Fitness, Management, Markt | Autor/in: Janosch Marx |

Interview mit Christian Jäger: Übernahme der milongroup | neue X-Serie | zukünftige Pläne

Bei der Weltpremiere im milongroup Stammwerk in Emersacker bei Augsburg wurde die neue Gerätelinie milon X vorgestellt, die elektronische Kraftmaschinen mit Seilzügen kombiniert. Im Rahmen der Veranstaltung haben wir mit dem neuen Inhaber Christian Jäger gesprochen. Im Interview beleuchtet er die Beweggründe für die Übernahme, stellt die milon X-Serie vor und erläutert, wie er seine Unternehmensgruppe zu einem innovativen und digitalen Healthcare-Konzern ausbauen möchte.

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fM: Wie kam es zu Übernahme der milon Holding GmbH durch die Unternehmensgruppe Jäger. Was waren die Beweggründe dafür?

Christian Jäger: Es kam zustande, nachdem ich auf der FIBO 2023 beiläufig darauf hingewiesen wurde, dass die milon Holding zum Verkauf stehen könnte. Ich nahm dies zur Kenntnis, dachte jedoch zunächst nicht weiter darüber nach.

Als ich dann zu Hause war, dachte ich mir: 'Du hast ein großes Ziel vor Augen. Du möchtest einen Healthcare-Konzern aufbauen und hast dafür bereits das Fundament gelegt. Was kann noch alles dazu passen?' Elektronische Kraftmaschinen oder ein marktführendes Unternehmen in diesem Bereich passten meines Erachtens sehr gut dazu.

Die milongroup steht für Qualität und Historie und nebenbei ist sie auch eines der führenden Unternehmen in diesem Segment. Das passte für mich.


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Also wurde anschließend der Deal eingeleitet. Im Juni 2023 fand das erste Treffen mit Hubert Haupt statt, nachdem wir uns zuvor kontaktiert hatten. Schon bei unserem zweiten Treffen einen Monat später waren wir uns einig.

Am 25. September 2023 wurde verkündet, dass sämtliche Anteile der milon Holding GmbH in die EasyMotionSkin Tec AG eingebracht werden. Welche Bedeutung hat dies für die Fitness- und Gesundheitsbranche und die Studiobetreiber bzw. Kunden?

Zunächst einmal ist das Tempo wirklich beeindruckend, das hier herrscht. Es geht unglaublich schnell und man bekommt dadurch eine höhere Wertigkeit am Markt. Selbst wenn man eine traditionelle Firma in eine AG umwandelt, die noch immer den Start-up-Charakter hat, ist das für das gesamte Unternehmen deutlich vorteilhafter.

Dank dieser Idee können wir bereits jetzt unsere Kunden und Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligen. Wir können Aktien ausgeben und Dinge tun, die zuvor schwierig waren. Das beschränkt sich nicht nur auf das Marktgeschehen.


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Bei allen Aktivitäten hatten wir immer die Idee, eine Kapitalerhöhung durchzuführen und die erworbenen Unternehmen in die AG aufzunehmen. Damit werden wir wettbewerbsfähiger und werden auch besser wahrgenommen.

Es gibt nicht viele Unternehmen in diesem Bereich, die derzeit an der Börse notiert sind. Wir sind sehr zufrieden, dass diese Nachricht positiv aufgenommen wurde und sich unser Aktienkurs erfreulich entwickelt hat.

Ein Tag nach der Verkündung der Integration ist der Aktienkurs um mehr als 40 Prozent gestiegen. Natürlich gibt es Schwankungen, aber diese sind in der Phase der Konsolidierung normal.

Laut einer Mitteilung ist es das Ziel der Unternehmensgruppe, mittelfristig einen weltweit agierenden Healthcare-Konzern aufbauen zu wollen. Wie sehen die Pläne hierfür aus und welche Rolle spielen die Marken milon und five dabei?

milon und five sind wichtige Marken innerhalb des Konstrukts. Sie zählen zu den besten Marken, die es seit 50 Jahren gibt und die viele zufriedene Kunden haben. Solche Perlen zu finden, die perfekt zur Philosophie unserer Gruppe passen, war wirklich großartig.

Das Training ist hochwertig und gut geeignet für Anfänger, aber auch für Personen mit Verletzungen oder älteren Menschen, die behutsam geführt werden müssen.

