Als etablierte Marktstudie beleuchten die „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft“ wesentliche Branchenkennzahlen für das Betrachtungsjahr sowie im Jahresvergleich. Die Studie 2026 zeichnet das wirtschaftlich stärkste Ergebnis seit Beginn der Marktanalyse: Anlagen-, Mitglieder- und Umsatzzahlen wachsen weiter, die Zahl der Trainierenden erreicht hierbei einen neuen Höchststand, der Branchenumsatz liegt so hoch wie nie zuvor. Entsprechend positiv zeigt sich die wirtschaftliche Stimmung innerhalb der Branche.
Gleichzeitig prägen intensiver Wettbewerbsdruck und strukturelle Veränderungen den Markt. Die anhaltende Konsolidierung verschiebt Machtverhältnisse, während die wachsende Zahl an Smart-Gyms das Angebot von Fitness als Dienstleistung verändert und den Wettbewerb um neue Mitglieder weiter verschärft.
In diesem Umfeld wird die eigene Positionierung zum zentralen Hebel: Klare Profile, eine konsistente Umsetzung des Leistungsversprechens, eine scharfe Differenzierung vom Wettbewerb und eine konsequente Orientierung an Kundennutzen gestalten sich zunehmend erfolgsentscheidend.
Mitgliederentwicklung zeigt zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz von Fitnesstraining
Zum Stichtag 31.12.2025 verzeichneten die Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland insgesamt 12,36 Millionen Mitglieder (vgl. Abb. 1).
Besonders stark wächst die Nachfrage in den Alterssegmenten bis 30 Jahre sowie ab 60 Jahre. Die Reaktionsquote in der Gesamtbevölkerung liegt bei 14,8 Prozent. Bezogen auf die branchenrelevante Zielgruppe ab 15 Jahren trainieren insgesamt 17,1 Prozent in Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland.
Hinzu kommen Personen, die nicht über Verträge mit stationären Fitnessanlagen verfügen, aber über Aggregatorenmitgliedschaften dennoch in den Anlagen trainieren. Diese Trainierenden miteinbegriffen, zählt die Branche im Jahr 2025 insgesamt 13,83 Millionen Trainierende.
Die aktuellen Entwicklungen sprechen dafür, dass die gesellschaftliche Akzeptanz des Fitnesstrainings zunehmend steigt und damit auch langfristig die gesundheitspositive Wirkung eines regelmäßigen Fitnesstrainings in der Bevölkerung anerkannt wird.
Positive Preisentwicklung im Einzel- und Kettensegment
Ein steigendes Preisniveau ist Ausdruck dafür, dass es der Branche zunehmend gelingt, den Nutzen ihrer Angebote im Markt zu vermitteln und eine entsprechende Zahlungsbereitschaft zu sichern. Über alle Anlagen hinweg steigt der durchschnittliche Monatsbeitrag von 46,95 Euro (brutto) im Vorjahr auf 48,55 Euro (brutto) im Betrachtungsjahr (vgl. Abb. 2).
Sowohl im Einzel- als auch im Kettensegment steigen die Monatsbeiträge für eine zwölfmonatige Standardmitgliedschaft gegenüber dem Vorjahr an. Im Einzelsegment liegt der Durchschnittsbeitrag bei 59,24 Euro (+1,39 EUR), im Kettensegment bei 40,54 Euro (+2,10 EUR).
Parallel dazu verschiebt sich die Beitragsverteilung in höhere Preiskategorien. Im Einzelsegment geht der Anteil der Mitglieder mit Monatsbeiträgen unter 45 Euro zurück. 52,1 Prozent entrichten zwischen 45 und unter 65 Euro (brutto) pro Monat.
Auch im Kettensegment verzeichnet dieses Beitragsband den stärksten Zuwachs: 23,7 Prozent der Mitglieder zahlen einen Beitrag in dieser Höhe (Vorjahr: 17,5 %). Im Special-Interest-Segment hingegen sinkt der durchschnittliche Monatsbeitrag von 82,79 Euro auf 80,02 Euro (brutto). Ausschlaggebend hierfür ist insbesondere der Rückgang höherpreisiger EMS-Anlagen in diesem Segment.
