Gesundheit, Management, Markt | Autor: Anke Sörensen |

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Trotz Corona ein erfolgreiches Geschäftsfeld für Studios

Die vergangenen 18 Monate haben die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt, die Digitalisierung beschleunigt und das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) in Bezug auf 'Gesunde Führung' vor neue Herausforderungen gestellt. Homeoffice und flexible Jobmodelle verändern das BGM.

BGM neu gedacht – Erfolgreiches Geschäftsfeld für Studios

Gleichzeitig ist die Relevanz der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) am Arbeitsplatz heute stärker ins Bewusstsein gerückt. Für Studiobetreiber bieten sich neue Chancen: Mit ihrem Know-how können sie die Unternehmen dabei unterstützen, die BGM-Maßnahmen passgenau auf die neuen Anforderungen zuzuschneiden.

Digitale Transformation in der Arbeitswelt

Die Corona-Krise hat die Arbeitsbedingungen in vielen Unternehmen nachhaltig verändert. Bereits in der im Juli 2020 veröffentlichten  Sonderstudie  der Bertelsmann Stiftung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitswelt in Deutschland gingen 92 Prozent der Befragten davon aus, dass die Krise die digitale Transformation in der betrieblichen Arbeitswelt maximal beschleunigen wird.

 

84 Prozent glaubten, dass sich Homeoffice und mobiles Arbeiten als alternative Arbeitsformen etablieren und digitale (Kommunikations-)Tools zum gängigen Arbeitsmittel werden. Diese Annahmen haben sich bestätigt.

Längst kehren nicht mehr alle Mitarbeiter an den Arbeitsplatz zurück, haben sich Prozesse und Strukturen verändert. Erste Konzerne verkleinern ihre Büroflächen und mieten Räumlichkeiten ab, viele Beschäftigte arbeiten hybrid oder ganz im Homeoffice, ein Drittel will auch nach der Krise 'remote' arbeiten.

Risikofaktor Homeoffice

Die Arbeitsbedingungen im Homeoffice führen zur Veränderung der Work-Life-Balance. Neben positiven Aspekten wie der selbstbestimmten Gestaltung von Arbeitszeiten, räumlicher Flexibilität und dem Wegfall von Arbeitswegen birgt diese Arbeitsweise auch Gefahren.


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Die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmt, Arbeit wird verdichtet, der Stresspegel steigt, wenn nach Feierabend noch berufliche E-Mails erledigt werden.

Während Unternehmen i. d. R. ergonomische Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, fehlt im Homeoffice meist eine adäquate Ausstattung. Die Folge: Langes Sitzen vor dem Rechner in Fehlhaltung führt zu Nacken-, Schulter- und Rückenbeschwerden. Auch psychische Belastungen können Verspannungen und Schmerzen verursachen.


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So schlagen die coronabedingte Wirtschaftskrise, Existenzängste, Unsicherheit und ein Gefühl des Kontrollverlusts auf die Psyche. Wie Auswertungen der Kaufmännischen Krankenkasse ([KKH], 2021) zeigen, sind Rückenbeschwerden erstmals seit Jahren die Hauptursache für Krankschreibungen in Deutschland.

Fehltage auf Rekordhoch

Im ersten Halbjahr 2021 waren bundesweit rund ein Fünftel (20,4 %) der bei der KKH eingereichten Atteste auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen. Die Zahl der Fehltage infolge von Erkrankungen des Bewegungsappartes stieg auf 25,4 Prozent, das sind in Summe 1,5 Millionen Fehltage im Job – ein Rekordhoch.


 


BGM im Wandel

Die Studie '#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt' vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) aus 2020 zeigt, dass ein Großteil der befragten Organisationen (81,3 %) BGM-Maßnahmen und umfassende Konzepte gerade in der Krise als 'wichtig' bzw. 'immer wichtiger' beurteilt.

Nachhaltige Strukturen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement und eine entsprechende Unternehmenskultur gelten als Grundpfeiler, die Organisationen in wirtschaftlichen Krisenzeiten Stabilität geben. Während BGM-Maßnahmen zu Beginn der Pandemie zum Erliegen kamen, werden sie nun fortwährend an die neuen Rahmenbedingungen angepasst.

