Annie Unkrig im Interview: „Übergänge von Therapie und Training aktiv gestalten“

Annie Unkrig erläutert, wie interdisziplinäre Medical-Fitness-Konzepte Therapie, Training und Prävention verbinden.
Lesezeit: 9 Minuten
Links ein Porträt von Annie Unkrig vor unscharfem Hintergrund. Rechts eine Trainingsszene mit zwei älteren Personen auf Matten und einer Trainerin im Hintergrund. In der Mitte trennt eine blaue grafische Linie beide Bildhälften mit einem weißen Anführungszeichen-Symbol.
Annie Unkrig beschreibt, wie gesundheitsorientierte Trainingskonzepte im Sport- & Reha-Zentrum Dr. Unkrig umgesetzt werden
Annie Unkrig beschreibt im Interview, wie das Sport- & Reha-Zentrum Dr. Unkrig Therapie, Training und Beratung miteinander verbindet. Themen wie Longevity, mentale Gesundheit und Rehasport gewinnen an Bedeutung. Entscheidend seien interdisziplinäre Betreuung, evidenzbasierte Konzepte und langfristige Begleitung.

mfhc: Das Sport- & Reha-Zentrum Dr. Unkrig bietet an zwei Standorten Beratung, Behandlung und Training unter einem Dach. Wie kam es zu dieser interdisziplinären Positionierung?

Annie Unkrig: Die interdisziplinäre Positionierung ist im Grunde aus der Praxis heraus entstanden. Wir haben früh gesehen, dass Patient:innen und Kund:innen nicht in „Silos“ denken. Sie kommen mit einem Problem und erwarten eine ganzheitliche Lösung.

Die klassische Trennung zwischen Therapie, Training und Beratung wird diesem Bedarf oft nicht gerecht. Gerade im Rehabilitations- und Präventionsbereich zeigt sich, dass nachhaltige Erfolge nur dann entstehen, wenn Diagnostik, Behandlung und anschließendes Training eng verzahnt sind.

Daraus hat sich Schritt für Schritt unser Ansatz entwickelt, alle relevanten Kompetenzen unter einem Dach zu bündeln.Hinzu kommt, dass die Übergänge zwischen medizinischer Notwendigkeit und präventivem Training heute fließender sind als früher.

Unser Ziel war es daher, eine Struktur zu schaffen, die diese Übergänge aktiv gestaltet, statt sie dem Zufall zu überlassen. Die zwei Standorte sind letztlich Ausdruck dieses Anspruchs: wohnortnah, vernetzt und interdisziplinär. Mit dem klaren Fokus auf langfristige Gesundheit statt auf kurzfristige Maßnahmen.

Wie lässt sich der Begriff Medical Fitness für Ihr Angebot definieren?

Für uns bedeutet Medical Fitness weit mehr als gesundheitsorientiertes Training. Wir verstehen darunter einen strukturierten, evidenzbasierten Ansatz, der medizinische Diagnostik, therapeutische Intervention und individuell gesteuertes Training nahtlos miteinander verbindet.

Im Zentrum steht dabei nicht die kurzfristige Leistungssteigerung, sondern die nachhaltige Verbesserung von Funktion, Belastbarkeit und Lebensqualität.

Die Kombination aus Qualifikation, Erfahrung und Persönlichkeit macht letztlich den Unterschied.

Medical Fitness beginnt für uns nicht auf der Trainingsfläche, sondern mit einer fundierten Bedarfsanalyse und endet auch nicht nach einer Therapie, sondern geht in ein langfristiges, begleitetes Training über. Entscheidend ist die enge Verzahnung unserer Fachbereiche: Therapie, Training und Beratung arbeiten nicht nebeneinander, sondern in einem gemeinsamen Konzept.

So können wir sowohl Patient:innen nach einer Behandlung als auch präventiv orientierte Kund:innen individuell und zielgerichtet betreuen. Kurz gesagt: Medical Fitness ist für uns der systematische Weg von der Einschränkung zur nachhaltigen Gesundheit – begleitet, messbar und interdisziplinär umgesetzt.

Welche Trends beobachten Sie in der Medical Fitness?

80 Prozent der aktuellen Trends im Medical Fitness sind gar nicht neu, sie werden jetzt nur konsequenter umgesetzt und anders vermarktet. Prävention, Krafttraining oder die Verbindung von Therapie und Training gibt es seit Jahrzehnten.

