Fitness, Gesundheit, Anzeige | Autor/in: Prof. Dr. Sarah Kobel |

Erste Ergebnisse der „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“

Der Startschuss zur „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“, die 1.000 Saarländer:innen den Zugang zu einem regelmäßigen Fitnesstraining und damit zu mehr Gesundheit ermöglichen sollte, war im April 2022 gefallen. Die Nachfrage war riesig – nur wenige Wochen nach Aktionsbeginn waren bereits alle Plätze belegt. Dass die Organisatoren mit diesem Modellprojekt tatsächlich etwas Wesentliches in Richtung Gesundheit bewegen, zeigen die ersten Ergebnisse, die nun exklusiv vorliegen.

Fitter und gesünder leben: Die 'Fitmach-Aktion' bewegt das Saarland.

Das saarländische Gesundheitsministerium, die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland (PuGiS) e. V. haben mit Unterstützung des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) e. V. die „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“ ins Leben gerufen.

Modellprojekt für die Gesundheit

Erstmals arbeiten diese Institutionen zusammen an einem solchen Modellprojekt, um Menschen mit fehlendem oder unzureichendem Bewegungsverhalten zu einem regelmäßigen Training und damit zu einem aktiven Beitrag für die eigene Gesundheit zu bewegen.

Seit dem Start haben die 1.000 Proband:innen des Modellprojektes nach und nach ihr Training in den mehr als 60 teilnehmenden saarländischen Fitness- und Gesundheitsanlagen aufgenommen. Ihr Durchschnittsalter liegt bei etwa 48 Jahren, die jüngste teilnehmende Person ist 16, die älteste sogar 90 Jahre alt.

Schon hier zeigt sich: Die Aktion bewegt die Menschen aller Altersklassen zu einem gesunden Verhalten.

Bewegungsempfehlungen der WHO als Grundlage

Die „Fitmach-Aktion“ orientiert sich an den international anerkannten Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und an der wissenschaftlichen Evidenz zur gesundheitlichen Wirksamkeit eines körperlichen Trainings.


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Der achtwöchige Trainingsplan, den jede:r Proband:in individuell auf seine:ihre Bedürfnisse abgestimmt erhält, sieht zwei Einheiten Krafttraining sowie 150 Minuten moderates bzw. 75 Minuten intensives Ausdauertraining pro Woche vor.

Wissenschaftliche Evaluation der Aktion

Ob und inwieweit die Teilnehmenden diese Bewegungsempfehlungen tatsächlich während der Projektlaufzeit umsetzen, wird im Rahmen von insgesamt drei Erhebungen untersucht. Die Proband:innen werden vor dem ersten Training sowie jeweils nach vier und nach acht Wochen Trainingslaufzeit (netto) befragt.

Neben dem Bewegungsumfang werden auch weitere Parameter, wie die Motivation zum Training, die Rolle von Gesundheit als Trainingsmotiv sowie das körperliche und mentale Befinden erfasst.

Schließlich soll einige Wochen nach Abschluss des Modellprojektes überprüft werden, wie viele der Teilnehmenden durch die „Fitmach-Aktion“ ein regelmäßiges Fitnesstraining auch langfristig in ihren Alltag integrieren konnten, das heißt: auch nach Ende der Projektlaufzeit von acht Wochen ein regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining betreiben

Erste Ergebnisse verdeutlichen Bewegungsmangel

Noch liegen die Daten des ersten und zweiten Erhebungszeitraums nicht vollständig vor. Doch bereits jetzt zeichnen sich erste Tendenzen ab. Mehr als jede:r vierte Teilnehmende gab im ersten Fragebogen vor Beginn der Trainingsphase an, in einer typischen Woche null Minuten mit Sport, Fitness oder körperlicher Aktivität zu verbringen.

Bei weiteren 40 Prozent sind es maximal 60 Minuten pro Woche. Das sind alarmierende Zahlen, die nochmals deutlich visualisieren, wie stark die Menschen in Deutschland vom Bewegungsmangel betroffen sind. Der BMI (= Body Mass Index) der Teilnehmenden liegt im Mittel bei 27, was einer Präadipositas entspricht.

So sehr die Kennzahl BMI an sich auch kritisiert werden kann, verdeutlicht sie in diesem Zusammenhang noch einmal mehr, wie es um die Teilnehmenden vor Beginn der Aktion stand.

Gleichzeitig aber zeigen diese Zahlen, dass die „Fitmach-Aktion“ genau die richtigen Personen anspricht und diesen einen Zugang zu einem gesünderen Leben ermöglicht. Dass dies tatsächlich gelingt, ist anhand der ersten Ergebnisse bereits erkennbar.

Teilnahme hauptsächlich aus gesundheitlichen Motiven

Führt man sich vor Augen, wie selten die Teilnehmenden vor der „Fitmach-Aktion“ trainierten und welche positiven gesundheitlichen Effekte regelmäßiges Training hat, so ist es wenig verwunderlich, dass das Streben nach einem gesunden Leben und körperlichem Wohlbefinden die Haupttreiber für die Teilnahme an der „Fitmach-Aktion“ sind.

