Buchtipp 'The Great Nowitzki' – die Dirk Nowitzki Biographie

Dirk Nowitzki ist eine Basketball-Legende, ein globaler Superstar. Wie ist er als Mensch? Das erfahren sie in 'The Great Nowitzki' – der Biographie von Thomas Pletzinger.
Lesezeit: 5 Minuten
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Buchtipp Thomas Pletzinger 'The Great Nowitzki': Eine Nahaufnahme des deutschen Basketball-Superstars
Buchtipp Thomas Pletzinger 'The Great Nowitzki': Eine Nahaufnahme des deutschen Basketball-Superstars
Wer ist Dirk Nowitzki? 'The Great Nowitzki' ist eine Heldengeschichte und doch keine: Thomas Pletzinger zeichnet ein feinfühliges und nahes Portrait des deutschen Basketball-Superstars – erzählt unmittelbar aus dem außergewöhnlichen Leben des Sportlers und Menschen Dirk Nowitzki. Deshalb lautet unsere dringende Empfehlung: Lesen Sie dieses Buch, auch wenn Sie keine Ahnung von Basketball haben!

Sie dachten, über Dirk Nowitzki sei bereits alles gesagt? Ich auch. Ist es aber nicht! 

Schriftsteller Thomas Pletzinger erzählt nämlich kein weiteres von Statistiken gespicktes Heldenepos (auch wenn der Buchtitel etwas anderes nahelegt).

Der Geschichtenerzähler und der Superstar

Er erzählt Dirks Geschichte wie sie ein guter Freund erzählen würde. „Es gab unzählbar viele Geschichten von Dirk Nowitzki“, schreibt er, „auch ich hatte meine (sie kam mir vor wie ein Buch).“


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„Dieses Buch ist keine Biografie, dieses Buch ist mein Versuch, aus Dirk Nowitzki schlau zu werden“, schreibt Thomas Pletzinger selbst im Prolog von 'The Great Nowitzki' (Kiepenheuer & Witsch). Der Autor begibt sich also auf die Suche nach dem 'Kern Nowitzkis', er will das 'System Nowitzki' beschreiben können.

Buchtipp 'The Great Nowitzki' – Biographie des Basketball-Superstars von Thomas Pletzinger

Wie könnte das besser gelingen, als wenn Schriftsteller und Superstar viel Zeit miteinander verbringen. Der Autor schreibt dabei aber nicht nur über Dirk Nowitzki, sondern verwebt seine eigene Geschichte geschickt mit der der Basketball-Legende.

Dirk Nowitzki und er könnten Brüder sein – Pletzinger ist Jahrgang 1975, Nowitzki 1978. Viele Jahre hat er ihn begleitet – statt der ursprünglich geplanten 2 Wochen war der Schriftsteller (und Fan) insgesamt fast 7 Jahre an Nowitzkis Seite – und das merkt man beim Lesen jeder einzelnen Seite.


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Thomas Pletzinger stammt aus Hagen (NRW), war selbst Basketballspieler, gab sein Taschengeld für Basketball-Fachmagazine aus: „Basketball war das Spiel unserer Stadt, es war das Spiel der großen weiten Welt“, schreibt er.

Und weiter: „Meine Basketballkarriere endete, ehe sie richtig begann. Solche wie mich gibt es viele.“ Aber nicht alle können so gut Geschichten erzählen.

Über die Liebe für Basketball

„Irgendwann fand ich mit der Literatur etwas, das mir ähnlich viel bedeutete wie das Spiel. Mein Gefühl für Basketball, sagen wir ruhig: meine Liebe, hatte sich abgekühlt…“

'Dööörk ist einer von uns'

Bei seinem ersten Besuch in Dallas („auf den ersten Blick keine schöne Stadt“) spricht der Autor zunächst einmal über Dirk Nowitzki statt mit ihm: „Es war immer dasselbe: Dirk, Dirk, Dirk, Bürgermeister der Herzen, Dirk ist unglaublich, Dirk ist sympathisch, Dirk ist einer von uns (jeder hier nannte ihn Dirk – mit ö).“ 

Pletzinger zeigt sich als genauer Beobacher und nimmt seine Leser mit nach Texas: „(…) es gab Autobahnen und Brücken, Brücken, Brücken, nur eins gab es nicht: jemanden, der Dirk Nowitzki nicht kannte, der keine persönliche Geschichte zu erzählen hatte.“



Immer wieder schimmert durch, wie nah ihm das Beobachten und Eintauchen in Dirk Nowitzkis Welt auch persönlich geht („während ich Dirk zusah, fehlte mir das Spiel fast körperlich“).

An diesen und anderen Stellen transportiert Thomas Pletzinger seine Bewunderung für den Sportler und Menschen Dirk Nowitzki. Hin und wieder geht dann aber auch der 'Fanboy' mit ihm durch: „Für mich war es die Verwirklichung eines alten Traums (…), eine Art Stellvertreter für einen Lebensweg.“ 

Oder: „…ihm nahe genug zu kommen, um eine Ahnung davon zu bekommen (…) wie es war, Dirk Nowitzki zu sein.“ Die Geschichte hinter der Herkunft seines Spitznamens 'Dirty' („der einzige, der tatsächlich verwendet wird“) ist Teil dieser Nähe – Pletzinger erzählt sie in 'The Great Nowitzki'.

