Henrik Gockel im Interview: „Motivation braucht Beziehung“

Henrik Gockel erklärt, warum PRIME TIME fitness mit qualifizierten Trainerinnen und Trainern, Personal Training und Motivation auf Premium statt Masse setzt.
Lesezeit: 5 Minuten
rainer unterstützt einen Trainierenden beim Hanteltraining; rechts Porträt von Henrik Gockel
Individuelle Betreuung und Premiumtraining prägen das Konzept von PRIME TIME fitness
PRIME TIME fitness positioniert sich als Gesundheitsanbieter durch qualifizierte Trainerinnen und Trainer, intensive Betreuung und Premiumtraining. Gründer und Geschäftsführer Henrik Gockel betont Motivation, Personal Training und kontinuierliche Weiterbildung als Erfolgsfaktoren. Digitalisierung wächst, doch Beziehung und Vertrauen bleiben zentral.

fMi: Die Kernkompetenz von PRIME TIME fitness sind Premiumtraining sowie Personal Training. Welche Rolle spielt die individuelle Betreuung der Kunden und Kundinnen für das Image als Gesundheitsanbieter?

Henrik Gockel: Eine zentrale. Wir sind davon überzeugt, dass persönliche Betreuung die Basis für eine glaubwürdige Positionierung als Gesundheitsanbieter ist. Wir betreiben unsere Clubs ganz bewusst mit qualifiziertem Fachpersonal, das individuelle Trainingssteuerung, Motivation und Kontrolle gewährleistet.

Für uns ist klar: Wir sind im Motivationsbusiness – und dafür braucht es Menschen. Viele wissen, dass sie trainieren sollten, aber ohne motivierende Trainerinnen und Trainer wird daraus oft nichts. Unsere Personal Trainer sorgen für diese Motivation und vermitteln dabei Kompetenz und Vertrauen – das spüren unsere Mitglieder.

Was sind für Sie die wichtigsten Unterscheidungskriterien gegenüber Studios, die eher auf Masse setzen?

Wir setzen nicht auf Masse, sondern auf Qualität und Trainingserfolg. PRIME TIME fitness ist fokussiert auf Training – ohne Ablenkung. Keine Wellnessbereiche, keine Lounges, keine überflüssigen Angebote. Stattdessen gibt es eine ruhige, hochwertige Trainingsatmosphäre mit sichtbarer Präsenz qualifizierter Trainer.

Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch Disziplin auf der Trainingsfläche. Außerdem sind unsere Clubs in urbanen Lagen – wohnortnah und mit kurzer Transferzeit – was unserer Zielgruppe entgegenkommt.

Welchen Stellenwert haben die Auswahl und Entwicklung Ihrer Mitarbeitenden in Ihrem Konzept?

Einen sehr hohen. Bei uns arbeitet niemand ohne eine gültige B-Lizenz – das ist unsere Mindestanforderung. Selbst die Buchhaltung und Mitarbeitende im Backoffice kennen unser Produkt.

Über den Interviewpartner

Porträtbild von Henrik Gockel

Henrik Gockel

Henrik Gockel ist seit über 30 Jahren in der Fitnessbranche aktiv. Bereits während seines BWL-Studiums in der Schweiz arbeitete er im Vertrieb von Life Fitness. Gemeinsam mit seinem Partner Edy Paul betrieb er die Unternehmensberatung Gockel, Paul & Partner sowie die TC Trainings Center im DACH-Raum.

Im Jahr 2000 wechselte Henrik Gockel von der Berater- auf die Betreiberseite und wurde Europachef bei Fitness First. Seit 2008 ist er Dozent an der DHfPG. 2010 gründete er gemeinsam mit Barbara Lohse und Nils Kuprat die Premiumfitnesskette PRIME TIME fitness, die heute 22 Clubs betreibt.

Foto: PRIME TIME fitness GmbH

Der überwiegende Teil unserer Trainerinnen und Trainer durchläuft ein duales Studium an der DHfPG oder wird durch unsere interne PRIME TIME-Akademie geschult, in der Mitarbeitende gezielt auf ihre Aufgaben vorbereitet und in regelmäßigen Modulen weiterentwickelt werden – immer praxisnah und mit Blick auf unsere spezifischen Anforderungen.

Wir fördern interne Karrieren. Viele unserer Teammitglieder starten bei uns als Studierende und entwickeln sich in Führungspositionen weiter.

Welche Kompetenzen ihrer Trainerinnen und Trainer sind wichtig, um den Erwartungen der Kunden zu entsprechen? Mit welchen Qualifikationen können Bewerberinnen und Bewerber bei Ihnen punkten?

Neben der fachlichen Qualifikation ist vor allem Motivationstalent gefragt. Ein guter Trainer muss nicht nur wissen, wie man trainiert, er muss auch dafür sorgen, dass regelmäßig und dauerhaft trainiert wird. Die Fähigkeit, eine Beziehung zu Kunden und Mitgliedern sowie auch anderen Teammitgliedern aufzubauen, Begeisterung zu vermitteln und Verantwortung zu übernehmen, ist entscheidend.