Während wettkampfbezogene oder auch soziale Motive eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielen, sind „sich gut fühlen“, „Erhalt der Gesundheit“ und „Vorbeugen gesundheitlicher Probleme“ für neun von zehn Personen klare Motivatoren.

„Fitmach-Aktion“ bewegt – buchstäblich

Erste Einblicke in die Ergebnisse der zweiten Erhebung zeigen, dass das Modellprojekt Wirkung bei den Proband:innen zeigt. Waren es vor Trainingsbeginn noch etwa drei Viertel der Menschen, die pro Woche null bis maximal 60 Minuten trainierten, reduziert sich die Zahl der Personen mit einer derart geringen Trainingshäufigkeit auf einen niedrigen einstelligen Wert.

Die Proband:innen scheinen nicht nur den Einstieg in ein aktiveres und gesünderes Leben gefunden zu haben, sondern dieses Leben auch beibehalten zu können. Ein erster Meilenstein, den die „Fitmach-Aktion“ zu diesem frühen Zeitpunkt bereits verzeichnen kann.


Exkurs: Großes entsteht im kleinen Saarland

Der DSSV, die DHfPG und die BSA-Akademie haben am 18. Mai 2022 unter dem Motto „fit & gesund in Deutschland – Fitnessstudios bewegen das Land“ den 6. Parlamentarischen Abend in der Saarländischen Landesvertretung in Berlin veranstaltet (Lesen Sie jetzt weiter: 'Für mehr Fitness und Gesundheit in der Bevölkerung')

In einem spannenden Vortrag, einer hochinteressanten Gesprächsrunde und vielen anregenden Diskussionen stellten die Veranstalter die „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“ den Vertreter:innen des Bundestags, der Forschung, der Fitness- und Gesundheitsbranche sowie der gesetzlichen Krankenkassen vor. Die Veranstaltung sollte die Teilnehmenden für die Umsetzung eines solchen Modellprojektes auf Bundesebene begeistern.

Aufgrund der positiven Resonanz kann dieser 6. Parlamentarische Abend in Berlin eine Initialzündung sein, um ein gesamtdeutsches Modellprojekt zu starten, das den Menschen nachhaltig dabei hilft, regelmäßiges Fitnesstraining zu betreiben und so ihre Gesundheit aktiv zu verbessern.


Proband:innenstimmen zur „Fitmach-Aktion“:

„Vor zwei Monaten sagte ich immer: Mir geht es gut! Heute sage ich: Mir geht es nun deutlich besser! Das hätte ich nicht erwartet. Ich merke es vor allen Dingen im Bereich der Kraft, aber auch der Kraft-Ausdauer.“
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Proband – 83 Jahre

„Ich nehme an der Aktion teil, um wieder etwas fitter, beweglicher und wendiger zu werden.“
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Proband – 80 Jahre

„Ich nehme an der Aktion teil, um wieder etwas fitter, beweglicher und wendiger zu werden.“
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Probandin – 65 Jahre

„Ich mache wieder regelmäßig Sport und fühle mich jetzt schon fitter. Ich bleibe auf jeden Fall dabei!“
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Proband – 47 Jahre

„Ich habe mich seit der Pandemie so wenig bewegt wie noch nie in meinem Leben. Das hat sich auch an meinem Körpergewicht gezeigt. Ich bin motiviert, etwas zu tun. Es fehlte nur noch der letzte 'Anstoß', den ich durch die 'Fitmach-Aktion' erhalten habe.“
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Probandin – 55 Jahre

„Ich merke jetzt schon, wie positiv sich das regelmäßige Training auf meine Gesundheit auswirkt.“
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Probandin – 69 Jahre

„Nach langer Pause bin ich sehr froh, durch die 'Fitmach-Aktion' wieder den Einstieg in den Sport gefunden zu haben. Ich fühle mich fitter und gesünder.“
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Probandin – 34 Jahre


Zur Wahrung der Anonymität der Teilnehmenden werden keine Namensangaben gemacht.


Fazit

Die ersten Ergebnisse der „Fitmach-Aktion“ zeigen, dass die Motivation zum Training bei den Menschen hoch ist. Gerade dann, wenn ein Verhalten noch nie oder über längere Zeit nicht praktiziert wurde, fällt der Einstieg besonders schwer.

Mit dem saarländischen Modellprojekt ist es dennoch gelungen, Menschen mit fehlendem oder unzureichendem Bewegungsverhalten in die richtige Richtung hin zu einem regelmäßigen Training zu begleiten.


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Auch vier Wochen nach Trainingsbeginn bewegt sich die Motivation der Teilnehmenden auf hohem Niveau. Und dieser mehr als positive Zwischenbericht kann der nächste Schritt in Richtung einer „Fitmach-Aktion“ für ganz Deutschland sein. Die Vorzeichen für eine bewegte Zukunft stehen also gut!

„Fitmach-Aktion“: Hintergründe & weitere Infos

Weitere Infos zur direkt hier auf der Website zur „Fitmach-Aktion“. Und hier lesen Sie den Artikel über den 6. Parlamentarischen Abend.



 

Diesen und weitere Artikel finden Sie in der fMi 04/2022 & für Abonnenten EXKLUSIV vorab.

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