Corona, Fitness, Markt | Autor: David Köndgen |

Nach Corona: Fitness First plant die Wiedereröffnung seiner Studios

Countdown für den Neustart im Fitnessstudio: Umfassende Schutzmaßnahmen und Hygieneregeln für Mitglieder und Mitarbeiter. So bereitet sich Fitness First auf die neue Normalität nach dem Corona-Lockdown vor.

Fitness First bereitet Wiedereröffnung der Studios vor

Die Bundesregierung hatte den Neustart nach dem Corona-Lockdown in die Hände der Länderchefs gelegt. (Lesen Sie auch: Lockerung nun Ländersache)

Jedes Bundesland ist demnach nun selbst dafür verantwortlich, wann und unter welchen Bedingungen die Wiedereröffnung der Fitnessstudios passieren kann.


 


Während die Studios in weiten Teilen des Landes zunächst geschlossen bleiben, kann der Betrieb in Nordrhein-Westfalen am 11. Mai 2020 wieder losgehen.

Hessen wird am 15. Mai folgen, Sachsen am 18. Mai und Niedersachsen voraussichtlich am 25. Mai. (Lesen Sie auch: Übersicht Studioöffnungen in den einzelnen Bundesländern)

Überall gilt: mit behördlichen Auflagen und von den Studios eigens entwickelten Maßnahmen.


„Nach den Wochen der Ungewissheit sind wir froh,
nun endlich wieder starten zu können.

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Martin Seibold, CEO Fitness First und LifeFit Group


Und weiter: „Wir sind zuversichtlich, dass spätestens im Juni alle weiteren Bundesländer mit der Entscheidung zur Wiedereröffnung folgen werden.“

Die Fitness- und Gesundheitsplattform vereint unter anderem die Marken Fitness First, Smile X und Elbgym mit mehr als 80 Anlagen in Deutschland.


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„Aber auch in den letzten Wochen waren wir nicht untätig, sondern haben die Clubs startbereit gemacht und Maßnahmen für die Wiedereröffnung entwickelt," erklärt Martin Seibold weiter.

Schutzmaßnahmen und Hygieneregeln

Alle Mitarbeiter wurden umfangreich über das Coronavirus informiert und zu den Maßnahmen im Club geschult. So wird ihnen und den Mitgliedern der größtmögliche Schutz geboten und ein verantwortungsvoller Umgang miteinander sichergestellt.


 


Wenn die ersten Studios am Montag, 11. Mai, (in NRW) ihre Türen wieder für Mitglieder öffnen, wird das Training allerdings erst einmal nicht mehr so sein, wie es vor der Schließung war.

Etwa wird es neben den allgemein gültigen Abstands- und Hygieneregeln keinen Körperkontakt, geänderte Geräteanordnungen und Beschränkungen der Anzahl der Mitglieder für jedes Studio geben.

Trainingszeiten lassen sich per Voranmeldung entweder über die Website oder eine App buchen: „Das Trainingsangebot wird sich insgesamt verändern. Von intensiven, schweißtreibenden Trainingseinheiten raten wir eher ab. Entsprechend schulen wir auch unsere Trainer", sagt Seibold.


 


Die Infrastruktur im Studio wird ebenfalls eine andere sein: Duschen, Umkleiden sowie Schwimmbäder und Wellnessbereiche bleiben zunächst geschlossen. Das vollständige Konzept hängt von den behördlichen Auflagen der einzelnen Bundesländer ab.

Im Realitätscheck: Ansturm auf Fitnessstudios


„Obwohl die Fitnessstudios seit Mitte März vollständig geschlossen sind
und viele Mitglieder es kaum erwarten können wieder zu trainieren,
rechnen wir nicht mit einem übermäßigen Ansturm.“
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Martin Seibold, CEO Fitness First und LifeFit Group


Denn: „Durch die Zugangsbeschränkungen und das umsichtige Verhalten der Menschen in Zeiten der Coronakrise ist das sehr unwahrscheinlich. Das erleichtert uns zwar die Einhaltung der Schutz- und Hygienemaßnahmen, bedeutet aber gleichzeitig, dass wir und die gesamte Branche weiterhin mit finanziellen Einbußen zu kämpfen haben“, sagt Seibold.


