1. JOMO – die Freude am Verzichten
Vergiss FOMO (die Angst, etwas zu verpassen). Ab 2026 dreht sich alles um JOMO, die Freude am Verzichten. JOMO steht für 'Joy of Missing Out' und bedeutet, im Moment zu leben, Freude an den eigenen Aktivitäten zu finden, Selbstfürsorge zu priorisieren und die eigene Zeit bewusst zu gestalten, statt sich von der Angst treiben zu lassen, etwas zu verpassen.
Die Mental-Health-Bewegung hat uns gelehrt, dass es in Ordnung ist, nicht immer okay zu sein. Der Aufstieg von JOMO zeigt, dass es auch in Ordnung ist, das Beintraining hin und wieder auszulassen. Immer mehr Fitnessanbieter und -mitglieder betonen, dass Ruhe und Regeneration ebenso wichtig sind wie kontinuierliches Training, um nachhaltig Fortschritte zu erzielen.
Mehrere Studien zeigen, dass das alte Motto 'No pain, no gain' jüngere Generationen abschreckt und Gefühle von 'Gymtimidation' (Angst vor dem Fitnessstudio) verstärkt. Deshalb setzen Betreiber auf eine behutsame Strategie, um Mitglieder dauerhaft zu binden.
Viel Anerkennung erhielt der GymNation-Betreiber aus den VAE, als er am Welttag der psychischen Gesundheit alle Gewichte aus dem Trainingsbereich entfernte und stattdessen folgenden Hinweis platzierte: „Das einzige Gewicht, das Menschen am 10. Oktober bewegen sollen, ist die mentale Last, die sie ablegen.“
Gleichzeitig gewinnt das Zone-Zero-Training an Bedeutung. Es setzt auf Bewegungen mit extrem niedriger Intensität und ist sowohl für Fitnessneulinge attraktiv, die ihre ersten vorsichtigen Schritte machen, als auch für erfahrene Sportler, die einen sanften Ausgleich zu intensiven Workouts suchen.
2. Die Wellnesslücke schließen
Es klingt vielleicht widersprüchlich, wenn Fitnessstudios ihre Mitglieder dazu ermutigen, gelegentlich nicht zu trainieren. Doch eine JOMO-Haltung könnte der Schlüssel zu noch größerem Wachstum sein. Während Studios früher als Teil des Wellnessangebots galten, werden sie heute zunehmend als zentraler Baustein wahrgenommen.
In einer Welt voller Daten und ständigem Gesundheitstracking fühlen sich viele Menschen gestresst. Fitnessstudios helfen ihren Mitgliedern, klarer zu erkennen, was sie wirklich brauchen. Neue Untersuchungen zeigen: Mitglieder von Fitnessstudios wissen fast doppelt so gut, wie sie ihre Gesundheit verbessern können. Zwei Drittel von ihnen sagen, dass das Studio eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Element für ihr Wohlbefinden ist.
Durch den Ausbau von Mind-Body-Angeboten wie Yoga, Atemübungen und Meditation, die Integration von Wellnessinhalten sowie zusätzlichen Gesundheitsservices positionieren sich Fitnessstudios weltweit als Komplettanbieter für ganzheitliches Wohlbefinden. Premiumanbieter wie Equinox und Third Space gehen hierbei voran.
Wellnessexpertin Anna Bjurstam, Senior Strategic Advisor bei Six Senses, ist überzeugt: „Fitnessstudios haben eine große Wachstumschance, wenn sie klar zeigen, dass sie die umfassenden Bedürfnisse ihrer Mitglieder erfüllen können.“
3. Verbindung steht im Mittelpunkt
Manchmal müssen die offensichtlichsten Wahrheiten erneut ausgesprochen werden. Aktuell dreht sich in der Fitnesswelt alles um die Bedeutung von Verbindungen: zu deinem Studio, zu deinen Instruktor:innen und zu deiner Community.
Der neueste ABC Fitness Report zeigt: 73 Prozent der Mitglieder sagen, dass Gemeinschaft entscheidend für Motivation und Beständigkeit ist. „Mitglieder kommen wegen der Gesundheit, aber sie bleiben wegen der Verbindung.“ Oder, wie Phillip Mills es ausdrückt: „Niemand verlässt ein Studio, weil er oder sie dort zu viele Freund:innen hat.“
Moderne Konsument:innen – vor allem Gen Z – kämpfen mit einer beispiellosen Isolation und Einsamkeit. Wir verbringen heute 70 Prozent weniger Zeit mit Freund:innen als noch vor zehn Jahren. Das erzeugt ein starkes Bedürfnis nach echter Begegnung und Gemeinschaft.