Der Unterschied ist: Heute passiert es strukturierter, datenbasierter und mit einem klaren Gesundheitsfokus. Was sich wirklich verändert hat, ist die Perspektive. Fitness entwickelt sich weg vom Lifestyleprodukt hin zu einem ernst zu nehmenden Bestandteil der Gesundheitsversorgung.

Über die Interviewpartnerin

Annie Unkrig – Praxismanagerin Sport- & Reha-Zentrum GmbH

Seit 2019 verantwortet Annie Unkrig die Leitung des Praxismanagements im Sport- & Reha-Zentrum Dr. Unkrig. Ihr akademischer Werdegang begann mit einem Bachelor of Arts im Gesundheitsmanagement an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

Derzeit befindet sie sich im letzten Semester ihres Master of Business Administration mit dem Schwerpunkt Sport- und Gesundheitsmanagement. In ihrer beruflichen Tätigkeit legt sie besonderen Wert auf Professionalität, Lösungsorientierung sowie Empathie. Diese Werte prägen ihren Führungsstil ebenso wie ihre tägliche Arbeit.

Foto: Sport- & Reha-Zentrum GmbH

Themen wie Longevity, Schmerzfreiheit und funktionelle Leistungsfähigkeit rücken stärker in den Mittelpunkt als reine Ästhetik. Gleichzeitig beobachten wir eine enorme Professionalisierung: Training wird individueller, messbarer und stärker an medizinischen Parametern ausgerichtet. Auch die Verzahnung von Therapie, Training und Beratung wird enger. Genau das ist aus unserer Sicht der entscheidende Hebel.

Insofern sind die Trends weniger eine Revolution als eine überfällige Weiterentwicklung. Oder anders gesagt: Es ist tatsächlich oft „alter Wein in neuen Schläuchen“, jedoch endlich in einer Qualität und Konsequenz, die seinem Anspruch gerecht wird.

Welche Trends sind für Ihr Unternehmen relevant? Werden Themen wie Longevity, „Krafttraining als Jungbrunnen“ oder funktionelles Training vermehrt nachgefragt und in der Außenkommunikation thematisiert?

Für uns sind Trends immer dann relevant, wenn sie einen echten Mehrwert für die Gesundheit unserer Patient:innen und Kund:innen bieten – und nicht, weil sie gerade stark vermarktet werden. In diesem Sinne greifen wir viele der aktuellen Entwicklungen auf und übersetzen sie in ein strukturiertes, medizinisch fundiertes Konzept.

Themen wie Longevity oder „Krafttraining als Jungbrunnen“ spiegeln im Kern genau das wider, was wir seit Jahren umsetzen: den Erhalt von Muskulatur, Funktion und Selbstständigkeit über die gesamte Lebensspanne. Dies begleiten wir mit persönlicher Betreuung und Empathie. Wir beobachten hier definitiv eine steigende Nachfrage, vor allem bei einer älter werdenden, aber gleichzeitig gesundheitsbewussteren Zielgruppe.

Auch funktionelles Training ist für uns kein Trend im klassischen Sinne, sondern fester Bestandteil unserer Arbeit. Die Verbesserung alltagsrelevanter Bewegungsmuster und Belastbarkeit steht im Zentrum – unabhängig davon, wie es gerade genannt wird. Was sich allerdings verändert hat, ist die Wahrnehmung auf Kundenseite: Begriffe wie Longevity oder gesunde Langlebigkeit schaffen Aufmerksamkeit und erleichtern den Zugang zu diesen Themen.

Deshalb greifen wir sie auch in der Außenkommunikation auf, jedoch immer mit dem Anspruch, Inhalte zu erklären und nicht nur Schlagworte zu bedienen. Unser Ansatz ist: Wir nutzen Trends als Türöffner, aber die Umsetzung bleibt evidenzbasiert, individuell und interdisziplinär. Oder anders gesagt: Wir kommunizieren Trends – aber wir arbeiten nicht nach Trends, sondern nach Konzept.

Welche Qualifikationen braucht das Personal, um neuen Anforderungen an die Betreuungsqualität zu genügen, wenn es um Medical Fitness geht? Welche Ausbildungen sind relevant?

Die Anforderungen an das Personal im Medical Fitness sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es reicht heute nicht mehr aus, „nur“ Trainingspläne zu erstellen. Gefragt ist ein tiefes Verständnis für gesundheitliche Zusammenhänge, sowie die Komplexität der Multimorbidität der alternden Gesellschaft.

