Das hätten sich die Bauherren damals nicht träumen lassen. Die Fitnesslounge Erlangen befindet sich in ehemaligen Kellerräumen, die früher zur Lagerung und Kühlung von Waren genutzt wurden. Heute ist daraus auf rund 1.800 Quadratmetern eine Trainingswelt in außergewöhnlichem Ambiente entstanden, die das Gewölbe für unterschiedliche Trainingsbereiche nutzt.
„Man kann die Außenwelt hier unten komplett ausblenden, sich vollkommen auf das Training konzentrieren“, beschreibt Organisationsleiter Lars Schneeweiss die besondere Atmosphäre. Was zunächst ungewöhnlich klingt, entpuppt sich im Alltag als klarer Vorteil: Gerade in den Sommermonaten sorgt die natürliche Kühlung der Gewölbe für angenehme Trainingsbedingungen – ein Pluspunkt, den viele Mitglieder schätzen.Gleichzeitig bringt die besondere Architektur aber auch Herausforderungen für das Studio mit sich: keine Erweiterungsmöglichkeiten, kein Tageslicht und ein logistischer Mehraufwand bei Ausstattung und Austausch von Geräten. Doch genau diese Rahmenbedingungen haben die Betreiber Georg und Stefanie Weid dazu motiviert, das Studiokonzept konsequent weiterzuentwickeln und die vorhandene Fläche optimal zu nutzen.
Vom Bodybuildingstudio zum ganzheitlichen Anbieter
Früher war in den Räumlichkeiten ein klassisches Bodybuildingstudio untergebracht, das Fitnesscenter Schardt. Vor 17 Jahren übernahm der heutige Inhaber Georg Weid die Anlage und sanierte sie grundlegend. Er baute um, legte selbst Hand an und setzte in vielen Arbeitsstunden seinen Plan von einem modernen, zeitgemäßen und familiären Fitnessstudio um. In Handarbeit wurden der Eingang in die Vierzigmannstraße verlegt, das Kellergewölbe restauriert und der Eingangsbereich liebevoll gestaltet. Neben altbewährten Fitnessgeräten entstanden ein moderner Gerätepark, drei Kursräume für Gesundheits-, Fitness- und Kampfsporttraining sowie ein Wellnessbereich mit Lichttherapie, finnischer Sauna und Biosauna. Nach dieser Generalüberholung wurde die Fitnesslounge 2009 neu eröffnet.
Die Ausdauer und Motivation zahlten sich aus. Ziel war es, aus einem spezialisierten Kraftsportstudio einen vielseitigen Trainingsort für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln. „Weg vom reinen Bodybuilding – hin zu einem Gesundheits-, Fitness- und Kampfsportangebot für alle Generationen“, so die Leitidee hinter der Neuausrichtung.
Das Konzept kommt an. Heute hat die Fitnesslounge Erlangen rund 1.500 aktive Mitglieder und etwa 200 Kundinnen und Kunden, die flexibel mit Blockkarten trainieren. Ein breit gefächertes Angebot trifft auf individuelle Betreuung und eine familiäre Struktur. „Es fühlt sich bei uns an wie eine kleine Familie“, so Lars Schneeweiss. „Durch die überschaubare Größe kennt man sich untereinander und trifft immer wieder auf Bekannte.“
Breites Trainingsangebot mit klaren Schwerpunkten
Die Fitnesslounge versteht sich als Allroundanbieter mit besonderem Fokus auf fünf Bereichen: Kursangebot, modernes Krafttraining, EMS-Training, Athletiktraining sowie Kampfsport. „Wir sind ein Familienunternehmen ohne Massenabfertigung und bieten alles, um individuelle Fitnessziele zu erreichen und sich vollständig auspowern zu können“, sagt Lars Schneeweiss.
