Corona, Fitness, Gesundheit, DSSV | Autor: David Köndgen |

Abstand, Mund-Nase-Schutz, Hygiene & Co. – was gilt in Deutschlands Fitnessstudios?

Mindestabstand, Mund-Nase-Schutz, Umkleidekabine, Sauna – seit dem Restart gibt es neue Regeln im Fitnessstudio. Die 'neue Normalität' nach dem Corona-Lockdown sorgt für Einschränkungen der gelernten Trainingsroutinen. Fitness- und Gesundheitsanlagen müssen sich an unterschiedlich strenge Hygiene-Auflagen halten, geregelt durch die Corona-Verordnungen (und deren Updates) der Landesregierungen. Der aktuelle Stand für alle Bundesländer.

Training im Fitnessstudio nach dem Ende des Corona-Lockdowns: Neue Regeln fürs Fitnesstraining – neue Normalität für Sport in Zeiten von Corona

Die Erleichterung war grenzenlos – Fitnessstudios in ganz Deutschland durften nach dem monatelangen Corona-Lockdown ab 11. Mai 2020 nach und nach endlich wieder öffnen.

Von Baden-Württemberg bis Thüringen gilt wieder Fitnesstraining im Studio statt Home-Workout, das ist gut für die Gesundheit. (Lesen Sie auch: Faktor Gesundheit)


 


Wiedereröffnung der Fitnessstudios nach dem Corona-Lockdown

Fieber messen, Hände desinfizieren, mit Flatterband abgesperrte Geräte. Studiobetreiber und fast 12 Millionen Mitglieder müssen sich nach der Wiedereröffnung und dem Ende des Corona-Lockdowns jedoch auf einen völlig veränderten Trainingsalltag einstellen, eben auf eine 'neue Normalität'.

Die Vorgaben unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Ein paar Regeln sind bundesweit jedoch nahezu einheitlich:

  • Mindestabstand zu anderen Trainierenden zwischen 1,5 Metern und 3 Metern
  • Zugang zum Studio nur in gesundem Zustand
  • Desinfektionsmittel für die Gerätedesinfektion durch Trainierende und Studiomitarbeiter
  • Training nur mit untergelegtem eigenem Handtuch
  • Sanitäre Anlagen dürfen teilweise genutzt werden

Welche länderspezifisch individuellen Bedingungen darüber hinaus wo gelten, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Eine sehr gute Übersicht mit jeder Menge Hintergründen und wissenschaftlichen Forschungsergebnissen rund um das Thema Coronavirus-Pandemie haben die Kollegen von wissenschaft.de hier zusammengestellt.


 


HINWEIS: In unserer Übersicht finden Sie die veröffentlichten Informationen und Verordnungen.
Für Detailfragen, insbesondere zu den Rahmenbedingungen für Hygienekonzepte, sollten Sie sich zwingend an die Behörden vor Ort wenden.


Diese Übersicht wird regelmäßig aktualisiert!


Corona-Verordnungen der Bundesländer

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Regeln, die nach der Wiedereröffnung in den Fitnessstudios gelten und Verlinkungen zu den vollständigen Corona-Verordnungen der Bundesländer in alphabetischer Reihenfolge.

1. Baden-Württemberg

Für Fitnessstudios in Baden-Württemberg gilt unter anderem ein Mindestabstand von 1,5 Metern, pro Person müssen beim Gerätetraining 10 Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen.

Seit 1. Juli 2020 gilt diese neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg – mit weiteren wesentlichen Lockerungen, etwa werden Sportwettkämpfe wieder erlaubt. Gleichzeitig tritt die 'Corona-Verordnung für Sportstätten' der grün-schwarzen Landesregierung vom 4. Juni 2020 außer Kraft.


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Duschen und Umkleiden ist seither wieder gestattet. Saunabetriebe und Saunabereiche in Studios dürfen bereits seit Anfang Juni wieder betrieben werden.

2. Bayern

Welche Hygieneauflagen gelten in bayerischen Fitnessstudios? Der einzuhaltende Mindestabstand beträgt 1,5 Meter.

Beim Betreten und Verlassen der Anlagen und während der Nutzung der Toiletten müssen Trainierende eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Lediglich während des Trainings dürfen die Masken abgelegt werden.

Duschen und Umkleidekabinen dürfen unter Einhaltung des Mindestabstands genutzt werden. Gruppentraining darf höchstens 60 Minuten dauern.

Die entsprechende Corona-Verordnung (5. BayIfSMV) des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege haben wir hier für Sie verlinkt, dem Thema 'Sport' ist § 9 gewidmet.

