Das ZFP wurde 1992 als Physiotherapiepraxis gegründet. „Unsere wichtigste Säule ist und bleibt die ambulante Rehabilitation. Das ist unsere Basis, aus der sich alles andere entwickelt hat“, sagt Geschäftsführer Dr. Christian Peiler, der 2004 ins Unternehmen eintrat und es heute gemeinsam mit Tim Steffans leitet. Diese Haltung prägt das Selbstverständnis des Hauses.
Auch wenn das ZFP heute ein breites Leistungsspektrum mit Gesundheitskursen, Medical Fitness, BGM und Sportbetreuung bietet, definiert sich das Unternehmen klar über seine therapeutische Kompetenz. Erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP) und die gesamte Bandbreite physiotherapeutischer Leistungen bilden das Kerngeschäft.
Bei dieser Kompetenz ist das ZFP jedoch nicht stehen geblieben, sondern hat ein erweitertes Versorgungssystem mit Angeboten für Selbstzahler entwickelt. Früh wurde erkannt, dass nachhaltige Gesundheit nicht an der Liege enden sollte. „Unser Ziel ist es, Patienten aus dem Verordnungsbereich in die Eigenverantwortung und ins selbstständige Training zu bringen“, erläutert der Geschäftsführer.
Von der Therapie ins Training
Im ZFP wird der Übergang von Therapie ins Training fließend organisiert – immer ausgerichtet an der Indikation oder den individuellen Bedürfnissen der Patienten und Mitglieder. Trainingstherapeutische Angebote bilden den Übergang zwischen Therapie, Reha und eigenständigem Training.
Daraus hat sich ein freier Trainingsbereich entwickelt, der mit einem Selbstzahlerbereich als Fortsetzung der Therapie gedacht ist. Dieser Perspektivwechsel ist entscheidend. Die Herausforderung liegt nicht im Behandeln, sondern vor allem darin, nach Ende der Verordnung dranzubleiben.




Der Übergang ins Training wird über Aufklärung, Beziehung und Vertrauen gesteuert. Dabei spielt die Patientenedukation eine zentrale Rolle: Patienten sollen verstehen, warum sie trainieren.
„Wir haben für den Übergang keine klassischen Verkaufsprozesse dokumentiert, aber wir verbringen viel Zeit mit unseren Patienten“, so Dr. Christian Peiler. „Im besten Fall können wir sie motivieren, präventiv selbst etwas für sich zu tun.“ Es geht also nicht nur um die Behandlung von Beschwerden, sondern um die Begleitung eines langfristigen Gesundheitsprozesses mit Therapie als Einstieg und Training als Fortsetzung.
Diversifikation schafft Resilienz
Das ZFP ist bewusst breit aufgestellt. Neben der Rehabilitation existieren mehrere gleichwertige Leistungsbereiche, die ineinandergreifen und sich stabilisieren. Dazu gehören die Medizinische Trainingstherapie, der freie Trainingsbereich, Präventionskurse, Rehasport, T-RENA, Leistungsdiagnostik sowie das Betriebliche Gesundheitsmanagement.
„Wir haben unser Unternehmen immer auf verschiedene Säulen gestellt, damit wir Schwankungen in einzelnen Bereichen ausgleichen können und gleichzeitig ein möglichst breites Klientel ansprechen.“
Diese strategische Diversifikation ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch fachlich konsequent. Unterschiedliche Zielgruppen benötigen unterschiedliche Zugänge zur Bewegung – vom postoperativen Patienten über den chronisch Erkrankten bis hin zum ambitionierten Freizeit- oder Leistungssportler. Der Fokus liegt dabei auf der Qualität der Leistung: „Wir verstehen uns als Gesundheitsstudio. Es geht hier weder um Wellness noch um Lifestyle.“
Haltung statt Hype
Trends werden zwar beobachtet, jedoch nicht unreflektiert übernommen. „Nicht jeder Trend passt zu unserer Philosophie, aber wir gehen mit der Zeit“, so Dr. Christian Peiler. Funktionelles, alltagsorientiertes Training steht im Fokus. Dabei kommen klassische Geräte zum Einsatz, gerade in der frühen Phase oder bei unsicheren Patienten, die erstmal lernen müssen, ihren Körper zu spüren und Übungen korrekt auszuführen.
Gleichzeitig wird der Übergang in freies, funktionelles Training aktiv gefördert, der Trainingsplan individuell an Zielgruppe und Trainingsstand angepasst. Das macht die Trainingsgestaltung nicht nur für Patienten, sondern auch für die Therapeuten abwechslungsreich und interessant.
Interdisziplinarität als echter Wettbewerbsvorteil
Mit rund 35 Mitarbeitenden ist das ZFP breit aufgestellt. Physiotherapeuten, Sportwissenschaftler, Masseure, Gymnastiklehrer und dual Studierende arbeiten hier eng zusammen.
Viele Mitarbeitende sind mehrfach qualifiziert, beispielsweise als Sportwissenschaftler, Physiotherapeut und Heilpraktiker. Diese unterschiedlichen Qualifikationen ermöglichen es, flexibel auf Anforderungen zu reagieren – sei es im BGM, im Leistungssport oder in der geriatrischen Therapie.
Das ZFP investiert stark in die eigene Nachwuchsentwicklung. „Wir bilden sowohl Kaufleute im Gesundheitswesen, Büromanagement als auch in Sport und Fitness aus“, sagt der Geschäftsführer. „Das ist sehr erfolgreich. Unsere erste Auszubildende ist heute die rechte Hand der Geschäftsführung.“
Sehr gute Erfahrungen macht er auch mit seinen dual Studierenden und mit Physiotherapeuten, die während der Ausbildung ein Praktikum machen: „Sie bringen einen theoretischen Background mit und sammeln hier gleich Praxiserfahrung.“ Ausbildung, duale Studiengänge und die frühe Einbindung in die Praxis sind entscheidende Faktoren im War for Talents, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten.
