Events, DSSV | Autor: fM Redaktion |

Austauschen, Netzwerken, Genießen: Das DSSV-Event 2019 in Belgrad

Netzwerken über den Dächern von Belgrad, typisch serbisches Flair beim Get-together, Fitness mit 360 Grad Panorama-Blick auf die Donau und Save sowie eine beeindruckende Schifffahrt bei Nacht, oder kurz und knapp: Das DSSV-Event 2019 bot allen Teilnehmern ein abwechslungsreiches Programm, mit mehr als nur einem Highlight! Der Nachbericht zum Event gibt einen guten Überblick über das Branchentreffen in der serbischen Hauptstadt und macht auf das kommende Jahr neugierig.

DSSV-Event 2019 in Belgrad

Nachdem das DSSV-Event 2017 und 2018 in Rimini stattfand, wurde für 2019 ein neuer Veranstaltungsort gewählt: die serbische Hauptstadt Belgrad. In den beiden Jahren zuvor war der Besuch der Fitnessmesse RiminiWellness sicherlich ein Highlight.

Doch auch in Belgrad ist eine zwar junge, aber sehr dynamische Messe zu Hause: die BELFIS Fitness & Health Expo, welche, nebenbei bemerkt, die größte Fitnessmesse in Südost-Europa ist. Neben dem gemeinsamen Besuch dieser Messe erwartete die Teilnehmer des DSSV-Events in Belgrad auch ein ungezwungenes 'Netzwerken' unter DSSV-Mitgliedern, interessante Vorträge von Top-Referenten und drei Abendveranstaltungen in besten Locations. (Eine Bildergalerie mit den Höhepunkten des DSSV-Events 2019 finden Sie hier)

Unterkunft im stylischen Boutique Hotel

Bereits am Anreisetag gab es begeisterte Stimmen der rund 120 DSSV-Mitglieder aus Deutschland. Grund war das außergewöhnliche Boutique Hotel Mama Shelter, in welchem die Eventteilnehmer untergebracht wurden. Das Hotel befindet sich im Herzen der Shoppingmeile, die sich zwischen der historischen Altstadt und der altehrwürdigen Festung von Belgrad erstreckt. Die DSSV-Mitglieder konnten in der Rooftop-Bar einen Drink nehmen und dabei das Panorama der weißen Stadt genießen; besonders in den sonnigen Stunden ein absolutes Highlight der Location. Abends ging es nach der Begrüßung durch DSSV-Präsidentin Birgit Schwarze zum Get-together an die Hotelbar.

Erfahrungsaustausch als Early-Morning-Workout

Der zweite Eventtag fand vergleichsweise früh statt. Bereits um 7:30 Uhr morgens trafen sich die Teilnehmer im historischen Park vor der Festung von Belgrad. Mit der serbischen Personal Trainerin und Influencerin Bojana Paljic Dopsaj konnten die DSSV-Mitglieder ein funktionelles Early-Morning-Workout mit anschließender Laufroute durch den Burg-Park durchführen.

Neben ihrem Instagram-Account betreibt Paljic auch zwei sehr erfolgreiche Studios in Serbien. So konnte sie neben ihren Trainingstipps auch ein paar Informationen über den serbischen Fitnessmarkt zur Verfügung stellen und erläuterte, was dessen Herausforderungen sind.

Die nächsten vier Millionen Mitglieder

Im Rahmen des Branchenforums im beeindruckenden 'Atelier 2' des Boutique Hotels Mama Shelter fand die Diskussion zur Entwicklung der Fitness- und Gesundheitsbranche in Deutschland statt. DSSV-Präsidentin Birgit Schwarze und Hauptgeschäftsführer Refit Kamberovic moderierten das Forum, gaben einen aktuellen Überblick über die derzeitige Lage der Branche sowie zukünftigen Entwicklungspotenziale. Dazwischen regten sie immer wieder das Gespräch unter den Studioinhabern an. Zu den meistdiskutierten Punkten gehörte das zukünftige Marktpotenzial, welches nach Ansicht des DSSV bei weiteren vier Millionen Menschen liegt: Diese werden in den kommenden Jahren die deutsche Fitnesswirtschaft auf 15 Millionen Mitglieder anheben. Die spannende Frage dabei ist: „Wer sind diese neuen Mitglieder und auf welches Marktsegment werden sie sich verteilen?“

