Fitness, Management | Autor: Jürgen Wolff |

"Die Qualität liefern, für die ELBGYM steht": Wilhelm Schröter im fitness MANAGEMENT Interview

Die Hamburger Fitnesskette ELBGYM wird zum Franchiseunternehmen. Bislang gibt es drei Standorte in der Hansestadt. Das Studiokonzept zeichnet sich durch hartes Training in design-orientiertem Ambiente aus und wird jetzt in ganz Deutschland als Franchisekonzept expandieren. Das erste ELBGYM-Franchisestudio hat am 1. Oktober 2019 seine Türen geöffnet – Franchisenehmer ist ELBGYM-CEO Wilhelm Schröter. Im Video-Interview mit fitness MANAGEMENT erklären er und Martin Seibold (Fitness First Germany) außerdem die Hintergründe des neuen Franchise-Konzepts.

Soviel in aller Kürze, hier kommt das ausführliche Interview mit ELBGYM-CEO Wilhelm Schröter:

fM: Im Juli habt ihr angekündigt, dass ELBGYM zum Franchisekonzept wird. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Wilhelm Schröter:
Wir haben mit ELBGYM vor acht Jahren hier in Hamburg angefangen, sind kontinuierlich besser geworden, gewachsen und haben uns auf dem Markt etabliert. Man muss dazu sagen, dass der Hamburger Fitnessmarkt in Deutschland die höchste Studiodichte hat und der Verdrängungswettbewerb hier immer größer wird.

Mit ELBGYM haben wir es in diesem hart umkämpften Markt geschafft, Marktanteile zu sichern, weshalb die Überlegung nahelag, dass auch weniger hart umkämpfte Märkte bereit für ELBGYM sein dürften.

Vergangenes Jahr sind Martin Seibold (CEO LifeFit Group) und ich dann auf die Idee gekommen, ELBGYM Franchise zu entwickeln, da es ein derartiges Modell bisher am Markt noch nicht gibt.

fM: Was zeichnet das Konzept ELBGYM aus?
Wilhelm Schröter:
ELBGYM ist ein eigenes Studiokonzept, das wir genau so gestaltet haben, wie wir es wollten und das auch wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich ist. Als ich vor acht Jahren mit meinem ersten Studio angefangen habe, war es nicht meine Intention, das große Geld zu verdienen oder ein Riesenfitnesskonzept zu entwickeln.

Mit dem, was ich kann, mit einer perfekten Infrastruktur im Bereich Fitnesstraining und einer top Trainingsbetreuung wollte ich es schaffen, Leute glücklich, stärker und besser zu machen und ein Studio zu schaffen, in dem ich selbst gern trainieren würde. Das ist auch heute noch unser Anspruch: ELBGYM zeichnet sich nach wie vor durch seine hochwertige Architektur, bestes Equipment, eine gute Verkehrsanbindung und perfekte Trainingsbedingungen aus.

fM: Gibt es für dich vergleichbare Konzepte? Wer sind eure Wettbewerber?
Wilhelm Schröter:
Direkte Wettbewerber haben wir nicht. Wir haben ein neues Marktsegment entwickelt und besetzt. Der Discount-Markt ist für uns kein Wettbewerber, weil bei unserer Klientel der Preis kein Thema ist. CrossFit-Boxen sind auch nicht wirklich Wettbewerber, weil wir eine gewisse Diversifizierung haben und deutlich mehr bieten.

Ich glaube, es spricht für uns, dass wir das Thema Fitness komplett neu erdacht haben. Wir hatten einfach den Anspruch an uns selbst, unabhängig von anderen hinsichtlich Training und Ambiente das beste Konzept zu bieten. Ein wichtiger Baustein unseres Erfolges ist, dass wir uns nie darum geschert haben, was die anderen machen. Wir haben uns nie an anderen Fitnessstudios orientiert, sondern immer an anderen Branchen, beim Design zum Beispiel an der Hotellerie.

Die größte Stärke des ELBGYM-Teams ist, dass wir alle aus dem Leistungssport kommen. Wir lieben gutes Training. Unser Konzept hat deshalb seine Wurzeln auf der angelsächsischen Seite, wo das Training schon immer mehr im Vordergrund stand. Diese Leidenschaft für gutes Training und unsere besondere Trainingsbetreuung haben wir in ein schönes, zeitgemäßes, europäisches Design-Konzept eingebunden.

fM: Warum bringt ihr das Franchisekonzept gerade jetzt auf den Markt?
Wilhelm Schröter:
Es war eine gemeinsame Entscheidung mit unserem Investor Oaktree und der LifeFit Group, mit dem Franchising rauszugehen, weil jetzt der passende Zeitpunkt ist. Wir merken, dass wir gerade richtig Schwung aufnehmen. Von daher ist jetzt die Zeit zum Einsteigen und wir möchten auch Dritten die Möglichkeit geben, an unserem Erfolg zu partizipieren.

