AUF EINEN BLICK
- Event: Panatta brachte auf der RiminiWellness 2026 vier prägende Persönlichkeiten der Bodybuildinggeschichte zusammen.
- Bühne: Phil Heath, Lee Haney, Ronnie Coleman und Hany Rambod sprachen mit Bob Cicherillo.
- Thema: Im Mittelpunkt standen Träume, Disziplin, Glaube, Leidenschaft und persönliche Weiterentwicklung.
- Coaching: Hany Rambod betonte, dass Trainer Individualität fördern und nicht alle Athleten gleich behandeln sollten.
- Botschaft: Die Diskussion zeigte, dass Erfolg im Bodybuilding aus Beständigkeit, Hingabe und Leidenschaft entsteht.
Anmerkung der Redaktion: Der folgende Text basiert auf der Livediskussion. Obwohl Ideen, Inhalte und Geist des ursprünglichen Gesprächs originalgetreu wiedergegeben werden, handelt es sich nicht um eine wortwörtliche Transkription.
Phil Heath: Alles beginnt mit einem Traum
Überraschenderweise war Phil Heaths ursprünglicher Traum nicht Bodybuilding, sondern professioneller Basketball.
Bob Cicherillo: Jeder kennt dich als siebenfachen Mr. Olympia, aber ich möchte an den Anfang zurückgehen. Bevor du einer der größten Bodybuilder aller Zeiten wurdest: Wovon hast du geträumt?
Phil Heath und der Traum vom Basketball
Phil Heath: Mein ursprünglicher Traum hatte überhaupt nichts mit Bodybuilding zu tun. Ich wollte professioneller Basketballspieler werden. Das Leben führte mich in eine andere Richtung und irgendwie wurde ich schließlich einer der größten Bodybuilder der Geschichte.
Bob Cicherillo: Wann hast du erkannt, dass du tatsächlich einer der Großen im Bodybuilding werden könntest?
Phil Heath: Ich begann mit einigen meiner engsten Basketballfreunde zu trainieren. Anfangs fühlte es sich etwas seltsam an. Basketballspieler tragen weite Kleidung, während es im Bodybuilding komplett um den Körper geht.
Für mich war das also eine völlig andere Welt. Aber meine Freunde zeigten mir die Schönheit dieses Sports. Sie zeigten mir, was Bodybuilding sein kann, und motivierten mich, zu trainieren und mich zu verbessern. Nachdem ich meinen ersten Bodybuildingwettkampf und den Gesamtsieg gewonnen hatte, wurde mir klar, dass es nicht nur etwas war, das mir gefiel, sondern etwas, dem ich mich voll widmen wollte.
Wie jeder andere begann ich einfach damit, hart zu arbeiten. Schritt für Schritt sah ich Fortschritte, und jeder Fortschritt ließ mich noch mehr an das glauben, was ich tat. Schließlich bekam ich die Möglichkeit, mit einem der besten Trainer der Welt zusammenzuarbeiten: Hany Rambod. Gemeinsam erreichten wir all die Erfolge, die heute bekannt sind.
Bob Cicherillo: Also beginnt alles mit einem Traum.
Phil Heath: Absolut. Alles beginnt mit einem Traum. Dann kommt die Arbeit, und zwar jede Menge davon. Vor allem aber muss man daran glauben. Du musst an dich selbst glauben, bevor es irgendjemand anderes tut.
Lee Haney: Bodybuilding als Werkzeug, nicht als Identität
Während Heath über Träume spricht, bringt Lee Haney einen anderen Gedanken ins Spiel: die Bedeutung der richtigen Prioritäten.
Bob Cicherillo: Lee, ich möchte dir dieselbe Frage stellen. Jeder kennt den Champion, zu dem du geworden bist: achtfacher Mr. Olympia und einer der größten Bodybuilder der Geschichte. Aber bevor all das geschah, bevor die Trophäen und Titel kamen: Wie hast du dir dein Leben vorgestellt? Hattest du einen anderen Traum außer Bodybuilding?
Football als erster Karrierewunsch des Lee Haney
Lee Haney: Tatsächlich begann ich mit Krafttraining, weil ich ein besserer Footballspieler werden wollte. Anfangs war das Fitnessstudio einfach nur ein Mittel, um meine sportlichen Leistungen zu verbessern. Doch je länger ich trainierte, desto mehr entwickelte sich mein Körper, und ich erkannte, dass ich eine natürliche Veranlagung zum Muskelaufbau hatte.
Trotzdem verlor ich nie die Bedeutung von Bildung aus den Augen. Training war wichtig für mich, aber die Schule ebenso. Ich besuchte die Universität, konzentrierte mich auf mein Studium und arbeitete daran, eine Zukunft außerhalb des Sports aufzubauen.
Bob Cicherillo: Wenn du auf deine außergewöhnliche Karriere zurückblickst: Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?
Lee Haney: Ehrlich gesagt verbringe ich nicht viel Zeit damit, zurückzublicken und nach Fehlern zu suchen. Für mich war Bodybuilding immer ein Werkzeug. Ich liebte und schätzte diesen Sport sehr, aber er wurde niemals mein Idol.