Einzelstudio vs. Kette

Natürlich wurden auch weitere Themen besprochen wie bspw. der Zuwachs von Discount-Anlagen im Kettensegment, der dadurch stärker werdende Wettbewerb und Strategien, sich in diesen zunehmend konsolidierenden Markt als Einzelstudio zu behaupten. Da die Ketten derzeit bereits 50 Prozent aller Mitglieder ausmachen, wurde dieses Thema ebenfalls intensiv und teilweise auch sehr emotional betrachtet. Von Preispolitik bis Positionierung wurden sämtliche Taktiken für Studiobetreiber besprochen und Erfahrungsberichte ausgetauscht.

Aggregatoren: Fluch oder Segen?

Die Diskussion schaffte nahtlose Übergänge von Vertragslaufzeiten, Digitalisierung und Trends über das Mikro- oder auch Boutique-Segment bis hin zu den Aggregatoren. Letzteres regte die Diskussion nochmals erheblich an. Ist der Anschluss an ein Netzwerk sinnvoll und wenn ja, welches Netzwerk passt zu meinem Fitnessstudio. Zudem waren Vertreter der drei größten Netzwerke (eGym, Gympass und Urban Sports Club) vor Ort und konnten die Studiobetreiber über die Unterschiede zwischen den B2B- und B2C-Konzepten aufklären. Nicht zuletzt war das Interesse so hoch, dass dieses Thema in einem eigenen DSSV-Forum in 2020 erneut aufgegriffen wird.

Was ist Premium?

Abschließend kam die Frage auf: „Was ist eigentlich Premium?“. Hier gab es verschiedene Ansichten, ob der Fokus im Premium-Segment eher auf den Preis oder eher auf das Angebot gerichtet werden sollte. Jedoch waren sich alle einig, dass qualifiziertes Personal und ein effizientes Betreuungskonzept als Bestandteile in einem Premium-Konzept enthalten sein sollten. Nachdem die Teilnehmer des DSSV-Events sich inhaltlich ausgetauscht hatten, konnten sie am späten Nachmittag nochmals physisch aktiv werden. Für die Event-Teilnehmer standen in Belgrad drei Premium-Anlagen (Fitness Klub Tonus, Sportska Akademija Kocovic und Sky Wellness) sowohl zur Besichtigung als auch zum Workout zur freien Verfügung.

Der IX European Fitness Congress auf Deutsch und auf Serbisch

Am dritten Tag des DSSV-Events wurden alle Teilnehmer von einem vorbestellten Busshuttle abgeholt und in das Messezentrum von Belgrad gebracht. Im dortigen Kongresszentrum wurden die Vorträge auf Deutsch gehalten und synchron ins Serbische übersetzt, um auch den heimischen Kongressteilnehmern den sprachlichen Zugang zu gewähren.

Als Mitveranstalter des Kongresses eröffnete DSSV-Präsidentin Birgit Schwarze die Veranstaltung und bedankte sich im Namen der deutschen Fraktion bei Nebojša Stojanoski, Präsident des serbischen Fitnessverbandes (SRFS – Savez za rekreaciju i fitnes Srbije) und Organisator der größten Messe Südost-Europas, der BELFIS Fitness & Health Expo 2019.

Trainingssteuerung für den aufgeklärten Kunden von heute

Mit dem ersten Fachvortrag eröffnete Prof. Dr. Daniel Kaptain von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) den inhaltlichen Teil des Tages. In seinem Vortrag referierte er darüber, wie Studiobetreiber mit gezielter Trainingssteuerung ihre Kunden begeistern und binden können. Kaptain klärte auf, dass Studiobetreiber es heute mit einem anderen Kunden zu tun haben als noch vor einigen Jahren. Der heutige Verbraucher ist aufgeklärt, da viel Wissen im Internet zur Verfügung steht.

