Fitness, Management, Anzeige | Autor: Jürgen Wolff |

Rainer Böer, MAP Sport & Fitness: „Ein bisschen Outdoor funktioniert nicht!“

Im MAP Sport & Fitness in Bitburg hat Inhaber Rainer Böer seit November 2020 den OUTDOOR CAMPUS von Dr. WOLFF in Betrieb. Im Gespräch mit fitness MANAGEMENT international schildert er seine Erfahrungen mit dem Konzept.

fMi: Welche Gründe haben Sie dazu bewogen, Outdoortraining in Ihr Studiokonzept zu integrieren?

Rainer Böer: Functional-Training- und Cycling-Kurse führen wir seit mehreren Jahren draußen durch. Unsere Mitglieder fragen nach Outdoorkursen. Während des ersten Lockdowns haben wir mit provisorischer Geräteinstallation schon draußen trainiert, wobei die starke Wetterabhängigkeit ein Problem war, sodass wir eine Überdachung installierten. Wir haben dann begonnen, nach outdoortauglichen Geräten zu suchen. Dabei war uns wichtig, dass diese keine Kopie von vorhandenen Geräten im Studio sind. Die Lösung haben wir mit dem OUTDOOR CAMPUS von Dr. WOLFF gefunden.

Nach dem ersten Lockdown konnten wir beobachten, wie die Menschen, insbesondere Ältere, physisch und psychisch abgebaut hatten und wir sahen uns in der Pflicht, für die Zeit weiterer Lockdowns eine Trainingsmöglichkeit zu schaffen. Als Premiumanbieter haben wir mit dem OUTDOOR CAMPUS ein weiteres Alleinstellungsmerkmal geschaffen, das wir während der Lockdown-Zeit verstärkt in unsere Marketingmaßnahmen eingebunden haben.


 


Konnten Sie für diese Investition Fördermöglichkeiten des Bundes im Rahmen der Überbrückungshilfe III in Anspruch nehmen?

Die wesentliche Investition haben wir vor dem Inkrafttreten der Überbrückungshilfe III getätigt. Im Rahmen anderer Maßnahmen hat es nicht gepasst. Die Förderung wäre schön gewesen, aber wir haben bewusst und losgelöst davon investiert.


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Wie sieht Ihr Outdoorfitnesskonzept in der Praxis aus? Wie haben Sie Ihr Indoor- und Outdoorangebot kombiniert? Welche Trainingsbereiche sind Ihnen besonders wichtig? 

Jedem Mitglied geben wir für das Outdoortraining die gleiche Gerätereihenfolge mit gleicher Belastungs- und Pausenzeit mit auf den Weg. Dort wird im Vier-Satz-Training – das ist die optimale Taktung – trainiert. Mittels Timer erfolgt ein Zeitzeichen zum Satzende und Stationswechsel.

Der OUTDOOR CAMPUS geht stark in Richtung funktionelles Training. Grundsätzlich ist uns wichtig, dass unsere Mitglieder komplex und vielseitig trainieren, z. B. können drinnen Faszien und Beweglichkeit trainiert werden, im OUTDOOR CAMPUS dann Stabilität und Kraft.

Wie wird das Outdoorangebot von Ihren Mitgliedern angenommen und wertgeschätzt?

Unser OUTDOOR CAMPUS ist seit Beginn des zweiten Lockdowns im November 2020 geöffnet. Trainiert wurde bei Regen, Wind, Schnee und Temperaturen von bis zu minus acht Grad Celcius. Training bei Wind und Wetter stellt für alle eine neue Situation dar, allein wegen der Kleidung. Unsere Kunden schätzen die Möglichkeit outdoor zu trainieren sehr: „Mir fällt zu Hause die Decke auf den Kopf“ und „Ich bin froh, dass ich trainieren kann“, sind Aussagen, die wir oft gehört haben. Gerade in dieser instabilen Situation zwischen Lockdown und Öffnung, impfen und testen hat sich der Mehrwert des OUTDOOR CAMPUS für die Kunden gezeigt.


 

 


Unter welchen Voraussetzungen können ergänzende Outdoorkursangebote und attraktive Freilufttrainingsflächen effektiv dabei helfen, Mitglieder jetzt langfristig an das Studio zu binden?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Konzept mit Planung und Betreuung wichtig ist und dass die Rahmenbedingungen passen müssen: Die Trainingsgeräte sowie deren Anwendungsoptionen müssen stimmen. Darüber hinaus sind eine Überdachung und ein funktionsgerechter Fußboden entscheidend, weil kein Kunde auf dem nassen Parkplatz stehen möchte.

Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren und Schwierigkeiten, die interessierte Studiobetreiber bei der Umsetzung eines Outdoorfitnesskonzeptes beachten müssen?

Als Studiobetreiber muss man sich entscheiden, was genau man draußen anbieten will und was für die Mitglieder funktioniert. Ein bisschen Outdoor funktioniert nicht!

Wie beurteilen Sie die Relevanz von Outdoorfitnessangeboten aktuell und in der Zukunft?

Wir glauben, dass Outdoortraining an Bedeutung gewinnt und Zukunft hat. Corona hat diese Entwicklung beschleunigt.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir mit intensiver Betreuung, passenden Konzepten und kontinuierlicher Motivation dranbleiben müssen. Wenn das Konzept erst „angeschoben“ ist, dann wird es einfacher.

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fMi hat Outdoorfitness in der Praxis beleuchtet und dazu auch mit Stefan Polzer (J+ Just More fitness) und Henrik Gockel (PRIME TIME fitness) über ihre Praxiserfahrungen und Einschätzungen zu aktuellen Herausforderungen sowie künftigen Marktentwicklungen für den Bereich 'Outdoorfitness' gesprochen.


 

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