Eine aktuelle Imagestudie des DSSV zeigt Unterschiede in der öffentlichen Wahrnehmung von Berufsprofilen im Gesundheits- und Fitnesskontext.
Während Sport- und Bewegungstherapeutinnen und -therapeuten von vielen Menschen als besonders kompetent eingeschätzt werden, schneiden Fitnesstrainerinnen und Fitnesstrainer deutlich schwächer ab.
Es ist eigentlich schlimm und es begleitet mich auch seit 30 Jahren in meinem Berufsleben, dass körperliche Aktivität – Training, Sport, Bewegungstherapie – nicht einen höheren Stellenwert einnimmt in der Behandlung.
Prof. Dr. Arne Morsch – Leiter Fachbereich Gesundheitswissenschaft DHfPG
In der neuen Folge des Podcasts Fitness im Ohr greift Host Janosch Marx dieses Ergebnis auf und spricht mit seinem Gast Prof. Dr. Arne Morsch über mögliche Gründe.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung des Berufsbildes des Sport- und Bewegungstherapeuten und die Frage, welche Kompetenzen mit dieser Qualifikation verbunden sind.
An der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement ist inzwischen ein eigener Studiengang im Bereich Sport- und Bewegungstherapie entstanden.
Ziel ist es, Fachkräfte auszubilden, die insbesondere mit Menschen mit bestehenden Erkrankungen arbeiten können. Dafür verbinden sie medizinisches Wissen, trainingswissenschaftliche Kompetenz und praktische Erfahrung.
In einem regelmäßigen körperlichen Training, in einer regelmäßigen körperlichen Aktivierung liegen extreme Potenziale.
Prof. Dr. Arne Morsch – Leiter Fachbereich Gesundheitswissenschaft DHfPG
Die Gesprächspartner diskutieren, welche Rolle Trainerinnen und Trainer tatsächlich im Gesundheitskontext spielen und wie sich die verschiedenen Berufsprofile voneinander unterscheiden.
Darüber hinaus geht es um die Frage, wie die Fitness- und Gesundheitsbranche ihre Kompetenzen künftig stärker sichtbar machen kann. Fitness- und Gesundheitseinrichtungen können eine wichtige Rolle dabei spielen, Menschen langfristig zu regelmäßiger körperlicher Aktivität zu motivieren und strukturiertes Training anzuleiten.
Fitness im Ohr: hier aktuelle Folge als Podcast anhören
Gerade bei weit verbreiteten Erkrankungen wie Rückenbeschwerden, Herz-Kreislauf-Problemen oder Stoffwechselerkrankungen gilt Bewegung als zentraler Bestandteil von Prävention und Therapie.
Werden entsprechende Kompetenzen in den Einrichtungen aufgebaut, etwa durch qualifizierte Trainer oder Sport- und Bewegungstherapeuten, könnten Fitnessstudios stärker als bislang zur Gesundheitsversorgung beitragen – und damit langfristig auch helfen, das Gesundheitssystem zu entlasten.
Die Folge ordnet aktuelle Wahrnehmungen ein und beleuchtet Perspektiven für die weitere Professionalisierung der Branche.
Key Takeaways
- Klare Rollen: Trainer arbeiten präventiv mit Gesunden; Sporttherapeuten mit Menschen mit diagnostizierten Erkrankungen.
- Bewegung wirkt: Training kann bei vielen Erkrankungen Symptome lindern und die Gesundheit stabilisieren.
- Versorgungslücke: Oft fehlt nach einer Physiotherapie ein strukturiertes, langfristiges Training.
- Mehr Kompetenz im Studio: Sporttherapeuten bringen medizinisches und trainingswissenschaftliches Wissen ein.
- Wirtschaftliches Potenzial: Präventionskurse und Nachsorgeprogramme schaffen zusätzliche Erlöse.
- Gesundheitspositionierung: Wer Gesundheit anbietet, braucht passende Angebote und qualifiziertes Personal.