Atmosphäre: flache Hierarchien, klare Haltung
Wichtig für den Erfolg ist die Unternehmenskultur. Das ZFP wird familiär geführt und setzt auf flache Hierarchien. Mitarbeitende arbeiten sowohl untereinander als auch mit den Patientinnen und Patienten auf Augenhöhe. Das ist in einem interdisziplinären Setting entscheidend, denn wenn mehrere Fachbereiche mit einem Patienten arbeiten, braucht es eine offene Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen.
Wichtig ist dem Geschäftsführer, dass die Mitarbeitenden sich wohlfühlen: „Mir macht es großen Spaß, mit jüngeren Menschen zusammenzuarbeiten und sie dabei zu unterstützen, sich zu entwickeln.“ Das Team ist neuen Mitarbeitenden gegenüber offen und unterstützt sie dabei, sich schnell zu integrieren. Dabei hilft zusätzlich ein Mentorensystem.
Zielgruppe: vom Spitzensport bis zur Pflege
Mit seinem Angebot deckt das ZFP ein breites Spektrum ab: „Vom Kleinkind bis zum Rentner sind bei uns alle vertreten“, sagt Dr. Christian Peiler.
Die Range erstreckt sich von Leistungsdiagnostik und regelmäßiger Betreuung von Spitzensportlern über die temporäre Behandlung orthopädischer und neurologischer Patienten bis hin zur Unterstützung geriatrischer Patienten am Rollator. Diese Vielfalt erfordert flexible Konzepte, differenzierte Betreuung und ein hohes Maß an Fachkompetenz, macht die Arbeit aber auch für die Mitarbeitenden interessant und abwechslungsreich.
Digitale Trainingspläne, Dokumentation via iPad, App-basierte Betreuung und interne Kommunikation über Plattformen wie Microsoft Teams unterstützen das Team bei der täglichen Arbeit. Aktuell arbeitet das Zentrum an KI-gestützten Lösungen für Diagnostik und Befundung. Der Ansatz ist pragmatisch: Technologie wird nur dann eingesetzt, wenn sie Prozesse verbessert.
Qualität vor Inszenierung
In der Außendarstellung hält sich das ZFP zurück, bespielt zwar Social-Media-Kanäle, doch die meisten Patienten kommen über Mund-zu-Mund-Propaganda. Kontinuität und Qualität sind die entscheidenden Werte, durch verlässliche Arbeit hat sich das Unternehmen bei den Krankenkassen, Ärzten und Global Playern der Region einen hervorragenden Ruf erarbeitet. „Unsere Philosophie ist, dass wir eine solide, gute Arbeit leisten und die Unternehmen damit zufrieden sind. Im Best Case entwickeln sich daraus Anschlussprojekte“, sagt Dr. Christian Peiler.
Seit Jahrzehnten führt das ZFP BGM-Maßnahmen für in Ostwestfalen ansässige Global Player aber auch kleinere Unternehmen durch. Das Gleiche gilt für den Sportbereich, in dem beispielsweise lange Jahre Arminia Bielefeld und seit 20 Jahren Nationalmannschaften des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) betreut werden. Auch die Zusammenarbeit mit Athleten und Verbänden basiert auf Vertrauen.
Das ZFP Bielefeld zeigt exemplarisch, wie sich Physiotherapie, Rehabilitation und Medical Fitness sinnvoll verbinden lassen. Nicht als lose Kombination, sondern als durchdachtes System.
Die Erfolgsfaktoren sind dabei eine starke therapeutische Basis, die konsequente Verzahnung von Therapie und Training, ein interdisziplinäres Team, strategische Diversifikation und der Fokus auf Qualität statt kurzfristigem Wachstum. Das ZFP zeigt, dass Medical Fitness dann besonders gut funktioniert, wenn es als logische Weiterentwicklung der Therapie gesehen wird. Denn Gesundheit endet nicht mit der letzten Verordnung, sie beginnt dort erst richtig.
Die Unternehmer
Dr. rer. nat. Christian Peiler ist seit über 25 Jahren in der Therapie und Betreuung von Leistungs- und Spitzensportlern tätig. Nach seiner Ausbildung zum Physiotherapeuten (2000) absolvierte er ein Studium der Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Rehabilitation und Prävention, das er 2004 als Diplom-Sportwissenschaftler abschloss.
2009 promovierte er in den Sportwissenschaften. Er ist zudem Sportphysiotherapeut (DOSB), Heilpraktiker und seit 2019 auch Osteopath. Seine umfassende Expertise bringt er unter anderem in der Arbeit mit Bundeskadern im Voltigieren, im Reitsport sowie mit Vereinen und Athleten aus Fußball, Tennis und Handball ein.
Tim Steffans ist seit 2007 als Physiotherapeut tätig und verfügt über langjährige praktische Erfahrungen in der Patientenbehandlung. Seit 2011 hat er einen Bachelor of Science im Bereich Health Communication.
Er ist als Heilpraktiker auf dem Gebiet der Physiotherapie zugelassen und verbindet schulmedizinische Ansätze mit ganzheitlichen Methoden. Im Jahr 2019 hat er seine Qualifikation als Osteopath erworben und sein Behandlungsspektrum erweitert. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine interdisziplinäre Herangehensweise und den Fokus auf nachhaltige Gesundheit aus.









