Gesundheit im betrieblichen Umfeld verlässlich zu messen ist schwierig und stellt eine große Herausforderung dar – relevante Kennzahlen können hier weiterhelfen.
Lesezeit: 2 Minuten

Wie kann man den Status-Quo eines Unternehmens bestimmen und wie lassen sich die Erfolge eines BGM in der Praxis effektiv messen? Hier reicht es nicht aus, sich auf eine einzige Kennzahl, wie beispielsweise den Krankenstand zu fokussieren, erläutert Expertin Sarah Staut von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Um Kennzahlen ganzheitlich und systematisch zu erfassen, bietet sich der Einsatz eines geeigneten Kennzahlensystems an. Aber wie kann ein solches Kennzahlensystem in der Praxis aussehen?

Ein effektives BGM integriert den Arbeitsschutz sowie das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) und sollte darüber hinaus harte und weiche HR-Kennzahlen berücksichtigen. Wichtige Kennzahlen im Zusammenhang mit dem Arbeitsschutz sind die Zahl der Arbeitsunfälle, Nohl-Werte, Leitmerkmale sowie Hinweise auf psychische Belastungen, die im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung gemäß § 5 ArbSchG eine Rolle spielen. Den Handlungsbedarf sowie den Erfolg des BEM kann man mithilfe von Kennzahlen, wie zum Beispiel der Anzahl der BEM-Fälle sowie der BEM-Quote darstellen. Auch Feedback bzw. Bewertungen der Mitarbeiter sowie gegebenenfalls weitere Evaluationsergebnisse können hier wichtige Aufschlüsse geben. All diese Faktoren sollten bei der umfassenden Analyse berücksichtigt werden.  

Als Kennzahlen im BGM bieten sich zum einen HR-Kennzahlen an, die Aufschluss über die personalwirtschaftlichen Entwicklungen geben sollen. Dazu zählen krankheitsbedingte Fehlzeiten, Arbeitsunfälle, Fluktuation, Altersstruktur, Produktivität und Teilnahme an BGF-Maßnahmen. Ebenfalls wichtig sind hier weiche Faktoren, wie Zufriedenheit, Motivation, Engagement und psychische Belastungen der Mitarbeiter. Gerade diese Faktoren bilden die Grundlage für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und können mithilfe von Gesundheitszirkeln und Mitarbeiterbefragungen erfasst werden.  

Die besten Kennzahlen nützen allerdings nichts, wenn sie isoliert voneinander betrachtet bzw. im schlimmsten Fall gar nicht analysiert werden. Ein umfassendes Controlling-System kann hier weiterhelfen, wird aber laut aktueller Studien in der Praxis bisher eher selten systematisch umgesetzt. Diese Studie verdeutlicht, dass in Puncto Kennzahlen und Kennzahlensysteme im Zusammenhang mit BGM noch deutlicher Handlungsbedarf besteht. Wie man effektiv ein solches System in der Praxis umsetzen kann, erfahren Interessierte im BSA-Lehrgang „Betrieblicher Gesundheitsmanager“. Dieser Lehrgang eignet sich insbesondere für Personalverantwortliche in Unternehmen.

Ausführliche Hintergrundinformationen zum Thema BGM und nachhaltige Kennzahlensysteme bekommen Sie hier.

Bitte klicken Sie hier für weitere Informationen zur Studie "Kennzahlen im betrieblichen Gesundheitsmanagement: Noch ein weiter Weg" von EuPD Research.

Ausführliche Informationen zum Bildungsangebot der BSA-Akademie im Bereich BGM bekommen Sie hier.

Das Interview der fM mit dem BGM-Experten Oliver Walle können Sie hier lesen.