Gerade habe ich ein Interview mit Arnold Schwarzenegger gelesen, in dem er sagt, dass er nicht mehr mit freien Gewichten trainiert, aber dennoch jeden Tag trainiert. Es bleibt abzuwarten, welche Geräte er demnächst nutzen wird. Vielleicht sind es unsere elektronischen Geräte? Wir werden sehen.


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Wichtig ist festzustellen, dass elektronische Kraftmaschinen bisher ein Phänomen sind, das sich primär auf den deutschsprachigen Raum und Benelux beschränkte. International spielten sie bislang keine Rolle, obwohl es sich um großartige Geräte handelt.

Nicht zuletzt auch dank der Konkurrenz erlangen sie mehr an Bedeutung. Es freut mich sehr, dass mehr Wettbewerb herrscht, denn das bedeutet, dass der Markt im Allgemeinen in Fahrt kommt. Und jetzt kommt es weltweit in Schwung.

Elektronischen Maschinen passen sehr gut zu unserer Gesamtstrategie. Wir können die Daten von Menschen sammeln und ihnen wiederum helfen, weil wir diese Daten für sie auswerten und ihnen wiederum zur Verfügung stellen. Wir haben rund eine Million gute Nutzer und freuen uns, dass es mehr werden denen wir mit unserem Produkt helfen können.

Mit der Weltpremiere Ende September ist die Serie milon X offiziell gelaunched. Welche Vorteile bietet die X Serie gegenüber der Q-Serien und sind diese als Ergänzung oder Substitut zu sehen?

milon X ist eine elektronische Seilzugmaschine, die in dieser Form neu auf dem Markt ist. Ich bin überzeugt, dass die Serie in Fitnessstudios Anklang finden wird, die bisher auf elektronische Kraftmaschinen verzichtet haben. Mit der neuen Serie wird freies bzw. ein Seilzugtraining mit elektronischer Steuerung verbunden.


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Hierbei gebührt den Ingenieuren, die dies ermöglicht haben, höchster Respekt für die Funktionsweise. Die ersten Fitnessstudiobetreiber, die bei unserer Premiere die Geräte getestet haben, waren begeistert. Ich hoffe, dass der Funke im Gesamtmarkt genauso überspringt.

Aber auch Studios bereits elektronische Geräte in Betrieb haben müssen diese nicht ersetzen und als zusätzliche Geräte mit aufnehmen. Es wird ein zusätzlicher Markt entstehen. Ein elektronisch gesteuertes Seilzug- bzw. Ganzkörpertraining auf 40 Quadratmetern wird möglich.

In der heutigen Zeit spielen Raum-, Miet- und Personalkosten eine bedeutende Rolle auf, die die neue Serie X passende Antworten liefert und nur wenige Ressourcen beansprucht.

Laut Unternehmensangaben wird eine weitere milon-Produktlinie (Z) im Laufe des Jahres 2024 eingeführt, die den Anwendern ein freies Training ermöglicht. Gibt es hierzu weitere Informationen bzw. einen konkreten Release-Termin (z. B. zur FIBO 2024)?

Wie auch Apple immer neue Smartphones auf dem Markt bringt, werden auch wir immer wieder neue Serien und Generationen auf dem Markt bringen. Da wir uns an den Marktentwicklungen und den Rückmeldungen der Kunden orientieren, können wir aber noch nicht genau sagen was kommt, aber es kommt was.


Über unseren Interviewpartner

Der Tiroler Multiunternehmer Christian Jäger ist erfahrener Investor und baute bereits in der Vergangenheit Unternehmen in diversen Branchen auf. Die Bereiche Healthcare, Beauty, Nahrungsmittelergänzung sowie IT- und Tech-Unternehmen interessieren ihn vor allem dann, wenn sie zur Lebensverbesserung und Gesundheitsprofilaxe beitragen.

Mit EasyMotionSkin, einem Unternehmen, das mittlerweile zu einer eigenen Firmengruppe angewachsenen ist, spannt Jäger erfolgreich den Bogen vom innovativen EMS-Fitnessgerätehersteller zum digitalen Healthcare-Tech-Unternehmen, das 2021 erfolgreich an die Börse ging.

Christian Jäger ist ein Vollblutunternehmer. Mit Fleiß, einer großen Vision und Selbstvertrauen schuf er binnen weniger Jahre die Firmengruppe Jäger. Auf seinem Weg schuf der Tiroler bekannte Marken, katapultierte Startups in globale Märkte, machte Sportler zu Weltmeistern und revolutionierte ganze Branchen.


