Corona, Fitness, Gesundheit, Anzeige | Autor/in: David Köndgen & Anke Sörensen |

Sport nach Corona: Was ist zu beachten? Gilt auch nach Corona-Schutzimpfung und Booster-Impfung

Neue Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft: Wann darf man nach einer Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) eigentlich wieder trainieren? Und verbessert Training die Immunreaktion nach einer Corona-Impfung und erhöht die Zahl der Antikörper gegen das Coronavirus?

Impfung, Booster, Trainingspause? Sport und Training nach Corona-Erkrankung oder -Schutzimpfung

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Die wichtigsten Tipps in Kürze:

  • Sportprogramm nach einer Corona-Infektion erst starten, wenn man komplett gesund ist.
  • Nach einer Infektion mit COVID-19 sowie allgemein nach einer längeren Fitnesspause sportmedizinisch untersuchen lassen.
  • Am Tag nach der Corona-Impfung (beschwerdefrei) spricht nichts gegen moderate sportliche Aktivität, sie fördert nach neuesten Erkenntnissen sogar die Immunreaktion.
  • Geimpften Arm schonen und beim Hanteltraining auf schwere Gewichte verzichten.
  • Hochintensive Trainingseinheiten oder Wettkämpfe wenige Tage nach einer Impfung vermeiden.

Los geht's! Die Hintergründe und Detailinformationen:

Das Team von ELEMENTS Fitness und Wellness hat Prof. Dr. med. Axel Preßler, Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin und Sportmedizin in München, gefragt, was Sportler:innen nach einer Corona-Erkrankung oder einer -Schutzimpfung unbedingt beachten sollten.

Während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Sport und eine damit verbundene gute Fitness die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisiert und die Leistung von Herz und Lunge stärkt. Doch wie sieht es mit dem Training nach einer Corona-Schutzimpfung aus und wann darf man nach einer Infektion mit COVID-19 wieder Sport treiben?

Sport nach Corona – ist ein Check-up sinnvoll?

Die Krankheitsverläufe bei einer COVID-19-Infektion sind sehr unterschiedlich: Während manche Erkrankte lediglich Erkältungssymptome aufweisen, kann das Virus bei anderen auch Organe, besonders Herz und Lunge, schwer angreifen. Einige Betroffene verspüren noch Monate nach der Infektion anhaltende Beschwerden wie Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Kurzatmigkeit.


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Nach einer überstandenen Corona-Infektion gilt daher, was auch nach anderen Erkrankungen oder einer längeren Bewegungspause wichtig ist: Wer wieder Sport treiben will, sollte den Gesundheitszustand und die Sporttauglichkeit ärztlich untersuchen lassen.

Prof. Dr. med. Preßler erklärt: „Der sportmedizinische Check-up sollte mindestens eine Untersuchung der Herz- und Lungenfunktion beinhalten, da diese Organe beim Sport stark gefordert werden. Für diese Untersuchung wird in der Regel ein EKG, ein Herzultraschall, ein Lungenfunktionstest und ein Belastungstest durchgeführt.“

Zusammen mit einem Laktattest lässt sich der individuelle Trainingsbereich für den Wiedereinstieg ermitteln.

Wie lange sollte nach einer Corona-Infektion auf Sport verzichtet werden?

Wie bei anderen Viruserkrankungen, beispielsweise der Grippe, orientiert sich die sportliche Pause an den individuellen Symptomen und dem Krankheitsverlauf. Als Faustregel gilt: Erst wenn man absolut beschwerdefrei ist, sich gesund und belastbar fühlt, kann das Training wieder aufgenommen werden.


Lesen Sie weiter: 'Sport nach einer Coronaerkrankung – Tipps zum Wiedereinstieg'


„Um ganz sicher zu gehen, hängen Sie noch drei bis fünf 'Sicherheitstage' dran. Starten Sie Ihr Sportprogramm zunächst vor allem im Grundlagenbereich, um das Immunsystem nicht zu stark zu beanspruchen und den Körper langsam an die körperliche Anstrengung zu gewöhnen“, so der Facharzt.

Sport nach Corona: Hilfreiche Übersicht

Weitere hilfreiche Tipps zum sportlichen Wiedereinstieg nach Corona liefert der Münchner Sportmediziner Professor Martin Halle (Direktor der Präventiven Sportmedizin und Sportkardiologie der TU München) auf einer eigens für diesen Zweck erstellten Übersicht.

