Fitness, Gesundheit | Autor/in: Albert Busek |

Kommentar Albert Busek: Der MP der VORSICHT und UMSICHT hat EINSICHT

Am 21. Mai werden in Bayern die Fitnessstudios endlich wieder geöffnet, verkündete Ministerpräsident Markus Söder auf einer Pressekonferenz. Branchenkenner Albert Busek erläutert in diesem Kommentar, warum dieser Schritt schon lange nötig gewesen wäre.

Kommentar Albert Busek zur Wiedereröffnung in Bayern

Am 11. Mai las ich mit großer Freude die Nachricht, dass gemäß einer Allgemeinverfügung der Landeshauptstadt München der kontaktfreie Sport im Innenbereich ab sofort wieder zugelassen wird.

Kurze Zeit ließ die bayerische Staatsregierung verlauten: Fitnessstudios gehören laut bundeseinheitlicher Regelung nicht zum Bereich Sport, sondern werden als  'Freizeiteinrichtung ' definiert und dürfen nicht öffnen. Das war für mich unglaublich, nicht im Jahr 2021!

Umso wichtiger ist es, dass Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun nach langem Zögern endlich verkündet hat, dass die Fitnessstudios ab 21. Mai wieder öffnen dürfen.



Sport vs. Freizeiteinrichtung

Der englische Begriff 'Sport' ist die Kurzform von 'disport' und bedeutet Zerstreuung, Vergnügen, Zeitvertreib – und stand erstmals 1887 im Duden. Im 19. Jahrhundert hätte der jetzt von der Staatsregierung gewählte Begriff 'Freizeiteinrichtung' dazu gepasst.

Das ist aber lange her! Heute werden im Duden zum Begriff 'Sport' folgende Synonyme aufgeführt: Bewegung, Fitnesstraining, Körperertüchtigung, Körperkultur.

In unzähligen wissenschaftlichen Publikationen wurde in den letzten Jahrzehnten die Evidenz des Kraft- und Ausdauertrainings dokumentiert, wobei das partielle Muskeltraining inzwischen eine deutlich größere Gewichtung erfährt als noch vor der Jahrhundertwende.


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Fitnesstraining im Wandel

Noch in den 90er-Jahren wurde Fitness fast nur mit guter Ausdauer gleichgesetzt und Krafttraining als weniger wichtig oder gar unnötig eingestuft. Die 'Kraft-Befürworter' unter Ärzten, Orthopäden, Therapeuten und Trainern waren damals eindeutig in der Minderheit

Ich kann mich noch gut erinnern, dass Profifußballer bereits in den 80er-Jahren besonders nach Verletzung und Reha mangels fehlender Ausstattung im eigenen Verein zu mir ins Studio kamen, um die Muskulatur wieder aufzubauen (auch vom FC Bayern, der damals noch keinen entsprechend ausgestatteten Trainingsraum hatte).


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Heute hat sich das ins Gegenteil verkehrt! Aus Fußballern mit starken Beinen und deutlich schwächeren Oberkörpern sind Modellathleten geworden. Gut ausgestattete Krafträume sind heute unverzichtbarer Standard für die Clubs.

Die kontinuierliche Verbreitung der Fitnessstudios in den letzten 40 Jahren war ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung.

Erfolgsgeschichte des Fitnesstrainings

Viel wichtiger als die Erfolgszahl von über 11 Millionen Mitgliedern in den fast 10.000 Fitnessstudios in Deutschland (zu Beginn der Pandemie 2020) ist der beträchtliche Beitrag zur Verbesserung der Volksgesundheit.

Um nur ein Beispiel anzuführen: In Studien wurde nachgewiesen – und ich habe das unzählige Male selbst dokumentieren können – dass ältere Menschen nach etwa vier Monaten partiellem Muskeltraining über die gleiche Muskelmasse verfügen wie untrainierte Menschen, die 20 oder gar 30 Jahre jünger sind.

Muskeln sind der Energiespeicher schlechthin und spielen eine wichtige Rolle zur Stabilisierung des Immunsystems. Beim kombinierten Kraft-, Ausdauer- und Flexibilitäts-Training spreche ich zudem immer von der „Kaskade positiver Effekte“ im Körper.


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Öffnung ist dringend notwendig

Die Fakten: Es ist eine wissenschaftlich unumstößliche Tatsache, dass das Fitnessstudio der Ort ist, wo jeder Mensch die Möglichkeit hat, höchst effektiv nach ganz individuellen Zielvorstellungen seinen Körper zu trainieren und zu formen – bei geringstem Risiko. Ausstattung und qualifizierte Betreuung gewährleisten das.

Umfassende Hygienekonzepte garantieren Sicherheit auch in Pandemie-Zeiten, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen wie jetzt erfüllt sind.

Der Fehler: Das Fitnessstudio nur als Freizeiteinrichtung einzustufen!

Die Frage: Warum hat es so lange gedauert, bis sich die verantwortlichen Politiker über ihre entsprechenden Ministerien und wissenschaftlichen Institute den aktuellen Wissensstand bezüglich der herausragenden Bedeutung des kombinierten Muskel-, Ausdauer- und Flexibilitätstrainings verschafft haben, das in den Fitnessstudios angeboten wird? Diesen Fehler kann man jetzt endlich korrigieren!

Das Fazit: Alles andere ist inakzeptabel.


„Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.“
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Seneca, Epistulae Morales


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