Ergonomie im Homeoffice, psychosoziale Gesundheit und eine psychische Gefährdungsbeurteilung sind zurzeit zentrale Themen. Gleichzeitig brauchen Mitarbeitende bedarfsgerechte Präventionsmaßnahmen aus dem BGF, wie aktive Pausen und spezifische Rückenübungen, die bei akuten Problemen helfen.

Ganzheitlich zum Erfolg

Erfolgreiches BGM bleibt ein ganzheitliches Konzept aus mehreren Bausteinen, das Arbeitsplatzergonomie, Ernährung, Bewegung, Muskelaufbau und -erhalt mit Stressreduktion und Gefährdungsanalysen kombiniert.

Die Umsetzung von praktischen Maßnahmen am Arbeitsplatz, Workshops, Vorträgen und Informationsveranstaltungen hat sich allerdings verändert. Statt der Vor-Ort-Maßnahmen werden vermehrt digitale Alternativen wie Live-Kurse, OnlineCoachings und -Beratungen sowie Podcasts entwickelt. Erst, wenn die Pandemie endgültig besiegt ist, werden wieder vermehrt Präsenzveranstaltungen stattfinden können.

BGM aktiv leben

BGM ist eine Führungsaufgabe, die aktiv vorgelebt werden muss. Nur, wenn das Thema Gesundheit in allen Managementstrukturen verankert und mit anderen Bereichen vernetzt ist, wird bei allen wichtigen Unternehmensentscheidungen auch immer die ganzheitliche, gesundheitliche Perspektive berücksichtigt.

Gerade in Zeiten, in denen nicht das ganze Team vor Ort ist, nimmt dabei die Bedeutung von Kommunikation und Motivation für ein nachhaltiges BGM zu. Mitarbeiter /-innen auf allen Hierarchieebenen sollten regelmäßig über Maßnahmen informiert und mit niedrigschwelligen Angeboten zur Teilnahme bewegt werden. Digitale Medien können bei der Motivation unterstützen, zum Beispiel in Form von Challenges im Team.

Chance für Studios

Bei all diesen Herausforderungen können Studiobetreiber die Unternehmen mit ihrer Kompetenz als Gesundheitsdienstleister unterstützen. Dabei ist die Qualifikation der Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg.

Sie kann mit speziellen Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich BGM vertieft werden. Trainer verfügen über die Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz, um wichtigen Input zu gesundheitsrelevanten Fragen zu liefern und Praxiseinheiten durchzuführen.

Mit ihrer Infrastruktur aus geschultem Fachpersonal, Räumlichkeiten, Ausstattung, Gerätepark und dem Know-how aus 1,5 Jahren Corona-Pandemie sind Studiobetreiber bestens darauf vorbereitet, sowohl speziell zugeschnittene digitale BGM-Angebote zu liefern, als auch vor Ort im Unternehmen 'Fitnessstützpunkte' einzurichten oder im eigenen Studio Kurse anzubieten.

Doch wie gehen Fitness- und Gesundheitsstudios als BGM-Anbieter am besten auf Unternehmen zu? Was zeichnet ein erfolgreiches BGM-Konzept aus? Welche Punkte dürfen auf der Checkliste nicht fehlen?

BGM hoch 3 – Interviews zum BGM der Zukunft

Dazu haben wir Niklas Magerl, Koordinator BGM des STRABAG-Konzerns, Frank Luz, Geschäftsführer der Gym-24-Studios und BGM-Anbieter, und Sarah Staut, Dozentin mit Schwerpunkt BGM an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie befragt.


Auszug aus der Literaturliste

Bertelsmann Stiftung, Münchner Kreis. (Hrsg.). (2020). Sonderstudie Corona. Begleitstudie zur Zukunftsstudie: Leben, Arbeit, Bildung 2035+. Zugriff am 06.09.2021.
Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung. (Hrsg.). (2020). #whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt. Zugriff am 07.09.2021.

Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte presse@fitnessmanagement.de.

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