Auch zu meinem Gott wurde er nie. Ich glaube, ich habe Bodybuilding auf die richtige Weise genutzt. Es gehörte zu meinem Leben, hat aber niemals vollständig definiert, wer ich bin.
Ich blieb bodenständig, setzte die richtigen Prioritäten und verstand, dass es einen größeren Zweck gab, als nur Titel zu gewinnen.
Bob Cicherillo: Trotz all deines Erfolgs wurde Bodybuilding also nie zu deiner Identität?
Lee Haney: Genau. Ich liebte es, respektierte es und widmete mich dem vollkommen. Aber ich ließ niemals zu, dass es wichtiger wurde als mein Glaube, meine Familie oder meine Werte. Das hat mich während meiner gesamten Karriere im Gleichgewicht gehalten.
Drei, fünf oder sieben: Wieviele Mr. Olympia-Titel sind genug?
Ich heiratete mit 23 Jahren. Ich hatte eine Frau, für die ich Verantwortung trug, und Verpflichtungen, die ich ernst nehmen musste. Mein Vater sagte immer: Egal, was du im Leben machst, tu es nach bestem Wissen und Gewissen und blicke niemals zurück.
Diese Einstellung wurde zur Grundlage all dessen, was ich erreicht habe. Mein Traum war zunächst einfach: einen Mr. Olympia-Titel gewinnen. Dann dachte ich: „Warum nicht drei?“ Danach: „Warum nicht fünf?“ Schließlich hatte ich sieben Titel gewonnen und war bereit, zurückzutreten.
Doch ich fragte meine Frau: „Soll ich jetzt aufhören oder den achten Titel anstreben?“ Sie sah mich an und sagte: „Bist du verrückt? Natürlich musst du es versuchen!“ Das ist einer der vielen Gründe, warum ich mich glücklich schätze, seit mehr als 40 Jahren mit einer so außergewöhnlichen Frau verheiratet zu sein.
Bob Cicherillo: Man muss dem Publikum in Erinnerung rufen, dass Ronnies Geschichte alles andere als ein geradliniger Weg zum Erfolg war. Seine ersten Olympiateilnahmen waren keineswegs Siege. Die Frage liegt auf der Hand: Wie macht man weiter, ohne den Mut zu verlieren?
Ronnie Coleman: Ich habe mich nie beschwert. Ob ich Letzter, Fünfzehnter, Neunter oder Achter wurde: Ich habe einfach weiter trainiert.
Bob Cicherillo: Wer war dein härtester Gegner?
Ronnie Coleman: Ich selbst. Der wahre Wettbewerb war immer der Wettbewerb gegen die vorherige Version meiner selbst.
Bob Cicherillo: Deine legendären Trainingseinheiten haben Generationen von Bodybuildern inspiriert. Waren diese Workouts lediglich ein Mittel, um Mr. Olympia zu werden, oder etwas, das du wirklich geliebt hast?
Ronnie Coleman [lächelt]: Ich begann schon in jungen Jahren zu trainieren und verliebte mich fast sofort ins Krafttraining. Bis heute liebe ich es. Das Training war niemals eine Show. Es war kein Marketing. Nie ging es darum, ein Image aufzubauen oder ein Publikum zu unterhalten. Es war einfach das, was ich liebte.
Bob Cicherillo: Was geht dir heute durch den Kopf, wenn du deine alten Trainingsvideos ansiehst?
Ronnie Coleman: Ich wünschte, ich könnte es immer noch tun. Es geht nicht um Trophäen, Rekorde oder Ruhm. Es geht um die Freude am Training.
Ronnie Coleman: Leidenschaft vor Titeln
Haneys Gedanken führen ganz natürlich zu einem weiteren zentralen Thema: der echten Liebe zu dem, was man tut. Niemand verkörpert dies besser als Ronnie Coleman.
Bob Cicherillo: Ronnie, jeder kennt dich als achtfachen Mr. Olympia, aber lass uns zum Anfang zurückgehen. Bevor Bodybuilding dein Leben wurde: Was war dein Traum?
Ronnie Coleman: Ehrlich gesagt war Football meine erste Leidenschaft. Wie viele junge Amerikaner wollte ich Football spielen. Bodybuilding war überhaupt nicht Teil des Plans.
Bob Cicherillo: Hast du jemals auch nur einen Moment lang gedacht, dass du achtmal Mr. Olympia werden würdest?
Ronnie Coleman: Nein. Kein einziges Mal. Bodybuilding kam völlig unerwartet in mein Leben. Es geschah fast zufällig: durch Menschen, die ich während meiner Arbeit als Polizist kennenlernte, und durch die Möglichkeit, ernsthaft zu trainieren. Damals deutete nichts darauf hin, dass ich einer der größten Bodybuilder der Geschichte werden würde.
Bob Cicherillo: Wie war es, deinen ersten Mr. Olympia-Titel zu gewinnen?
Ronnie Coleman: Das ist fast unmöglich zu beschreiben.
Das vollständige Gespräch der Bodybuildinglegenden kannst du hier auf dem Panatta-Blog im englischen Original lesen.
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