fM Podcast „Check-in statt Mitgliedschaft? Wie Aggregatoren Fitness verändern“

Im Podcast Fitness im Ohr diskutieren Benjamin Roth und Fabian Menzel die Rolle von Aggregatoren zwischen Wachstum, Kannibalisierung und strategischer Positionierung im Markt.
Lesezeit: 2 Minuten
Klauen Aggregatoren den Studios die Mitglieder? Benjamin Roth von Urban Sports Club und Fabian Menzel von XTRAFIT diskutieren im Podcast Fitness im Ohr die Rolle von Aggregatoren im deutschen Fitnessmarkt. Mehr als 70 Prozent der Anlagen kooperieren mit Plattformen, rund 1,2 Millionen Mitglieder nutzen Aggregatorenmodelle. Im Fokus stehen Wachstum, Preisstruktur und strategische Einordnung.

Klauen Aggregatoren uns die Mitglieder?

In der aktuellen Podcastfolge von Fitness im Ohr treffen zwei Perspektiven aufeinander, die den deutschen Fitnessmarkt seit Jahren prägen:

Benjamin Roth, Mitgründer und Geschäftsführer des Aggregators Urban Sports Club, und Fabian Menzel, Geschäftsführer von XTRAFIT mit 20 Studios und mehr als 100.000 Mitgliedern.

Im Mittelpunkt steht eine Frage, die seit 2018 immer wieder für Diskussionen sorgt: Klauen Aggregatoren den Fitnessstudios die Mitglieder – oder sorgen sie für zusätzliches Wachstum im Markt?

Aggregatoren sind nicht nur noch eine Randnotiz des Marktes, sondern Teil des Marktes.

Die Debatte ist längst keine theoretische mehr. Mehr als 70 Prozent aller Anlagen in Deutschland arbeiten mittlerweile mit mindestens einem Aggregator zusammen, bei Ketten liegt die Quote sogar bei mehr als 80 Prozent.

Gleichzeitig stehen rund 1,2 Millionen sogenannte Aggregatorenmitglieder im Raum.

Wachstum oder Kannibalisierung im Fitnessmarkt?

Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Plattformmodelle wie Urban Sports Club nicht mehr als Randerscheinung betrachtet werden können, sondern struktureller Bestandteil des Fitnessmarktes sind.

Doch was bedeutet das konkret für klassische Fitnessstudios? Aus Betreibersicht stellt sich die strategische Frage, ob Aggregatoren ein reiner Vertriebskanal sind, eine Marketingplattform oder ein eigenständiges Wettbewerbsmodell.

Das Produkt ist gemacht für Menschen, die diese Vielfalt wollen, die Abwechslung brauchen und dementsprechend aber auch bereit sind, dafür mehr zu bezahlen.

Während Benjamin Roth von Urban Sports Club argumentiert, dass verändertes Konsumentenverhalten mit dem Wunsch nach Flexibilität, Vielfalt und monatlicher Kündbarkeit die Nachfrage treibt, wägen Betreiber wie XTRAFIT sehr genau ab, wie sich Aggregatorenumsätze auf die eigene Preisstruktur und Positionierung auswirken.

Fitness im Ohr: hier aktuelle Folge als Podcast anhören

Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Definition von Mitgliedschaft. Klassische Studiomitglieder zahlen einen festen Monatsbeitrag, während Aggregatoren check-in-basiert vergüten. Dennoch nutzen Aggregatorenkunden die Studios faktisch wie Mitglieder.

Die Frage lautet daher weniger, ob sie „echte“ Mitglieder sind, sondern wie ihre wirtschaftliche und strukturelle Relevanz korrekt abgebildet wird.

Auch das Thema Abhängigkeit wird offen adressiert. Für große Ketten mit starkem Eigenvertrieb kann das Modell eine Ergänzung sein. Für kleinere Betreiber oder Studios in urbanen Lagen mit hoher Arbeitgeberdichte kann es ein signifikanter Umsatztreiber werden.

Entscheidend ist laut den Gesprächspartnern, ob Aggregatorenumsätze zusätzlich entstehen oder bestehende Mitgliedschaften substituieren.

Die vollständige Folge liefert tiefe Einblicke in Marktmechanismen, Wachstumszahlen und Zukunftsszenarien des Fitnessmarktes.

