Martin Stridde: „Rudern hat durch die Pandemie an Beliebtheit gewonnen“

Concept2 in der Fitness- und Gesundheitsbranche: Martin Stridde, Leiter der deutschen Niederlassung, spricht im fM Interview über Ambitionen und Perspektiven.
Lesezeit: 3 Minuten
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'Rudern wird immer beliebter', Martin Stridde (Conceot2) im Interview
'Rudern wird immer beliebter', Martin Stridde (Conceot2) im Interview
Concept2 hat seine Wurzeln im Rudersport. Das Unternehmen aus Vermont (USA) ist vor allem durch den RowErg bekannt, einen der weltweit meistverkauften Indoor-Rower. Die aktuelle Produktpalette umfasst darüber hinaus Riemen und Skulls sowie den BikeErg und den SkiErg. Wir haben mit dem Leiter der deutschen Niederlassung, Martin Stridde, über die Ambitionen und Perspektiven von Concept2 in der Fitness- und Gesundheitsbranche gesprochen.

fM: Das Unternehmen Concept2 blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück, was sind die wichtigsten Eckdaten?

Martin Stridde: Concept2 ist ein amerikanisches Unternehmen, das 1976 von den Brüdern Peter und Dick Dreissigacker im Bundesstaat Vermont gegründet wurde. Seinen Ursprung hat unser Unternehmen im Rudersport, die Brüder Dreissigacker sind bis heute begeisterte Ruderer.

Sie waren die ersten, die Skulls und Riemen, die bis dahin nur aus Holz gerfertigt wurden, mit Karbon aus dem Flugzeugbau verstärkt haben. Die Ruder wurden dadurch leichter, steifer und besser in der Performance.


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Um im Winter trainieren zu können, haben Peter und Dick etwas später auch das Widerstandsprinzip des Concept2 Indoor Rowers entwickelt – mithilfe eines Fahrrades, das sie verkehrt herum auf einem Scheunenboden befestigt und in das sie in Form von Lamellen Widerstände eingebaut haben.

In Deutschland gibt es uns seit Anfang der 1980er Jahre, zuerst als unabhängiger Partner. Inzwischen sind wir eine offizielle Niederlassung.

Wie kam es zum Engagement in der Fitnessbranche? Seit wann sind Sie in der deutschen Fitness- und Gesundheitsbranche vertreten?

Das hat sich langsam entwickelt. Wir waren Anfang der 1980er auf den relevanten Messen vertreten und es gab so etwas wie einen Hype beim Rudern. Der Sport war 'in'.

Die Leistungssportler:innen haben im Winter auf Ruderergometern trainiert, zunächst mit einem hydraulischen Widerstand an jedem Ruder. Viele Freizeitsportler:innen haben sich daran orientiert. Ganz nach dem Motto: 'Was die Profis verwenden, kann nicht schlecht sein'.



Von diesem Hype gingen Impulse in die Fitnessstudios. Der Indoor-Rower von Concept2 war zunächst ein Nischenprodukt für echte Ruderfreaks, aber über die Jahre haben sich unsere Geräte mit dem wartungsarmen Luftwiderstand immer besser etabliert.

Auch bei den leistungsorientierten Fitnesskonzepten sind Sie stark vertreten, etwa bei CrossFit® und HYROX. Warum ist das so?

Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass die Geräte sehr gut vergleichbar sind. Der PM5-Monitor misst die Leistung exakt – unabhängig von den Einstellungen, vom Standort oder von den Nutzer:innen. Außerdem haben wir in den vergangenen Jahrzehnten versucht, unsere Preise niedrig zu halten, damit die Geräte für möglichst viele Menschen erschwinglich sind.

Sie haben in Deutschland keinen Außendienst. Das ist in der Branche ungewöhnlich. Aus welchen Gründen haben Sie sich für diese Form der Vertriebsorganisation entschieden und inwiefern profitieren Ihre Kund:innen davon?

Die Kund:innen profitieren über den Preis und die Qualität. Sowohl Row-Erg, Bike-Erg als auch SkiErg sind so robust und einfach konstruiert, dass die Kund:innen die meisten Reparaturen selbst ausführen können.



Wir halten telefonisch Kontakt und unterstützen sie, treffen sie auf Messen oder Events. Aber unsere Geräte im Fitnessbereich über einen Außendienst direkt zu vertreiben, ist für uns nicht effizient genug.

Wir haben jedoch externe Partnerfirmen, die auf Wunsch technischen Service leisten oder die Geräte vor Ort bei den Kund:innen reparieren.

Wie ist das Unternehmen Concept2 bisher durch die Pandemie gekommen?

Wir sind sehr gut durch die Pandemie gekommen, weil wir auch Geräte in den Privatmarkt an Endverbraucher:innen liefern. Und Rudern hat durch die Pandemie noch einmal an Beliebtheit gewonnen.

Welche Pläne haben Sie für das Jahr 2022? Worauf darf sich die Branche freuen?

Unsere Ruderergometer sind bekannt, daher wollen wir den SkiErg und den BikeErg verstärkt ins Bewusstsein unserer Kund:innen bringen. Darüber hinaus werden wir auch das Thema 'Ergathlon' pushen, ein Dreikampf auf RowErg, BikeErg und SkiErg.

Weitere wichtige Punkte auf unserer Agenda sind Technologie und Konnektivität. Die PM5-Konsole, mit der unsere Ergometer ausgestattet sind, arbeitet mit unseren eigenen Apps, aber auch mit 30 verschiedenen externen Apps.

Dieses Angebot werden wir für Fitnessstudios noch attraktiver gestalten, etwa durch größere Bildschirme, auf die Trainierende sich über eine App einwählen können, um überall auf der Welt gemeinsam zu trainieren oder gegeneinander anzutreten.

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