fM: Die RiVita – Praxis für Gesundheitssport verbindet Therapie, Prävention und Fitnesstraining. Welche Vorteile bietet diese Kombination für die nachhaltige Positionierung im Gesundheitsmarkt?
Christoph Trampert: Der große Vorteil liegt in der Ganzheitlichkeit. Bei uns steht nicht das einzelne Angebot im Vordergrund, sondern der gesamte Entwicklungsprozess unserer Mitglieder.
Durch die enge Verzahnung von Physiotherapie, Rehasport und medizinischem Fitnesstraining können wir Menschen dort abholen, wo sie gerade stehen – und sie Schritt für Schritt zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität führen. Dieses Zusammenspiel macht unser Konzept so wirkungsvoll und nachhaltig.
Was sind die größten Herausforderungen bei der Verzahnung von Training und Physiotherapie?
Die größte Herausforderung sind die Schnittstellen zwischen beiden Welten. Therapeutisches Denken ist häufig symptomorientiert, Training dagegen präventiv und langfristig angelegt. Diese Perspektiven müssen zusammengeführt werden. Das gelingt nur, wenn beide Seiten dieselbe Sprache sprechen und das gleiche Ziel verfolgen: Menschen aktiv und eigenverantwortlich gesund zu machen.
Wie wichtig ist es, in Ihrer Region nach außen als Gesundheitsdienstleister sichtbar zu sein?
Sehr wichtig. Wir wollen, dass jeder, der zu uns kommt, sofort erkennt: Hier steht Gesundheit im Mittelpunkt – nicht Fitness im klassischen Sinn. Das spiegelt sich in unserem Auftritt, unserer Kommunikation und in unseren Kooperationen wider. Sichtbarkeit entsteht für mich nicht durch Werbung, sondern durch Haltung und gelebte Qualität.
Über den Interviewpartner

Christoph Trampelt
Christoph Trampert ist Gründer und Geschäftsführer der RiVita – Praxis für Gesundheitssport, die mit zwei Standorten aktiv ist – in Riegelsberg und Heusweiler. Nach seinem Studium der Fitnessökonomie übernahm er Führungspositionen im Gesundheitswesen und gründete 2009 RiVita, ein Unternehmen mit Fokus auf die Verbindung zwischen Therapie, Prävention und medizinischem Fitnesstraining.
Mit seinen Teams setzt er sich dafür ein, Menschen in jedem Lebensalter zu einem aktiven, gesunden und selbstbestimmten Lebensstil zu befähigen.
Foto: RiVita
Wir kommunizieren bewusst unsere Kernleistungen – Physiotherapie, medizinisches Fitnesstraining, Trainingstherapie und Präventionsangebote – mit einem klaren Gesundheitsfokus. Besonders gut bewährt haben sich Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram und LinkedIn, da wir hier authentische Einblicke in unsere Arbeit geben können.
Daneben nutzen wir Kooperationen mit lokalen Ärzten und Gesundheitsakteuren sowie gezielte Präsenz in der regionalen Presse, um Vertrauen aufzubauen und als Gesundheitsdienstleister sichtbar zu sein.
Welches Feedback bekommen Sie von Ihren Mitgliedern auf die Positionierung als Gesundheitsdienstleister? Wie klar wird der Unterschied zu klassischen Studios wahrgenommen?
Unsere Mitglieder spüren den Unterschied sehr deutlich. Viele kommen aus herkömmlichen Fitnessstudios und sagen: „Hier werde ich wirklich verstanden und angeleitet.“ Der entscheidende Punkt ist die persönliche Betreuung und das medizinische Verständnis im Training. Bei uns geht es nicht um Oberflächenästhetik, sondern um funktionelle Gesundheit und langfristige Leistungsfähigkeit.
Welche Rolle spielen Kooperationen mit Ärzten, Kliniken oder Krankenversicherern für das Standing und die Wahrnehmung Ihres Unternehmens von außen?
Eine sehr zentrale. Wir sehen uns als Bindeglied zwischen Therapie, Prävention und eigenverantwortlichem Training. Kooperationen schaffen Vertrauen – sowohl bei Ärzten und Kliniken als auch bei Krankenkassen und Patienten. Viele Zuweiser wissen, dass ihre Patienten bei uns nicht einfach trainieren, sondern gezielt auf Basis therapeutischer Erkenntnisse weitergeführt werden.
