Fitness, Gesundheit, Markt, DSSV | Autor: Anke Sörensen |

Eckdaten 2020: Der Faktor Gesundheit prägt die deutsche Fitnessbranche

Der Faktor Gesundheit wird immer wichtiger. Dies spiegelt sich auch in den 'Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2020' wider. Erhalten Sie hier einen detaillierten Einblick in die Zahlen und Fakten des Betrachtungszeitraums 2019, also der Zeit vor Corona.

Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2020: Der Faktor 'Gesundheit' prägt die deutsche Fitnessbranche

2019 verzeichnete die Fitness- und Gesundheitsbranche eine positive Entwicklung. Insbesondere in Einrichtungen aus dem Gesundheitsbereich wie Physiotherapiepraxen oder Kliniken sind vermehrt Fitnessangebote zu finden.

Auch in der breiten Bevölkerung findet das aktive Gesundheitstraining immer mehr Zuspruch und hat sich als wichtiger Bestandteil des zweiten Gesundheitsmarktes etabliert.

Die 'Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2020' bieten einen umfassenden und fundierten Überblick über die Entwicklung der Fitness- und Gesundheitsbranche. Diese wissenschaftliche Studie wird jährlich vom DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen in Kooperation mit dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte sowie der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) durchgeführt und stellt die wesentlichen Kennzahlen der Branche dar.

Dazu zählen Daten wie bspw. Mitgliederzahlen, Anlagenstrukturen sowie weitere Branchenzahlen. Damit ist sie ein wichtiges Instrument und schafft Transparenz, um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu fördern und die Akzeptanz der Politik, des Gesundheitssystems und bei Banken zu steigern.

Fitness und aktives Gesundheitstraining

Fitness und aktives Gesundheitstraining gehören heute für viele Menschen zum Alltag. Allein in den 9.669 kommerziellen Fitnessanlagen (Vorjahr: 9.343) in Deutschland trainieren der aktuellen Studie zufolge 11,66 Mio. Mitglieder (Vorjahr 11,09 Mio.) und erzeugen einen Branchenumsatz von 5,51 Mrd. EUR (Vorjahr: 5,33 Mrd.).

Somit trainiert etwa jeder siebte Bundesbürger in einer kommerziellen Anlage und macht Fitnesstraining so zur mitgliederstärksten Trainingsform vor Fußball (7,13 Mio. Mitglieder) und Turnen (5 Mio. Mitglieder).

Gesundheit und Lebensstiländerung

Es ist allgemein erwiesen, dass durch Fitnesstraining eine aktive Förderung der eigenen Gesundheit und des Wohlbefindens möglich ist. Immer mehr Menschen möchten ihren aktiven Lebensstil auch im Alter bewahren und sind sich bewusst, dass dafür ein gesundheitsorientiertes Training und ein gesundheitsorientierter Lebensstil notwendig sind.

Für die Änderung des Lebensstils in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung positioniert sich die Branche als professioneller Dienstleister mit umfassenden Angeboten und qualifizierten Mitarbeitern.

Training im Alter immer wichtiger

Das Durchschnittsalter der Mitglieder von 41,0 Jahren (Einzelbetriebe: 46,3 Jahre) zeigt, dass Fitnesstraining in allen Altersklassen akzeptiert ist.

In der Kernzielgruppe der 15- bis 65-Jährigen hat sich die Reaktionsquote im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent erhöht und liegt nun bei 21,3 Prozent. Das bedeutet, dass in dieser Gruppe mehr als jeder fünfte Deutsche sein Training in einer Fitnessanlage absolviert.

Die Alterspyramide sagt einen weiteren Anstieg der älteren Generationen in den nächsten Jahren voraus, sodass hier weiteres Potenzial für gesundheitsorientierte Anbieter entsteht.

Denn gerade das gesundheitsorientierte Training unter qualifizierter Anleitung ist durch die sehr niedrige Verletzungsgefahr eine Aktivität, die bis ins hohe Alter betrieben werden kann.

Durch eine individuelle Trainingsplanung und eine genaue Dosierung des Widerstandes kann die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit gezielt trainiert und somit die Lebensqualität erhalten werden.

Gesundheit – die Domäne der Einzelstudios

Die primäre Ausrichtung auf den Faktor 'Gesundheit' ist eine Domäne der Einzelstudios. Während bei den Positionierungen 'Training' und 'Lifestyle' die Ketten mit 37,4 bzw. 24,4 Prozent vorne liegen, fokussiert sich mehr als die Hälfte der Einzelstudios (50,9 %) auf den Bereich 'Gesundheit'.

Dieses Segment bietet Wachstumspotenzial für engagierte Gründer und wird auch für weitere Anbieter aus dem Gesundheitsbereich wie z. B. Physiotherapeuten oder Kliniken, die zusätzliche Fitnessanlagen (Selbstzahlerbereiche) in ihre Räumlichkeiten integrieren und sich hier als Qualitätsanbieter positionieren, immer interessanter.