Rekordumsatz und steigende Beschäftigtenzahlen als Ausdruck wirtschaftlicher Relevanz der Branche
Die steigenden Mitgliederzahlen im Markt, das Anlagenwachstum und die vorgenommenen Preisanpassungen resultieren in einem neuen Umsatzhöchstwert der Branche: Im Betrachtungsjahr 2025 erwirtschaftet die Fitness- und Gesundheitsbranche einen Gesamtumsatz von 6,25 Milliarden Euro (netto) (vgl. Abb. 3). Das Umsatzwachstum beläuft sich im Vergleich zum Vorjahr auf 7,4 Prozent.
Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Beschäftigten in der Branche. Im Betrachtungsjahr 2025 waren insgesamt 167.100 Mitarbeitende in der Fitness- und Gesundheitsbranche beschäftigt. Damit übersteigt die Beschäftigtenzahl den Wert des Vorjahres (157.700).
Gesundheitspositionierung als Differenzierungschance mit hohen Anforderungen Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen zeigt sich die Branche zunehmend heterogen. Von einer einheitlichen Fitnessbranche kann kaum gesprochen werden, vielmehr prägt eine stark segmentierte und vielfältige Angebotslandschaft mit unterschiedlichen strategischen Ausrichtungen den Markt.
Im Betrachtungsjahr steigt der Anteil an Anlagen, die sich schwerpunktmäßig in den Bereichen „Training“ (33,5 %) und „Lifestyle“ (21,9 %) positionieren. Diese Entwicklung ist einerseits Ausdruck der Orientierung an unterschiedlichen Kundenbedürfnissen und Zielgruppenansprachen. Andererseits ist sie auf die wachsende Zahl der Smart-Gyms zurückzuführen, die sich primär in den Kategorien „Training“ und „Lifestyle“ verorten.
39,3 Prozent der Fitness- und Gesundheitsanlagen positionieren sich schwerpunktmäßig als Gesundheitsdienstleister (vgl. Abb. 4).
Der Anteil der Anlagen mit primärer Gesundheitsausrichtung ist in den vergangenen Jahren jedoch rückläufig. Diese Entwicklung aber ist nicht als Bedeutungsverlust der Gesundheitsdienstleistung zu interpretieren. Betreiber müssen sich zunehmend bewusst entscheiden, welche Zielgruppen sie adressieren und welches Leistungsversprechen sie glaubwürdig und konsistent erfüllen wollen.
Eine Positionierung als Gesundheitsdienstleister ist dabei mit hohen Kompetenzanforderungen verbunden, bietet gleichzeitig aber eine strategisch wichtige Chance zur Differenzierung des eigenen Leistungsangebots.
Weiterbildungsquote verzeichnet starkes Plus
In einem zunehmend differenzierten Marktumfeld mit steigenden Qualitätsanforderungen gewinnt die Qualifizierung der Mitarbeitenden weiter an Bedeutung. Im Betrachtungsjahr steigt die Weiterbildungsquote von 89,8 Prozent auf 95,3 Prozent. Diese Entwicklung stärkt sowohl die interne Dienstleistungsqualität als auch die externe Wahrnehmung der Branche.
Der Fokus der Anlagen richtet sich verstärkt auf das Kerngeschäft: 72,1 Prozent der Anlagen bilden ihre Mitarbeitenden im gerätegestützten Krafttraining weiter, 55,2 Prozent im gerätegestützten Herz-Kreislauf-Training. Im Vorjahresvergleich gewinnen zudem die Fachgebiete BGM/BGF, Mentale Fitness sowie Sport- und Bewegungstherapie an Bedeutung.
Digitalisierung stärkt Service und Prozesse
Die Digitalisierung wird zunehmend als Instrument zur Optimierung betrieblicher Abläufe und zur Erweiterung des Serviceangebots genutzt. 72,3 Prozent der Ketten- und 58,9 Prozent der Einzelanlagen bieten digitale Zusatzleistungen an; insbesondere im Einzelsegment ist ein deutlicher Zuwachs zu beobachten.
Klassische digitale Trainingsangebote wie Online-Kurse verlieren hingegen weiter an Bedeutung. Der Fokus liegt auf der Unterstützung der Customer Journey und der Trainingssteuerung. Digitale Schnittstellen ermöglichen die systematische Erfassung und Analyse von Trainingsdaten und schaffen eine datenbasierte Grundlage für individuelle Trainingsplanung. Sie unterstützen die fachliche Arbeit der Mitarbeitenden, erleichtern die strukturierte Dokumentation und fördern eine kontinuierliche, zielgerichtete Betreuung der Mitglieder.