Wellness- und Saunaangebote dürfen seit 22. Juni 2020 unter Auflagen wieder genutzt werden. Seit diesem Datum sind auch die Obergrenzen für den Indoor- und Outdoor-Sport von bis dahin 20 Personen weggefallen. (vgl.: Bayerische Corona-Strategie – Punkt 11)

3. Berlin

Für Berlin hat der Senat folgende Regeln festgesetzt: Anbieter müssen die Trainingsfläche regelmäßig lüften und einen Mindestabstand von 3 Metern zwischen den Sportlern sicherstellen.

Umkleidekabinen sind geöffnet, Trockensaunen (ohne Aufguss) dürfen wieder genutzt werden.

Die aktuelle Corona-Verordnung gilt seit dem 8. August 2020. Die Regeln für den Sport finden sich unter § 5, Absatz 7.

4. Brandenburg

In Brandenburg ist es ebenfalls gestattet, Duschen, Umkleidekabinen und Trockensaunen zu nutzen. 

Studiobetreiber müssen jedoch laut dieser Corona-Verordnung ein Hygienekonzept mit folgenden Inhalten erstellen: Einhaltung der allgemeinen Abstandsregeln (1,5 Meter), regelmäßige Desinfektionsmaßnahmen, Erfassung der Kontaktdaten der Trainierenden

Außerdem darf das Training nur kontaktfrei erfolgen und es muss mindestens stündlich gelüftet werden.

5. Bremen

In Bremen gelten aktuell die Auflagen der Vierzehnten Coronaverordnung (§ 1, Absatz 1 und 3, verkündet am 25. August 2020). Umkleiden, Duschen dürfen wieder geöffnet werden, Saunen müssen weiterhin geschlossen bleiben (§ 4, Absatz 3).

Generell gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern, die Ausübung von Sport ohne Einhaltung des Abstandsgebots ist zulässig, wenn sie in festen Gruppen von nicht mehr als 50 Personen erfolgt.

Außerdem müssen die Kontaktdaten der Sportler in Namenslisten zur Kontaktverfolgung erfasst werden.

6. Hamburg

In den Hamburger Fitnessstudios beträgt der Mindestabstand 2,5 Meter – dies gilt nur während der Sportausübung, ansonsten sind 1,5 Meter ausreichend (vgl. folgende FAQ-Übersicht für Sport in Hamburg).

Darüber hinaus gelten folgende Regeln: Die Kontaktdaten aller Nutzer sind aufzubewahren, Umkleide- und Duschräume dürfen (max. 10 Personen gleichzeitig) ebenfalls wieder genutzt werden.

Sauna und Wellness wieder möglich

Laut 'Zwölfter Verordnung zur Änderung der Hamburgischen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung' (ab 1. September 2020 gültig) können erstmals nach dem Corona-Lockdown auch wieder Saunen und Whirlpools geöffnet werden.

Alle weiteren Infos sowie eine Übersicht aller Verordnungen mit den Hygieneauflagen für Hamburg finden Sie hier

7. Hessen

Für den Indoor-Sport in Hessen hat das Ministerium des Innern und für Sport diese Hygiene-Auflagen (Fitnessstudios finden sich im Absatz 'Sportbetrieb') bekannt gegeben. Team- und Schulsport darf ohne Anzahlbeschränkung stattfinden.

Saunen und Saunabereiche dürfen unter Auflagen betrieben werden, auch die Nutzung von Umkleidekabinen und Duschen ist wieder gestattet, dort gilt im Gegensatz zur Trainingsfläche jedoch weiterhin ein Mindestabstand von 1,5 Metern.

Details lesen Sie in in diesem Auszug aus der Corona-Verordnung beim DSSV (Stand: 1. August 2020).

8. Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern müssen alle Mitarbeiter eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Der Mindestabstand ist auf 2 Meter festgelegt, als Maßstab gilt: eine Person pro 10 Quadratmeter Studiofläche. Außerdem muss eine Tagesanwesenheitsliste geführt werden.

Die Nutzung von Duschen, Schwimmbecken, Saunen und Solarien ist unter Auflagen seit 15. Juni 2020 wieder erlaubt (vgl. Artikel 1, g.) auf Seite 472 links unten); Die aktuell gültige Corona-Verordnung für Mecklenburg-Vorpommern (§ 2, Absatz 11) haben wir hier verlinkt.


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9. Niedersachsen

Für das freie Training in den Fitnessstudios Niedersachsens hat die Landesregierung einen Mindestabstand von 2 Metern beschlossen und es müssen Anwesenheitslisten geführt werden. Bei Kursangeboten darf die Gruppengröße maximal 50 Personen betragen.

Duschen und Umkleideräume dürfen genutzt werden. Auch Solarien, Schwimm- und Spaßbäder sowie Saunen dürfen wieder öffnen. Die vollständige 'Niedersächsische Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus' haben wir hier für Sie verlinkt.

10. Nordrhein-Westfalen

Für NRW gilt aktuell diese Corona-Verordnung (Fitnessstudios unter § 9 Sport), sie erlaubt die Nutzung von Duschen und Umkleidekabinen. Saunen dürfen ebenfalls betrieben werden, Dampfbäder nicht. 

