Fitness, Management, Anzeige | Autor: Anke Sörensen |

Henrik Gockel, PRIME TIME fitness: „Das Outdoorkonzept muss zum Indoorangebot passen!“

Henrik Gockel ist Gründer und Geschäftsführer von PRIME TIME fitness. Er betreibt sechs Studios in Frankfurt, drei in München und bald zwei in Hamburg. Auf der geschlossenen Besucherplattform des MAIN TOWER in Frankfurt bietet er seit April 2021 in 198 Metern Höhe Europas höchste Outdoorfitnessplattform mit 360-Grad-Blick über 'Mainhattan' an.

Das Outdoorkonzept muss zum Indoorangebot passen!

fMi: Welche Gründe haben Sie dazu bewogen, Outdoortraining in Ihr Studiokonzept zu integrieren?

Henrik Gockel: Wir bieten Outdoortrainingsflächen bereits seit 2012 in allen Clubs an, wo es baulich geht. Persönlich bin ich ein absoluter 'Frischluftfanatiker' und mache Cardiotraining, insbesondere für die Grundlagenausdauer, wann und wo immer möglich im Freien. Krafttraining und funktionelles Training sind in einer speziell eingerichteten Outdoor-Area sogar im Winter gut umzusetzen.


 


Konnten Sie für diese Investition Fördermöglichkeiten des Bundes im Rahmen der Überbrückungshilfe III in Anspruch nehmen?

Ich würde Investitionsentscheidungen nie danach fällen, ob man etwas erstattet bekommt. Selbst wenn es gratis ist, verbraucht es Platz, muss gewartet und betreut werden – das heißt es verursacht Kosten.

Wir investieren immer in Outdoor und wegen der aktuellen Beliebtheit jetzt in umfangreiche Upgrades. Wir werden diese Neuinvestitionen jetzt mit der Überbrückungshilfe III einreichen. Ob sie genehmigt werden, kann ich noch nicht sagen. Es ist aber – wie gesagt – auch nicht entscheidend für diese Investition.


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Wie sieht Ihr Outdoorfitnesskonzept in der Praxis aus? Wie haben Sie Ihr Indoor- und Outdoorangebot kombiniert? Welche Trainingsbereiche sind Ihnen besonders wichtig?

Outdoor bieten wir klassisches Freihantel-, Rack- und funktionelles Training an, aber kein Training an Maschinen. Wir verstauen nachts alle Trainingsgeräte, wie Hanteln, Stangen, Suspension Bänder. Wir wollen dieses technische Material nicht der Witterung aussetzen.

Wie wird das Outdoorangebot von Ihren Mitgliedern angenommen und wertgeschätzt?

Weil wir draußen nur freies und funktionelles Training anbieten, arbeitet auf der Outdoorfläche immer ein Personal Trainer, der das Training anleitet. So schaffen wir es, auch etwas 'scheue' Mitglieder für den Outdoorbereich zu begeistern. Wenn man diese Area nicht betreut, trainieren dort nur die 'Trainingsfreaks' und das Risiko für Verletzungen und Unfälle steigt. Das wollen wir unbedingt vermeiden und es wird von den Mitgliedern sehr geschätzt.


 


Unter welchen Voraussetzungen können ergänzende Outdoorkursangebote und attraktive Freilufttrainingsflächen effektiv dabei helfen, Mitglieder jetzt langfristig an das Studio zu binden?

Grundsätzlich bieten wir bei PRIME TIME fitness keine klassischen Kurse an, weder indoor noch outdoor. Gemessen an unseren Standorten generieren die Kurse nicht genug Umsatz pro Quadratmeter.

Wir bieten also seit einem Jahr outdoor Individualtraining, Personal Training (PT) und Small Group PT parallel zu unseren Online Live Small Group PT und PT an, egal ob die Clubs offen oder geschlossen sind.

Wir konnten unseren Mitgliedern immer eine Trainingsform möglich machen und über unsere Webinare zweimal pro Woche zusätzlich wertvolles Trainings- und Ernährungswissen vermitteln.

Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren und Schwierigkeiten, die interessierte Studiobetreiber bei der Umsetzung eines Outdoorfitnesskonzeptes beachten müssen?

Das Outdoortrainingskonzept muss nahtlos zum Indoortrainingsangebot passen. Das betrifft natürlich insbesondere das freie und funktionelle Training.

Wichtig ist, dass der Outdoorbereich belebt und betreut ist. Das heißt, wir bieten diesen Bereich zu bestimmten Zeiten an und passen diese je nach Nachfrage an. Denn gerade das gemeinschaftliche Training an der frischen Luft ist besonders motivierend.

Viele Mitglieder sind in Bezug auf Neues etwas schüchtern, aber wenn man sie sanft 'zwingt', es einmal auszuprobieren, ist die Begeisterung danach groß.

Wie beurteilen Sie die Relevanz von Outdoorfitnessangeboten aktuell und in der Zukunft?

Aktuell ist Outdoor mit Online quasi das Einzige, was wir anbieten können. So etwas wie unsere Trainingsplattform auf dem MAIN TOWER in knapp 200 Metern Höhe ist das Sahnehäubchen.

Natürlich kann man auch in den Park gehen, aber was da so aufgebaut wird, hält keinem Vergleich mit einem professionellen Outdoorstudiokonzept stand.

Outdoortraining wird auch nach Ende der Corona-Krise nachgefragt werden. Wir haben schon seit 2012 gute Erfahrungen damit gemacht und immer Outdoor angeboten – jetzt hat es einen weiteren Schub bekommen und wird von Dauer sein.

Mehr zum Thema

fMi hat Outdoorfitness in der Praxis beleuchtet und dazu auch mit  Stefan Polzer (J+ Just more fitness) und Rainer Böer (MAP Sport & Fitness, Bitburg) über ihre Praxiserfahrungen und Einschätzungen zu aktuellen Herausforderungen sowie künftigen Marktentwicklungen für den Bereich 'Outdoorfitness' gesprochen.


 

Diesen und weitere Artikel finden Sie in der fMi 03/2021 & für Abonnenten EXKLUSIV vorab.

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