Ernährung, Fitness, Gesundheit | Autor: Jola Jaromin-Bowe |

Ernährungscoaching im Fitnessmarkt: Mit Ernährungskonzepten neue Angebote etablieren

Durch die Schließung der Fitness- und Gesundheitsanlagen sowie das aufgrund von Corona und Homeoffice veränderte Ernährungsverhalten hat sich bei vielen Menschen das Körpergewicht in den vergangenen Monaten erhöht (Kobel, 2021). Durch Training allein kann diese Folge nur schwer behandelt werden. Jedes Fitness- und Gesundheitsstudio sollte deshalb ein Konzept im Bereich Ernährung anbieten.

Ernährungscoaching im Fitnessmarkt – Mit Ernährungskonzepten neue Angebote etablieren

Damit das Ernährungscoaching einen echten Mehrwert für die Kunden darstellen kann, muss es ebenso professionell geplant und umgesetzt werden wie die Trainingsbetreuung.

Hier können Kooperationen mit externen und hochqualifizierten Fachkräften angestrebt und deren bestehende Ernährungskonzepte in das Studioangebot integriert oder die eigenen Mitarbeiter zu Ernährungsexperten ausgebildet werden.


 


Unzählige wissenschaftliche Untersuchungen belegen mittlerweile die essenzielle Bedeutung von angepasster Ernährung, wenn es für Sporttreibende darum geht, ihre gesteckten Ziele zu erreichen (Haber, 2018).

Die richtige Ernährung hat auf nahezu alle Trainingsbereiche einen Einfluss: von der Gewichtsreduktion über die Optimierung von Kraft und Ausdauer bis zur Regeneration und Prävention.

Gewichtsabnahme, Muskelaufbau, Muskeldefinition

Durch Training allein kann eine optimale Gewichtsreduktion oder ein Fitnessziel allerdings nur schwer erreicht werden. Somit wird mit jeder Maßnahme zur Gewichtsabnahme, zum Muskelaufbau und zur Muskeldefinition, die nicht auch ein Ernährungskonzept involviert, auf einen signifikanten Mehrwert für Mitglieder verzichtet.


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Dieser Mehrwert entsteht nicht durch gelegentliche Ernährungstipps vonseiten der Trainer. Ein Ernährungscoaching sollte konzeptionell und ebenso professionell wie die Trainingsplanerstellung und -durchführung angegangen werden.

Ernährungscoaching an Mitglieder angepasst 

Die positive Veränderung der Körperkomposition und -form gehört zu den primären Gründen für eine Fitnessstudiomitgliedschaft. Jeder Kunde ist demnach automatisch Teil der Zielgruppe, die sich für das Thema Ernährung interessiert.

Mittels eines einfachen Fragebogens im Kontext der Trainingsplanerstellung kann der Bedarf für eine Ernährungsberatung erfragt werden – sei es der spezifische Wunsch nach Gewichtsreduktion, Muskelaufbau oder tatsächlich ein ernährungstherapeutisch behandelbarer Befund wie z. B. Bluthochdruck (Stolz & Klaassen, 2010).


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Hieraus ergeben sich für Betreiber von Fitness- und Gesundheitsstudios vielfältige Möglichkeiten der Betreuung und Umsetzung. Mitarbeiter können mit entsprechenden Weiterbildungen zu Ernährungsexperten qualifiziert werden und so in einem Eins-zu-eins-Coaching wichtige Ergebnisse gemeinsam mit den Kunden erzielen, die sich in Kombination mit dem Training im Studio positiv auf deren individuelle Zielerreichung auswirken.

Außerdem können auch individuelle Ernährungspläne oder praxistaugliche Empfehlungen für gelungene Einkaufslisten ('Was gehört immer in einen Kühlschrank?') erstellt werden. Des Weiteren können Studios zertifizierte Gruppenkurse, die sich dem Thema Gewichtsreduktion widmen, in ihr Dienstleistungsportfolio mitaufnehmen.

