Die Grundlage eines erfolgreichen Trainingsprozesses ist eine fundierte Diagnostik. Sie bildet die Basis für eine individuelle Trainingsplanung und signalisiert gleichzeitig Professionalität sowie Gesundheitskompetenz. In einer Zeit, in der Fitnessstudios zunehmend auch als Gesundheitsdienstleister wahrgenommen werden, erwarten Mitglieder und potenzielle Mitglieder qualifiziertes Fachpersonal.
Die DSSV-Imagestudie zeigt deutlich, dass die Mitglieder großen Wert auf gut ausgebildete Trainer legen. So messen die Befragten der Aussage „dass die Trainer gut ausgebildet sind“ eine eher hohe Wichtigkeit (M = 4,18) bei.
„Die Qualifikation des Personals ist eine Erwartungshaltung, die auch Nichtmitglieder (M = 4,18) an die Branche stellen, und damit ein erster Schlüsselfaktor, wenn es darum geht, mehr Menschen aus der Bevölkerung für Fitnesstraining zu gewinnen und ein generelles Vertrauen gegenüber der Branche in der Bevölkerung zu schaffen.“ (Kobel & Marx, 2025, S. 19)
Die Grundlage eines erfolgreichen Trainingsprozesses ist eine fundierte Diagnostik.
Gleichzeitig offenbart die Studie jedoch eine gewisse Skepsis der Nichtmitglieder gegenüber der tatsächlichen Gesundheitskompetenz in Fitnessanlagen.
Das Vertrauen in die Fachkompetenz von Mitarbeitenden ist vergleichsweise gering. Der Aussage „Fitnessstudios zeichnen sich durch kompetentes Fachpersonal aus“ stimmen befragte Nichtmitglieder lediglich mit M = 3,63 zu. Auch die Bestandsmitglieder (M = 3,75) und die Betriebe selbst (M = 3,88) stimmen der Aussage nicht deutlich stärker zu (Kobel & Marx, 2025, S. 29).
Für Betreibende ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Die Qualifikation des Personals ist ein zentraler Hebel zur Imageverbesserung, schafft Vertrauen und untermauert die Positionierung der Branche als Gesundheitsanbieter.
Zielführende Diagnostik
Eine professionelle Diagnostik mit Anamnesegespräch, funktionellen Tests oder leistungsdiagnostischen Verfahren schafft Transparenz und stärkt die Glaubwürdigkeit der Trainer.
Gleichzeitig ermöglicht sie eine individualisierte Trainingsplanung, die sowohl gesundheitliche Voraussetzungen als auch persönliche Ziele berücksichtigt. Für Mitglieder bedeutet dies mehr Sicherheit, eine höhere Trainingsqualität und bessere Erfolgsaussichten.
Heterogene Bedürfnisse bei der Trainingsplanung
Die „Typologie der Fitnesstreibenden 2024“ zeigt deutlich, dass Fitnessmitglieder keine homogene Gruppe darstellen. Vielmehr existieren unterschiedliche Fitnesstypen mit individuellen Erwartungen an Betreuung, Trainingsplanung und Zielsetzung.
Die Studie identifiziert sechs unterschiedliche Trainingstypen (Inkonsistente, Disziplinierte, Trainingspragmatiker, Fun-Fit-Trainierende, Ambitionsgetriebene und Enthusiasten) (Kobel & Küstner, 2024).
Entsprechend breit ist das Spektrum der individuellen Wünsche an ein Studio: Während manche Trainierende großen Wert auf strukturierte Trainingspläne, Fortschrittskontrollen und eine klare Zieldefinition legen, verfolgen andere eher gesundheitsorientierte oder alltagsbezogene Ziele und wünschen sich Unterstützung bei der Integration von Bewegung in ihren Lebensstil.
Diese Heterogenität stellt Fitnessanlagen vor eine zentrale Herausforderung: Standardisierte Trainingspläne reichen nicht aus. Erfolgreiche Studios setzen stattdessen auf flexible Betreuungskonzepte, die unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen. Trainerinnen und Trainer müssen in der Lage sein, Trainingsprogramme individuell anzupassen und regelmäßig zu evaluieren. Betreuung ist kein Einheitskonzept.
Diagnostik wird relevanter, Investitionen steigen
Auch die Zahlen der „Eckdaten der Fitnesswirtschaft 2026“ zeigen, wie stark das Bedürfnis nach individualisierten Angeboten ist. So stieg allein der Anteil der Studios, die im Jahr 2025 in Diagnostikgeräte investierten, über alle Anlagen hinweg auf 30,1 Prozent (Zuwachs von 10,1 Prozentpunkten zum Vorjahr).