Ein zentraler Baustein des Angebots ist der umfangreiche Kursbereich: Pro Woche finden 71 Kurse für die unterschiedlichsten Zielgruppen von Einsteigern bis zu ambitionierten Trainierenden statt – an jedem Tag der Woche. Die Bandbreite reicht von Yoga über klassische Fitnesskurse bis hin zu Mixed Martial Arts (MMA) und X-Fit. Interessant ist, dass viele der Kurse seit dem Lockdown hybrid angeboten werden und das Livestream-Angebot online weiterhin sehr gut genutzt wird. Wer die Kurse ausschließlich online nutzen will, kann dafür eine eigenständige Online-Mitgliedschaft abschließen.
Der Gerätepark kombiniert verschiedene Hersteller und Trainingskonzepte, von klassischen Kraftgeräten über freie Gewichte bis hin zu digital vernetzten Trainingslösungen. Gleichzeitig bietet das Studio einen großen Freihantelbereich.
Besonders hervorzuheben ist die Integration von Kampfsport und Athletiktraining in das reguläre Angebot. Boxen, Kickboxen, MMA sowie X-Fit und hybrides Training sind fest im Kursplan verankert – ohne Zusatzkosten. Damit hebt sich die Fitnesslounge klar vom Wettbewerb ab. „Bei uns kann jeder alles nutzen, das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber vielen anderen Studios“, sagt Kursleiterin Kerstin Streiter, die seit Beginn der Fitnesslounge das gesamte Kursangebot strukturiert.






Digitalisierung mit Augenmaß
Die Fitnesslounge setzt auf moderne digitale Lösungen. Eine eigene App verbindet Trainingsplanung, Kommunikation und Communityfunktionen. Mitglieder können Trainingspläne abrufen, Fortschritte verfolgen und sich miteinander messen. Darüber hinaus ist ein Teil der Geräte digital vernetzt: Trainingsparameter werden automatisch gesteuert und dokumentiert.
„Wir gehen mit der Zeit, aber wir verlieren das klassische Training nicht aus den Augen. Dabei steht die persönliche Betreuung im Vordergrund. Niemand bleibt allein, alle Fragen werden von geschulten Trainern beantwortet“, so Kerstin Streiter.
Familiäre Atmosphäre, Vertrauen und echte Community
„Wir sind ein Fitnessstudio für alle Generationen. Egal, ob jung oder alt, Einsteiger oder Fortgeschrittener“, so Lars Schneeweiss. Die Fitnesslounge verfolgt keinen engen Zielgruppenfokus, stattdessen richtet sich das Angebot an alle Altersgruppen. Das Spektrum reicht von Kindern im Boxtraining ab sechs Jahren bis hin zu Seniorinnen und Senioren, die gezielt ihre Gesundheit fördern möchten. „Wir haben Mitglieder über 80 – aber auch Kinderkurse. Genau das macht uns aus“, beschreibt Kerstin Streiter die Vielfalt. Der Altersdurchschnitt liegt etwa zwischen 30 und 40 Jahren.
Trotz der rund 1.500 aktiven Mitglieder setzt das Team auf Nähe und persönliche Ansprache. „Bei uns ist niemand nur eine Nummer“, betont Lars Schneeweiss. Diese Philosophie zeigt sich im Alltag: Die Trainer kennen ihre Mitglieder, unterstützen sie individuell und gehen dabei weit über die reine Trainingsplanung hinaus. „Viele Mitglieder kommen zu mir, weil sie wissen, dass ich viel Erfahrung habe. Sie fragen mich gezielt, wenn sie zum Beispiel Schmerzen haben. Dieser individuelle Zugang zu unseren Mitgliedern ist uns wichtig.“ Das Vertrauen in die Kompetenz des Teams ist ein wichtiger Baustein für die Atmosphäre im Studio.
Aus der Community heraus hat sich sogar ein regelmäßig stattfindender Stammtisch am Sonntag entwickelt. So entsteht in Erlangen nicht nur Trainingsgemeinschaft, sondern auch Freundschaft.
Teamstruktur und Fachkräftemangel
Das Team besteht aus festangestellten Trainern, dualen Studierenden, Kursleitern und Aushilfen. Insgesamt arbeiten 23 Personen in unterschiedlichen Funktionen im Studio.