Standardisierte Konzepte erleichtern Einstieg

Nimmt z. B. ein Fitnessstudio Ernährungsberatung in sein Dienstleistungsportfolio mit auf, besteht die Herausforderung darin, die Kundenbedürfnisse damit optimal erfüllen zu können.

Hier bietet sich der Einsatz eines standardisierten und geprüften Konzeptes – oder mehrerer – von qualifizierten Fachkräften an. Empfehlenswert ist je ein Konzept für jede Zielgruppe, die man hauptsächlich im Unternehmen betreut (z. B. Abnehmwillige, Sportler, Senioren, etc.).

Ein Konzept, das auf Meinungen Einzelner beruht und zudem erst noch entwickelt werden muss, verursacht zunächst enorme Kosten. Das neu eingeführte Angebot einer Ernährungsberatung kann dadurch schnell unrentabel werden.

Ein bestehendes, standardisiertes Konzept

Demnach ist die Nutzung eines standardisierten Konzeptes zunächst die wahrscheinlich bessere Wahl. Wichtig dabei ist aber, dass Betreiber auch bei standardisierten Konzepten viel Wert auf die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter legen, um die Dienstleistung auch unabhängig weiterentwickeln und ihren Kunden eine optimale Beratung anbieten zu können.


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Nichtsdestotrotz entstehen daraus auch eine Reihe von handfesten Vorteilen für das Unternehmen: Professionelle Ernährungskonzepte geben den erst kürzlich qualifizierten Mitarbeitern nicht nur Sicherheit in der internen und externen Kommunikation, sie sind auch bei richtiger Wahl immer evaluiert und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand.

Bewerben der Dienstleistung

Durch professionelle Marketingmaterialien, die meist zur Verfügung gestellt werden, können die Betreiber wichtige Erfahrungen in der Vermarktung ihrer neuen Dienstleistung gewinnen und das Konzept kann sofort öffentlichkeitswirksam beworben werden.

Konzepte und Berater, die über die jeweilige Zertifizierung verfügen, werden dann entweder nach § 43 Abs. 1 Nr. 2 SGB V nach medizinischer Indikation oder § 20 SGB V von den jeweiligen Sozialversicherungsträgern bezuschusst (GKV, 2020).


 


Fazit

Ernährung und vor allem das Ernährungscoaching muss zu Zeiten von Corona und danach mehr denn je zu einem festen Bestandteil im Fitnessmarkt werden.

Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die eindeutig deren Sinnhaftigkeit beweisen, gibt es in Deutschland eine große Zahl an staatlich anerkannten und gut ausgebildeten Experten, die Fitnessstudiobetreiber beim Aufbau ihres neuen Angebotes (z. B. Gewichtsreduktionskurs 'Weg mit dem Corona-Speck') maßgeblich unterstützen können.

Zudem kann der Bereich Ernährung die Verweildauer der Mitglieder und deren Bindung an das Studio erhöhen und somit gerade in aktuellen Zeiten Kündigungen und Mitgliederrückgänge verhindern.


 

Über die Autorin

Jola Jaromin-Bowe ist Diplom-Ökotrophologin, zertifizierte Ernährungsberaterin und -therapeutin sowie Sportlehrerin. Bereits während des Studiums gründete sie ihre eigene Firma, in der sie seit 2008 als Ernährungsexpertin arbeitet. Darüber hinaus ist sie als Dozentin, Tutorin und Autorin für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie für die BSA-Akademie tätig. 

 


Literaturliste

Haber, P. (2018). Stellenwert der richtigen Ernährung. Leitfaden zur medizinischen Trainingsberatung. Berlin: Springer.
GKV-Spitzenverband. (2020). Leitfaden Prävention. Handlungsfelder und Kriterien nach §20 Abs. 2 SGB V. Zugriff am 22.06.2021.
Kobel, S. (2021). Auswirkungen der Corona-Krise auf das Trainingsverhalten. Zugriff am 25.06.2021.
Stolz, K. & Klaassen, M. M. (2010). Leichter durchs Leben: Ernährung und Fitness. In D. Kroll & J. Dzudzek (Hrsg.), Neue Wege des Gesundheitsmanagements (S. 119–127). Wiesbaden: Gabler.

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