Zusätzlich benötigt das Personal die Fähigkeit, Menschen individuell und langfristig zu begleiten. Auf fachlicher Ebene sind für uns fundierte Qualifikationen entscheidend. Dazu gehören vor allem Ausbildungen und Studiengänge in Bereichen wie Physiotherapie, Sportwissenschaft oder Gesundheitsmanagement. Besonders gute Erfahrungen machen wir mit Mitarbeitenden, die sowohl therapeutisches als auch trainingswissenschaftliches Know-how mitbringen oder bereit sind, sich in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Weitere Interviews und Hintergründe

Im weiteren Interview spricht Prof. Dr. Jörg Loth über Medical Fitness.

Lies außerdem unseren Artikel „Gesundheitstrends erfolgreich nutzen“ als Einstieg zum Interview.

Indem du auf das entsprechende Bild oberhalb dieses Textes klickst, gelangst du direkt zum jeweiligen Artikel.

Gleichzeitig werden Soft Skills oft unterschätzt. Diese sind in der Praxis mindestens genauso wichtig. Empathie, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln, sind entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und Verhaltensänderungen nachhaltig zu begleiten. Dabei legen wir viel Wert auf eine patientenorientierte Sprache und Kommunikation.

Im Medical Fitness arbeiten wir häufig mit Menschen, die Schmerzen, Unsicherheiten oder auch längere Krankheitsverläufe mitbringen. Hier braucht es neben Fachkompetenz ein hohes Maß an Empathie, Lösungsorientierung und Professionalität. Unser Ansatz ist, interdisziplinäre Teams aufzubauen und kontinuierlich weiterzubilden. Die Kombination aus Qualifikation, Erfahrung und Persönlichkeit macht letztlich den Unterschied in der Betreuungsqualität.

Ist die Kombination aus Therapie und Training ein Vorteil beim Recruiting und im „War for Talents“?

Ja, absolut. Aus unserer Sicht wird dieser Vorteil im „War for Talents“ sogar noch größer. Die Kombination aus Therapie und Training macht ein Arbeitsumfeld deutlich attraktiver, weil sie fachlich breiter, abwechslungsreicher und sinnstiftender ist als rein monothematische Strukturen.

Gerade für gut ausgebildete Fachkräfte – ob aus der Physiotherapie oder den Sportwissenschaften ist es spannend, nicht nur in ihrem eigenen Bereich zu arbeiten, sondern den gesamten Prozess begleiten zu können: von der Befundung über die Therapie bis hin zum Training und zur langfristigen Betreuung. Das schafft Entwicklungsmöglichkeiten, die klassische Strukturen oft nicht bieten.

Hinzu kommt, dass viele Fachkräfte heute gezielt nach interdisziplinären Teams suchen. Der Austausch mit anderen Professionen, das gemeinsame Arbeiten an einem Fall und die Möglichkeit, voneinander zu lernen, sind starke Argumente im Recruiting. Aus diesem Grund entwickeln wir unser Angebot weiter und analysieren den Bedarf im Gesundheitswesen, um Versorgungslücken zu schließen.

Gleichzeitig dürfen wir nicht unterschätzen: Die Kombination allein reicht nicht. Entscheidend ist, dass wir klare Strukturen, Entwicklungsperspektiven und eine hohe fachliche Qualität bieten. Nur dann wird aus einem attraktiven Konzept auch ein überzeugender Arbeitgeber. Insofern ist die Verzahnung von Therapie und Training definitiv ein Vorteil, aber sie entfaltet ihre Wirkung erst dann voll, wenn sie auch im Arbeitsalltag konsequent gelebt wird.

Die Nachfrage nach abrechnungsfähigen Leistungen wie Rehasport und T-RENA ist stark gestiegen. Wurde das bestehende Angebot angepasst?

Ja, wir beobachten diese Entwicklung sehr deutlich und haben unser Angebot entsprechend weiterentwickelt. Allerdings mit einer klaren Haltung: Wir richten uns nicht ausschließlich nach Abrechnungsfähigkeit, sondern nach dem tatsächlichen Bedarf unserer Patient:innen.

Programme wie Rehasport oder T-RENA sind wichtige Bausteine, weil sie vielen Menschen überhaupt erst den Zugang zu Bewegung und strukturiertem Training ermöglichen. Deshalb haben wir unsere Kapazitäten in diesen Bereichen gezielt ausgebaut und organisatorisch stärker integriert. Gleichzeitig sehen wir diese Leistungen bewusst nicht als Endpunkt, sondern als Einstieg.