Der Juli 2019 war der erfolgreichste Monat in der Geschichte der ELBGYM-Fitnessstudios, was unser Nettowachstum betrifft und auch bei den Neumitgliedschaften. Wir werden gerade von Monat zu Monat besser. Meines Erachtens nach liegt das daran, dass jetzt die Prozesse greifen, die wir zum Jahresanfang aufgesetzt haben, nachdem wir uns mit der LifeFit Group zusammengeschlossen haben.

fM: Am besten erklärst du kurz, wie Fitness First, die LifeFit Group und ELBGYM durch den Zusammenschluss miteinander verbunden sind.
Wilhelm Schröter:
Fitness First und ELBGYM sind zwei Schwesterunternehmen – wir gehören also nach wie vor nicht zusammen. Unsere gemeinsame Holding ist die LifeFit Group, die neben Anteilen an Fitness First und ELBGYM auch Anteile an Smile X sowie der Gym Society hält. Außerdem hat sie die Masterlizenz an Barrys Bootcamp für die DACH-Region erworben. (Lesen Sie auch: Barry’s Bootcamp kommt nach Deutschland)

fM: Und die Zusammenarbeit läuft gut?
Wilhelm Schröter:
Ja, sehr gut sogar! Sowohl fachlich als auch menschlich ergänzen wir uns sehr gut. Alle Seiten profitieren von dem Zusammenschluss.

Wir bringen auf der einen Seite acht Jahre Erfahrung und stetiges Wachstum mit. Auf der anderen Seite ist es natürlich eine andere Aufgabe, das Ganze aus dem eigenen Betrieb in ein Franchisekonzept zu übertragen – und zwar so, dass dann auch ein Dritter damit erfolgreich sein kann.

Wir hatten dabei großartige Unterstützung. Gerade Martin Seibold, CEO der LifeFit Group, hat ein paar strategisch sehr intelligente Entscheidungen getroffen, insbesondere mit dem Zukauf von Barrys Bootcamp. Wir haben zudem mit Daniel Schalin einen ausgesprochen kompetenten Ansprechpartner bei der LifeFit Group. Genauso ist es bei der Gym Society, wo Frank Polman über jahrzehntelange Erfahrung im Franchisebetrieb verfügt. Wenn du auf so viel Know-how hausintern zurückgreifen kannst, dann ist das natürlich ein Riesenvorteil, den andere so nicht haben.

fM: Wir haben vorhin gemeinsam das neue ELBGYM Stadthöfe hier in Hamburg besichtigt. Mit dem ELBGYM Stadthöfe werdet ihr also selbst euer erster Franchisenehmer?
Wilhelm Schröter:
Richtig. Franchisegeber ist die ELBGYM GmbH, deren CEO ich bin. Franchisenehmer des ELBGYM Stadthöfe ist die 4plus2 Management GmbH & Co. KG, deren CEO ich ebenfalls bin. Wir sitzen auf beiden Seiten des Schreibtisches, sammeln Praxiserfahrungen auf beiden Seiten und können genau schauen, was schon hervorragend funktioniert und wo eventuell noch Bedarf ist, etwas nachzujustieren.

Unser Ziel ist es natürlich, dass das ganze System perfekt funktioniert, wenn wir jetzt auf den Markt gehen und externe Franchisenehmer für uns gewinnen – und, dass der wirtschaftliche Erfolg von Anfang an gesichert ist. Wir wollen Franchisenehmer, die vom Start weg erfolgreich sind und den Erfolg des Konzeptes auch gleich widerspiegeln.

fM: Wie sieht der ideale Franchisenehmer für ELBGYM aus?
Wilhelm Schröter:
Wir mögen den ambitionierten, selbst Sport treibenden Franchisenehmer, der auf ein bestehendes, funktionierendes System setzt, ein gewisses Eigenkapital aufbringen kann und dann einen Einzelbetrieb gründet. Enthusiasmus schätzen wir und wir werden ihn natürlich supporten. Auch auf einem kleineren Markt kann das funktionieren, es muss nicht immer unbedingt die Großstadt sein.

Auf der anderen Seite gibt es die Investoren. Sie wollen mit unserem funktionierenden Konzept als nachhaltiges Investment fünf bis zehn Studios 'ausrollen'. Das ist für uns selbstverständlich auch interessant. Wir verfügen über die Kompetenz und die Verbindung im Immobilienbereich, um auch so ein Projekt erfolgreich umzusetzen. Zum einen haben wir unsere Muttergesellschaft hinter uns, zum anderen haben wir auch inhouse die Expertise, um größere Projekte in dieser Form stemmen zu können – und machen das natürlich gerne.

fM: Wie unterstützt ihr eure potenziellen Franchisenehmer?
Wilhelm Schröter:
Wir unterstützen unsere Partner von Anfang an und durchlaufen den Prozess gemeinsam. Wir helfen bei der Immobiliensuche, schauen nach den Grundrissen, unterstützen mit Partnern beim Thema Finanzierung und bei deren Strukturierung, vermitteln und helfen bei der Planung. Unsere Franchisenehmer bekommen den bestmöglichen Support.

fM: Gibt es schon Anfragen für ELBGYM-Standorte?
Wilhelm Schröter:
Ja, Anfragen haben wir – und das, obwohl wir bisher nur über eine PR-Meldung in den Fachmedien gelauncht haben. Wir laden in einem weiteren Schritt jetzt die Interessenten nach Hamburg ein, um Gespräche mit ihnen zu führen, die Studios zu zeigen, um ihnen das Konzept noch einmal näherzubringen. So können wir sicherstellen, dass wir von Tag eins an die Qualität liefern, für die ELBGYM steht, und dass wir den wirtschaftlichen Erfolg unserer Franchisenehmer sichern. Es sind wirklich ein paar sehr interessante Anfragen dabei.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 05/2019

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