fM: Im UFC GYM bietet ihr „die Evolution von Kampfsport, Fitness und Recovery“. Kannst du das Studiokonzept konkreter beschreiben?
Robert Jablukov: Unser Konzept basiert auf drei Säulen: Kampfsport, Fitness und Recovery. Wir orientieren uns an den vielseitigsten Athleten der Welt – den UFC-Fightern. Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und mentale Stärke greifen dabei ineinander.
Kampfsport ist bei UFC GYM Teil der Philosophie, aber kein Muss. Wir verstehen ihn nicht als Kampf, sondern als Trainingsprinzip: Das bedeutet Körperkontrolle, Fokus und funktionelle Bewegung statt Schläge oder Wettkampf.
Viele Mitglieder kommen zu uns, weil sie ihre Fitness verbessern wollen und die klare Struktur schätzen. Kampfsport liefert die Grundlagen, Fitness setzt sie um, Recovery sorgt dafür, dass Leistung langfristig möglich bleibt. Genau dieses Zusammenspiel macht UFC GYM aus.
Was sind die Beweggründe für genau dieses Trainingskonzept? Wie kombiniert ihr im Studiobetrieb Kampfsport, funktionelles Training, Kurse und Recovery miteinander?
Die Beweggründe sind sehr klar:
Der Körper trennt nicht zwischen Training, Kursen und Regeneration – also tun wir es auch nicht. Leistungsfähigkeit entsteht nur im Zusammenspiel dieser Elemente.
Robert Jablukov
Im Studiobetrieb greifen Kampfsport, funktionelles Training und Kurse deswegen bewusst ineinander. Kampfsport liefert Koordination, Beweglichkeit und Fokus, funktionelles Training übersetzt das in Kraft und Belastbarkeit, Kurse geben Struktur und Dynamik.
Recovery ist fest integriert und kein Zusatz, weil nachhaltige Leistung ohne Regeneration nicht funktioniert. So entsteht ein Trainingssystem, das im Alltag praktikabel ist und sich an unterschiedliche Ziele und Leistungsniveaus anpassen lässt.
Warum ist ein holistisches Konzept für dich der beste Weg, die Gesundheit der Mitglieder zu erhalten oder zu verbessern?
Weil Gesundheit langfristig gedacht werden muss. Unser Konzept zielt nicht auf kurzfristige Effekte, sondern auf nachhaltige Belastbarkeit. Durch die Verbindung von funktionellem Training, koordinativen Elementen aus dem Kampfsport und fester Recoverystruktur trainieren unsere Mitglieder ganzheitlich statt isoliert. Regeneration ist dabei keine Ergänzung, sondern Voraussetzung.
So entsteht ein Trainingssystem, das Leistung ermöglicht und gleichzeitig Überlastung vorbeugt.
Das Konzept zielt auf die Optimierung der Gesundheit ab. Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen, denken vermutlich nicht zuerst an Training, das von MMA inspiriert ist. Wie vermittelt ihr den Kunden den hohen gesundheitlichen Nutzen dieser speziellen Traingsform?
Wir vermitteln den gesundheitlichen Nutzen vor allem über das Erlebnis. Unsere Classes sind energetisch, intensiv und gemeinschaftlich – das muss man fühlen, nicht erklärt bekommen.
Durch die Dynamik der Gruppe, die klare Führung der Trainer und das strukturierte Trainingssystem spüren Mitglieder schnell, wie leistungsfähig ihr Körper wird. Dieses Gefühl von Energie, Kontrolle und Fortschritt macht den gesundheitlichen Mehrwert unmittelbar erlebbar und sorgt dafür, dass man wiederkommt.
Wie baut ihr bei Untrainierten bzw. Anfängerinnen und Anfängern Hemmschwellen ab?
Indem wir sehr bewusst den Einstieg gestalten. Niemand muss bei uns etwas können, bevor er anfängt. Gerade Anfängerinnen und Anfänger werden Schritt für Schritt an das Training herangeführt.