Key Takeaways

  • Marktrelevanz von Aggregatoren: Mit 1,2 Millionen Mitgliederäquivalenten und 490.000 zusätzlichen Nutzern im letzten Erhebungsjahr sind Aggregatoren ein relevanter Wachstumstreiber im Fitnessmarkt.
  • B2B als Wachstumsmotor: Arbeitgeberzuschüsse und systematische Aktivierung in Unternehmen führen zu hohen Durchdringungsraten und stabilen Vertragsbeziehungen.
  • Keine systematische Kannibalisierung: Trotz starker Aggregatorendynamik ist die Gesamtzahl der klassischen Studiomitgliedschaften seit 2018 von 10,6 auf 11,7 Millionen gestiegen.
  • Strategische Steuerung ist entscheidend: Betreiber können über Preisstruktur, Standortwahl und Tarifstufen beeinflussen, wie stark Aggregatorenumsätze ins Gewicht fallen.
  • Zusatzverkäufe als Hebel: Aggregatorennutzer bieten Potenzial für Personal Training und weitere Add-ons, da ihr Budget durch Arbeitgeberzuschüsse entlastet wird.
  • Zukunft bleibt hybrid: Auch in fünf bis zehn Jahren wird es Studios ohne Aggregatoren geben, doch die Marktdurchdringung dürfte weiter steigen.

Über den fM Podcast Fitness im Ohr

Fitness im Ohr findest du überall dort, wo es Podcasts gibt: Dort kannst du den fitness MANAGEMENT Podcast abrufen, anhören und natürlich auch gerne abonnieren; etwa bei Spotify, Deezer, Apple oder Podigee.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Hören unseres Podcasts!

-Anzeige-

Für fitness MANAGEMENT berichtet

Mehr von diesen Autoren

Das marea Fitness in Lingen hat das Zertifizierungsverfahren „ZertFit“ der BSA-Zert nach DIN-Norm 33961 erfolgreich absolviert und beantwortet damit zugleich...
An dieser Stelle haben wir Anfragen Ihrer Kollegen, unserer Mitglieder, zum Thema Rechte und Pflichten gegenüber Mitarbeitern gesammelt. Kurz und...
Schulung von UV-Fachpersonal: In der Wahrnehmung vieler Betreiber und auch der Öffentlichkeit ist die Schulung und Zertifizierung von UV-Fachpersonal der...

Das könnte dich auch interessieren

Im Vordergrund sitzen drei Männer auf einem runden grünen Polster; links, mittig und rechts dahinter stehen fünf weitere Erwachsene. Die Gruppe blickt frontal in die Kamera. Der Raum hat rote Backsteinwände, Rundbögen, große dunkle Fenster, einen grauen Teppich im Vordergrund und dunkle Wandflächen rechts.

USC x RSG

RSG Group, Wellhub und Urban Sports Club verlängern ihre exklusive Partnerschaft und öffnen mehr als 283 RSG-Standorte für Corporate-Wellbeing-Mitglieder in Europa.
Roter Kreis mit Text „Fitness im Ohr Milliardenmarkt Fitness“, darunter Logo „fitness MANAGEMENT“, Namen „Janosch Marx“ links und „Philipp Roesch-Schlanderer“ rechts, zu den Namen sind die Fotos der Männer abgebildet.

Milliardenmarkt im Ohr

EGYM-Gründer Philipp Roesch-Schlanderer spricht über die Zukunft von Fitnessstudios als Teil des Gesundheitssystems und Gesundheitsmarkts weltweit.
Roter Kreis mit Text „FITNESS IM OHR GROUP FITNESS“, darunter Logo „fitness MANAGEMENT“, Namen „JANOSCH MARX“ links und „Jens Schulze“ und „Phillip Mills“ rechts, zu den Namen, sind die Fotos der Männer abgebildet.

Group Fitness im Ohr

Phillip Mills und Jens Schulze sprechen in der neuen Podcastfolge über Group Fitness, Community, Trainerqualität, HYROX, mentale Gesundheit und Wachstumspotenziale der Fitnessbranche weltweit.
Zwei Männer mit Mikrofonen im Vordergrund links und rechts, dazwischen roter Kreis mit Text „FITNESS IM OHR Europestudie 2026“, darunter Logo „fitness MANAGEMENT“, Namen „JANOSCH MARX“ links und „Herman Rutgers“ rechts.

Europas Fitnessmarkt im Ohr

In der neuen Podcastfolge analysiert Herman Rutgers Europas Fitnessmarkt mit 75,5 Millionen Mitgliedern, die Rolle junger Zielgruppen und Herausforderungen bei Mitgliederbindung.
Große Gruppe von Teilnehmenden eines CEO-Frühstücks auf der FIBO steht dicht zusammen und blickt lächelnd in die Kamera.

FIBO 2026: CEO-Breakfast

Beim CEO-Breakfast der FIBO 2026 diskutieren 70 Branchenvertreter Zukunftsthemen und stellen „United let’s move.“ vor.
Große Gruppenaufnahme vor einer Messestand-Wand: etwa 40–50 Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts stehen dicht beieinander und lächeln in die Kamera

fMi & DSSV auf der FIBO

DSSV und fM freuen sich auf dich: Besuche uns am FIBO-Messestand B05 (Halle 6) oder folge der Berichterstattung auf unseren Social-Media-Kanälen.