DHfPG-Mitarbeiter Andreas Barz in Expertengruppe der WHO berufen

Andreas Barz, Mitarbeiter der DHfPG, ist Mitglied einer Expertengruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Lesezeit: 2 Minuten
Ein Mann (Andreas Barz) im blauen Hemd steht lächelnd vor einem modernen Gebäude, links oben das Logo der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).
Long COVID: DHfPG-Dozent Andreas Barz in WHO-Expertengruppe berufen
Betroffene von Long COVID leiden unter starken Einschränkungen ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Die WHO beschäftigt sich mit der Rehabilitation dieser Erkrankung und hat hierzu DHfPG-Mitarbeiter Andreas Barz in eine internationale Expertengruppe berufen.

Auch mehr als fünf Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie leiden viele Menschen noch immer unter den Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion, die oft über Monate bestehen bleiben.

Auswirkungen von Long COVID

Diese Erkrankung wird als Post-COVID-Syndrom bzw. Long COVID bezeichnet. Besonders häufig treten ausgeprägte Fatigue-Symptome auf, die die Lebensqualität erheblich einschränken. Trotz intensiver Forschungsbemühungen sind die Ursachen bislang nicht vollständig geklärt, und auch kausale Therapien stehen derzeit nicht zur Verfügung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt die Relevanz der Sport- und Bewegungstherapie bei Long COVID an und hat Andreas Barz aufgrund seiner Rolle bei der Erforschung der Trainingstherapie beim Post-COVID-Syndrom in eine internationale Expertengruppe eingeladen.

DHfPG-Studie zu Fitnesstraining bei Long COVID

Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) hat in Zusammenarbeit mit Medizinern der Universitätsklinik Homburg untersucht, welche Effekte ein individualisiertes Fitnesstraining auf bestimmte Symptome des Post-COVID-Syndroms hat. Andreas Barz, einer der beteiligten Wissenschaftler der DHfPG, fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen:

Unsere Studie hat gezeigt, dass ein individualisiertes Training unter qualifizierter Anleitung die Fatigue verringern und die Leistungsfähigkeit verbessern kann.

Außerdem habe sich gezeigt, dass ein solches Trainingsprogramm sicher durchführbar ist. (Mehr lesen: 'Training und Post-COVID')

Die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichten Ergebnisse sorgten in der Fachwelt für Aufmerksamkeit, da es sich um die erste Studie handelte, die auch das Risiko einer Zustandsverschlechterung (sog. Post-exertional Malaise) systematisch erfasste.

Darüber hinaus wurde das Training nicht etwa in einem klinischen Umfeld, sondern unter in spezifisch geschulten Fitnessstudios und Gesundheitseinrichtungen und damit im direkten Umfeld der Betroffenen durchgeführt. 

Insgesamt sind das sehr vielversprechende Ergebnisse, da sie die Rolle individualisierten körperlichen Trainings bei Long COVID unterstreichen und zugleich die Bedeutung barrierearmer Sport- und Bewegungstherapie in Fitness- und Gesundheitseinrichtungen verdeutlichen.

Long COVID: Weiterer Forschungs- und Informationsbedarf

Trotz dieser Fortschritte bestehen hinsichtlich der Therapie von Long COVID noch zahlreiche offene Fragen, die in den kommenden Jahren intensiver erforscht werden müssen. Auch die WHO beschäftigt sich mit effektiven und sicheren Rehabilitationsverfahren bei Long COVID sowie aktuellen Forschungslücken und konsultiert hierfür auch Experten aus Forschung und Praxis.  

Dies ist eine besondere Gelegenheit, zur Entwicklung evidenzbasierter Rehabilitationsverfahren beizutragen und damit die Patientenversorgung zu verbessern.

Die bisher gewonnenen Erkenntnisse fließen an der DHfPG auch in die Ausbildung der Studierenden ein, etwa im Studiengang Sport- und Bewegungstherapie.

Darüber hinaus steht die Hochschule im direkten Austausch mit Rehakliniken: „Wir möchten unsere Ergebnisse zum Training bei Long COVID mit jenen Therapeuten teilen, die täglich mit den Betroffenen arbeiten. Das sind vor allem die Sport- und Bewegungstherapeuten in den Kliniken.“

dhfpg

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