Gesundheits- und Fitnesssektor trägt mit fast 100 Milliarden US-Dollar zum globalen BIP bei

Ein Bericht der GHFA mit IHRSA und Deloitte zeigt, wie die Gesundheits- und Fitnessbranche dabei helfen kann, die Gesundheitskosten weltweit zu senken.
Lesezeit: 3 Minuten
Der Beitrag der Fitness- und Gesundheitsbranche zur Wirtschaftsleistung
Der Beitrag der Fitness- und Gesundheitsbranche zur Wirtschaftsleistung
Fitte Bürger:innen sind günstiger: Die Global Health & Fitness Alliance (GHFA) hat in Zusammenarbeit mit der IHRSA einen Bericht von Deloitte veröffentlicht, in dem der soziale und wirtschaftliche Wert der globalen Gesundheits- und Fitnessbranche gezeigt wird.

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Die wichtigsten Fakten in Kürze:

Los geht's! Die Hintergründe und Detailinformationen:

Der Report „Economic health and societal wellbeing: quantifying the impact of the global health and fitness sector“ der Global Health & Fitness Alliance (GHFA), IHRSA und Deloitte beschreibt die Auswirkungen der Gesundheits- und Fitnessbranche auf das BIP und die Gesundheitssysteme weltweit und das Aktivitätsnieveau in 46 verschiedenen Ländern.

Der Gesamteinfluss beläuft sich demnach auf bis zu 91,22 Mrd. US-Dollar pro Jahr*.

*Bei dieser Zahl wurden einige Doppelzählungen festgestellt.

Die Fitness- und Gesundheitsbranche leistet weltweit einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigung und zum BIP. Ihre Präsenz – durch Fitnessstudios, Clubs und Sportanlagen –  erhöht das regionale Aktivitätsniveau, was zur Steigerung des BIP und zur Senkung der Gesundheitskosten führt.

Daten, Studien & Branchenberichte ausgewertet

Durch die Überprüfung vorhandener Daten, wissenschaftlicher Studien und Branchenberichte haben die Autoren eine Methode entwickelt, die Auswirkungen der Branche auf die Wirtschaft aufzuzeigen.

Im ersten Schritt haben sie die wirtschaftlichen Auswirkungen von Fehlzeiten und Anwesenheitszwang erläutert, im zweiten gaben sie an, wie viel inaktive Arbeitnehmer:innen in jedem Land die Wirtschaft kostet.


Lesen Sie mehr: 'Eckdaten 2022'


Aufbauend auf diese Ergebnisse können konkrete Empfehlungen ausgesprochen werden: Die Investition eines ähnlichen Betrags in Maßnahmen für ein höheres Aktivitätsniveau der Bevölkerung, würde sich laut den Autoren der Studie positiv auf das BIP und das Gesundheitssystem auswirken und sich bereits nach einem Jahr auszahlen.

Gesundheitssysteme weltweit betroffen

Für diese Schlussfolgerungen hatten sie zuvor u.a. Studien der Weltbank, der OECD und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wissenschaftliche Arbeiten untersucht. Rand (2019) etwa fand heraus, dass inaktive Personen aufgrund von Anwesenheitszwang 2,6 bis 3,71 Tage Arbeitszeit verlieren.

Bereits im Jahr 2013 kostete Inaktivität die weltweiten Gesundheitssysteme rund 53,8 Milliarden US-Dollar, stellte ein von Lancet veröffentlichten Bericht fest.


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Die Branche beschäftigt nicht nur Millionen von Menschen auf der ganzen Welt und generiert einen Mehrwert in Milliardenhöhe für das BIP, sondern hat auch einen sehr positiven Einfluss auf die Gesundheitsfolgen. Auf diese Weise spart die Wirtschaft insgesamt Milliarden an Gesundheitskosten und Produktivitätsvorteilen“, heißt es im Vorwort des Reports von GHFA und IHRSA.

Länderreports mit detaillierten Daten

Jeder Abschnitt zu den einzelnen Ländern beginnt mit den Zahlen zum Pro-Kopf-BIPs, zu Gesundheitsausgaben des BIP (in Prozent), zum verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen, zum Alterungtrends, zur unzureichender Aktivität (in Prozent) und zur Fettleibigkeit, gefolgt von Gesundheitstrends, staatlichen Initiativen und wirtschaftlichen Auswirkungen.

