Homeoffice als Gesundheitsrisiko: Tipps, damit der Arbeitsplatz zu Hause nicht krank macht

Corona zwang viele von uns ins Homeoffice. Mit Folgen für die Gesundheit. Mit diesen Tipps vermeiden Sie unter anderem Rückenschmerzen bei der Arbeit zu Hause.
Lesezeit: 3 Minuten
Gesundheitsrisiken im Homeoffice: Falsche Haltung, wenig Bewegung und schlechte Ausstattung
Gesundheitsrisiken im Homeoffice: Falsche Haltung, wenig Bewegung und schlechte Ausstattung
Schmerzen im Rücken, Nacken oder den Schultern – Homeoffice in Corona-Zeiten sorgte bei vielen Berufstätigen für bislang ungewohnte Probleme. Es trifft sogar ansonsten sportlich aktive Menschen mit starker Muskulatur. Weniger Bewegung, falsche Sitzposition vor dem Computer oder schlechte Ausstattung sind nur einige Faktoren, die aus dem Homeoffice schnell ein Gesundheitsrisiko werden lassen. Doch das muss nicht sein. So schaffen Sie einfach Abhilfe!

Das Arbeiten im Homeoffice erspart zwar die tägliche Fahrt ins Büro – für die Wirbelsäule aber kann das Arbeiten in den eigenen vier Wänden gefährlich werden.

Insbesondere wenn das richtige Equipment fehlt und Sie ein paar grundlegende Regeln nicht beachten.

„Wir registrieren eine sprunghafte Zunahme von Patienten mit Schulter- und Nackenbeschwerden“, sagt Professor Joachim Grifka, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg. Ursache sei seit Beginn der Corona-Pandemie vor allem die wachsende Zahl von Homeoffice-Arbeitsplätzen.

„Während im Betrieb Arbeitsschutzmaßnahmen auch an den Schreibtischen die betriebliche Gesundheitsvorsorge verbessert haben, sind die häuslichen Arbeitsplätze oft wenig professionell und vielfach vor allem nach Gesichtspunkten der Bequemlichkeit eingerichtet“, sagt Grifka.


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Daraus resultierten mehr und mehr Halswirbelsäulen-Beschwerden. „Mittlerweile kommt bei uns jeder dritte Wirbelsäulen-Patient speziell wegen Halswirbelsäulen-Problemen in die orthopädische Sprechstunde. Und zumeist sind es Arbeitnehmer, die seit Corona von zuhause arbeiten.“

Aktuelle Zahlen: Deutsche sitzen immer länger

Laut DKV-Report 2021 sind die Deutschen so bewegungsfaul wie noch nie und verbringen im Schnitt 8,5 Stunden pro Tag sitzend; das ist rund eine Stunde mehr als noch im Jahr 2018.

Zurückführen lässt sich dies vor allem auf vermehrte Homeoffice-Arbeit, Home-Schooling und Co. Besonders besorgniserregend: Vor allem junge Erwachsene verbringen täglich sogar bis zu 10,5 Stunden im Sitzen– ein wachsendes Gesundheitsrisiko, dass nicht nur Rückenschmerzen begünstigt.

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Macht Homeoffice tatsächlich krank? Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel 'Aktuelle Zahlen: Belastet Homeoffice die Psyche?' (Klicken Sie einfach auf das Bild!)

Macht Homeoffice krank? Aktuelle Zahlen: Belastet Homeoffice die Psyche?

Besonders betroffen: Sportmuffel

Konstante Schreibtischarbeit belastet die Wirbelsäule enorm. Und: Selbst ansonsten sportlich aktive Menschen mit starker Muskulatur sind gegen Folgeschäden nicht gefeit. Noch viel mehr trifft es all jene, die wenig oder keinen Sport betreiben. (Lesen Sie auch: Gesund und sicher im Job)

Orthopäden geben daher die folgenden drei Ratschläge für einen rückenfreundlichen Arbeitsplatz im Homeoffice:



1. Die Position von Schreibtisch und Stuhl

Verwenden Sie zum Arbeiten auf keinen Fall einen normalen Küchenstuhl. Es muss zwar auch kein Luxus-Bürostuhl sein. Aber: Mindestanforderung ist eine Sitzgelegenheit, die sich auf die Körpergröße einstellen lässt.

Die Unterarme sollten beim normalen Sitzen horizontal und die Hände locker auf Tischplatte und Tastatur aufliegen. Die Notwendigkeit zum Anheben der Hände beim Tippen führt zu Überanstrengung der Unterarmmuskulatur mit Folgebeschwerden, die bis zum Nacken strahlen können.

Außerdem sollte die Sitzfläche des Bürostuhls so eingestellt sein, dass zwischen Kniekehle und vorderer Sitzflächenkante noch eine Handbreit Platz bleibt und die Füße Bodenkontakt haben. Bei Bedarf hilft auch eine kleine Fußbank.


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2. Die Position des Monitors

Oft gehört aber falsch ist der Ratschlag, Bildschirm-Oberkannte und Augen auf gleiche Höhe zu bringen. „Gerade diese Stellung kann zu massiven Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich führen“, warnt Dr. Daniel Boluki, Sektionsleiter Wirbelsäule in der Orthopädischen Uniklinik.

Der Grund: Bei längerem Sitzen sackt der Oberkörper zusammen. Der Kopf muss dadurch beim Blick auf den Bildschirm immer stärker angehoben werden.

Besser ist es, die Stuhlrückenlehne auf Brustkorbhöhe einzustellen und so die Lehne zum Abstützen des Rückens für eine aufrechte Sitzposition zu nutzen.

Der Bildschirm sollte dabei so tief wie möglich auf der Tischfläche stehen. Auf keinen Fall den Monitor auf den Rechner stellen. Wichtig sind eine leicht nach unten geneigte Sichtrichtung und rund 50 cm Abstand zum Bildschirm.

3. Aktiv gegen Rückenbeschwerden

„Monotones Sitzen ist grundsätzlich Gift für den Rücken. Gönnen Sie Ihrer Halswirbelsäule deshalb beim Arbeiten gelegentlich eine Pause, am besten verbunden mit Halswirbel- und Schulterübungen“, lautet Professor Grifkas Ratschlag.

Hilfsreich seien hierbei kostenlose Apps wie etwa 'Timeout', vergleichbare Anwendungen oder Bildschirmschoner. Damit können Sie sich automatisch in einstellbaren Zeitabständen daran erinnern lassen können, ihre Arbeit vor dem Computer zu unterbrechen. Denn: Pausen sind wichtig! Ihr Rücken wird es ihnen danken.

Manche Apps liefern sogar gleich Anregungen für geeignete Entspannungsübungen mit.

Mehr: 'Fitnesstraining für einen gesunden Rücken'

dhfpg

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