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Unter der Lupe: Fitnesstraining in Deutschlands 20 größten Städten

Die „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft” enthalten den jährlichen Vergleich der Reaktionsquoten nach Bundesländern. Zusammen mit Ralf Capelan, Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), hat fitness MANAGEMENT die Reaktionsquoten auf Detailebene analysiert und in den 20 größten Städten Deutschlands ausgewertet. Das Ergebnis: Bereits 2,8 der rund 11,1 Millionen Mitglieder trainieren in diesen 20 Metropolen.

'Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft': 2,8 der rund 11,1 Millionen Mitglieder trainieren in den Fitnessstudios der 20 größten Städte Deutschlands.

Die Entwicklung der deutschen Fitness- und Gesundheitsbranche ist längst auch ein mediales Thema. Seit der Veröffentlichung der aktuellen Eckdaten-Studie im März dieses Jahres gab es weit mehr als 150 Medienhäuser und Verlage, die den Status quo der Fitness-Wirtschaft aufgegriffen und ihren Millionen an Lesern zur Verfügung gestellt haben.

Die Eckdaten in den Leitmedien 

Diese Medienresonanz ist beeindruckend. Ob TV, Print oder digital, ob Tages- oder Wochenzeitung, ob als Kurzmeldung oder als ausführlicher Hintergrundbericht, zahlreiche Leitmedien wie ARD, ZDF, n-tv, das Handelsblatt, die Welt aber auch etliche Onlineportale griffen die positiven Kennzahlen auf: Die Branche wächst auf 9.343 Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland und zählt rund 11,1 Millionen Mitglieder – und davon traineren 2,8 Millionen in den größten 20 Städten.

Mitgliederverteilung nach Bundesländern

Aber wie verteilen sich die 11,1 Millionen Mitglieder auf die 16 Bundesländer? Und in welchen Bundesländern ist eine hohe, in welchen eine geringere Reaktionsquote zu verzeichnen? Diesen Fragen ist die Eckdaten-Studie 2019 nachgegangen. Weit vorne liegen die Stadtstaaten Hamburg (18,6 %), Bremen (16,6 %) und Berlin (14,5 %). Doch auch kleine Bundesländer wir das Saarland (15,1 %) oder dicht besiedelte Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen (13,9 %) schneiden im nationalen Vergleich gut ab.

"Rote Laterne" geht an MV

„Schlusslichter“ im Deutschlandvergleich sind die ostdeutschen Bundesländer Thüringen (10,1 %), Sachsen-Anhalt (9,5 %) und Mecklenburg-Vorpommern (8,0 %). Dies ist aber weniger auf die Tatsache zurückzuführen, dass es sich um „neue“ Bundesländer handelt, vielmehr sind diese geringeren Quoten dadurch bedingt, dass es in diesen Gebieten vergleichsweise weniger Ballungszentren gibt als in anderen Bundesländern.

Während in den Eckdaten nur die Bundesländer verglichen werden, geht die nachfolgende Analyse einen Schritt weiter: Die 20 größten Städte nach Einwohnerzahl wurden ausgewertet und entsprechend ihrer Reaktionsquote in Beziehung gesetzt.

Drei Städte mit über 20 Prozent

Während der Schnitt der bundesweiten Reaktionsquoten bei 13,4 Prozent liegt, schaffen es einige Städte sogar über 20 Prozent. Hier seien Frankfurt am Main (21,9 %), Stuttgart (20,3 %) und Bonn (20,1 %) genannt.

Etwa handelt es sich in Frankfurt um einen stark umkämpften Markt, in dem ein relativ hoher Anteil an Fitnessstudioketten aus allen Segmenten angesiedelt ist. Neben großen nationalen und internationalen Ketten sind in der Stadt am Main aber auch einige lokale Kettenbetreiber vorzufinden, die zusätzliche Mitglieder binden.