Wertschöpfung durch Fitnessbranche

Für Großbritannien erwirtschafte die Gesundheits- und Fitnessbranche im Jahr 2021 beispielsweise eine direkte Wertsteigerung von 3 Mrd. US-Dollar und förderte eine zusätzliche Wertschöpfung von 1,5 Mrd. US-Dollar durch Lieferketten und 50.100 Arbeitsplätze.

Deloitte zeigt den daraus resultierenden wirtschaftlichen Nutzen für jede:n inaktive:n Arbeitnehmer:in, der:die aktiv wurde.

Positive Wirkung von Bewegung nutzen

Bewegung führt zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands, etwa zu einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Demenz, Depressionen, Angstzustände und eine Reihe von Krebsarten.

Die Verbindung der positiven Effekte von Bewegung mit dem BIP und den Kosten des Gesundheitswesens, belegt, wie die Förderung von körperlicher Aktivität das Gesundheitssystem entlasten und das BIP erhöhen kann.

Dem Bericht zufolge kostet Inaktivität dem britischen Gesundheitssystem jährlich 4,3 Mrd. US-Dollar, von denen 3,6 Mrd. US-Dollar vom öffentlichen Gesundheitssystem getragen werden. Jedes Jahr gehen in Großbritannein demnach 43,8 Mio. Arbeitstage durch Fehlzeiten und Anwesenheitszwang verloren, was die britische Wirtschaft nochmals jährlich 16,5 Mrd. USD kostet.

Daraus resultiert, dass jede:r inaktive Arbeitnehmer:in die Wirtschaft 1.713 US-Dollar pro Jahr kostet. Die Investition eines ähnliche Betrags von 1.700 US-Dollar in die Unterstützung einer nicht aktiven Person würde sich nach weniger als einem Jahr auszahlen.

Kosten durch Inaktivität

In den USA kostet Inaktivität dem Gesundheitssystem 84,7 Milliarden US-Dollar, jede:r inaktive Arbeitnehmer:in die Wirtschaft 3.447 US-Dollar pro Jahr. Eine Investition von 3.000 US-Dollar wird empfohlen, um inaktive Menschen zu regelmäßigen Sport zu motivieren.

In Spanien kostet die Inaktivität das Gesundheitssystem 7,2 Mrd. USD, es gehen 19,8 Mio. Arbeitstage durch Abwesenheit und Anwesenheitszwang verloren, und jede inaktive Person kostet die Wirtschaft 1.978 USD (empfohlen werden 2.000 USD Investition pro Person).

Die Autoren des Reports führten auch Interviews mit Interessenvertreter:innen der Fitness- und Gesundheitsbranche durch, um einige der Probleme mit der derzeitigen Wahrnehmung, Zusammenarbeit und Integration von Regierung und der Branche zu beleuchten.

Außerdem wurde aufgezeigt, wie sie in China, den USA und Japan zusammenarbeiten.


Lesen Sie auch: 'European Health & Fitness Market Report 2022'


Dass die Regierungen die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio als Freizeitaktivität und nicht als Gesundheitsinvestition betrachten, sei eines der Hauptprobleme.

In Großbritannien  wird auf die Fitnessstudiomitgliedschaft eine Mehrwertsteuer von 20 Prozent erhoben, während in Belgien für die Nutzung von Sporteinrichtungen nur ein Satz von sechs Prozent gilt.

Die Interessenvertreter schlugen vor, solche Ausgaben mit einem günstigeren Steuersatz zu belegen.

Zusammenarbeit von Regierungen und Fitnessbranche nötig

Weitere Möglichkeiten, wie die Regierungen mit der Gesundheits- und Fitnessbranche zusammenarbeiten könnten, um die Förderung inaktiver Menschen voranzutreiben, sind persönliche Trainingsprogramme, Maßnahmen zur körperlichen Betätigung und Bewegung als Präventivmaßnahme.

Der vollständige Bericht ist auf der IHRSA Website abrufbar.

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Für fitness MANAGEMENT berichtet

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