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Weltkindertag: Fit-Kids und was die Fitnessbranche dazu beitragen kann

Die Jugend ist unsere Zukunft und eine (noch) unterschätzte Zielgruppe – ein Plädoyer für mehr Bewegung und ganzheitliche Prävention.

Zum Weltaktionstag sind die aktuellen Entwicklungen für die fM Grund genug, mit aktuellen Infografiken für mehr Fitness bei Kinder und eine zielführende Prävention gegen Übergewicht vom Kindesalter an zu plädieren. Hier kann die Fitness- und Gesundheitsbranche als starker und qualifizierter Partner fungieren und innovative zielgruppenspezifische Bewegungs-, Ernährungs- und Präventionskonzepte liefern.

Wer sich schon von Kindesbeinen an bewegt und mit Sport aufwächst, lebt langfristig deutlich gesünder und hat von Anfang an einen positiven Bezug zur körperlichen Fitness, sowie zu Bewegung und Sport. Soweit so gut, aber leider fehlen vielen Kindern und Jugendlichen heute diese Bezüge. Ein Blick auf die aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts zeigt, dass sich zwar 2/3 der Kinder sportlich betätigen, aber über 70 Prozent die Basisempfehlungen der WHO hinsichtlich eines empfohlenen Aktivitätsniveaus nicht erreichen. Lediglich 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren erreichen die Bewegungsempfehlung tatsächlich. Die Folgen dieser Entwicklung spiegeln sich unter anderem im aktuellen Aktivität-Status und dem Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen wieder. Bewegungsmangel, Fehlernährung und Essstörungen bei Heranwachsenden nehmen zu.

Detailliertere Analysen zeigen, dass es hier signifikante Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, dem Alter, aber besonders auch dem Sozialstatus gibt. Beispielsweise steigt die Prävalenz geringer körperlicher Aktivität mit zunehmendem Alter signifikant an und ist in der Altersgruppe 14 bis 17 Jahre bei Mädchen doppelt so hoch wie bei Jungen. Die Detailanalysen auf Basis des familiären Sozialstatus zeigen, dass auch hier deutliche Unterscheide in Punkto Sport- und Bewegungsverhalten, gesunder Ernährung und Co. bestehen. Die aktuellen Ergebnisse aus KiGGS Welle 2 (2014-2017) des RKI bestä­tigen, dass sich Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status signifikant häufiger als Gleichaltrige aus sozial bessergestellten Familien ungesund ernähren, weniger Sport treiben und häufiger über­gewichtig bzw. adipös sind.

Die Gründe dafür sind vielfältig und die aktuellen Entwicklungen sind nicht nur am Sozialstatus der Eltern festzumachen. Die AOK-Familienstudie 2018, über die fitness MANAGEMENT unlängst berichtete zeigt, dass sich jede dritte Familie zu wenig bewegt und mehr als die Hälfte der Eltern ebenfalls übergewichtig ist (insbesondere Väter haben hier ein erhöhtes Risiko). Neben diesen generellen Entwicklungen spielen auch Stress und mangelndes Zeit-Budget eine weitere Rolle, warum für 28 Prozent der befragten Erziehungsberechtigten demnach körperliche Aktivität und Sport bzw. Fitness in der Freizeit überhaupt keine Rolle spielen. Mit steigendem Gewicht der Eltern nimmt auch die Bewegung innerhalb der Familie bzw. der Kinder ab. Angesichts der Ergebnisse kommen viele Eltern ihrer Vorbildfunktion beim Thema Bewegung und Sport gar nicht oder nur unzureichend nach. Es beginnt ein Teufelskreis, da das Aktivitätsniveau, der Lebensstil und das Ernährungsverhalten der Kinder wiederum eng mit dem der Eltern verknüpft sind.

Aus diesem Grund müssen ganzheitliche Präventionskonzepte und Strategien zur Vorbeugung von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter stärker als bisher in den Fokus gerückt werden bzw. bereits deutlich früher in der Kita, der Schule und der Erziehung ansetzen, da hier häufig bereits der negative Grundstein für Adipositas und Bewegungsmangel im Erwachsenenalter gelegt wird.  Nur so kann langfristig das Adipositas- bzw. Diabetes mellitus Typ II-Risiko über die gesamte Lebensspanne gesenkt werden. Zuckersteuer, Lebensmittelkennzeichnung und Co. sind ein guter Anfang, aber reichen längst nicht aus. Ein ausreichender Umfang an körperlicher Aktivität sowie gesunde Ernährung sind die zentralen Stellschrauben, an denen qualifizierte Trainer mit bedarfsgerechten Trainings-, Beratungs- und Präventionskonzepten ansetzen können.

Hier sollten Politik, Kommunen, Kitas, Schulen, Krankenkassen sowie Fitness- und Gesundheitsanbieter deshalb noch enger miteinander kooperieren, denn eine zielführende nachhaltige Verhaltens- und Verhältnisprävention kann nur gemeinsam gestemmt werden. Ziel muss es deshalb sein, nicht nur die Eltern zu sensibilisieren, sondern gleichzeitig auch durch entsprechende Angebote ein positives Bewusstsein zu schaffen, welches Kinder nachhaltig für mehr Fitness, Bewegung und eine gesunde Ernährungsweise begeistert. Aus diesem Grund beleuchtet die dreiteilige fMI-Artikelserie diesen Themenkomplex aus den Bereichen Gesundheit, Training und Ernährung interdisziplinär und zeigt auf, welchen Beitrag hier die Fitness- und Gesundheitsanbieter effektiv leisten können.

 

Bitte klicken Sie hier für die Studie "Gesundheit in Deutschland – die wichtigsten Entwicklungen", Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen vom RKI und Destatis.

Weitere Hintergrundinformationen und Detailanalysen des Robert-Koch-Institutes (RKI) finden Sie hier:

Journal of Health Monitoring:  KiGGS Welle 2 – Erste Ergebnisse aus Querschnitt- und Kohortenanalysen

Journal of Health Monitoring: KiGGS Welle 2 – Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen

Für weitere Informationen zur AOK Familienstudie 2018 klicken Sie bitte hier.

 

Die Artikelserie der fM zum Schwerpunkt Fitness bei Kindern können Sie unter folgenden Links nachlesen:

Wie gesund sind unsere Kinder und Jugendlichen?“ von Prof. Dr. Arne Morsch (fMi 3/2018, S. 100-101)

Kids-Club im Fitness-Studio“, Autorin: Anna Welker, geb. Weinmann (fMi 3/2018, S. 102-103)

Gesunde Ernährung bei Kids“ Autorin: Andra Knauer (fMi 3/2018, S. 106-107)

Der Beitrag der fitness MANAGEMENT „Fit oder fett? Unsere Jugend braucht Vorbilder und ganzheitliche Präventionskonzepte“ thematisiert das Problem Bewegungsmangel und Fehlernährung bei Kindern und Heranwachsenden ausführlich und zeigt auf, wo Trainings-, Beratungs- und Präventionskonzepte ansetzen können.

Ausbildungen der BSA-Akademie

Für Trainer, die sich für Lösungen der Problemfelder Übergewicht und Bewegungsmangel (auch bei Kindern) qualifizieren möchten, bietet die BSA-Akademie geeignete Ausbildungen.
Bitte klicken Sie einfach auf die Links für ausführliche Informationen zum Kursleiter(in) Fit Kids und die Lehrgänge im Bereich Ernährung.

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