Die Fitness- und Gesundheitsbranche wird unzureichend unterstützt

Die Fitness- und Gesundheitsbranche verfolgt Ziele wie das Gesundheitsministerium, nämlich Gesunderhaltung und Prävention. Doch langsam gehen ihr die Kräfte aus.
Lesezeit: 3 Minuten
Umfrage des DSSV
Umfrage des DSSV
Einer Branche, die mit der Gesunderhaltung der Bevölkerung und der Krankheitsprävention dasselbe Ziel wie das Gesundheitsministerium verfolgt, gehen die Kräfte aus. Normalerweise steht der Beginn eines neuen Jahres für gute Vorsätze. Dementsprechend wird ein Großteil der Neumitgliedschaften in unserer Branche am Anfang des Jahres geschlossen.

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Die wichtigsten Fakten in Kürze:

  • DSSV sieht die Gesunderhaltung der Menschen gefährdet.
  • Eine DSSV-Umfrage zeigt: Nahezu flächendeckende 2G-plus-Regelungen ohne Booster-Annerkennung führen zu weniger Check-Ins der Mitglieder.
  • Die Zahl der Neuanmeldungen in Fitness- und Gesundheitsanlagen sinkt zu Jahresbeginn dramatisch.

Los geht's! Die Hintergründe und Detailinformationen:

Eine Umfrage des DSSV Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen zeigt schwerwiegende Entwicklungen aufgrund der 2G-plus-Regelungen auf.

Wie zu erwarten war, ist durch die nahezu flächendeckenden geltenden 2G-plus-Regelungen die Nachfrage zum Start des neuen Jahres stark zurückgegangen (Vergleich zu Vorkrisenzeiten).



Klar zu erkennen ist, dass bei umfangreicheren Auflagen (2G plus ohne Booster-Anerkennung) die Ergebnisse weitaus negativer ausfallen als bei weniger strengeren Regeln (2G).

DSSV-Grafik: Vergleich Check-Ins in deutschen Fitness- und Gesundheitsanlagen: Die zwei ersten Januar Wochen 2022 zu 2020 (Veränderung in Prozent)

Besucherzahlen sinken rapide

Die Check-Ins in Fitness- und Gesundheitsanlagen haben sich im Schnitt um 44 Prozent im Vergleich zu 2020 reduziert.

Ohne Booster-Anerkennung fallen die Check-In-Zahlen sogar mit -47 Prozent deutlich schlechter aus als im Jahr 2020. Fitness- und Gesundheitsanlagen, die unter 2G-Regeln arbeiten dürfen, müssen sich im Mittel mit 36 Prozent weniger Besuchen arrangieren.


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Dramatischer Rückgang der Neuanmeldungen

Bei den Neuanmeldungen zeigen die Zahlen der Umfrage ein noch deutlicheres Bild. Die Anmeldungen in Fitness- und Gesundheitsanlagen haben zu Beginn des Jahres 67 Prozent zum Vergleichszeitraum Januar 2020 abgenommen.

Unternehmer, die den 2G-Regeln folgen müssen, konnten 14 Prozent mehr an Neuabschlüssen verzeichnen als diese, die ihren Betrieb unter 2G plus ohne Booster-Anerkennung führen müssen. Dort verzeichnen wir einen Rückgang von mehr als 2/3 an Neuanmeldungen zu Beginn des Jahres 2022 im Vergleich zu 2020.

DSSV-Grafik: Vergleich Neuanmeldungen in deutschen Fitness- und Gesundheitsanlagen: Die zwei ersten Januar Wochen 2022 zu 2020 (Veränderung in %)

Überbrückungshilfe IV anpassen

„Wenn 2G plus in unserer Branche weiterhin Bestand hat und die Regierung nicht das gemeinsame Ziel im Fitness- und Gesundheitstraining erkennen möchte, nämlich die Gesunderhaltung der Bevölkerung und die Krankheitsprävention, dann muss die neu auferlegte Überbrückungshilfe IV dies auch 100-prozentig abfedern!

Der Zugang für die Fitness- und Gesundheitsanlagen muss nach zwei langen Lockdowns und aufgebrauchten Liquiditätsreserven erleichtert werden. Entweder müssen die FAQ abgeändert werden, sodass Mitgliedsbeiträge nicht schädlich für eine Überbrückungshilfe sind oder aber diese bereits ab einem Umsatzrückgang von 15 Prozent ausgezahlt werden“, so Birgit Schwarze, Präsidentin des DSSV.

Kündigungen und Ruhezeiten

Infolge der hohen Zugangshürden durch 2G plus vereinbaren immer mehr Mitglieder Ruhezeiten. Auch kommt es zu einer erhöhten Anzahl an Kündigungen bzw. Verträge werden zunächst einmal nicht verlängert.

All dies führt zu exorbitanten Umsatzeinbußen im Jetzt und Hier, aber auch in der Zukunft. Aufgrund der nochmals geringeren Umsatzrentabilität im Vergleich zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr, rutschen viele der von den 2G-plus-Einschränkungen betroffenen Anlagen endgültig in die Verlustzone.



Das Ziel der Bundes- als auch Landesregierungen muss es sein, durch regelmäßige körperliche Aktivität der Bevölkerung einen gesundheitsprotektiven Nutzen zur Verfügung zu stellen.

Fitnesstraining muss als Gesundheitsdienstleistung jedem jederzeit niederschwellig zugänglich gemacht werden.


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