährung gewichen und immer mehr Landbewohner ernähren sich ungesund bzw. bewegen sich zu wenig. Auf dem Land wohnen deutlich mehr einkommensschwache und oftmals auch weniger informierte Bewohner, was sich wiederum auch im Essverhalten und dem Lebensstil wiederspiegelt, wie Sie folgender fM Infografik entnehmen können.

Umdenken im Rahmen der Prävention

Laut den Forschern sollte dieser Aspekt in der Prävention zukünftig mit berücksichtigt werden, denn Übergewicht ist längst kein generelles Problem der großen Industrienationen mehr. Diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung kann man nur gemeinsam lösen und die Prävention sollte hier schon möglichst frühzeitig ansetzen.

Welchen Beitrag hierzulande die Fitness- und Gesundheitsbranche leisten kann, erfahren Sie in der fMi 03/2018 von den DHfPG/BSA-Experten Prof. Dr. Arne Morsch ("Wie gesund sind unsere Kinder und Jugendlichen?"), Anna Welker ("Kids-Club im Fitness-Studio") und Andra Knauer ("Gesunde Ernährung bei Kids").

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