Management, Markt | Autor/in: Carolin Schmidt & Florian Schmidt |

Florian Kreis: Know-how fördern und Mitarbeitende im Unternehmen halten

Unternehmer:innen stehen vor neuen Herausforderungen, die durch die schwierige wirtschaftliche Lage und den Fachkräftemangel noch verstärkt werden. Jetzt heißt es, das Führungs- und Fachpersonal angemessen aus- und weiterzubilden. Wie das optimal funktionieren kann, verrät Florian Kreis im Interview.

Florian Kreis ist Experte für Führung und Vertrieb ist als Leitung des Career Services der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG)/BSA-Akademie mit den aktuellsten Themen des Fitnessmarktes bestens vertraut. Er hat einen umfassenden Überblick über die Bedürfnisse von Unternehmen und Studierenden der Branche.

fM: Herr Kreis, Sie sind in der Beratung der DHfPG-Ausbildungspartner:innen und ihrer Studierenden tätig und gut mit deren Bedürfnissen und Problemen vertraut. Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen aktuell und was brauchen sie, um diese zu bewältigen?

Florian Kreis: Die Branche befindet sich im Wandel. Themen wie Gesundheit, Prävention und Qualität rücken immer mehr in den Fokus. Die Kund:innen haben höhere Ansprüche und das gesteigerte Bedürfnis nach sozialen Kontakten.

Die Herausforderungen, denen sich die Unternehmen stellen, werden durch die teilweise schwierige wirtschaftliche Lage und den Fachkräftemangel noch zusätzlich erschwert.


„Unternehmen brauchen dringend qualifizierte und motivierte Mitarbeitende, die sich mit den Themen Prävention, Gesundheit, Fitness und Sport identifizieren und das auch an die Kund:innen weitergeben.“
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Florian Kreis – Leitung Career Service DHfPG/BSA-Akademie


Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die kurz-, mittel- und langfristige Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Fach- und Führungskräften?

Die Anforderungen in der Arbeitswelt steigen, das ist klar. Aber obwohl eine hohe fachliche Kompetenz heute als selbstverständlich vorausgesetzt wird und wichtiger denn je ist, genügt sie in der Praxis oft nicht mehr.

Durch die wachsenden Herausforderungen aufgrund der Pandemie sowie die schnelllebigen Veränderungen im beruflichen Umfeld legen Unternehmen immer mehr Wert auf die sogenannten Soft Skills, wie Teamfähigkeit, Flexibilität oder Kreativität.

Corona wirkte aber auch wie ein Beschleuniger z. B. für die Erarbeitung digitaler Angebote. Dafür benötigen die Unternehmen kurz- und langfristig qualifiziertes Personal. Digitale Angebote sind auch in der Bildung nicht mehr wegzudenken.

Es entstanden und entstehen immer mehr hybride Lehrangebote – hin zu mehr Flexibilität. Studierende entscheiden jetzt, wann und wo sie lernen. Von diesem „neuen“ Lehrgangssystem profitieren sie und ihre Ausbildungsbetriebe gleichermaßen.

Es zeigt sich also, dass besonders auch die fachlichen und persönlichen Anforderungen an Führungskräfte kontinuierlich steigen. Welche Kompetenzen und Qualifikationen sind Ihrer Meinung nach besonders wichtig, um ein Fitness- und Gesundheitsunternehmen langfristig erfolgreich zu führen?

Nach langer Zeit im Lockdown ist die Nachfrage nach empathischem und qualifiziertem Personal enorm hoch, denn die Kund:innen verlangen danach. Software schlägt Hardware! Das Personal macht den Unterschied! Um ein Fitness- und Gesundheitsunternehmen langfristig erfolgreich zu leiten, benötigt eine Führungskraft interdisziplinäre Kompetenzen.


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Denn es wird sehr häufig von ihnen verlangt, dass sie Generalist:innen sind, also von allen Fachgebieten innerhalb ihres Unternehmens Ahnung haben. Für mich brauchen Generalist:innen allerdings immer ein Team aus spezialisierten Personen an ihrer Seite.

Durch gezielte, praxisnahe Weiterbildungen kann die Professionalisierung sowohl der eigenen Person als auch des Personals und damit letztlich auch der eigenen Dienstleistung vorangetrieben werden, was sich langfristig am Unternehmenserfolg zeigt.

In der Branche sind dual Studierende aufgrund der während des Studiums erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen sehr gefragt. Doch inwiefern spielen kontinuierliche Weiterbildungen für Absolvent:innen wie Unternehmen auch nach dem Studium weiterhin eine Rolle?

Durch den schon angesprochenen Fachkräftemangel wird es immer schwieriger, junge Interessierte für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Und gerade jetzt sollte nicht am Personal gespart werden. Eine gute Möglichkeit, junge Menschen von sich zu überzeugen, ist das duale Studium.

Dieses ist der perfekte Grundstein für eine erfolgreiche Karriere, da aktuelle interdisziplinäre Kenntnisse in den Bereichen Wirtschafts-, Gesundheits-, Trainings- und Naturwissenschaft vermittelt werden, die direkt in der Praxis umgesetzt werden können.

Die Präferenzen, die sich während des Studiums entwickelt haben, gilt es dann durch zusätzliche Weiterbildungen und/oder ein angeschlossenes Master-Studium zu vertiefen. Nur so bleiben Absolvent:innen auch über ihren Abschluss hinaus up to date und können sich weiter professionalisieren und spezialisieren.

Außerdem: Bildung ist immer ein wichtiger Faktor zur Mitarbeitendengewinnung, -entwicklung und -bindung. So kann Know-how gefördert und gehalten werden.


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In weiteren Interviews sprechen Prof. Dr. Christoph Eifler und Prof. Dr. Bernhard Allmann über die Bedeutung von Qualifikationen. Lesen Sie außerdem unseren Artikel 'Auf dem Laufenden bleiben' als Einstieg zu den Interviews.

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