Sportliche Bewegung wird immer stärker als integraler Bestandteil der Therapie wahrgenommen.

Unser Ziel ist es, Patient:innen nach einer Maßnahme nicht zu entlassen, sondern sie in ein weiterführendes, individuell gesteuertes Training zu überführen. Genau hier spielt unser interdisziplinärer Ansatz seine Stärke aus. Insofern haben wir unser Angebot eher im Sinn einer sinnvollen Erweiterung als einer strategischen Neuausrichtung angepasst.

Die Nachfrage bestätigt den Bedarf, aber unser Anspruch bleibt: nachhaltige Betreuung statt kurzfristiger Maßnahmen. Oder anders gesagt: Abrechnungsfähige Leistungen sind für uns ein Türöffner; die eigentliche Arbeit beginnt danach.

Lassen sich Patienten durch ambulante Nachsorgeleistungen dauerhaft zu einem gesünderen Leben bewegen? Wie oft werden Patienten zu Mitgliedern?

Ambulante Nachsorgeleistungen sind ein enorm wichtiger Baustein, aber sie sind kein Selbstläufer. Sie schaffen einen strukturierten Rahmen und einen guten Einstieg; die eigentliche Herausforderung ist die langfristige Verhaltensänderung. Ob Menschen dauerhaft ein bewegtes, gesundheitsbewusstes Leben führen, hängt stark von der Qualität der Betreuung und der anschließenden Begleitung ab.

Genau hier setzen wir an: Wir versuchen, die Nachsorge nicht als isolierte Maßnahme zu verstehen, sondern als Übergangsphase in ein eigenständiges und weiterhin betreutes Training.

Was die Konversion angeht, sehen wir gute Quoten – allerdings nicht pauschal bei allen. Besonders hoch ist die Bereitschaft bei denjenigen, die während der Maßnahme echte Fortschritte erleben, Vertrauen aufbauen und den Mehrwert für ihren Alltag spüren. Entscheidend ist, dass wir frühzeitig Perspektiven aufzeigen und individuelle Anschlusslösungen anbieten.

Wenn Patient:innen verstehen, dass Training kein Projekt auf Zeit ist, sondern ein langfristiger Bestandteil ihrer Gesundheit, steigt auch die Bereitschaft, dabeizubleiben. Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Mitglieder zu generieren, sondern möglichst viele Menschen nachhaltig in Bewegung zu bringen. Wenn daraus eine Mitgliedschaft entsteht, ist das die logische Konsequenz.

Mentale Gesundheit ist ein Schwerpunkt Ihres Portfolios. In Kooperation mit dem Reha-Sport-Verein Borken e. V. bieten Sie Rehasport für Menschen mit psychischen Erkrankungen an. Warum ist dieses Angebot heute so wichtig; ist der Bedarf gewachsen?

Mentale Gesundheit ist längst kein Nischenthema mehr und gerade in Kombination mit Bewegung enorm wirksam.

Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Burn-outs nehmen in unserer Gesellschaft zu und viele Betroffene brauchen niedrigschwellige, strukturierte Angebote, die sie Schritt für Schritt in Bewegung bringen. Bisher findet Bewegung in der Behandlung von psychisch erkrankten Patient:innen (z. B. in der Psychotherapie) nahezu nicht statt.

Die Kooperation mit dem Reha-Sport-Verein Borken e. V. ermöglicht es uns, genau diese Lücke zu schließen. Wir verbinden dabei medizinische Expertise, therapeutische Begleitung und gezieltes Training. Ein Ansatz, der sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit stärkt.

Der Bedarf ist deutlich gewachsen. Immer mehr Menschen suchen nach Angeboten, die nicht nur Symptome behandeln, sondern aktiv Lebensqualität, Alltagsfähigkeit und Resilienz fördern. Sportliche Bewegung wird dabei immer stärker als integraler Bestandteil der Therapie wahrgenommen.

Nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Chance, wieder Vertrauen in den eigenen Körper und Alltag zu gewinnen. Aus unserer Sicht ist dieses Angebot heute wichtiger denn je: Es leistet einen Beitrag zur Prävention, zur nachhaltigen Genesung und unterstützt Menschen dabei, langfristig selbstbestimmt und aktiv zu bleiben.

Gibt es auch Angebote für mentale Gesundheit im Bereich der Prävention?

