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Open Window Effect doch nur ein Mythos?

Der Mythos: Wer besonders intensiv trainiert, öffnet unfreiwillig Bakterien/Viren Tür und Tor! Forscher stoßen neuen Diskussionen um den „Open Window Effekt“ an.

Forscher der Universität of Bath (UK) haben im Journal „Frontiers of Immunolgy” einen Review-Artikel mit dem Titel „Debunking the Myth of Exercise-Induced Immune Suppression: Redefining the Impact of Exercise on Immunological Health across the Lifespan” veröffentlicht. Sie sorgen mit ihren Ergebnissen für neuen Diskussionsstoff in der Frage um den sogenannten „Open Window Effect“.

Im aktuellen Forschungsstand wird dieser durchaus sehr kontrovers diskutiert. Bisher gingen viele Studien davon aus, dass übermäßig anstrengendes Training einen negativen Effekt auf die Immunabwehr hat und das Risiko eines Infekts erhöht.

Ein durch sportinduzierter Trainingsreiz wirkt sich kurzfristig negativ auf die peripheren Lymphozyten sowie deren Kapazität aus und zieht zahlreiche weitere Anpassungen und Effekte nach sich. Während dem Training sinkt die Zahl der Immunzellen im Blut deutlich unter den Ausgangslevel vor dem Training ab. Deshalb gehen viele Studien davon aus, dass dieser Effekt die menschliche Immunabwehr deutlich schwächt.

Die beiden Forscher des Departments of Health der Universität Bath haben angesichts ihrer Ergebnisse hier eine andere Theorie. Dass der Trainingsreiz kurzfristig die Zahl der Immunzellen verringert, steht außer Frage – Sie erklären sich diesen Abfall aber anderweitig. Vielmehr gehen diese Immunzellen nach der Belastung nicht verloren, sondern treten besonders da in Erscheinung, wo sie akut gebraucht werden (bspw. in der Lunge). Die Forscher sind deshalb der Meinung, dass angesichts der bisherigen Ergebnisse nicht abschließend geklärt werden kann, dass der Mythos des „Open Window Effects“ tatsächlich besteht.

Vielmehr sind regelmäßige körperliche Aktivität und sportinduzierte Trainingsreize langfristig gesehen sogar eher positiv zu bewerten und schaden der Immunabwehr nicht, auch wenn sie kurzfristig relevante Prozesse und Marker verändern. Somit schwächt körperliches Training per se also nicht, wie bisher angenommen, zwingend die Immunabwehr. Hier gibt es laut den Autoren noch weiteren Forschungsbedarf.

Weitere Informationen: health club management

Review Artikel: frontiers

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