Zahlt die Krankenkasse bald dein Fitnessstudio? Diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Podcastfolge mit Prof. Dr. Jörg Loth. Im Gespräch mit Host Janosch Marx erläutert der Vorstandsvorsitzende der IKK Südwest und Professor für Gesundheitsökonomie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, welche Rolle Fitnessstudios künftig in der Prävention spielen könnten.
Es ist viel sinnvoller für die betroffenen Menschen, aber auch für das System, Krankheiten erst gar nicht entstehen zu lassen.
Prof. Dr. Jörg Loth – Vorstandsvorsitzender IKK Südwest
Loth spricht sich dafür aus, stärker in die Vermeidung von Krankheiten zu investieren. Fitnessstudios könnten dabei aus seiner Sicht eine wichtige Rolle übernehmen. Als Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit Krankenkassen nennt er unter anderem wissenschaftlich fundierte Angebote, qualifiziertes Personal, individuelle Trainingsplanung und Dokumentation.
Welche Effekte eine solche Zusammenarbeit haben kann, zeigt aus seiner Sicht die Fitmach-Aktion 2022. Laut Loth erfüllten zu Beginn sechs Prozent der Teilnehmenden die Bewegungsempfehlungen für Kraft und Ausdauer, nach acht Wochen waren es rund 50 Prozent. Rund ein Drittel war ein Jahr später weiterhin Mitglied und finanzierte die Mitgliedschaft selbst.
Im Podcast skizziert Loth außerdem ein mögliches Zukunftsmodell: Vorhandene Mittel für Präventionskurse könnten als Budget für qualitätsgesicherte Angebote eingesetzt werden. Als Beispiel nennt er 300 Euro pro Jahr beziehungsweise 25 Euro pro Monat.
Auch die Bedürfnisse älterer Zielgruppen spielen eine Rolle. Im Projekt Generation Ü wurden 3.400 Versicherte zu ihren Wünschen, Vorstellungen und Motiven befragt. Laut Loth zeigen die Ergebnisse, dass Menschen ab 60 Jahren unterschiedliche Bedarfe haben und entsprechend differenzierte Angebote benötigen.
Ich bin sicher, es wird sich was ändern.
Prof. Dr. Jörg Loth – Vorstandsvorsitzender IKK Südwest
Welche Chancen sich daraus für Fitnessstudios ergeben könnten und welche Qualitätsanforderungen für eine stärkere Zusammenarbeit mit Krankenkassen entscheidend sind, erläutert Loth im Podcast mit Janosch Marx.
Key Takeaways
- Prävention statt Kuration: Prof. Dr. Jörg Loth plädiert dafür, stärker in die Vermeidung von Krankheiten zu investieren und Prävention im Gesundheitssystem aufzuwerten.
- Fitnessstudios als Partner: Für die IKK Südwest spielt die Fitness- und Gesundheitsbranche eine wesentliche Rolle in der Prävention. Voraussetzung für eine stärkere Zusammenarbeit sind qualitätsgesicherte und wissenschaftlich fundierte Angebote.
- Neues Budgetmodell als Perspektive: Loth kann sich vorstellen, Versicherten künftig ein Budget für qualitätsgesicherte, evidenzbasierte Präventionsangebote zur Verfügung zu stellen.
- Fitmach-Aktion zeigt Potenzial: Der Anteil der Teilnehmenden, die die Bewegungsempfehlungen für Kraft und Ausdauer erfüllten, stieg laut Podcast von sechs auf rund 50 Prozent. Rund ein Drittel war ein Jahr später weiterhin Mitglied.
- Qualität bleibt entscheidend: Qualifiziertes Personal, individuelle Trainingsplanung, Dokumentation und eine geeignete Infrastruktur nennt Loth als zentrale Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit Krankenkassen.







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