Wie können Fitnessstudios Menschen jenseits der 60 besser erreichen?
Sie bieten ein erhebliches Potenzial für die Branche. Braucht es dafür deshalb spezielle Angebote?
Alter hat in der Werbung eigentlich nichts verloren.
Prof. Dr. Sarah Kobel – Professorin und Leiterin der Abteilung Wissenschaft und Forschung DHfPG
Für Prof. Dr. Sarah Kobel liegt ein entscheidender Fehler bereits in der Fragestellung: Menschen über 60 sind keine homogene Zielgruppe. Unter ihnen finden sich ebenso ambitionierte und erfahrene Trainierende wie Menschen, die mit Fitnesstraining ihre Gesundheit und Selbstständigkeit erhalten möchten.
Entscheidend sind deshalb weniger Geburtsjahr und Alter als Trainingsmotive, Bedürfnisse und persönliche Einstellungen.
Das hat Konsequenzen für die Kommunikation von Fitnessstudios. Statt pauschal „Senioren“ anzusprechen, sollten Betreiber ihr tatsächliches Leistungsversprechen klar herausarbeiten und zeigen, dass ihr Studio für unterschiedliche Menschen offen ist.
Auch ein lifestyleorientiertes Studio kann ältere Mitglieder erreichen – ohne sich dafür zum klassischen Gesundheits- oder Rehasportanbieter entwickeln zu müssen.
Studios müssen sich über Qualität abgrenzen und Qualität muss ihren Preis haben.
Prof. Dr. Sarah Kobel – Professorin und Leiterin der Abteilung Wissenschaft und Forschung DHfPG
Im Gespräch mit Host Janosch Marx ordnet Sarah Kobel außerdem neue Erkenntnisse aus der Image-, Fitnesstypen- und Generationenforschung ein.
Dabei geht es um die Frage, warum es „den Fitnesskunden“ nicht gibt, welche Mitglieder besonders betreuungsintensiv sind, weshalb Preisaktionen langfristig zum Problem werden können und warum die Branche stärker über Qualität und den Wert ihrer Leistungen sprechen sollte.
‚Den Kunden’ gibt es nicht, genauso wenig wie es ‚das Fitnessstudio’ oder ‚die Fitnessbranche’ gibt. Das ist immer individuell.
Prof. Dr. Sarah Kobel – Professorin und Leiterin der Abteilung Wissenschaft und Forschung DHfPG
Wer tiefgreifendere Inhalte zur Generation Ü erhalten möchte, sollte sich nicht den Vortrag von Dr. Kevin Krause auf dem Aufstiegskongress entgehen lassen.
Mehr von Prof. Dr. Sarah Kobel, der Imagestudie und wie Forschungsergebnisse in die Praxis umgesetzt werden können, erfährst du in der Gesprächsrunde „Create your own Identity – so setzt man Forschungsergebnisse um!“. Diese wird gleichzeitig als erste Livefolge von Fitness im Ohr vor Ort beim Aufstiegskongress aufgenommen.
Key Takeaways
- Qualität schafft Vertrauen: Personalkompetenz, Transparenz und selbst gesetzte Qualitätsstandards können die Wahrnehmung der Fitnessbranche verbessern.
- Der eine Fitnesskunde existiert nicht: Mitglieder unterscheiden sich in Motivation, Präferenzen, Trainingsverhalten und emotionaler Verbundenheit zum Training.
- Preis folgt wahrgenommenem Wert: Die Zahlungsbereitschaft kann höher liegen als die tatsächlich aufgerufenen Preise, wenn Studios den Wert ihres Angebots vermitteln.
- Betreuung entscheidet über Bindung: Besonders inkonsistente Mitglieder benötigen intensive Betreuung, damit aus Wackelkandidaten langfristig loyale Kunden werden.
- Alter ist keine Zielgruppe: Menschen zwischen 60 und 75 Jahren unterscheiden sich stark in Fitnessniveau, Motivation und Bedürfnissen und sollten nicht pauschal als Senioren angesprochen werden.







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