Digital, Fitness, Management, Anzeige | Autor: David Köndgen |

Statt Work-Life-Balance erst Work-Work dann Life-Life

Arbeit und Leben im Gleichgewicht? Das Konzept der Work-Life-Balance ist heutzutage in aller Munde. Doch was ist mit der Extrameile? Und wieviel 'Work' ist für ein gutes 'Life' nötig? DHfPG-Absolvent und Start-up Gründer Nico Gumlich hatte eine andere Auffassung davon und verwirklichte so seinen Traum.

Die Köpfe hinter der GYM X App: die beiden Co-Gründer Nico Gumlich (links) und Dennis Weber

Er ist erst 27 und hat schon eine eigene Firma: Nico Gumlich. Denn er hat bereits früh damit angefangen, sein Leben aktiv zu gestalten. Und startet nun in der Fitnessbranche durch. (Lesen Sie auch: DHfPG Erfolgsgeschichten – Vom Fitnesstrainer im Gefängnis zum eigenen Unternehmen)


 


Rückblick: Mit 14 Jahren absolvierte er erste Ferienjobs (etwa „Steine schleppen im Sommer beim Landschaftsgärtner“ oder „in der Berliner Philharmonie Orgeln putzen“).

Work-Life-Balance anders denken

„Ich war immer schon sehr arbeitsaktiv“, erklärt Nico Gumlich. Die ersten Bausteine für das Umdenken des Work-Life-Balance Konzeptes legte er also schon früh.

Dabei waren seine Eltern in dieser Sache geteilter Meinung. Arbeiten könne er noch früh genug, er solle sich erstmal auf die Schule konzentrieren, sein Leben genießen und sich nicht überfordern, hieß es von der Mutter. Sein Vater hielt dagegen und setzte sich durch: Wenn er mehr wolle, müsse er sich das auch selbst verdienen.


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„Im Nachhinein betrachtet war das eine sehr wichtige und lehrreiche Erfahrung“, sagt Nico Gumlich. Denn: „Das hat mein persönliches Setting der Work-Life-Balance schon früh stark beeinflusst. Willst du mehr als der Durchschnitt, musst du auch mehr tun.“

Eigenes Gehalt als prägender Faktor

Arbeit und das erste eigene Gehalt könne das Selbstbewusstsein eines jungen Menschen sehr stark prägen.

Anders gesagt: „Es war der Nährboden dafür, mich zu einem selbstbewussten Menschen zu entwickeln, der weiß, was er will.“

Work-Life-Balance ist paradox

Das Prinzip der Work-Life-Balance empfindet Nico Gumlich als Paradoxon: „Je mehr ich in ‚Work’ investiere, desto besser wird langfristig das ‚Life’, denn Selbstverwirklichung und persönliche Weiterentwicklung erfüllt ganz tief im Kern“.

So oder so müsse man sein ganzes Leben arbeiten. „Entweder ich tausche also Zeit gegen Geld und lebe ausschließlich für Wochenenden, Urlaube und die Rente oder ich arbeite für +10 Jahre jeden Tag daran, meinen Traum zu verwirklichen und habe langfristig mehr vom Leben.“

Einem klaren Plan folgen

Nach dem Abitur 2012 hatte er so bereits einen klaren Plan, wie es weitergehen soll: „Ich wollte unbedingt was mit Fitness machen. Kein Standard-BWL Studium, nein, etwas wofür mein Herz schlug“.

Gesagt, getan. Seinem erfolgreichen Bachelor-Studium der Fitnessökonomie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) ließ er unmittelbar den Master Sportmanagement (Universität Leipzig) folgen.

JVA, Mrs.Sporty und LifeFit Group

Anschließend ging es weiter mit den Stationen in einer Justizvollzugsanstalt (als Fitnesstrainer), bei Mrs.Sporty und der LifeFit Group.


 


Seit 13 Jahren betreibt Nico Gumlich bereits Krafttraining: „Mein Anker des Lebens. Das Training lädt meinen inneren Akku bei jedem Workout auf und gibt mir die Kraft, an mich und meine Ziele zu glauben.“

Er erkennt viele Parallelen: „Du musst Widerstände überwinden, gegen etwas Stand halten um Erfolg zu haben. Das gilt für das Training genauso wie fürs Leben und die Arbeit.“

Wieviel Arbeitseinsatz ist erstrebsam?