 


Seitdem die Fitnessstudios geschlossen sind, konnten diese keine Neumitglieder mehr gewinnen. Kosten wie Miete und Geräteleasing laufen dennoch weiter. Fast alle Mitarbeiter der Studios befinden sich aktuell in Kurzarbeit. Auch wenn die Clubs nun wieder nach und nach öffnen, werden für den Betrieb nicht alle Mitarbeiter sofort aus der Kurzarbeit zurückkehren können. 

Dankbar für Vertrauen der Mitglieder

„Wir sind sehr froh und dankbar, dass der Großteil der Fitness First Mitglieder uns weiterhin die Treue hält“, erklärt Seibold. So werden die über YouTube angebotene Online-Kurse von den Mitgliedern sehr gut angenommen

Nach Unternehmensangaben beteiligen sich im Schnitt mehr als 1.100 Fitnessfans an jedem der täglich ausgestrahlten 6-8 Live-Kursen.

Außerdem gebe es für die Mitglieder Kompensationsangebote – etwa Trainingsgutscheine, ein Upgrade auf eine höhere Clubkategorie oder Ganzkörperanalysen.

Dennoch sind die finanziellen Auswirkungen für die gesamte Unternehmensgruppe weiterhin deutlich spürbar. Bei Smile X und Elbgym, die ebenfalls der LifeFit Group angehören, verhält es sich ähnlich ­– wie auch bei vielen weiteren Anbietern.


„Die gesamte Fitnessbranche, die zuvor geboomt hat, ist eingeknickt
und muss sich nun Schritt für Schritt aus der Krise hinausmanövrieren –
für uns alle eine große Herausforderung.“
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Martin Seibold, CEO Fitness First und LifeFit Group


Blick in die Zukunft

Doch es gibt auch positive Nachrichten: Die Corona-Krise habe den Trend zur Digitalisierung in der Fitnessbranche beschleunigt. Online-Kurse seien gefragt wie nie zuvor.

„Wir sehen aber natürlich auch, dass unsere Mitglieder wieder in Fitnessstudios trainieren möchten, um gerade jetzt die Abwehrkräfte und das Immunsystem zu stärken. Denn die positiven Aspekte von Sport und Bewegung sind unbestritten und wissenschaftlich belegt“, sagt Martin Seibold. (Lesen Sie auch: So stärkt Sport das Immunsystem)

Doch Online-Angebote könnten auf Dauer nicht den Trainer und das Training vor Ort im Fitnessstudio kompensieren, denn ein digitales Training kommt an einem gewissen Punkt an seine Grenzen. Vielen Trainierenden fehlt beispielsweise zu Hause das passende Equipment – die Trainingsmöglichkeiten im Wohnzimmer sind eingeschränkt.

Trainingsangebote im Club bleiben gefragt

„Wir werden auch in Zukunft unser Online-Angebot, das wir bereits vor der Krise gestärkt hatten, weiter ausbauen. Nichtsdestotrotz glauben wir fest daran, dass die Menschen weiterhin Fitnessstudios besuchen werden. Im ersten Schritt vermutlich etwas zurückhaltend, aber wir sind positiv gestimmt, dass es wieder einen Andrang auf das Trainingsangebot im Club geben wird“, sagt der Fitness First CEO mit Blick auf die Zukunft.

„Schwerwiegende Folgen für das Gesundheitssystem“

„Es ist essentiell, dass die Politik es uns in absehbarer Zeit auch wieder ermöglicht, den Kursbereich und die Nass- und Wellnessbereiche schrittweise zu öffnen. Natürlich immer unter Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln und einem passenden Konzept. Denn die Gesundheit unserer Mitglieder und Mitarbeiter steht für uns an erster Stelle. Weiterhin benötigt die Fitnessbranche, wie auch zahlreiche andere Branchen, staatliche Subventionen im Bereich Miete – andernfalls ist ein großes Konkursbeben in der Branche nicht aufzuhalten, möglicherweise mit mittelfristig schwerwiegenden Folgen für das Gesundheitssystem.“

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