fM: Ihr veranstaltet im ESN GYM by PRIME TIME fitness zahlreiche Influencer-Events. Welche Vorteile, Synergien und Mehrwerte habt ihr dadurch?
Nils Kuprat: Uns ist es sehr wichtig, eine lebendige Community in unseren Clubs zu kultivieren. Unsere Mitglieder im ESN GYM by PRIME TIME fitness sind sehr kompetitiv unterwegs.
Durch Challenges, Aktionen und Events, auf denen sie ihre Vorbilder treffen und hautnah erleben können, wollen wir diese Energie weiter befeuern und einmalige Erlebnisse für unsere Community schaffen. Unsere Mitglieder wissen, dass sie bei uns nicht nur das beste Equipment finden, sondern auch eine Community, die sich gegenseitig unterstützt und pusht.
Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Influencer aus?
Wir haben mit ESN glücklicherweise einen sehr starken Partner und verlassen uns da sehr auf die Expertise unserer Kollegen. Natürlich ist es uns wichtig, dass das Wissen, das die Influencer vermitteln, fundiert ist und der Content für unsere Mitglieder relevant ist.
Setzt ihr auch eure eigenen Trainerinnen und Trainer als Influencer ein?
Unsere Trainer sind das Gesicht des ESN GYMs by PRIME TIME fitness – im Club und natürlich auch online. Damit unser Content persönlich bleibt und aktuelle Relevanz hat, binden wir unsere Trainer in unseren Content für unsere eigenen Social-Media-Kanäle sehr regelmäßig ein, egal ob es um Entertainment oder Wissensvermittlung geht.
fM: FitX kooperiert jetzt mit Smilodox. Wie profitiert ihr dabei von der Popularität von Flying Uwe und weiteren Markenbotschaftern?
Bernd Hoffschlag: Smilodox hat eine beeindruckende digitale Community aufgebaut. Diese enorme Markenbekanntheit und Social-Media-Expertise, die Smilodox über Jahre durch Content-Creator etabliert hat, ist auch ein Beleg für die kulturelle Relevanz der Marke in unserer Branche.
Das zeigte sich auch beim gemeinsamen Event im Vorfeld zur FIBO, das wir mit Flying Uwe und 20 Smilodox-Athlet:innen und -Creator:innen in einem FitX-Studio in Düsseldorf umgesetzt haben. Gleichzeitig steht für uns jedoch auch die Partnerschaft mit Smilodox als Ausstatter für unsere über 3.000 Mitarbeitenden in den FitX-Studios stark im Fokus.
Welche Rolle spielt das Thema Influencer-Marketing generell für die Marke FitX?
Klassisches Influencer-Marketing im Sinne eines reinen Reichweiteneinkaufs ist im Rahmen unserer Paid-Media-Strategie eher eine punktuelle Ergänzung. Für FitX hat Creator-Marketing mit starken Narrativen einen zentralen Stellenwert, mit einem klaren Fokus auf Storytelling und Content-Produktion.
Dabei nutzen wir die kreative Kraft von Creator:innen primär für unsere Kanäle auf TikTok und Instagram, um visuell starken Bewegtbild-Content direkt aus der Zielgruppe für die Zielgruppe zu generieren. Damit investieren wir kontinuierlich in unsere Community. Das kommt gut an, das zeigen die hohen Engagementraten.
Muss es immer ein Megainfluencer sein, oder ergeben auch Kooperationen mit regional bekannten Influencern oder sogar eigenen Trainern für euch Sinn?
Makroinfluencer sind für uns eher eine Ergänzung. Vielmehr steht Glaubwürdigkeit bei uns über der Followerzahl. Die besten Botschafter:innen für FitX sind die Menschen, die jeden Tag bei uns auf der Fläche und in unseren Kursräumen stehen. Deshalb fördern wir gezielt unsere eigenen Mitarbeitenden und unterstützen sie dabei, ihre eigene Reichweite aufzubauen.
Von diesem Wachstum profitieren beide Seiten: Unsere Trainer:innen oder Studioleitungen entwickeln sich als Markenbotschafter weiter, und wir profitieren von ihrem glaubwürdigen Content, der die FitX-Werte zu 100 Prozent verkörpert.
Über den Interviewpartner

Roman Spitko
Marketingleitung Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG/BSA-Akademie)
Foto: DHfPG/BSA
fM: Welche Chancen und Herausforderungen bringt das Thema Influencer-Marketing für Fitnessstudios mit sich?
Roman Spitko: Influencer-Marketing bietet Fitnessstudios meiner Meinung nach eine große Chance, die Sichtbarkeit von Fitnessstudios gezielt zu steigern und neue Zielgruppen zu erreichen, vor allem jüngere Menschen, die über klassische Werbung eventuell weniger ansprechbar sind. Gerade lokale Mikroinfluencer können eine hohe Glaubwürdigkeit haben und als „verlängerter Arm“ des Studios wirken.
Die Herausforderung liegt jedoch in der richtigen Auswahl. Nicht jeder Influencer passt zur Marke oder zur Zielgruppe eines Studios. Entscheidend ist weniger die Reichweite als vielmehr die Authentizität, die Wertekompatibilität und die lokale Relevanz. Studios sollten zudem über entsprechende Ressourcen, Prozesse und Strategien verfügen, um Influencer-Marketing auch professionell umsetzen zu können.
Sind Influencer eher Fluch oder doch Segen für die Studios?
Influencer sind weder per se Fluch noch Segen. Sie sind ein Werkzeug im Marketingmix. Richtig eingesetzt, können sie ein echter Wachstumstreiber sein. Falsch eingesetzt bzw. falsch ausgewählt, verbrennen sie Budget ohne messbaren Effekt und wirken sich unter Umständen auch negativ auf die Marke aus.
Hintergrund zum Thema
Lies außerdem unseren Artikel „Influencer-Marketing sinnvoll einsetzen“ als Einstieg zum Interview.
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Ein klarer Segen sind Influencer dann, wenn sie wirklich für die Werte des Studios stehen und ihre Botschaften glaubwürdig und authentisch an die Zielgruppe vermitteln. Problematisch wird es, wenn Studios Influencer rein opportunistisch einsetzen, ohne eine Strategie oder klare Zielsetzung.
Welche Möglichkeiten und Chancen bieten solche Kooperationen für Studios?
Die Möglichkeiten und Chancen sind vielfältig. So können lokale Influencer bspw. die Marke und die Wahrnehmung des Studios im lokalen Marktumfeld stärken. Darüber hinaus wirken Empfehlungen von Menschen, denen man glaubt und vertraut, deutlich glaubwürdiger und somit vertrauenssteigernder als klassische Werbung.
Influencer liefern oft auch hochwertigen Content, den Studios selbst weiterverwenden können. Auch lassen sich über Influencer durch exklusive Aktionen, Challenges oder Events konkrete Anreize für potenzielle Neukunden schaffen, das Studio auszuprobieren.