Nico Gumlich hat aber auch festgestellt: „In meiner Generation ist es unsexy geworden zu sagen, dass übermäßiger Arbeitseinsatz erstrebsam ist. Man wird gleich als Workaholic eingestuft, obwohl man einfach eine größere Lebensvision hat, als manche Menschen sich vorstellen können.“

Sein Motto lautet hingegen: Du musst für eine gewisse Zeit darauf achten, mehr zu geben, um anschließend mehr davon zu haben.


„Wenn man zu sehr ‚Life’-bezogen ist,
wird man nicht erfahren, was wirklich möglich wäre in diesem Leben.“
_______________________________

Nico Gumlich, Gründer GYM X


Er denke dabei nicht nur in Monats- oder Jahres-Skalen, sondern eher in Zeiträumen von zehn Jahren.

Der 10.000-Stunden-Regel folgen

„Die wichtigsten beruflichen Fähigkeiten und Erfahrungen habe ich in den vergangenen 10 Jahren gesammelt. Ich habe mich jedes Mal gegen die innere Komfort-Zone entschieden und habe ausnahmslos zusätzlichen Einsatz angenommen“, sagt Nico Gumlich.

Und fügt hinzu: „Geh die Extra-Meile so oft du kannst, das macht dich zum Champion auf deinem Gebiet.“

Gerne erinnert er sich dabei auch an seinen Taufspruch, den er sich mittlerweile auch hat tätowieren lassen: „Vertraue auf deine Stärken und gehe deinen eigenen Weg!“

Am Scheideweg: Entweder-oder?

Immer wieder stellte er sich die Frage: „Bleibe ich in der Komfortzone oder gehe ich meinen eigenen Weg?

Es sollte der eigene Weg werden. Er lehnte also ein lukratives Übernahmeangebot ab und folgte seiner inneren Stimme. Denn sie sagte pausenlos: „Gründe deine eigene Firma.“

Alles lief zunächst nach Plan. Doch dann kam der Corona-Lockdown. In dieser Zeit hatte Nico Gumlich „viele schlaflose Nächte“.

Digitale Mitgliederbetreuung für Studios

Die Website war zwar fertig, nicht aber die App. Dabei galt es gerade jetzt, Präsenz zu zeigen, um den höheren Bedarf an Digitalisierung der Studios zu decken.

Sein positives Mind-Set half ihm: „Man kann Steine als Hindernis sehen oder eben als etwas, aus dem man etwas bauen kann. Umso größer der Stein, umso mehr kannst du damit bauen.“

Durch den Einsatz von viel ‚Work’ wurde die App schneller fertig. Und so konnte er wenig später einen „digitalen Impfstoff“ liefern, um den Kontakt zu den Mitgliedern aufrechtzuerhalten auch wenn sie nicht ins Studio können.

Aus Kunden Fans machen

Während der Zeit des Shutdowns und vier Wochen danach habe man den Studios aus Solidarität „unverbindlich alles kostenfrei angeboten“.

Mittlerweile kann er sagen: „Die Studios sind unsere Fans.“ Stolze 95 Prozent der Kunden seien dabeigeblieben. Die Vorarbeit von insgesamt 9 Monaten habe sich also ausgezahlt.

„Es fühlt sich gar nicht mehr nach ‚Work’ an, sondern ist mein Herzensprojekt, das ich jeden Tag gerne mache!


 


Öffentliche Trainings-App und Internationalisierung

Ein Blick in die (nahe) Zukunft: Ab sofort ist die GYM X App auch ohne direkte Studio-Anbindung öffentlich für jeden nutzbar, um die App mit einem digitalen Trainingsplan und weiteren Funktionen für sich nutzen zu können. „Fitnesstraining digital neu erleben ist unser Versprechen an die App-User“, sagt Nico Gumlich.

Im August 2020 stehe die Internationalisierung an. Europäische Expansionspartner für Niederlande, Belgien, Italien und Österreich habe man bereits gefunden; aktuell befindet man sich in der strategischen und operativen Planung für die Expansion.

„Jeder Tag ist aktuell wie ein Abenteuer“, sagt Nico Gumlich und ergänzt: „Das ist meine Geschichte und mein Leben – beides finde ich gut. Leb dein Leben so, dass du zufrieden damit bist und gib dich niemals mit weniger zufrieden als du glaubst, dass dir zusteht.“


 

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