Eines der Themen, das die Zukunft der Fitness- und Gesundheitsbranche prägen wird, ist die Anerkennung als Lösungsfaktor für eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme unserer Zeit. Große Teile von Politik und Gesellschaft sehen Fitnessstudios bisher nicht als Gesundheitsdienstleister: Die Leistung „Fitnesstraining“ gilt nicht als Teil der Lösung für gesundheitliche Probleme.
Was hat bisher gefehlt? Gesundheit ist Vertrauenssache – ob beim Arzt, Physiotherapeuten oder in der Apotheke. Niemand vertraut einfach irgendwem seine Gesundheit an. Was kann unsere Branche also tun, um Vertrauen aufzubauen und ihr Image zu verbessern? Warum sehen „Außenstehende“ nicht, was die Fitnessbranche leistet? Oder schätzt sich die Branche falsch ein?
Die Imagestudie des DSSV zeigt den Weg
Die aktuelle Studie des DSSV e. V. und der DHfPG zum Image der Fitnessbranche geht diesen Fragen nach. Sie vergleicht, wie die Branche von Studiobetreibenden und Führungskräften, Mitgliedern und Menschen, die nicht in einem Studio Mitglied sind, wahrgenommen wird.
Die Ergebnisse zeigen, wo sich die Sichtweisen der einzelnen Gruppen decken und wo sie auseinandergehen – und machen dadurch verschiedene Handlungsoptionen und vielfältige Chancen für die Akteure der Branche deutlich.
Qualifikation und Qualität schaffen Vertrauen
Die Einschätzung von Nicht-Mitgliedern macht eine der großen Stellschrauben sichtbar, an denen die Fitnessbranche drehen muss, um ihr Image zu verbessern: Nicht-Mitglieder erkennen den gesundheitlichen Nutzen von Fitnesstraining grundsätzlich an, bezweifeln aber, dass dieser Nutzen in Fitnessanlagen tatsächlich umgesetzt werden kann.
Interviews zum Thema
Die Interviews mit Christoph Trampert, Henrik Gockel und Michael Antonopoulos liest du, indem du auf eines der nachstehenden Bilder klickst.
Als Hauptgründe für diese Zweifel, die bisher eine Mitgliedschaft verhindert haben, werden die häufig fehlende Qualifikation des Personals und eine mangelnde Betreuungsqualität genannt (Kobel & Marx, 2025). Diese Eindrücke von außerhalb machen deutlich, dass es der Branche bislang nicht gelingt, ein differenziertes und glaubwürdiges Branchenbild in der breiten Bevölkerung zu etablieren (Kobel & Marx, 2025).
Die Themen Personalqualifikation und Betreuungsqualität ziehen sich wie ein roter Faden durch die Imagestudie. Studiomitglieder fordern Verbesserungen und Standards und Nicht-Mitglieder stellen hohe Erwartungen an die Branche und machen die für sie zentrale Barriere sichtbar (Kobel & Marx, 2025).
Den Gesundheitsauftrag konsequent umsetzen
Für Studiobetreibende bedeutet das: Die Qualität der Mitarbeitenden ist entscheidend für die wahrgenommene Qualität des gesamten Studios. Nur wer über fundiertes Wissen verfügt, kann Mitglieder professionell beraten und gesundheitlich sicher betreuen.
Ein Studio, das auf hochqualifiziertes Personal setzt, kann sich nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional von Mitbewerbern abheben: Es vermittelt Sicherheit, Kompetenz und Professionalität. Das schafft Vertrauen – und aus Vertrauen entsteht langfristige Mitgliederbindung.
Zertifizierte Trainer, Physio-, Sport- und Bewegungstherapeuten oder dual Studierende sind dabei mehr als nur Mitarbeitende – sie sind die Gesichter der Marke. Ihre Kompetenz und ihr Auftreten entscheiden darüber, ob das Studio als reiner Fitness-
anbieter oder als zuverlässiger Partner für die Gesundheit wahrgenommen wird.
Gesundheitsexperten als Problemlöser
Wie können Studios eine Positionierung als Gesundheitsdienstleister erfolgreich gestalten? Welche Angebote braucht es? Welche Qualifikationen braucht das Studioteam?
Antworten geben Christoph Trampert, Gründer und Geschäftsführer der RiVita – Praxis für Gesundheitssport, Henrik Gockel, Gründer und CEO von PRIME TIME fitness und Michael Antonopoulos, CEO der Kieser Training AG.
Literaturliste
Kobel, S. & Marx, J. (2025). Das Image der Fitnessbranche. Hamburg: DSSV-Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen e. V.
Diesen Artikel kannst du folgendermaßen zitieren:
Sörensen, A. & Wolff, J. (2025). Erfolgsfaktor Personal fitness MANAGEMENT international, 6 (182), 26–33.

