fM Podcast „Wie holen wir Menschen über 60 in die Fitnessstudios und wer ist das eigentlich?“

Prof. Dr. Sarah Kobel erklärt, warum Studios Menschen über 60 stärker nach Trainingsmotiven und Bedürfnissen statt nach ihrem Alter ansprechen sollten.
Lesezeit: 2 Minuten
Wer Menschen über 60 erreichen will, sollte sie nicht pauschal als „Senioren“ betrachten. Prof. Dr. Sarah Kobel erklärt im fM Podcast Fitness im Ohr, warum Trainingsmotive, Bedürfnisse und Einstellungen für Fitnessstudios entscheidender sein können als das Alter. Mit Host Janosch Marx spricht sie außerdem über Fitnesstypen, Betreuung und die Kommunikation von Qualität und Leistungswert.

Wie können Fitnessstudios Menschen jenseits der 60 besser erreichen?

Sie bieten ein erhebliches Potenzial für die Branche. Braucht es dafür deshalb spezielle Angebote?

Alter hat in der Werbung eigentlich nichts verloren.

Für Prof. Dr. Sarah Kobel liegt ein entscheidender Fehler bereits in der Fragestellung: Menschen über 60 sind keine homogene Zielgruppe. Unter ihnen finden sich ebenso ambitionierte und erfahrene Trainierende wie Menschen, die mit Fitnesstraining ihre Gesundheit und Selbstständigkeit erhalten möchten.

Entscheidend sind deshalb weniger Geburtsjahr und Alter als Trainingsmotive, Bedürfnisse und persönliche Einstellungen.

Das hat Konsequenzen für die Kommunikation von Fitnessstudios. Statt pauschal „Senioren“ anzusprechen, sollten Betreiber ihr tatsächliches Leistungsversprechen klar herausarbeiten und zeigen, dass ihr Studio für unterschiedliche Menschen offen ist.

Auch ein lifestyleorientiertes Studio kann ältere Mitglieder erreichen – ohne sich dafür zum klassischen Gesundheits- oder Rehasportanbieter entwickeln zu müssen.

Studios müssen sich über Qualität abgrenzen und Qualität muss ihren Preis haben.

Im Gespräch mit Host Janosch Marx ordnet Sarah Kobel außerdem neue Erkenntnisse aus der Image-, Fitnesstypen- und Generationenforschung ein.

Dabei geht es um die Frage, warum es „den Fitnesskunden“ nicht gibt, welche Mitglieder besonders betreuungsintensiv sind, weshalb Preisaktionen langfristig zum Problem werden können und warum die Branche stärker über Qualität und den Wert ihrer Leistungen sprechen sollte.

‚Den Kunden’ gibt es nicht, genauso wenig wie es ‚das Fitnessstudio’ oder ‚die Fitnessbranche’ gibt. Das ist immer individuell.

Wer tiefgreifendere Inhalte zur Generation Ü erhalten möchte, sollte sich nicht den Vortrag von Dr. Kevin Krause auf dem Aufstiegskongress entgehen lassen.

Mehr von Prof. Dr. Sarah Kobel, der Imagestudie und wie Forschungsergebnisse in die Praxis umgesetzt werden können, erfährst du in der Gesprächsrunde „Create your own Identity – so setzt man Forschungsergebnisse um!“. Diese wird gleichzeitig als erste Livefolge von Fitness im Ohr vor Ort beim Aufstiegskongress aufgenommen.

Fitness im Ohr: hier aktuelle Folge als Podcast anhören

Key Takeaways

  • Qualität schafft Vertrauen: Personalkompetenz, Transparenz und selbst gesetzte Qualitätsstandards können die Wahrnehmung der Fitnessbranche verbessern.
  • Der eine Fitnesskunde existiert nicht: Mitglieder unterscheiden sich in Motivation, Präferenzen, Trainingsverhalten und emotionaler Verbundenheit zum Training.
  • Preis folgt wahrgenommenem Wert: Die Zahlungsbereitschaft kann höher liegen als die tatsächlich aufgerufenen Preise, wenn Studios den Wert ihres Angebots vermitteln.
  • Betreuung entscheidet über Bindung: Besonders inkonsistente Mitglieder benötigen intensive Betreuung, damit aus Wackelkandidaten langfristig loyale Kunden werden.
  • Alter ist keine Zielgruppe: Menschen zwischen 60 und 75 Jahren unterscheiden sich stark in Fitnessniveau, Motivation und Bedürfnissen und sollten nicht pauschal als Senioren angesprochen werden.

Über den fM Podcast Fitness im Ohr

Fitness im Ohr findest du überall dort, wo es Podcasts gibt: Dort kannst du den fitness MANAGEMENT Podcast abrufen, anhören und natürlich auch gern abonnieren; etwa bei Spotify, Deezer, Apple oder Podigee.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Hören unseres Podcasts!

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