Wie viele Anbieter in der Branche spürt auch die Fitnesslounge den Fachkräftemangel. Die Strategie dagegen ist klar: Der Fokus liegt auf Teamkultur und persönlicher Entwicklung. „Die Chemie im Team ist entscheidend – sie hilft uns auch dabei, neue Mitarbeiter zu gewinnen“, betont Lars Schneeweiss. Bei der Auswahl neuer Mitarbeitender legt er den Fokus deshalb nicht nur auf die erforderlichen Lizenzen, sondern vor allem auch auf die Kommunikationsfähigkeit innerhalb des Teams sowie gegenüber den Mitgliedern. Potenzielle neue Mitarbeiter spricht er auch über die Auftritte auf Social-Media-Kanälen an.
Vernetzung in der Region
Die Fitnesslounge ist durch Kooperationen eng in die regionale Struktur eingebunden, kooperiert beispielsweise mit zwei örtlichen Tennisvereinen. Die Mitarbeitenden des um die Ecke liegenden Universitätsklinikums Erlangen profitieren zudem durch eine Kooperation von vergünstigtem Training.
Durch diese Zusammenarbeit ist ein besonderes Projekt im Bereich der Gesundheitsförderung entstanden. Seit einem halben Jahr können Patientinnen und Patienten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums unter Aufsicht ihrer Betreuer oder Therapeuten in der Fitnesslounge trainieren. „Bei jungen Patienten spielen Depressionen eine große Rolle. Wir haben uns gefragt, wie wir sie unterstützen können und lange überlegt, um eine Lösung zu finden, die für alle Seiten stimmig ist. Sobald die Kinder und Jugendlichen ihre Hemmungen überwunden haben, zeigt das Training einen positiven Effekt – das freut uns sehr.“
Diese Initiative zeigt exemplarisch, wie Training als ergänzendes Element in ganzheitlichen Gesundheitskonzepten eingesetzt werden kann.
Positionierung im Wettbewerb
Der Wettbewerb in Erlangen ist intensiv, hier konkurrieren zahlreiche Anbieter um Mitglieder. Die Fitnesslounge begegnet dieser Herausforderung, indem sie sich klar mit persönlicher Betreuung, einem breiten Angebot und einer besonderen Trainingsumgebung positioniert.
„Unser Ziel ist es, dass sich jeder wohlfühlt und individuell unterstützt wird“, lautet das zentrale Versprechen. Die Fitnesslounge Erlangen ist kein Studio von der Stange. Sie lebt von ihrer Geschichte, ihrem ungewöhnlichen Standort und einer klaren Haltung: Fitness ist mehr als Training – es ist Begegnung, Entwicklung und Gemeinschaft.
Die Unternehmer hinter der Marke
Stefanie Weid ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Fitnesslounge. Sie kommt ursprünglich aus dem Weinbau, entdeckte jedoch im Lauf der Zeit ihre Leidenschaft für Fitness und Gesundheit. Ihre Stärken liegen in der Buchhaltung, Finanzübersicht sowie der Organisation des Studios. Darüber hinaus kümmert sie sich um die Mitarbeiterbetreuung und sorgt dafür, dass im Studioalltag alles reibungslos funktioniert. Ihre strukturierte Arbeitsweise und herzliche Art tragen maßgeblich zum Erfolg und zur familiären Atmosphäre bei.
Georg Weid ist Inhaber, Geschäftsführer und Studioleiter der Fitnesslounge. Nach seinem Abschluss als Zimmermeister baute er zunächst ein erfolgreiches Immobilienbüro auf. Schon immer lag ihm jedoch besonders am Herzen, Menschen den Sport und einen gesunden Lebensstil näherzubringen. Aus dieser Leidenschaft entstand die Fitnesslounge. Mit viel Engagement, Unternehmergeist und seiner Begeisterung für Fitness entwickelte er die Fitnesslounge zu einem modernen Studio mit familiärer Atmosphäre.
Fitnesslounge Erlangen in Zahlen
Diesen Artikel kannst du folgendermaßen zitieren:
Sörensen, A. (2026). Charakter statt Standard. fitness MANAGEMENT international, 3 (185), 18–22.