Dresden und Leipzig über dem Bundesschnitt

„Neue“ Bundesländer liegen regional auch über dem Bundesdurchschnitt. Unter den Top-20-Städten befinden sich beispielweise auch Dresden (17,4 %) und Leipzig (15,0 %). Im Vergleich zur durchschnittlichen Reaktionsquote im Bundesland Sachsen, welche bei 10,9 Prozent liegt, zeigt sich anhand der beiden genannten Beispiele, dass auch in den urbanen Regionen der ostdeutschen Bundesländer durchaus höhere Reaktionsquoten als im Bundesdurchschnitt (13,4 %) erreicht werden.

Werden die Mitglieder in den 20 größten Städten addiert, so decken diese mit 2,8 Millionen der insgesamt 11,1 Millionen Trainierenden bereits ein Viertel aller Mitglieder in Deutschland ab. Im Vergleich dazu machen die Einwohner dieser Städte mit rund 16,2 Millionen Menschen nur ein Fünftel der deutschen Bevölkerung aus. Der höhere Mitgliederanteil in diesen Regionen liegt primär darin begründet, dass gerade in den Großstädten vermehrt Niedrigpreisanbieter mit großflächigen Anlagen und entsprechend auch mehr Mitglieder vorzufinden sind.

Im Schnitt sind 17,2 % der Einwohner Mitglieder

Zudem sind Mikro- bzw. Boutiquestudios meist in städtischen Regionen vertreten, was die Mitgliederzahl in diesen Großstädten zusätzlich erhöht. Relativ ausgedrückt machen die Fitnessstudiomitglieder in diesen 20 Städten im Verhältnis zu den Einwohnern 17,2 Prozent aus. Damit liegt die Reaktionsquote in diesen Städten um 3,8 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt von 13,4 Prozent.

Fazit: Erfolg ist kein Automatismus

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich die Fitnessbranche auch weiterhin positiv entwickelt. Die Anzahl der Anlagen, aber auch die Anzahl der Mitglieder pro Anlage steigen. Allerdings ist dieses Wachstum nicht selbstverständlich, sondern wird durch eine anhaltende Professionalisierung der Marktteilnehmer und Rahmenbedingungen vorangetrieben. Fazit: „Am Erfolg der Branche teilzuhaben, ist kein Automatismus!“


Die vollständigen „Eckdaten 2019 der deutschen Fitness-Wirtschaft“ können direkt beim SSV-Verlag erworben werden.

Kosten: 99,- EUR (zzgl. Versand). Ermäßigter Preis: 39,- EUR (für Schüler und Studierende bei Vorlage einer gültigen Bescheinigung).


 

Ralf Capelan

Dipl.-Betriebswirt Ralf Capelan ist Dozent, Autor und Tutor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie. Seit vielen Jahren ist der ehemalige Geschäftsleiter führender Fitnessketten zudem als Unternehmensberater im Fitness- und Freizeitmarkt tätig.

 

Hinweis zur Methodik

Die zugrunde gelegten Einwohnerzahlen wurden auf der Basis der neuen Bevölkerungsdaten des Zensus 2015 des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden sowie der Landesämter ermittelt. Die Werte für die Mitgliedschaften stellen eine Hochrechnung dar, die nach der Methodik der „Eckdaten 2019 der deutschen Fitness-Wirtschaft“ des DSSV ermittelt wurden. Dieser Hochrechnung liegen 2.656 kommerzielle Fitnessanlagen, verteilt über die 20 betrachteten Städte, zugrunde. Auf Basis dieser Grundgesamtheit wurden die Mitgliedschaften über die Durchschnittswerte der jeweiligen Marktgebiete und Segmente (Einzel-, Ketten- und Mikrostudio) hochgerechnet. Die Hochrechnung der Mitgliedschaften bezieht sich auf den Stichtag 31.12.2018. Die (Fitness-)Reaktionsquote ist definiert als Anteil der Mitgliedschaften in Fitness- und Gesundheitsanlagen, gemessen an der Gesamtpopulation eines Gebietes in Prozent.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 03/2019

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