Wir können davon ausgehen, dass meine Ingenieure und ich, sowie die Geschäftsleitung und die Vorstände immer wieder dafür sorgen werden, dass wir die Weltrangliste der Innovation anführen. Wir können sicher sein, dass wir bald Neues präsentieren werden.

Es wird wiederum eine Ergänzung werden und kein Substitut. Zudem wird auch die Zielgruppe eine deutliche Verjüngung erfahren. Derzeit liegt der Fokus bei elektronischen Kraftmaschinen auf dem Training von älteren Menschen.

Meiner Meinung nach wird man dadurch den Geräten nicht gerecht, da sie für alle Altersgruppen funktionieren sollten. In Zukunft möchten wir jedoch auch das jüngere Zielpublikum ansprechen, ohne dabei unseren Kult zu verlieren. Mehr möchte ich aktuell dazu nicht sagen.

Zukünftig soll die Kundengruppe vermehrt um internationale Fitnessstudios als auch Fitnessstudioketten erweitert werden. Mit Thomas Janz als neuer Chief Revenue Officer (CRO) wurden hier bereits personelle Weichen gestellt. Wie wird die Umsetzung dieser Erweiterung erfolgen?

Thomas ist schon jetzt für den deutschsprachigen Markt verantwortlich und ich kümmere mich auch etwas um die Internationalisierung. Neu dazu kommt, dass wir zukünftig das gesamte Netzwerk der Firmengruppe einbeziehen.


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Da nun auch die internationalen Fitnessmärkte auch die elektronischen Geräte anspringen wollen wir als erst mit dabei sein. Mit anderen Produkten sind wir beispielsweise schon länger in Asien. Wir kennen diese Märkte gut, wir haben die benötigten Netzwerke vor Ort. Das Gleiche gilt für Südamerika und andere Märkte.

Mit Bernhard-Stefan Müller als Verantwortlichen für das Thema Business Development und Digitalisierung wurden die Führungsspitze um eine wichtige Position erweitert. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Bernhard Stefan Müller ist ein Vertrauter des Mutterkonzernes und unter anderem auch verantwortlich für die Eingliederung der milongroup. Er wird jedoch deutlich mehr sein, wie früher der Verantwortliche für die IT. Die Digitalisierung unserer Produkte wird ein Kernelement unserer Produkte sein.

Es ist nicht mehr genug, die tollsten Geräte zu produzieren. Man muss den besten Nutzen für den Endkunden erreichen z. B. eine Auswertung seines letzten Trainings. In diesem Bereich liegt unser voller Fokus. Halbherzigkeit bringt nicht, wenn mein Produkt am Ende nicht vom Kunden angenommen wird.

Wir wollen intelligente Lösungen haben, die von den Kunden genutzt werden und Mehrwert bringen. Dafür ist mein Kollege Bernhard-Stefan Müller verantwortlich. Ich sage bewusst Kollege, da wir alle im selben Boot sitzen – und das meine ich so.

Wir haben grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht, wenn wir nicht einfach nur eine Galionsfigur obendrauf setzen und unten die Lemminge herumlaufen lassen.

Nein, bei uns werden die Abteilungsleiter und die Abteilungen gestärkt. Eigenverantwortung steht an oberstem Stellen und damit sind wir auch deutlich schneller als in der Vergangenheit.

Sind weitere Transaktionen bzw. Übernahmen von Fitness- bzw. EMS-Geräte-Herstellern angedacht? Wenn ja, gibt es bereits weitere Informationen oder einen Zeithorizont hierfür?

Es gibt weitere Gespräche, aber es ist noch nicht so konkret, dass ich jetzt schon darüber sprechen kann. So viel darf ich verraten: Ich fliege in die USA. Warren Buffett werde ich zwar nicht treffen aber ein paar andere Personen mit denen Gespräche geführt werden. Ausgang komplett offen.

Auf der anderen Seite kann ich auch sagen, dass wenn jetzt ein herkömmlicher Gerätehersteller zu verkaufen wäre, würden wir dies nicht tun. Egal wie gut seine Gewinne sind, es muss zu unserer Philosophie passen.

Wir wollen Synergien heben und nicht einfach nur eine Reihe vom Marken im Portfolio haben. Die Produkte müssen zueinander passen und sich ergänzen. Fazit: Es wird aller Voraussicht nach weitere Übernahmen geben, aber nicht in dem Tempo, das wir gerade an den Tag gelegt haben.

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