-Anzeige-

Mehr von diesen Autoren

Das marea Fitness in Lingen hat das Zertifizierungsverfahren „ZertFit“ der BSA-Zert nach DIN-Norm 33961 erfolgreich absolviert und beantwortet damit zugleich...
An dieser Stelle haben wir Anfragen Ihrer Kollegen, unserer Mitglieder, zum Thema Rechte und Pflichten gegenüber Mitarbeitern gesammelt. Kurz und...
Schulung von UV-Fachpersonal: In der Wahrnehmung vieler Betreiber und auch der Öffentlichkeit ist die Schulung und Zertifizierung von UV-Fachpersonal der...

Das könnte dich auch interessieren

Im Vordergrund ein geöffneter Laptop vor einer sitzenden Frau mit langen braunen Haaren, die nach rechts blickt. Links oben ein eingeblendetes Logo „BSA-Akademie“.

KI für Customer Journey

Das kostenfreie Webinar der BSA-Akademie zeigt, wie Künstliche Intelligenz entlang der Customer Journey Betreuung, Qualität und Mitgliederbindung unterstützen kann.
Roter Kreis mit Text „Fitness im Ohr WHO-Empfehlung zum Krafttraining“, darunter Logo „fitness MANAGEMENT“, Namen „Janosch Marx“ links und „Dr. Andreas Barz“ rechts, zu den Namen sind die Fotos der Männer abgebildet.

WHO im Ohr

Dr. Andreas Barz erläutert im Podcast die Bedeutung von Krafttraining im Zusammenhang mit WHO-Empfehlungen, Post-COVID, GLP-1-Medikamenten, KI und Fitnessstudios im Gesundheitssystem.
Im Vordergrund sitzen mehrere Personen an weißen Tischen in einem hellen Seminarraum; mittig hält eine Frau in weißem Oberteil einen Stift an einem Notizbuch, links sitzt ein Mann im schwarzen Hoodie, rechts liegt ein aufgeschlagenes Buch; im Hintergrund befinden sich drei unscharfe Personen und ein Laptop. Links auf rot bis gelbem Farbverlauf das Logo der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

Deutschlandstipendien 2026

Die DHfPG vergibt noch bis zum 30. Juni 2026 Deutschlandstipendien. Online über das Bewerberportal der StudienStiftungSaar bewerben!
Links eine Frau mit dunkelblauer Jacke und grünem Gymnastikball vor grauem Hintergrund. Rechts eine Grafik mit der Überschrift „Master-Talk“ und Informationen zum „Master of Arts Sport- und Bewegungstherapie“. Sichtbar sind Datum „20.05.2026“, Uhrzeit „17.00 Uhr“, URL „www.dhfpg.de/mastertalk“, QR-Code, Porträts der Referenten Arne Morsch, Fabian Pelzer, Tobias Mischo, Ida Morsch und Elena Feibel sowie das Logo der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement unten rechts.

Master-Talk MSBT

Die DHfPG präsentiert im Webinar den neuen Master-Studiengang Sport- und Bewegungstherapie, der ab Sommersemester 2026 berufsbegleitend für Therapie- und Rehabilitationsaufgaben qualifiziert.
Porträtaufnahme von Marie Sophie Romanowski in einem weißen Polaroidrahmen vor gelbem Hintergrund. Oben links befindet sich das Logo der BSA-Akademie mit dem Schriftzug „Prävention, Fitness, Gesundheit“. Marie Sophie Romanowski blickt frontal in die Kamera und trägt ein ärmelloses hellgrünes Oberteil.

Weiterbildung mit Tiefgang

Marie Sophie Romanowski gründete nach Weiterbildungen an der BSA-Akademie ihr eigenes Pilatesstudio und verbindet dort Pilates, Achtsamkeit und gesundheitsorientierte Kurskonzepte.
Im Vordergrund sitzt eine Person an einem Tisch vor einem Laptop und schreibt in ein Notizbuch. Links oben steht das Logo mit dem Text „Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement University of Applied Sciences“.

Therapiekompetenz stärken

Die DHfPG startet eine Hochschulweiterbildung zur Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen, psychosomatischen und suchtbezogenen Erkrankungen.