Natürlich sind fundierte Kenntnisse in Trainingslehre und Anatomie hier wichtig, aber eben auch kommunikative und soziale Kompetenzen, damit die Menschen verstehen, was sie warum tun und motiviert am Ball bleiben – je mehr Wissen Trainer und Trainerinnen haben, desto breiter ist ihr Handlungsspektrum.

Wie halten Sie die Qualifikation Ihrer Mitarbeitenden auf dem aktuellen Stand?

Wir haben ein systematisches Fortbildungsprogramm. Unsere Trainer durchlaufen nach der Grundausbildung drei interne Entwicklungsstufen – Basis, Spezialist und Experte. Zusätzlich arbeiten wir eng mit der BSA-Akademie und der DHfPG zusammen.

Weitere Interviews und Hintergründe

In weiteren Interviews sprechen Christoph Trampert und Michael Antonopoulos über die Fitnessstudios als Gesundheitsdienstleister.

Lies außerdem unseren Artikel 'Positionierung als Gesundheitsexperte' als Einstieg zum Interview.

Indem du auf das entsprechende Bild oberhalb dieses Textes klickst, gelangst du direkt zum jeweiligen Artikel.

Unser Cheftrainer führt regelmäßig Schulungen zu Krankheitsbildern und speziellen Anforderungen durch. Darüber hinaus erfolgt eine kontinuierliche Qualitätssicherung durch interne Audits. Uns ist wichtig, dass jedes Teammitglied als kompetenter Ansprechpartner wahrgenommen wird.

Welche Weiterbildungsangebote sind aus Ihrer Sicht derzeit besonders wichtig und warum?

Neben der klassischen Trainingslehre sind Themen wie Krankheitsbilder, Rehabilitation, Motivationstechniken und auch Kommunikationstraining extrem wichtig.

Gerade im Umgang mit Mitgliedern mit speziellen gesundheitlichen Einschränkungen oder Zielen muss unser Trainerteam individuell reagieren und handeln können. Deshalb schulen wir auch Themen wie Coaching oder mentale Begleitung, denn Training beginnt im Kopf.

Welche Erwartungen haben Ihre Mitglieder an das Thema Gesundheit, und wie erfüllen Sie diese?

Unsere Mitglieder erwarten vor allem drei Dinge: Effektivität, Sicherheit und Vertrauen. Sie wollen Ergebnisse – und das möglichst effizient. Deshalb bieten wir einen betreuungsintensiven Ansatz mit messbaren Zielen.

Durch den engen Kontakt zu unseren Trainern entstehen Bindung und Verlässlichkeit. Unser Personal-Training-Konzept ist hier ein Erfolgsfaktor – rund zwölf Prozent unserer Mitglieder nutzen es regelmäßig und generieren damit rund 30 Prozent unseres Umsatzes.

Stichwort Mitgliederedukation: Welchen Stellenwert hat die aktive Vermittlung fachlicher Kompetenz an die Trainierenden für die langfristige Motivation zu einem aktiveren Lebensstil? Können Trainerinnen und Trainer hier zu Markenbotschaftern der Branche werden und für mehr Vertrauen und Akzeptanz sorgen?

Absolut. Unsere Trainer sind die zentralen Kontaktpunkte – und ja, sie sind Markenbotschafter. Wenn sie mit fundiertem Know-how sympathisch und motivierend auftreten, wird unsere Marke erlebbar.

Gute Trainerinnen und Trainer zeigen nicht nur Übungen, sie erklären den Sinn dahinter. Und das ist wichtig für das Verständnis und die langfristige Motivation. Viele Mitglieder bleiben wegen der Beziehung zu ihren Trainern – nicht wegen der Geräteausstattung.

Wie interpretieren Sie die Ergebnisse der Imagestudie des DSSV im Hinblick auf die Wahrnehmung Ihrer Marke? Können die Erkenntnisse aus der Studie Ihre unternehmerischen Entscheidungen beeinflussen?

Die Studie bestätigt, was wir seit Jahren beobachten: Qualifikation und Betreuungsqualität sind der Schlüssel zur Anerkennung als Gesundheitsanbieter.

Wenn wir wollen, dass unsere Branche ernst genommen wird, müssen wir liefern – nicht nur Marketingversprechen, sondern echte Betreuung. Wir haben deshalb schon früh darauf gesetzt, ausschließlich qualifizierte Trainerinnen und Trainer einzusetzen und diese kontinuierlich weiterzubilden.

Welche Trends werden die Branche in den nächsten Jahren aus Ihrer Sicht am stärksten prägen?

Die Branche wird weiter fragmentieren – zwischen Low-budget-Angeboten mit hoher Automatisierung und hochwertigen Konzepten mit intensiver Betreuung.

Die Digitalisierung und KI werden weiter Einzug halten und uns neue Möglichkeiten eröffnen, aber der Mensch bleibt zentral. Denn wie gesagt: Wir sind im Motivationsbusiness. Und Motivation braucht Beziehung. Wer das erkennt und konsequent in sein Team investiert, wird auch in Zukunft erfolgreich sein.

dhfpg

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Für fitness MANAGEMENT berichtet

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