Ja, auch im präventiven Bereich spielen mentale Gesundheit und Stressregulation eine zentrale Rolle. Wir bieten Angebote an, die Bewegung, Entspannung und Achtsamkeit gezielt kombinieren, um psychische Belastungen frühzeitig zu reduzieren und Resilienz aufzubauen.

Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Entlastung, sondern um nachhaltige Strategien, die Menschen befähigen, selbstbestimmt mit Stress umzugehen und ihre mentale sowie körperliche Gesundheit langfristig zu stabilisieren.

Ihre Salzgrotte und Solevernebelung sind Alleinstellungsmerkmale. Inwieweit ist dieser ganzheitliche Ansatz für Sie wichtig?

Angebote wie die Salzgrotte oder die Solevernebelung sind für uns mehr als dekoratives Beiwerk; sie sind Ausdruck unseres ganzheitlichen Ansatzes. Sie unterstützen die Gesundheit unserer Kund:innen auf respiratorischer und mentaler Ebene und ergänzen Training und Therapie ideal – gerade in der Prävention und bei chronischen Erkrankungen.

Zweifellos verursachen solche Leistungen höhere Fixkosten, aber ihr Wert liegt in der Differenzierung und im zusätzlichen Nutzen für unsere Kund:innen. Sie machen unser Portfolio einzigartig und bieten Kund:innen Anreize, längerfristig bei uns zu bleiben.

Für uns ist der ganzheitliche Ansatz entscheidend, weil er unsere Philosophie verkörpert: Gesundheit funktioniert nicht isoliert, sondern in einem Zusammenspiel von körperlicher Aktivität, Therapie, mentaler Entspannung und Wohlbefinden. Angebote wie die Salzgrotte oder die Solevernebelung sind somit strategisch sinnvoll, weil sie den Anspruch von Medical Fitness erlebbar machen – und zwar über alle Sinne. In der Salzgrotte haben wir die Möglichkeit unseren Kund:innen im Rahmen unserer Klangzeit eine strukturierte Auszeit in einem atmosphärischen Raum anzubieten.

Hierbei gilt auch: Die Umgebung allein macht den Nutzen des Angebots nicht aus. Die besondere Atmosphäre der Salzgrotte bildet einen unterstützenden Rahmen, doch der eigentliche Mehrwert entsteht durch die gezielte Gestaltung der Klangzeit. Erst durch strukturierte Abläufe, achtsame Impulse und eine bewusste Hinführung zur Wahrnehmung wird aus dem Aufenthalt eine nachhaltige Auszeit, die über das reine Verweilen im Raum hinausgeht.

Sind Patienten und Mitglieder heute bereit, mehr Geld in ihre Gesundheit zu investieren?

Patient:innen und Mitglieder sind grundsätzlich bereit, in ihre Gesundheit zu investieren, sofern der persönliche Nutzen nachvollziehbar ist und ein eigenverantwortlicher Umgang mit der eigenen Gesundheit besteht.

Dennoch beobachten wir, dass langfristige Investitionen häufig zugunsten kurzfristiger Lösungen zurückgestellt werden. Insbesondere dann, wenn diese durch Krankenkassen finanziell unterstützt werden.

Wie sind Therapie und Training vernetzt und wie profitieren sie voneinander?

Therapie und Training sind eng miteinander vernetzt – nicht nur räumlich, sondern vor allem konzeptionell. Jede Maßnahme beginnt mit einer fundierten Bedarfsanalyse: Therapeutische Befunde fließen direkt in das anschließende Training mit ein, Fortschritte aus dem Training werden in die Therapie zurückgespiegelt.

Beide Bereiche profitieren dadurch enorm voneinander. Therapie liefert präzise Informationen über Einschränkungen, Bewegungsmuster und Beschwerden, die das Training gezielt adressieren kann. Gleichzeitig erhöht regelmäßiges, individuelles Training die Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen und sorgt dafür, dass Erfolge nachhaltig erhalten bleiben. Durch die enge Verzahnung entsteht ein kontinuierlicher Lern- und Anpassungsprozess zum Vorteil für die Patient:innen und als Qualitätsmerkmal unseres Portfolios.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Kommunikation und Empathie. Diese sind entscheidend im Umgang mit den Patient:innen ebenso wie in der Zusammenarbeit zwischen Praxismanagement, Trainer:innen und Physiotherapeut:innen. Sie bilden die Grundlage dafür, den Nutzen des Angebots verständlich zu vermitteln, Vertrauen aufzubauen und eine nachhaltige Bindung zu fördern.

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