Leider ist gefährliches Halbwissen ebenfalls vorhanden und durch diverse Internetplattformen und selbsternannte Fitnessgurus präsenter denn je. „Der Trainer im Studio und der Trainer auf YouTube unterscheiden sich jedoch in einem elementaren Faktor“, so Kaptain. „Das Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden. Folglich ist der Studiotrainer auch ein richtiger Dienstleister und der YouTuber eine reine Einbahnstraße, da er gar nicht weiß, was auf der anderen Seite des Bildschirms passiert. Genau dieses Element der Dienstleistung kann in der Trainingssteuerung wirtschaftlich eingesetzt werden.“

Der Kunde kauft Zeit und Kompetenz

Studios suchen immer nach einer Abgrenzung gegenüber dem Wettbewerb wie z. B. der Discounter. Deren Leistungsumfang stellt im Wesentlichen die Räumlichkeiten und Geräte dar und ist mit rund 20 Euro bepreist. Was der Kunde sich in einem hochwertigen Studio zusätzlich kauft, ist die Kompetenz der Trainer und eine effiziente Trainingsbetreuung. Damit spart dieser sich im Zweifel auch noch Zeit. Die Trainingssteuerung ist darum so wichtig, da aufgezeigt wird, wie der aktuelle Stand des Kunden ist und ob seine Ziele angepasst werden müssen.

Hat der Kunde sein Ziel erreicht, muss ein neues gesetzt werden. „Sonst geht es uns wie einer Kopfschmerztablette, die ich auch nur einmal nehme, wenn es akut ist“, so Kaptain. Das bedingt, dass der Trainer regelmäßig mit dem Kunden Kontakt haben muss und das nicht nur einmal im Quartal. „Kurz gesagt: Der Kunde kauft sich Zeit und Kompetenz und das muss logischerweise deutlich mehr als 20 Euro kosten“, schlussfolgert Kaptain.

Erlebnisse, Motivation und Ergebnisse

Mark Fest, CEO von Les Mills Germany, hielt den Anschlussvortrag „Mit dem richtigen Kursmanagement zum Erfolg“. Fest stellte die Frage in den Raum, wie die Reaktionsquote von derzeit 13,4 Prozent im deutschen Fitnessmarkt auf 20 Prozent und mehr gesteigert werden kann. Dabei sind seiner Ansicht nach drei Faktoren erfolgsentscheidend: Erlebnisse, Motivation und Ergebnisse. Beginnend mit dem letzteren sind Tätigkeiten wie ein detailliertes Controlling ein zielführender Schritt: Bspw. wie ist meine Auslastung im Kursbereich oder welcher Anteil meiner Check-ins geht überhaupt in den Kursraum?

Beim Faktor Motivation bringt es Fest prägnant auf den Punkt: „Wir können nicht beeinflussen, wie der Kunde den Kursraum betritt, aber unsere Instruktoren können beeinflussen, wie der Kunde den Kurs verlässt.“ Bezüglich des Faktors „Erlebnisse“ präsentiert Fest ein Zitat von Les Mills Senior (Gründer von Les Mills) aus dem Jahr 1968: „Das Ziel eines Studiobetreibers ist es, dafür zu sorgen, dass sich die Menschen in Fitness verlieben.“

Kostenmanagement

Refit Kamberovic und Sabrina Fütterer übernahmen gemeinsam den Vortrag von Günter Noll und referierten über das wichtige Thema Kostenmanagement im Fitnessstudio.

Anstehende Generationswechsel, Unternehmensbewertungen und sich verändernde Märkte beschäftigen die Branche. Das Thema Kostenmanagement sollte bei der Unternehmensführung nicht vernachlässigt und durchaus überdacht werden. Die beiden Referenten erklärten anhand einfacher Beispiele, wie durch ein sogenanntes „out of the box“-Denken im Kostenmanagement Anpassungen vorgenommen werden können und wie man es schafft, durch eine differenzierte Betrachtung neue Grundlagen für das eigene Geschäftsmodell zu entwickeln.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 06/2019

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