Management | Autor: Prof. Dr. Marco Speicher |

Kompetenzen in Informatik, Gesundheits- und Sportwissenschaft: Neues duales Studium B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik

Menschlicher Kontakt und Austausch bleiben zwar elementar, jedoch wird seit einigen Monaten das Potenzial von digitalen Zusatzangeboten deutlich sichtbar. Mit Studierenden des neuen dualen Studiengangs B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) können Betriebe und Unternehmen ab sofort die Digitalisierung nutzen, um etwa die Verbindung zu Kunden und Mitgliedern zu vertiefen und auszubauen.

Zunehmend mehr Unternehmen der Sport-, Fitness- und Gesundheitsbranche wie Physiotherapiepraxen und Fitnessstudios setzen beispielsweise für eine verbesserte Kundenbindung und eine ganzheitliche Betreuung auf digitale Lösungen ergänzend zu den Vor-Ort-Angeboten.

Durch die intensivere Beschäftigung mit dem Thema 'Digitalisierung in der Sport-, Fitness- und Gesundheitsbranche' tritt immer deutlicher hervor, dass Fachkräfte benötigt werden, die interdisziplinäre Kenntnisse der Gesundheits- und Sportwissenschaft sowie der Informatik besitzen.

Absolventen des neuen dualen Studiengangs B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik der DHfPG verfügen über fächerübergreifende Kompetenzen und werden dadurch essenziell für den zukünftigen Sport-, Fitness- und Gesundheitsmarkt.

Informatik, Gesundheit, Sport – eine bewährte 'Symbiose'

Die Verknüpfung der Gesundheits- und Sportwissenschaft mit der Informatik hat sich bereits bewährt. Besonders in der Prävention von beispielsweise Verletzungen werden Systeme verwendet, in denen diese Verbindung genutzt wird: Fortschrittliche kamerabasierte Bewegungssensoren wie zum Beispiel Microsoft XBox Kinect oder Intel® RealSense benötigen keine Marker (= an bestimmten Körperstellen befestigte visuelle Trigger, z. B. QR-Codes oder Reflektoren, die von Kamerasystemen erkannt werden können).

Sie nutzen Algorithmen und Infrarot-Punktwolken, um eine Tiefe im Raum als Parameter zu gewinnen und Körpersegmente (z. B. Kopf, Schulter, Gelenke) zu erkennen. Fehlhaltungen der menschlichen Physiognomie über einen längeren Zeitraum können so einfach erfasst und gegebenenfalls auch automatisch analysiert werden, was besonders bei älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen präventiv zum Einsatz kommen kann, zum Beispiel zur Sturzerkennung oder Registrierung von ungewöhnlichem Bewegungsverhalten.


Podcast zum neuen Studiengang

Prof. Dr. Marco Speicher (DHfPG) war zu Gast im Podcast von Hashtag Fitnessindustrie: 'Folge 24 – Digitalisierung auf dem Vormarsch – Was erwartet die Fitnessbranche in Zukunft?Jetzt anhören!


Auch das Thema Telemedizin – dieser Begriff war in der Vergangenheit sehr umstritten – hat vor allem durch die Corona-Pandemie einen neuen Schub erhalten. Die Telemedizin umfasst neben einfachen Beratungen auch eine erste Diagnostik und sogar Therapien, trotz räumlicher oder auch zeitlicher Distanz zwischen Arzt, Therapeut, Apotheker und Patient oder zwischen zwei sich konsultierenden Ärzten.

Fortschritt durch interdisziplinäre Fachkräfte

Es sind bereits Systeme auf dem Markt verfügbar, die eine Digitalisierung des Angebots von z. B. Physiotherapiepraxen sowie Fitness- und Gesundheitsanlagen möglich machen. Aber was passiert, wenn das digitale System nicht mit den Unternehmensstrukturen und dem Dienstleistungsangebot harmoniert?

Soll diese 'Lücke' geschlossen werden, braucht man Mitarbeiter mit Kompetenzen in Informatik sowie Gesundheits- bzw. Sportwissenschaft. Ab sofort bietet die DHfPG den neuen dualen Studiengang B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik an: Der Studiengang kombiniert das Fachgebiet Informatik mit Inhalten aus den Fachbereichen Trainings- und Bewegungswissenschaft, Ökonomie sowie fachbereichsübergreifende Inhalte zum wissenschaftlichen Arbeiten.

Studierende haben die Wahl zwischen den zwei Studienschwerpunkten 'Gesundheit' und 'Sport'. Beispielsweise werden Studierende mit Spezialisierung auf 'Gesundheit' dazu qualifiziert, den Aufbau und die grundlegende Funktionsweise des deutschen Gesundheitswesens und die Wirkungen von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention zu verstehen.

Sie lernen, kreative technische Lösungen für das Gesundheitssystem und alle beteiligten Akteure sowie IT-Systeme für den Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung zu entwickeln.

Die Absolventen sind in der Lage, Leistungen der Gesundheitsversorgung und Präventionsmaßnahmen im Sinne einer optimierten Versorgungskette zu koordinieren bzw. zu vernetzen.

Folgende Projekte könnten von Gesundheitsinformatikern beispielsweise umgesetzt werden: Entwicklung von Gesundheits-Apps sowie digitalen Konzepten im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung (E-Health, Coach@Home), Auswertung und Aufbereitung erfasster Kundendaten sowie Digitalisierung von Buchungssystemen (z. B. Anmeldung zu Kursen, Terminbuchungen).

Berufsfelder für Sport-/Gesundheitsinformatiker

Für Unternehmen eröffnet sich ein großes Feld an Einsatzmöglichkeiten von dual Studierenden dieses Studiengangs. Sie können beispielsweise in wirtschaftsorientierten Einrichtungen wie Fitness- und Gesundheitsunternehmen eingesetzt oder auch in traditionellen Betrieben des Gesundheitswesens wie Arzt- oder Physiotherapiepraxen und Krankenkassen angestellt werden.

Genauso sind sie von besonderem Interesse für Unternehmen, die sich auf die Softwareentwicklung oder die Beratung und den Vertrieb von Produkten für Einrichtungen des Gesundheitswesens spezialisiert haben.

Ein entscheidender Schritt in die Zukunft

Der Sport- und Gesundheitssektor in Verbindung mit dem IT-Sektor sind wichtige Märkte für Wachstum und Beschäftigung geworden und deren wirtschaftliche Bedeutung wird im Hinblick auf die Digitalisierung (z. B. elektronische Gesundheitsakten, IT-gestützte Infrastrukturen oder virtuelle 3D-Trainingsumgebungen) weiter zunehmen.

Neben dem traditionellen, überwiegend analogen Gesundheitswesen steht auch die Sportwissenschaft am Beginn einer digitalen Evolution. Studierende des dualen Studiengangs B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik tragen einen wesentlichen Teil zu diesem Fortschritt bei und bieten Unternehmen aus unterschiedlichsten Bereichen der Sport-, Fitness- und Gesundheitsbranche große Entwicklungschancen.

Mehr über den neuen dualen Studiengang BSGI

Den vollständigen Artikel finden Sie in mfhc 02/2020

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mfhc 02/2020

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