Events, Fitness | Autor: Jürgen Wolff |

Deutsche Basketballer reisen top vorbereitet zur WM in China

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft präsentierte sich als Sieger des VTG Supercups 2019 in sehr guter Form. fitness MANAGEMENT sprach vor dem Turnier in Hamburg mit DBB-Athletiktrainer Arne Greskowiak und MATRIX Key-Account-Manager Volker Lichte über die Vorbereitung auf die Basketball-WM in China (31. August bis 15. September 2019).

Interview mit dem DBB-Athletiktrainer Arne Greskowiak in Hamburg.

Deutschlands Basketballer haben den Supercup (16.-18. August 2019) in Hamburg gewonnen. Mit einer perfekten Bilanz von drei Siegen in drei Spielen in der edel-optics.de-Arena feierte die Mannschaft den ersten Supercup-Titel seit 2015. Das DBB-Team bezwang rund zwei Wochen vor dem Start der Weltmeisterschaft in China (31. August-15. September) die Teams aus Ungarn (83:63) sowie Tschechien (87:68) und Polen (92:84).

Zur weiteren Vorbereitung auf die WM reist das Team am Mittwoch (21. August) zunächst nach Japan. Am 1. September beginnt für die Basketball-Nationalmannschaft mit dem Gruppenspiel gegen Frankreich das Weltmeisterschaftsturnier in China.

„Auf dem Niveau, auf dem wir arbeiten, wollte ich das Beste haben“

Im Vorfeld des Traditionsturniers in Hamburg hatte fitness MANAGEMENT die Gelegenheit zu einem Interview mit dem Athletiktrainer der deutschen Basketballer, Arne Greskowiak, und Volker Lichte, Key Account Manager Performance & Sport Clubs bei MATRIX, der die DBB-Auswahl für MATRIX betreut.

fM: Das Endturnier um Basketball-Weltmeisterschaft in China beginnt in zwei Wochen, steht also unmittelbar vor der Tür. Welchen Stellenwert hat der VTG Supercup in Hamburg für Dich als Athletiktrainer im Angesicht der WM?

Arne Greskowiak: Wir haben die besten deutschen Basketballspieler hier in Hamburg beim Supercup dabei. Der Supercup ist auf jeden Fall eine Bestandsaufnahme: Drei Spiele in drei Tagen zu spielen, gegen Gegner, die eine Wertigkeit haben – das ist schon eine Aufgabe. Danach weißt Du dann schon, wo die Mannschaft steht.

fM: In welchen Bereichen liegen so kurz vor der WM die Schwerpunkte für das Athletiktraining der Spieler?

Arne Greskowiak: Unsere Arbeit geht ja viel, viel früher los – immer schon parallel zu der Arbeit, die die Jungs in ihren Vereinen machen. Meine Aufgabe ist es, mit den Spielern in permanentem Kontakt zu sein. Das ist nicht immer einfach, weil die Jungs ja in verschiedenen Ligen auf verschiedenen Kontinenten in unterschiedlichen Zeitzonen spielen und auch unterschiedlich kommunikativ sind.

Ich muss wissen, wie der Stand ist, ob alles läuft oder, ob es Probleme oder eine Verletzung gibt. Wenn wir hier anfangen, müssen die Jungs fit sein, möglichst alle auf einem Stand. In der Vorbereitung auf die WM, zuerst in Trier und jetzt hier in Hamburg, haben wir nur zwei Wochen, in denen wir dann individuell arbeiten. Da brauchen wir eine Grundfitness.


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Inzwischen kenne ich die Jungs schon eine Weile, weiß, was sie brauchen, was sie mögen. Wir haben den großen Vorteil, dass wir durch die Zusammenarbeit mit MATRIX unser eigenes Fitnessstudio mitnehmen können. Das ist ein Luxus!

Die Spieler kennen das Material, sie fragen nicht mehr; sie nehmen sich dort was sie brauchen. Das ist Standard geworden über die Jahre und das ist toll. Ich kenne das Programm, das die Spieler von September bis Juni machen und wir können hier einfach daran anknüpfen.

Das erleichtert sowohl für die Spieler als auch für uns die Arbeit beim Athletiktraining. Wir haben kurze Wege, können uns auf die Geräte und deren Qualität verlassen – das Training macht auch mehr Spaß, wenn Du Dich nicht ständig auf neue Geräte einstellen musst.

fM: Wo liegen dabei für Dich als Trainer die größten Herausforderungen?

Arne Greskowiak: Wir haben unterschiedliche Spieler aus unterschiedlichen Vereinen und Trainingsprogrammen. Unsere Herausforderung ist, dass alle Spieler auch in unserem letzten Spiel bei der Weltmeisterschaft – wann immer und welches Spiel das auch sein wird – noch maximal gut rennen können.