Über den Interviewpartner

Robert Jablukov
Er studierte internationales Sport- und Eventmanagement mit Masterabschluss sowie separat auch Fußballmanagement. Danach sammelte Robert Jablukov mehrere Jahre Erfahrungen bei verschiedenen Bundesligisten im deutschen Profisport.
Die Fitness- und Gesundheitsbranche kannte er vor allem als Studiomitglied. Über einen Bekannten kam der Kontakt zum Unternehmen UFC GYM zustande, das sein Projekt „UFC GYM“ nach Deutschland bringen wollte. Seit Mai 2022 ist er CEO bei UFC GYM Germany in Berlin.
Foto: UFC GYM Germany
Wir arbeiten mit klaren Strukturen, kleinen Gruppen und Trainerinnen und Trainern, die erklären, begleiten und korrigieren. Kampfsport wird dabei nie als Kampf vermittelt, sondern als kontrollierte Bewegung. Der Fokus liegt auf Technik, Sicherheit und Vertrauen in den eigenen Körper.
So entsteht schnell das Gefühl, am richtigen Ort zu sein – ohne Leistungsdruck, aber mit spürbaren Fortschritten.
Wie wirkt es sich auf die Motivation der Mitglieder aus, wenn es im Training um Performance und Kampfsport geht, und nicht nur darum, „etwas für die Gesundheit zu tun“?
Der Unterschied liegt im Mindset: Wenn Training nur als Pflicht für die Gesundheit verstanden wird, bleibt es oft abstrakt – Performance gibt dem Ganzen ein klares Ziel und messbaren Fortschritt. Kampfsport bringt dabei einen besonderen Fokus ins Training und vor allem in unserer Community jede Menge Spaß.
Gesundheit entsteht so eher als Konsequenz, nicht als Hauptmotivation. Mitglieder erleben Training als etwas Aktives, Herausforderndes und Sinnstiftendes. Dieses Gefühl, sich weiterzuentwickeln und Teil einer Gemeinschaft zu sein, sorgt dafür, dass man dranbleibt – und genau das ist am Ende der größte Hebel für langfristige Gesundheit.
Wie lässt sich das individuelle Leistungslimit eurer Mitglieder sicher ermitteln und welche Prozesse habt ihr dafür definiert?
Wir ermitteln das individuelle Leistungslimit über strukturierte Einstiege, nicht über maximale Belastung. Am Anfang stehen Gespräche, eine grundlegende Bewegungs- und Leistungseinschätzung sowie die Bewertung durch unsere Trainer.
Training wird dann schrittweise aufgebaut, mit Fokus auf Technik und Kontrolle statt auf Gewicht oder Tempo. Durch laufende Betreuung passt sich die Intensität mit der Entwicklung des Mitglieds an – sicher und nachhaltig.
Intensive Trainingseinheiten brauchen eine intensive Betreuung. Wie lässt sich der Spagat zwischen Motivation und Trainingssicherheit gewährleisten?
Indem klare Strukturen den Rahmen des UFC GYM-Trainingskonzepts die Leitplanken für unsere Trainings vorgeben. Motivation entsteht bei uns nicht durch ständiges Pushen, sondern durch sauberes Coaching und realistische Zielsetzung.
Weitere Interviews und Hintergründe
Die Interviews mit Ralf Trierweiler und und Malte Gertenbach liest du, indem du auf eines der nachstehenden Bilder klickst.
Lies außerdem unseren Artikel „Performance is Health“ als Einstieg zum Interview.
Trainer achten konsequent auf Technik, Belastung und Tagesform der Mitglieder. Intensität wird gesteuert, nicht dem Zufall überlassen. Gleichzeitig sorgen klare Fortschritte und messbare Entwicklungen für Motivation.
So bleibt Training fordernd, aber kontrolliert – und genau dieser Rahmen sorgt für Sicherheit und langfristige Trainingsbereitschaft.
Wie wichtig ist das Trainerteam für den Erfolg des Konzepts? Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sind dafür entscheidend?