Welche Kompetenzen innerhalb Ihres Teams sind wichtig, um den Erwartungen der Kunden zu entsprechen? Mit welchen Qualifikationen können Bewerberinnen und Bewerber bei Ihnen punkten?
Neben der fachlichen Qualifikation ist die innere Haltung entscheidend. Wir suchen Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen und Freude daran haben, andere auf ihrem Weg zu begleiten.
Weitere Interviews und Hintergründe
In weiteren Interviews sprechen Henrik Gockel und Michael Antonopoulos über die Fitnessstudios als Gesundheitsdienstleister.
Lies außerdem unseren Artikel 'Positionierung als Gesundheitsexperte' als Einstieg zum Interview.
Indem du auf das entsprechende Bild oberhalb dieses Textes klickst, gelangst du direkt zum jeweiligen Artikel.
Besonders gefragt sind dual Studierende im Bereich Fitnessökonomie und Bewegungstherapie, Physiotherapeutinnen und -therapeuten mit Trainingsverständnis sowie Trainerinnen und Trainer mit medizinischem Hintergrund. Fachwissen ist wichtig – aber Empathie und Kommunikationsfähigkeit sind oft der Schlüssel.
Wie halten Sie die Qualifikation Ihrer Mitarbeitenden immer auf dem aktuellen Stand?
Wir setzen bewusst auf externe Weiterbildung und individuelle Entwicklung. Viele unserer Mitarbeiter studieren berufsbegleitend an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement oder absolvieren gezielte Fachfortbildungen.
Unser Ansatz: Jeder soll sich dort weiterentwickeln, wo es fachlich und persönlich den größten Mehrwert bringt. So entsteht ein Team mit breitem Wissen und unterschiedlichen Perspektiven – das ist für uns wertvoller als starre interne Schulungsstrukturen.
Welche Weiterbildungsangebote sind aus Ihrer Sicht derzeit besonders wichtig und warum?
Alles, was die Brücke zwischen Therapie und Training stärkt. Das umfasst evidenzbasiertes Krafttraining, funktionelle Diagnostik, moderne Präventionskonzepte, aber auch Kommunikation und Coachingkompetenz.
Wer Menschen langfristig begleiten will, muss verstehen, wie Motivation funktioniert – nicht nur, wie Bewegung ausgeführt wird.
Welchen Stellenwert hat die Patientenedukation bzw. eine aktive und positive Wissensvermittlung, um Menschen langfristig zu einem aktiven Lebensstil zu motivieren?
Wissensvermittlung, um Menschen langfristig zu einem aktiven Lebensstil zu motivieren? Patientenedukation ist für uns ein zentrales Element. Wir wollen Menschen befähigen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.
In jeder Einheit vermitteln wir Wissen – einfach, verständlich und positiv. Bewegung soll nicht als Pflicht wahrgenommen werden, sondern als Möglichkeit, mehr Lebensfreude und Selbstwirksamkeit zu erleben. Entscheidend ist, dass unser Team dieses Verständnis authentisch lebt.
Welche Impulse nehmen Sie aus der Imagestudie des DSSV mit für zukünftige strategische Entscheidungen im Personal- und Qualitätsmanagement?
Die Studie bestätigt, was wir seit Jahren beobachten: Kompetenz, Qualität und Vertrauen sind die entscheidenden Faktoren für die Akzeptanz unserer Branche.
Das bestärkt uns darin, konsequent auf qualifizierte Mitarbeiter, intensive Betreuung und transparente Kommunikation zu setzen. Wir investieren lieber in Menschen als in Werbung – weil echte Qualität die beste Form von Marketing ist.
Welche Empfehlungen geben Sie anderen Betreibern, die sich stärker im Gesundheitsbereich positionieren wollen?
Echtheit ist der Schlüssel. Wer Gesundheit anbieten möchte, muss sie selbst leben. Dazu gehören eine klare Positionierung, ein qualifiziertes Team und ein Konzept, das die Menschen wirklich versteht.
Der Weg führt nicht über Marketing, sondern über Inhalte. Vertrauen entsteht durch Haltung – und wer das verinnerlicht, wird langfristig erfolgreich sein.