Wir haben dafür die normalen Gegebenheiten, wie die subjektiven Belastungsindikatoren, die wir messen. Wir wissen also, welche Trainingselemente für welchen Spieler wie anstrengend sind. Und wir messen auch die Intensitäten der Einheiten und stimmen alles aufeinander ab.

Das alles muss dann in ein Gesamtkonstrukt verpackt werden, in dem China als große Unbekannte auch eine Rolle spielt. Keiner weiß genau, was da so passiert. Wenn Du z. B. in Italien bist, dann kannst Du anrufen, nachfragen und dich rückversichern. Die Herausforderung in China wird sein, alles zu managen und so dicht wie möglich an unseren gewohnten Standards zu bleiben. Das beginnt bei der Ernährung, bei Jetlag und Schlaf. Wichtig sind auch alle Fragen, die unser Recovery-Management betreffen: Cold-Tub, Hot-Tub – kann ich das da machen? Wie komme ich an Eis? Kann ich mit zwölf Spielern nach dem Spiel im Fitnessraum Fahrrad fahren?

Unsere Aufgabe ist, die Spieler unter den gegebenen Bedingungen auf das optimale körperliche Niveau zu bringen und sie dort zu halten.

Wir haben jetzt das Turnier hier im Hamburg und danach noch Vorbereitungszeit in Japan mit Testspielen. Danach sollten alle Spieler körperlich da sein, wo wir sie haben wollen.

fM: Welchen Stellenwert hat für Dich die Kooperation mit MATRIX als Gerätepartner?

Arne Greskowiak: Eben habe ich erwähnt, dass wir den Luxus unseres eigenen Fitnessstudios haben. Als ich beim DBB angefangen habe, gab es das noch nicht. Da haben wir an jedem Ort mit unterschiedlichen Geräten gearbeitet. Das war immer ok, aber es war halt jedes Mal etwas Anderes und hat eine gewisse Zeit der Eingewöhnung gebraucht. Und es waren nicht immer die gleichen Geräte vor Ort. Das bedeutete immer, dass wir improvisieren mussten.

Ich will in der kurzen Zeit, die wir mit den Jungs haben, nicht improvisieren. Auf dem Niveau, auf dem wir arbeiten, wollte ich das Beste haben. Dazu gehört, an jedem Ort auf das gleiche Setup in bewährter Qualität zugreifen zu können. Es ist unglaublich wichtig, dass wir unser eigenes Material haben, das gibt Sicherheit und die Spieler können mit vertrauten Geräten arbeiten. Zuhause bewegt man sich auch anders als in fremder Umgebung.

Durch die Kooperation mit MATRIX können wir diese gewohnte Trainingsumgebung bieten. Wenn die Spieler zum Training kommen, dann ist immer das gleiche Setup da.

fM: Was ist im Bereich Athletiktraining während des Weltmeisterschaftsturniers in China noch möglich?

Arne Greskowiak: Vorbereitung auf die Spiele und Nachbereitung. Dann geht es nur darum, den Jungs um das Training herum alles abzunehmen, sie vor dem Spiel zu aktivieren und nach dem Spiel auszudehnen – die klassische Arbeit.

fM: Volker, Du wirst auch zur WM nach China reisen. Wie läuft für Dich und das MATRIX-Team die Vorbereitung auf das Turnier?

Volker Lichte: China ist schon eine Herausforderung. Wir haben unsere chinesischen Kollegen und sind mit dem Hotel und anderen Locations in Kontakt, aber es ist halt etwas komplett Anderes. Im Vorfeld sind mehr Unbekannte als sonst und wir haben nicht die Möglichkeiten der Steuerung, wie wir sie in Deutschland und Europa haben. Das wird spannend und ich freue mich auf die Aufgabe. Wir werden die Geräte bereitstellen und Arne und die Mannschaft werden das gewohnte Setup zur Verfügung haben.

Persönlich freue ich mich riesig auf die WM. Das wird eine ganz neue Erfahrung, ein Riesen-Erlebnis.

Und natürlich die Sportart Basketball: Die Mannschaft, wie sie jetzt ist – das ist schon richtig gut! Sportlich ist meiner Einschätzung nach durchaus etwas möglich.

fM: Apropos Möglichkeiten: Arne, wie stark schätzt Du die deutsche Mannschaft ein?

Arne Greskowiak: Ich glaube, dass wir, wenn wir unsere Leistung bringen und alle gut drauf sind, schon einiges bewegen können.

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