Sportpause & Sporttauglichkeitsuntersuchung

Dort finden Sie auch die Aufzeichnung des Webinars 'Freizeitsport: Wiedereinstieg ins Trainings nach einer Covid19-Erkrankung'. Denn: „Falscher Ehrgeiz nach einer COVID19-Erkrankung kann lebensgefährlich sein“.

Ist Sport nach einer Corona-Impfung empfehlenswert?

Nach einer Impfung möchten viele Sportler:innen das gewohnte Trainingsprogramm möglichst rasch wieder aufnehmen. Prof. Dr. med. Axel Preßler empfiehlt:

„Wie für Impfungen im Allgemeinen gilt auch hier: Gönnen Sie sich am Tag der Corona-Impfung eine Pause, damit die Einstichstelle optimal verheilen kann. Fühlen Sie sich gut und bleiben mögliche Nebenwirkungen wie Kopf und Gliederschmerzen, Erschöpfung oder Fieber aus, spricht nichts dagegen, am nächsten Tag wieder Sport zu machen. Vermeiden Sie aber starke körperliche Belastungen, da sehr intensiver Sport das Immunsystem schwächen und es dadurch eher zu Impfreaktionen kommen kann.“

Achtung: Tritt nach der Impfung Fieber auf, benötigt der Körper mindestens eine Woche Ruhe, bevor das Training wieder aufgenommen wird.

Welche Sportarten sind nach der Impfung zu vermeiden?

Um den geimpften Arm nicht zu sehr zu beanspruchen, sollte das Hanteltraining vorerst noch pausieren.

Warten Sie am besten zwei bis drei Tage nach der Impfung ab, bevor Sie mit dem Krafttraining starten und stemmen Sie am Anfang keine zu schweren Gewichte. Gegen leichte körperliche Betätigung wie Joggen ist nichts einzuwenden. Bereiten Sie sich zum Beispiel auf einen Marathon vor, ist von einer Impfung kurz vor dem Wettkampf jedoch abzuraten. Planen Sie genügend Zeit für Ihre Trainingspause ein“, rät der Sportkardiologe.

Auch an hochintensives HIIT-Training sollten sich Fitnessbegeisterte vorsichtig herantasten, so die Empfehlung.

Wirkt sich eine Corona Impfung auf die sportliche Leistungsfähigkeit aus?

Bislang gibt es dazu nur wenige Studien. „Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist nicht davon auszugehen, dass die am Markt verfügbaren Corona-Impfstoffe die sportliche Leistungsfähigkeit längerfristig beeinträchtigen“, so Prof. Dr. med. Preßler.

Nur zu intensive Trainingseinheiten sowie Wettkämpfe sollten kurz nach der Impfung nicht auf dem Programm stehen, da der Körper weniger belastbar ist.

Mehr zum Thema: 'Prävention trotz Corona'


 

Über den Experten

Prof. Dr. med. Axel Preßler ist Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin und Sportmedizin mit eigener Praxis in München.

Er gilt als einer der renommiertesten Experten für Sportkardiologie in Europa. An der Technischen Universität München forscht er zur Prävention des plötzlichen Herztods bei Sportlern und den Auswirkungen von körperlichem Training bei Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen.


Update 28.02.2022:

Neue Forschungsergebnisse aus den USA

Sportliche Bewegung am Tag nach der Impfung erhöht die Zahl der Antikörper, sorgt also für eine bessere Wirkung des Impfstoffs. Und das ganz ohne weitere Nebenwirkungen. So lautet zumindest das Fazit einer aktuellen US-Studie.

Forscher:innen der Iowa State University fanden heraus, dass dieser Effekt sowohl nach einer Influenca- als auch nach einer COVID-19 Impfung* auftrat. Zusammenfassend heißt es: „Unsere Ergebnisse deuten erstmals daraufhin, dass Erwachsene (…) die Antikörperreaktion auf den Influenca- oder COVID19-Impfstoff erhöhen können“.

Und zwar, indem sie nach der Impfung eine einzige Trainingseinheit mit leichter bis mittlerer Intensität durchführen. Wichtig ist, dass sich die Ergebnisse auf „sportlich aktive Menschen“ beziehen. Die vollständige Studie (englisch) finden Sie hier.

*nach der ersten Dosis des Impfstoffs des Pfizer-BioNTech COVID-19-Impfstoffs