Glücksfall fürs Marketing

Pletzingers permanente Anwesenheit fällt nach einiger Zeit kaum noch auf: „Anscheinend kommt es niemandem seltsam vor, dass Dirk auf Schritt und Tritt einen Schriftsteller dabei hat.“ Denn er begleitete Dirk Nowitzki natürlich auch zu dessen Werbedrehs – laut Vertrag musste er seinem Werbepartner für vier Tage im Jahr zur Verfügung stehen.

Und: für die Drehpausen musste ihm eine Turnhalle zur Verfügung stehen. Dirk Nowitzki schauspielert sich selbst: Die 'Übereinstimmung von Person und Image' ist ein Glücksfall fürs Marketing.


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Dabei erzählt Pletzinger eben nicht nur seine Erlebnisse und Geschichten mit Dirk Nowitzki, sondern auch die seiner Wegbegleiter. Um zu verstehen, wie er zu dem wurde, der er ist, ist es unabdingbar, auch die Geschichte seines Mentors Holger Geschwindner zu kennen. 

Denn: „Ohne Holger Geschwindner kein Dirk Nowitzki wie wir ihn kennen.“ Und: „er ist eine Art Allwetterjacke für Dirk, er schützt vor Sturm, Frost und Hitze.“

Es sind diese Bilder, die den Leser immer wieder fesseln und mit denen der Autor ihn ganz nah mitnimmt und verstehen lässt, welche immense Bedeutung Holger Geschwindner für Dirk Nowitzki und dessen Karriere hat. Kurzum: Er ist sein „Hausmeister, Psychologe, Manager, Fahrer, Astrologe, PR-Berater, Hellseher und Freund.“


„Alles wäre vorbereitet für einen Abschied. 
Für das Ende der Ewigkeit.“
_______________________________

Thomas Pletzinger in 'The Great Nowitzki', S. 459


Geschwindner selbst hat übrigens auch eine Biographie über Nowitzki geschrieben ('Nowitzki – Die Geschichte'). Und auch für Geschwindners Biographie wäre eigentlich ein weiteres Buch nötig, nicht nur deshalb ist 'The Great Nowitzki' 512 Seiten dick.

Dass es so ein „dicker Schinken“ wurde, dafür ist Dirk Nowitzki selbst verantwortlich. So schreibt Pletzinger auf Seite 459 nämlich „Alles wäre vorbereitet für einen Abschied. Für das Ende der Ewigkeit.“ Das war im April 2018. Doch dann hat Dirk Nowitzki bekanntlich noch ein Jahr weitergespielt.

Denn eigentlich will er nur eines: Basketball spielen. Aber das geht natürlich nicht. Schon gar nicht so kurz vor dem Ende seiner Weltkarriere. Das weiß er natürlich.

”What a circus!“ – der bescheidene Superstar

Irgendwie müssen Bescheidenheit und Superstar-Hype in Nowitzkis Leben gleichzeitig Platz finden – immer wieder fällt das Wort 'bodenständig', Pletzinger betitelt gar ein eigenes Kapitel so, beschreibt die Legende des Basketballs als 'ruhig', 'schüchtern' und 'zurückhaltend'. 

Regelmäßig sagt Nowitzki: ”what a circus!“ Es ist seine Art, mit dem Trubel um seine Person umzugehen, die ihn zwar stört, die aber nunmal dazu gehört.

Unboxing-Video 'The Great Nowitzki'

Etwa bei einem 'Besuch' (Vermarktungstour der Nordamerikanischen Profi-Basketballliga NBA) in China: „Der texanische Staatszirkus ist in der Stadt, und Dirk ist die Hauptattraktion. The Great Nowitzki.“ Der Titel des Buches war gefunden.

Im Video zum 'Unboxing' der „allerersten Kopie des Buchs“ wirkt Dirk Nowitzki überglücklich: „Wow! Ein ganz schöner Schinken“, sagt er, „da werden alte Erinnerungen hochkommen, du warst ja echt lange dabei!“ – aber sehen Sie selbst!

Und vor allem: Lesen Sie selbst! Insgesamt gelingt Thomas Pletzinger ein feinfühlig gezeichnetes Portrait des 'Wunderkinds'. Ob er damit tatsächlich auch den 'Kern N' getroffen hat, weiß nur Dirk Nowitzki selbst. Eines aber steht fest: „Das wird wohl das dickste Buch sein, dass ich je gelesen habe.“

Mehr über Dirk Nowitzki

Sie wollen noch mehr über Dirk Nowitzki erfahren? Dann lesen Sie das Buch 'The Great Nowitzki' oder unseren Artikel 'Dirk Nowitzki-Countdown läuft, Karriereende naht' zum letzten Heimspiel des globalen Superstars im American Airlines Center von Dallas.

'41.21.1.' – Dirk Nowitzki-Countdown läuft, Karriereende naht

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