Die Nachfrage nach Live-Fitnessangeboten erreicht gerade ihren Höhepunkt. Für Studios ist das die Chance, ihr Wachstum massiv anzukurbeln, indem sie die attraktivsten Elemente ihres Angebots in den Vordergrund stellen.
Der Trend zu Studio-Laufgruppen und HYROX sowie aktuelle Erfolgsbeispiele führender Betreiber wie EOS und West Wood Club zeigen, wie wirkungsvoll eine communityorientierte Studiostrategie ist. Gleichzeitig hebt Sondre Gravir, CEO von SATS, die Gruppenfitnessstrategie der nordischen Kette als entscheidenden Faktor für den jüngsten Umsatzanstieg hervor. SATS-Mitglieder, die regelmäßig Kurse besuchen, bleiben im Durchschnitt 1,8-mal länger dem Studio treu als andere (Fitness News Europe, November 2025).
4. Kraft auf allen Ebenen
Die Nachfrage nach Krafttraining ist nach wie vor ungebrochen, aber die Kund:innen werden anspruchsvoller. Und die Studios erweitern ihr Angebot entsprechend.
Es geht schon lange nicht mehr nur um Gewichte auf der Trainingsfläche. Formate wie Yoga, Pilates und Zirkeltraining, die die allgemeine Kraft fördern, werden immer beliebter.
Krafttraining ist heute für alle Altersgruppen eine Schlüsselkomponente – nicht nur für die Generation Z, sondern auch für Menschen in den Wechseljahren, ältere Erwachsene und alle, die Medikamente zur Gewichtsreduktion einnehmen. Bis 2026 wird es noch mehr Vielfalt im Krafttraining geben.
Weltweit tauschen Studios bereits Cardiogeräte gegen zusätzliche Kraftstationen aus, während neue kraftbasierte Kurse schnell an Bedeutung gewinnen – vor allem, um lange Warteschlangen an den Squat Racks zu vermeiden.
Genau hier setzt Les Mills mit BODYPUMP HEAVY™ an (wir berichteten): einem neuen Programm, das sicheres und effektives Gewichtheben für alle zugänglich macht. Es beseitigt typische Barrieren wie 'Gymtimidation' und steigert das Trainingserlebnis mit ikonischer Musik, Gruppenenergie und einer zertifizierten Les Mills-Instruktorin.
BODYPUMP HEAVY™ basiert auf der Wissenschaft von BODYPUMP™, der seit mehr als 30 Jahren weltweit beliebtesten Kraft-Class, und wurde entwickelt, um Betreiber:innen dabei zu unterstützen, die wachsende Nachfrage nach Krafttraining in ihren Studios zu bedienen. Das steigert die Gesamtkapazität, stärkt die Community und fördert die Mitgliederbindung und Empfehlungen.
5. Digitale Zwillinge
Das Konzept des digitalen Zwillings ist nicht neu: Bereits in den 1960er-Jahren setzte die NASA es ein, um mithilfe von Simulatoren die Auswirkungen von Änderungen auf die Leistung der Apollo-Raumschiffe zu modellieren. Später wurde es in der Fertigung etabliert. Jetzt, dank Fortschritten bei Body-Tracking und KI, gewinnt 'Digital Twinning' als Methode zur Verbesserung unserer Gesundheit an Fahrt.
Digitale Zwillinge sind virtuelle Abbilder einer Person, die aus Körperdaten wie Wearable-Messungen, Laborergebnissen und Ernährungsprotokollen erstellt werden. Sie überwachen kontinuierlich physiologische Daten wie Herzfrequenz und Glukosespiegel, analysieren diese, simulieren die Leistungsfähigkeit und geben in Echtzeit datengestützte Empfehlungen für Training, Ernährung und Regeneration.
Da das Konzept zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist zu erwarten, dass Betreiber:innen ihren Mitgliedern die Möglichkeit bieten werden, eigene digitale Zwillinge zu erstellen.