Im Kettensegment, in dem überwiegend jüngere Mitglieder (rund 40 % unter 30 Jahren) aktiv sind, investierten sogar 48,1 Prozent (Zuwachs von 22,6 Prozentpunkten gegenüber Vorjahr) in Diagnostikgeräte (DSSV, 2026, S. 76). Dies lässt die Hypothese zu, dass die hier stark repräsentierte Alterszielgruppe der unter 30-Jährigen, die zeitgleich zu den wachsenden Altersgruppen unter den Mitgliedern gehört (vgl. DSSV, 2026, S. 50–51), eine differenzierte Trainings- und Gesundheitsanalyse als relevant einstuft.
Auch die Digitalisierung spielt hier eine maßgebliche Rolle: Die Verknüpfung von Daten aus Diagnostik wie Bioimpedanzanalysen, Wearables und Trainingsgeräten zu einem individualisierten Trainingsangebot wird für Mitglieder und Interessenten immer wichtiger. Das haben die Studios ebenfalls erkannt: Je nach Anlagenart investieren bis zu 86 Prozent der befragten Anbieter in Hard- und Softwareangebote (DSSV, 2026, S. 77).
Nicht nur anbieten, sondern auch professionell umsetzen
Doch eine Investition in ein Produkt oder die Präsentation eines Angebots allein führen noch nicht zum Erfolg. Es bedarf einer strategischen Verzahnung in die Abläufe und Strukturen des Studios. Zusammengefasst heißt das: Anbieter müssen ihre Trainerteams soweit befähigen und einbinden, dass die Benefits auch bei den Mitgliedern ankommen.
Interdisziplinäre Trainingspläne sind daher heute weit mehr als nur eine auf Trainings- und Gesundheitszustand zugeschnittene Anleitung. Es bedarf digitaler Schnittstellen für das Personal und die Mitglieder, Diagnostik zur Erfassung von Trainingsfortschritten und zum Community Building (Stichwort: Competition) sowie einer ebenso professionellen und zielgerichteten Ansprache durch das Team.
Wie bei allem spielt also die Kommunikation erneut eine wichtige Rolle. Während einige Mitglieder detaillierte Trainingsanalysen und Leistungsdaten schätzen, bevorzugen andere eine eher motivierende und begleitende Ansprache. Professionelle Trainer erkennen diese Unterschiede und passen ihre Beratung entsprechend an.
Fazit: Personal als strategischer Erfolgsfaktor
Wenn all dies gelingen soll, kommt man an der richtigen Zusammenstellung des Teams und dessen Qualifikation nicht vorbei. Diagnostik, individuelle Trainingsplanung und kontinuierliche Betreuung bilden die Grundlage für ein professionelles Trainingserlebnis.
Gleichzeitig verdeutlichen sowohl die DSSV-Imagestudie als auch die „Typologie der Fitnesstreibenden 2024“, dass Mitglieder zunehmend differenzierte Erwartungen haben – sowohl in Auswahl der Angebote, der Trainingsplangestaltung als auch in der gewählten Ansprache.
Die Qualifikation des Personals ist ein zentraler Hebel zur Imageverbesserung.
Studios, die gezielt in die Qualifikation ihres Personals investieren, profitieren mehrfach: Sie stärken das Vertrauen in ihre Gesundheitskompetenz, erhöhen die Trainingsqualität und schaffen eine Atmosphäre, die Mitglieder langfristig bindet.
Erfolg durch Personal ist kein Schlagwort, sondern eine strategische Notwendigkeit für die Zukunft der Fitnessbranche. Qualifizierte, empathische und kundenorientierte Trainer sind der Schlüssel, um Trainingsangebote individuell zu gestalten, Communitys aufzubauen und Mitgliedern auch den sozialen Aspekt von Fitness zugänglich zu machen.
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Literatur
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026. Hamburg: Hrsg.
Kobel, S. & Marx, J. (2025). Das Image der Fitnessbranche 2025. DSSV – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen e. V.
Kobel, S. & Küstner, A. (2024). Typologie der Fitnesstreibenden 2024. Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG)
Diesen Artikel kannst du folgendermaßen zitieren:
Dittmer, A., Sörensen, A. & Wolff, J. (2026). Diagnostik und Trainingsplanung. fitness MANAGEMENT international, 2 (184), 76-78.







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