Das Trainerteam ist der zentrale Erfolgsfaktor unseres Konzepts, weil es das verbindende Element unserer Community ist. Fachliche Qualifikation ist dabei selbstverständlich wichtig, entscheidend ist jedoch die Fähigkeit, zu coachen und Freude am Training zu vermitteln.
Motivation entsteht bei uns nicht durch ständiges pushen, sondern durch sauberes Coaching und realistische Zielsetzung.
Robert Jablukov
Trainer müssen Bewegungen verständlich erklären, korrigieren und Belastungen realistisch einschätzen können, dabei gleichzeitig motivieren und Sicherheit geben. Am Ende geht es nicht ums Vormachen, sondern darum, Menschen professionell und nachhaltig durch ihr Training zu führen.
Welche Zielgruppen kommen zu euch? Was ist der häufigste Grund eurer Mitglieder, sich für das UFC GYM zu entscheiden?
Unsere Zielgruppe ist sehr breit. Zu uns kommen Einsteigerinnen und Einsteiger genauso wie erfahrene Sportler, Menschen, die nach einer Trainingspause wieder starten, ebenso wie leistungsorientierte Mitglieder.
Was sie verbindet, ist der Wunsch nach einem strukturierten, funktionalen Training mit klarer Betreuung. Der häufigste Grund für die Entscheidung ist unser Konzept. Viele suchen eine Alternative zum klassischen Fitnessstudio und schätzen die Kombination aus Abwechslung, Performancegedanken und Community – und genau das bietet UFC GYM.
Welche Zielgruppen haben das größte Wachstumspotenzial für Trainingskonzepte mit hochintensiven Belastungen und wie adressiert ihr diese im Marketing?
Das größte Wachstumspotenzial sehen wir bei zwei Gruppen: bei Erwachsenen, die effizient trainieren wollen und messbare Ergebnisse erwarten, sowie bei Kindern und Jugendlichen. Gerade im Nachwuchsbereich wächst der Bedarf an strukturiertem Training, das Bewegung, Koordination und Disziplin vereint.
Im Marketing sprechen wir Erwachsene über Performance, Struktur und Fortschritt an, Kindertraining hingegen über Entwicklung, Sicherheit und Spaß an Bewegung. In beiden Fällen zeigen wir, dass unser Training klar geführt, altersgerecht skaliert und langfristig sinnvoll aufgebaut ist.
Welche wesentlichen Vorteile bietet diese Trainingsform bei der Kundenbindung und beim Aufbau einer Community?
Diese Trainingsform schafft Identifikation: Wenn Training als gemeinsame Herausforderung erlebt wird, entsteht automatisch Verbindung – nicht nur zum Konzept, sondern auch untereinander.
Durch klare Strukturen, feste Kurse und wiederkehrende Trainingsformate wachsen Routinen und Verlässlichkeit. Mitglieder sehen Fortschritte, teilen Erlebnisse und entwickeln ein echtes Zugehörigkeitsgefühl. Das stärkt die Community und sorgt dafür, dass Training nicht austauschbar wird, sondern Teil des Alltags.
Welche Empfehlungen hast du für Existenzgründer, Trainer und Studiobetreibende, die ihr Angebot um performanceorientierte Angebote erweitern wollen?
Man sollte sich bewusst sein, dass performanceorientierte Konzepte keine Selbstläufer sind. Es wird Phasen geben, in denen Dinge nicht sofort funktionieren – und das gehört dazu. Entscheidend ist, daraus zu lernen und das Konzept kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Meine Empfehlung ist, mit klaren Strukturen zu starten, ein starkes Trainerteam aufzubauen, ihm zuzuhören und es wertzuschätzen, statt nur Intensität nach oben zu drehen. Performance heißt nicht, dauerhaft Vollgas zu geben, sondern Fortschritt sinnvoll zu steuern. Wer Community, Sicherheit und Regeneration mitdenkt und auch über eigene Fehler schmunzeln kann, schafft ein Angebot, das langfristig trägt.