Hohe Investitionstätigkeit stärkt Angebots- und Qualitätsstruktur
Im Jahr 2025 investieren 91,9 Prozent der Betriebe und damit deutlich mehr als im Vorjahr (82,2 %). Das Investitionsvolumen der Branche steigt auf 798 Millionen Euro (Vorjahr: 762 Mio. EUR).
Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Trainingsinfrastruktur: 57,5 Prozent der Anlagen investieren in Krafttrainingsgeräte (Vorjahr: 53,9 %), 45,2 Prozent in Geräte für das Herz-Kreislauf-Training (Vorjahr: 40,5 %). Auch Kleingeräte, etwa für Functional oder Personal Training, gewinnen an Bedeutung. Hier steigt der Anteil investierender Betriebe auf 40,2 Prozent.
Darüber hinaus investieren 11,8 Prozent der Anlagen in Angebote wie Yoga oder Pilates, 12,6 Prozent in Ernährungsberatung. 30,1 Prozent tätigen Investitionen in Diagnostikgeräte und stärken damit ihre Möglichkeiten zur differenzierten Trainings- und Gesundheitsanalyse.
Wettbewerbsdruck nimmt zu, wirtschaftliche Lage bleibt stabil
Die strukturellen Veränderungen im Markt führen zu einer spürbaren Intensivierung des Wettbewerbs. 60,9 Prozent der Einzelanlagen bewerten den Wettbewerbsdruck im Jahr 2025 als eher stark bzw. stark (Vorjahr: 55,8 %). Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere die fortschreitende Marktkonsolidierung und die zunehmende Zahl an Smart-Gyms.
Gleichzeitig bleibt die Einschätzung der wirtschaftliche Lage überwiegend positiv. Im Gesamtmarkt bewerten 65,8 Prozent der Anlagen ihre wirtschaftliche Lage positiv, 28,9 Prozent als durchschnittlich und 5,3 Prozent als negativ.
Branche blickt mit hoher Investitionsbereitschaft auf 2026
Für die kommenden zwölf Monate überwiegt der Optimismus. Im Gesamtmarkt gehen 64,6 Prozent der Anlagen von einer positiven Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Situation aus, 29,7 Prozent erwarten ein stabiles Niveau und 5,7 Prozent eine Verschlechterung. Besonders zuversichtlich zeigen sich Kettenbetriebe (70,4 %).
Die positive Erwartungshaltung spiegelt sich in der Investitionsplanung wider: 80,0 Prozent der Anlagen beabsichtigen, 2026 zu investieren. Das geplante Investitionsvolumen liegt mit 1.060 Millionen Euro (netto) erstmals über einer Milliarde Euro.
Fazit
Die „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“ dokumentieren eine Branche mit hoher gesellschaftlicher Reichweite und wachsender ökonomischer Bedeutung. Mit 12,36 Millionen Mitgliedern erreicht Fitnesstraining einen zunehmenden Anteil der Bevölkerung. Zugleich erwirtschaftet die Branche 6,25 Milliarden Euro Umsatz und sichert über 167.000 Arbeitsplätze. Damit ist sie sowohl Bestandteil präventiver Gesundheitsstrukturen als auch ein signifikanter Wirtschaftsfaktor.
Steigende Beiträge, hohe Investitionsquoten und eine ausgeweitete Weiterbildungstätigkeit verweisen auf eine fortschreitende Professionalisierung des Marktes. Die zunehmende strukturelle Differenzierung erfordert klare Positionierungen und geschärfte Leistungsprofile und resultiert in einer wachsenden Marktreife. Die dargestellten Entwicklungen unterstreichen, dass die Fitness- und Gesundheitsbranche bei gesundheitspolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen zunehmend Berücksichtigung finden muss.
Warum die Eckdaten wichtig sind
Um den Stellenwert der Fitness- und Gesundheitsbranche für Wirtschaft, Kostenträger im Gesundheitsmarkt und Politik einzuordnen, haben wir Entscheidungsträger gefragt, wie sie das Potenzial der Branche bewerten und welche Daten aus der Eckdatenstudie für sie relevant sind.
Interviews zum Thema
Die Interviews mit Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand und Verwaltungsrat der IKK Südwest, sowie Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, liest du, indem du auf eines der nachstehenden Bilder klickst.
Auszug aus der Literaturliste
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2025). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2025. Hamburg: Hrsg.
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026. Hamburg: Hrsg.
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Diesen Artikel kannst du folgendermaßen zitieren:
Kobel, S., Sörensen, A., Wolff, J. (2026). Was prägt den Fitnessmarkt 2026? fitness MANAGEMENT international, 2 (184), 26–30.