Der Mindestabstand zwischen Geräten, Personen und in Kursen beträgt 1,5 Meter. Beschäftigte müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen, Trainer sind von dieser Regel ausgenommen.

Eine Zusammenfassung der Punkte Fitnessstudios, Schwimmbäder, Saunen und Wellnessbereiche für Nordrhein-Westfalen finden Sie hier beim DSSV.

11. Rheinland-Pfalz

Gemeinsames Training und Wettkampf sind in festen Kleingruppen von bis zu 30 Personen zulässig.

Das Hygienekonzept sieht vor, dass zwischen Geräten und Trainierenden ein Mindestabstand von 3 Metern eingehalten werden muss und die Wegeführung im Studio als 'Einbahnregelung mit geeigneter Markierung' erfolgt. 

Außerdem gilt es, die Anzahl der zeitgleich anwesenden Personen ist auf eine Person pro 5 qm Besucherfläche zu begrenzen. Das vollständige Hygienekonzept für Fitnessstudios in Rheinland-Pfalz (Stand: 11. September 2020) können Sie hier abrufen.

Hinweis: Seit 16. September 2020 gibt es außerdem neue Hygienepläne, die individuell etwa für Fitnessstudios, Sauna und Wellnessbereiche gelten (Hygienekonzepte zur 11. CoBeLVO). Sie finden diese hier.

12. Saarland

Die Rechtsverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie (Stand: 21. August 2020) des Ministerrats im Saarland sieht bereits seit Anfang Juni 2020 auch eine Öffnung der Duschen und Umkleidekabinen vor (unter § 4 (9) 5.).

In den saarländischen Fitnessstudios ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Trainiert wird allein oder in Gruppen. Seit 24. Juli 2020 wurde die Gruppengröße auf maximal 35 Personen erhöht. Saunen dürfen unter Auflagen wieder öffnen.

13. Sachsen

Im Freistaat Sachsen traten bereits diverse Updates der Corona-Verordnung in Kraft: Sei 6. Juni etwa dürfen Umkleidekabinen und Duschen von Fitnessstudios und außerdem auch Trockensaunen mit einer Temperatur von mindestens 80 Grad Celsius (keine Aufgüsse!) wieder genutzt werden. Mindestabstand: 1,5 Meter.

Die aktuell gültigen Hygienevorgaben für Fitnessstudios lesen Sie unter §4 in dieser Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.


 


14. Sachsen-Anhalt

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt knüpft die Wiedereröffnung der Fitnessstudios an die Einhaltung dieser SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung

Es müssen die allgemeingültigen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, sprich: 1,5 Meter. Unter denselben Bedingunge dürfen auch Umkleidekabinen, Duschen, Saunas, Schwimm- und Dampfbäder genutzt werden.

15. Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein ist Indoor-Sport (§ 11) unter den Hygieneauflagen dieser Corona-Verordnung wieder möglich. Der Mindestabstand beträgt 1,5 Meter, für Umkleiden und Saunen muss ein Hygienekonzept vorliegen. Bei der gleichzeitigen Nutzung einer Sauna durch mehrere Personen kann eine Mindesttemperatur von 60 Grad Celsius notwendig sein, so dass Viren abgetötet werden.

Bei kontaktfreien Sportarten wie Yoga, Rückenkurse, Golf oder Leichtathletik ist die Gruppengröße nicht begrenzt, das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Meter gilt aber zwingend.

16. Thüringen

Fitnessstudios in Thüringen unterliegen der 'Branchenregelung für Freizeiteinrichtungen'. Neben Fitness- und Gesundheitsanlagen dürfen im Freistaat auch Schwimm- und Freizeitbäder, Thermen und Saunen wieder öffnen. Am 16. Juli 2020 tritt diese Verordnung (gültig bis 30. August 2020) in Kraft.

Voraussetzung für den Betrieb sei jedoch ein vorliegendes Infektionsschutzkonzept, das vom zuständigen Gesundheitsamt genehmigt werden muss. Eine mögliches Hygienekonzept finden Sie im internen Bereich des DSSV.


Diese Übersicht wird regelmäßig aktualisiert!


Wiedereröffnung mit Zukunft: Hygiene-Vorgaben einhalten

Fitnesstraining unterscheidet sich in Post-Corona-Zeiten also in ganz Deutschland deutlich von der Zeit vor der Corona-Krise. Die Wiedereröffnung der Studios ist nämlich wie auch in anderen Branchen an die genannten Hygiene-Vorschriften geknüpft.

Kurzum: Studiobetreiber müssen die von den Ländern festgelegten Vorgaben für Sicherheit und Hygiene zwingend genau einhalten. Nur so kann die Wiedereröffnung Ihres Studios auch weiterhin Bestand haben.


 

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