Obwohl das Wachstum der Branche zu einem großen Teil von Ketten und Mikrostudios getragen wird, haben sich die Einzelbetriebe auch in diesem Jahr als sehr robust erwiesen und bestätigen ihre Vorjahreszahlen sogar mit leichten Steigerungen: Umsatz (+ 0,7 %), Mitglieder (+ 0,8 %), Anlagen (+ 0,4 %). Somit weist der Umsatz dieses Marktsegmentes seit 2015 sehr stabile Werte aus.

Mitarbeiter – ein wesentlicher Erfolgsfaktor

Gerade für gesundheitsorientierte Fitnessanlagen sind gut qualifizierte Mitarbeiter ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor. Im Jahr 2019 erhöhte sich die Mitarbeiterzahl in der Branche um 4.900 (2,3 %) auf 217.400 Personen. Durchschnittlich werden pro Anlage 22,5 Mitarbeiter (inkl. Honorarkräfte) beschäftigt.

Die Einzelbetriebe weisen hier sogar einen Wert von 30 Mitarbeitern pro Anlage auf. Dies belegt, dass die Branche als attraktives Berufsfeld zunehmend an Bedeutung gewinnt. Durchschnittlich befinden sich pro Anlage 2,6 Mitarbeiter in einem dualen Studium.

EMS-Training zeigt gute Zukunftsperspektiven

Elektromyostimulation (EMS) kommt ursprünglich aus der Therapie. Die Fitnessbranche hat durch die Trainingsform 'Ganzkörper-EMS' daraus ein Angebot gemacht, das sich erfolgreich am Markt etabliert und auch im vergangenen Jahr weiter an Popularität gewonnen hat.

Über 1.300 reine EMS-Studios wurden in der Studie identifiziert, wobei EMS-Training auch in Fitnessanlagen oder im Rahmen von Personal Training eingesetzt wird und somit eine noch größere Verbreitung aufweist.

Mit durchschnittlich 131 Mitgliedern pro Studio, werden insgesamt 171.000 Personen betreut und ein Umsatz von rund 180 Mio. EUR generiert. Da für ein EMS-Training relativ wenig Platz benötigt wird, findet diese Trainingsform auch vermehrt in der Physiotherapie ihren Einsatz.

Qualitätsdokumentation durch DIN-Norm

Um die Qualität des eigenen Angebotes zu dokumentieren, stehen mit der DIN EN 17229 (Europäische Norm) und der DIN 33961 (Nationale Norm) zwei offizielle Normen zur Verfügung.

Diese ermöglichen es den Anbietern, die Qualität ihrer Dienstleistung durch eine neutrale und unabhängige Zertifizierung zu dokumentieren und sie sorgen dadurch für Vertrauen bei Endverbrauchern, Firmenkunden und Kooperationspartnern.

BGM wird für Unternehmen immer wichtiger

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), das von 42,1 Prozent der Anlagen derzeit angeboten wird, ist ein weiterer Baustein, den gerade gesundheitsorientierte Anbieter nutzen können.

Seit 2008 wird die Förderung der Mitarbeitergesundheit steuerlich unterstützt. Seit dem 1. Januar 2020 kann ein Unternehmen bis zu 600 EUR pro Mitarbeiter im Jahr steuerfrei für zusätzlich (zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn) erbrachte Leistungen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und zur Förderung der Gesundheit erbringen.

Durch das Dritte Bürokratieentlastungsgesetz erhöht sich der steuerfreie Betrag somit um 100 EUR. Nicht nur der Gesetzgeber hat somit die Bedeutung von BGM-Maßnahmen erkannt, auch die allgemeine Branchenentwicklung zeigt weitere Wachstumspotenziale in diesem Segment, die derzeit noch nicht ausgeschöpft werden.

Komplette Studie bestellen

Die vollständige Eckdaten-Studie 2020 von DSSV, Deloitte und DHfPG können Sie direkt hier beim SSV-Verlag bestellen. Weiteres Pressematerial des DSSV erhalten Sie hier. 


Eckdaten Glossar (Auszug)

Einzel: Fitness- und Gesundheits-Anlagen mit mindestens einer und maximal vier Betriebsstätten und einer Gesamtfläche pro Anlage von mehr als 200 Quadratmetern. Synonym verwendete Begriffe: Einzelanlage, Einzelbetrieb, Einzelstudio.

Ketten: Fitness- und Gesundheits-Anlagen mit mindestens fünf oder mehr Betriebsstätten und einer Gesamtfläche von mehr als 200 Quadratmetern pro Anlage. Synonym verwendete Begriffe: Kettenanlage, Kettenbetrieb, Kettenstudio.

Mikro: Fitness- und Gesundheits-Anlagen, die eine Fläche von 200 Quadratmetern oder weniger aufweisen, meist ein spezielles Segment besetzen und auf eine spezifische Zielgruppe mit einem begrenzten Angebot spezialisiert sind. Synonym verwendete Begriffe: Mikroanlage, Mikrobetrieb, Mikrostudio.

Den vollständigen Artikel finden Sie in mfhc 01/2020

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mfhc 01/2020

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