6. Maximiere den Umsatzbeitrag jedes Quadratmeters
Steigende Betriebskosten und enge Margen zwingen Betreiber:innen dazu, kreativ zu werden, um die Kapazität ihrer Flächen zu maximieren. Ein Beispiel: Die Fitness & Lifestyle Group nutzte Besucheranalysen, um Kinderbetreuungsbereiche aus ihren Studios zu entfernen und so 30.000 Quadratmeter zusätzliche Trainingsfläche zu gewinnen.
Der führende australische Betreiber verleiht seinen Gruppenfitness-Kursräumen außerdem neues Leben, indem er 'Performance Zones' schafft: Räume mit schwarzen Wänden, industriellem Licht und offenen Trainingsbereichen. Diese sollen Hemmschwellen abbauen und Mitglieder dazu einladen, die Räume auch außerhalb der Kurszeiten für das eigene Training zu nutzen.
Gleichzeitig setzen viele andere Betreiber auf zusätzliche Kurse direkt auf der Trainingsfläche, um neue Teilnehmende zu gewinnen, für Dynamik zu sorgen und den Deckungsbeitrag zu steigern, indem pro Quadratmeter mehr Mitglieder bedient werden.
„Die teuerste Fixkostenposition eines Studios sind die eigenen vier Wände. Deshalb muss man sich fragen: Wie hole ich den maximalen Ertrag aus jedem Quadratmeter?”, erklärt Gerry Salmon, erfahrener Studiobetreiber und Fitnessökonom.
Der Deckungsbeitrag (der Ertrag pro Bereich, berechnet als Kapazität × Auslastung × Durchflussrate) war eines der zentralen Themen im aktuellen Bericht 'MVPs: Diese Mitglieder steigern deinen Umsatz nachhaltig'.
Die Analyse zeigt: Wer Flächen für Aktivitäten mit dem höchsten Deckungsbeitrag priorisiert und sie mit den profitabelsten Mitgliedertypen besetzt, maximiert Kapazität und Umsatzpotenzial. Der Bericht identifiziert die MVPs (Most Valuable Participants) als die Mitgliedergruppe, auf die sich Studios konzentrieren sollten: Sie kommen häufiger, bleiben länger und haben den höchsten Lifetime Value (LTV) aller Kategorien. Teste hier den kostenlosen ROI-Rechner von Les Mills und finde heraus, welchen Einfluss mehr MVPs auf das Ergebnis deines Studios haben können.
7. Endlich Anerkennung
2026 könnte das Jahr sein, in dem die Fitnessbranche die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient, und ihr Potenzial entfaltet, das Leben vieler Menschen nachhaltig zu verändern.
Nach Jahrzehnten geringer Beachtung erkennen Regierungen und Gesundheitssysteme zunehmend die zentrale Rolle von Fitness für gesunde Gesellschaften. Angesichts überlasteter Gesundheitssysteme rückt Prävention stärker in den Fokus – unterstützt durch gezielte Pro-Fitness-Maßnahmen.
In den USA ermöglichen neue Regelungen für Health Savings Accounts (HSA) und Flexible Spending Accounts (FSA), dass künftig rund 150 Milliarden US-Dollar auch für Fitnessleistungen wie App-Abos, Home-Gym-Equipment und Regenerationsprodukte genutzt werden können.
Seit 2026 vergütet Medicare Ärztinnen und Ärzte zudem dafür, dass sie körperliche Aktivität und Ernährungsgewohnheiten systematisch erfassen. Bewegung wird damit offiziell als klinisch relevanter Faktor anerkannt. Die HFA setzt sich dafür ein, den Zugang zu präventionsbasierten Bewegungsprogrammen weiter auszubauen, insbesondere für ältere Erwachsene.
Auch wirtschaftlich gewinnt Fitness an Bedeutung. Mit dem 'Keep Britain Working Review' will die britische Regierung krankheitsbedingte Ausfälle reduzieren und die Produktivität steigern. Ziel ist eine gemeinsame Verantwortung von Arbeitgeber:innen, Beschäftigten und Gesundheitsdiensten.
Bis 2029 entwickeln sieben Fitnessunternehmen konkrete Umsetzungskonzepte für eine fittere und leistungsfähigere Belegschaft.
Bist du bereit für die nächste Generation von Mitgliedern?
Mit einer neuen Serie von Programmen, die genau auf die Bedürfnisse der Generation Z zugeschnitten sind, bringt Les Mills dein Studio auf Wachstumskurs.
Fragen, Feedback oder Fehler entdeckt? Lass es uns wissen – wir freuen uns auf deine Nachricht!



